15.10.2010

Kanadareise von Marion M.

Hallo Frau Hellack,

nach tagelang anhaltendem Jetlag sind wir nun einigermaßen wieder hergestellt und können von unserer Kanada-Reise berichten, die uns von Vancouver über Vancouver-Island, Whistler und Clearwater bis nach Jasper, Banff und schließlich nach Calgary geführt hat. Obwohl wir nur 17 Tage unterwegs waren, hatten wir das Gefühl 4 bis 5 Wochen on the road zu sein, was wahrscheinlich an den vielen täglichen Eindrücken und an den vielen Quartierwechseln lag. Es waren acht an der Zahl und weil in vielen Reiseberichten bereits ausgiebig über die unglaubliche Natur Kanadas berichtet wurde, ersparen wir uns dies an dieser Stelle und geben vor allem ein kurzes Feedback zu den Unterkünften.

Vorweg gesagt hatten wir nach unseren ersten vier Unterkünften den absoluten Kanada-Umfulana-Höhenflug! Alle B&B´s waren auf 4-Sterne-Niveau, die Gastgeber einfach wahnsinnig hilfsbereit und freundlich. Besonders schwer fiel uns der Abschied von Vivian und Neil in Nanaimo. Die beiden und ihr Heim sind einfach wundervoll. Auf dieser Flying-Cloud-Wolke schwebten wir nach Whistler ein – und hätten zu diesem Zeitpunkt mit Umfulana blind jede Reise gebucht (wir dachten bereits an Südafrika), weil wir uns sicher waren, dass jede Unterkunft ein absoluter Volltreffer in unserem Sinn ist.

In Whistler jedoch wurden wir unsanft auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt: Schon das Entree war eine Katastrophe. Überall standen Kartons herum, alles schien unaufgeräumt.. unser ungutes Gefühl bestätigte sich, als man uns unser Zimmer zeigte: Ein Sammelsurium alter, übrig gebliebener Möbel, ohne Stil und Charme. Kaum Platz zum Umdrehen, kaum, dass man sich um das eigene Bett herum bewegen konnte! Wir waren entsetzt!! Alles in allem eine Unterkunft auf billigem "Wanderheim-Niveau". Einzig das Frühstück war akzeptabel, aber in einem Raum mit 16 Gästen sehr laut und ungemütlich.

Aber gut, zwei Nächte hält man aus – in der Hoffnung, dass die nächste Unterkunft das Niveau der Reise wieder anhebt. Unser nächstes Ziel war Clearwater. Das dortige B&B hatte schon so manch schlechte Kritik in den Reiseberichten erhalten, weshalb wir hier besonders gespannt waren. Das Zimmer war ganz okay, jedenfalls um Klassen besser, als das in Whistler. Einzig die Sauberkeit der Dusche ließ etwas zu wünschen übrig. Trotzdem war die Atmosphäre hier alles andere als angenehm. Offensichtlich sind die Gastgeber mit ihrem regulärem Beruf, einem riesigen Grundstück mit einem halben Zoo drauf und dann noch einem B&B völlig überfordert. Wir jedenfalls sind am Abreisetag so früh wir möglich von hier geflohen…

Unsere letzte Unterkunft in Banff hat uns dann wieder entschädigt: ein wunderschönes B&B, von den Eigentümern liebevoll geplant und eingerichtet. Und wie bei den ersten vier Gastgebern hat man hier die Leidenschaft und das Herzblut für diesen Job gespürt. Ein perfekter Abschluss unserer Reise – Gott-sei-Dank!

Unser Fazit: Die Organisation der Reise war hervorragend. Die Unterkünfte hatten aber nach unserem Geschmack für den Preis der Reise ein zu unterschiedliches Qualitätsniveau. Das Niveau mag für den einen oder anderen nicht entscheidend sein, für uns ist es das auf alle Fälle. Denn wenn man in Gebieten unterwegs ist, die außer Freizeitgestaltung in der Natur, nichts zu bieten haben (nicht negativ gemeint), ist es bei schlechtem Wetter einfach wichtig, dass man sich zwischendurch auch mal umziehen, aufwärmen oder relaxen kann – in einem Zimmer, das einen gewissen Komfort bietet. Dafür macht man ja Urlaub!

In diesem Sinne: vielleicht auf ein Neues in Südafrika!

Viele Grüße

Marion und Stephan aus München



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