Bezirk Lasithi

Am Rand der Lasithi Hochebene

Am Rand der Lasithi Hochebene

Badebuchten und Hochplateaus im Osten von Kreta

Der östlichste Regionalbezirk von Kreta hat seinen Hauptort in Agios Nikolaos. Der dünn besiedelte Landesteil hat nur etwa 75.000 Einwohner.  Die größten Städte sind Agios Nikolaos mit rund 12.600 Einwohnern, Ierapetra mit etwa 16.100 Einwohnern und Sitia mit gut 9.900 Einwohnern. Hauptwirtschaftszweige sind Landwirtschaft mit Treibhauskulturen um Ierapetra und extensivem Olivenanbau bei Sitia und Kavousi. Der Tourismus ist wenig entwckelt, obwohl die Lasithi-Hochebene zu den landschaftlich reizvollsten Regionen der Insel zählt. Auch der Göttervater Zeus erblickte in der Dikti-Grotte am südwestlichen Rand der Hochebene das Licht der Welt.



Sehenswürdigkeiten Bezirk Lasithi


Ano Viannos

Wo der Kriegsgott gefangen genommen wurde

Das 700-Einwohner-Dorf im Süden des Dikti Gebirges war in byzantinisch-venezianischer Zeit eine bedeutende Stadt mit zwei Kastellen. Am Hang westlich von Ano Viannos befinden sich Ruinen des antiken Biannos oder Biennus. Hier sollen nach der Sage die Aloiden den Kriegsgott Ares – den Stadtgott von Biennus – gefangen genommen haben. Im 3. Jahrhundert vor Christus prägte die Stadt sogar eigene Münzen. Nach einem Partisanenangriff im Zweiten Weltkrieg, bei dem zwölf deutsche Soldaten ums Leben kamen, wurden auf Befehl des Kommandeurs mindestens 358 Männer, Frauen und Kinder aus Ano Viannos ermordet. Ein Mahnmal erinnert an das „Massaker von Viannos“ von 1943.


Die Schlucht von Kritsa

Bizarre Felsen, dramatische Engstellen

Kritsa ist typisches Bergdorf mit freundlichen Tavernen und einer mittelalterlichen Kirche. Die rund tausend Bewohner leben von der Landwirtschaft und von Handarbeiten, die in den Läden der Hauptstraße angeboten werden. Etwas östlich klafft eine Schlucht, die zu den kürzesten und gleichzeitig eindrucksvollsten auf Kreta gehört. In Jahrmillionen hat das Wasser bizarre Engstellen ausgewaschen. Ein Wanderweg führt durch das kiesige Schluchtbett. (1:30 Stunde, 3,3 Kilometer, auf und ab: 100 Meter)

Umfulana Route:
www.komoot.de


Gourniá

Älteste Stadt Europas

Auf einem Hügel über dem Golf von Mirambellou liegt die vermutlich älteste Stadt Europas. Gourniá hatte bereits alles, was spätere europäische Städte auszeichnete: eine Ringstraße mit Läden und Handwerksbetrieben, gepflasterte Gassen, die von Wohnhäusern gesäumt waren, sowie einen Palast und einen Tempel, die beide etwas erhöht liegen. Archäologen schätzen, dass die Stadt um 3.300 vor Christus gegründet wurde. Die heute noch sichtbaren Fundamente sind allerdings jünger: Sie stammen aus der Blütezeit zwischen 1.800 und 1.500 vor Christus. Ein Rundgang führt durch die archäologische Grabung.


Höhle von Psychro

Wo Zeus geboren wurde und Europa heiratete

Funde belegen, dass die Höhle 50 Kilometer südöstlich von Heraklion eine wichtige Kultstätte in der frühminoischen Zeit um 2.800 vor Christus gewesen ist. Dem Mythos nach wurde der Göttervater Zeus in dieser Höhle geboren. Die tumultarischen Umstände hätten heutzutage das Jugendamt auf den Plan gerufen: Seine Mutter Gaia (Erde) war auf der Flucht vor ihrem Gatten Kronos (Zeit). Der hatte nämlich gedroht, den Neugeborenen zu verschlingen. Nymphen waren bei der Geburt anwesend und nährten ihn, während Kureten den Höhleneingang bewachten. Diese mythischen Krieger klapperten laut mit ihren Schilden, um das Schreien des Babys zu übertönen. Vater Kronos schlich nämlich durch die Wälder rings um die Höhle. Anderen Quellen zufolge war es das Grunzen der Schweine, das die Schreie übertönte. Und noch ein wichtiges Ereignis soll in der Höhle stattgefunden haben: die Hochzeit von Europa mit dem Göttervater.


Ierapetra

Tempel, Theater und Tavernen in Europas südlichster Stadt

Die südlichste Stadt Europas liegt inmitten eines Obstgebietes mit vielen Gewächshäusern. Landwirtschaft, vor allem Gurken und Tomaten, ist hier bis heute wichtiger als Tourismus. Das Klima an der Südküste Kretas über dem lybischen Meer ist besonders warm, weshalb die Winter angenehm und die Sommer extrem heiß sind. Im Altertum war die Stadt wegen des Afrikahandels bedeutsam, wovon Überreste prächtiger Tempel und Theater zeugen. Später erlebte die Stadt eine wechselvolle Geschichte im Spannungsfeld von Sarazenen, Türken und Venezianern, die die massive Hafenfestung aus dem 13. Jahrhundert hinterlassen haben. In der Umgebung befinden sich einsame Bergdörfer in einer phantastisch anmutenden Felsenwelt, wo sich immer wieder großartige Blicke auftun. Der Stadt vorgelagert sind zwei Inseln: Chrissi (die goldene), zu der täglich Boote fahren. Bis auf wenige Tavernen ist die vier Kilometer lange Insel unbewohnt. Mit ihren Sandstränden, dem kristallklaren Wasser und den Wacholder- und Pinienwäldern ist sie ein Paradies für Wanderer und Strandurlauber. Weiter östlich liegt Kufonisi. Auf der gänzlich unbewohnten Insel gibt es neben Stränden auch antike Ruinen. Die Insel wird jedoch nur gelegentlich von Makrgiálos angelaufen.


Kato Zakros

Minoischer Palast und Badestrände in Kretas Osten

Das Dorf im äußersten Osten Kretas passierte in den 1960iger Jahren eine archäologischen Sensation: Ein Bauer hatte beim Pflügen Vasen und regelmäßige Quader entdeckt. Als die Grabungen intensiviert wurden, stieß man auf einen minoischen Palast, den vierten auf Kreta. Im Gegensatz zu den beiden anderen war dieser weitgehend unversehrt und von Plünderungen verschont geblieben. In den umliegenden Häusern, die nicht direkt zum Palast gehörten, fand man zahllose Tongefäße und Vasen aus Kristall. Die Funde sind im Archäologischen Museum von Iraklio und im Museum von Sitia ausgestellt.


Tal der Toten

Durch eine geheimnisvolle Schlucht zu einem minoischen Palast

Die acht Kilometer lange, steilwandige Schlucht heißt so, weil die Minoer in den Höhlen der Seitenwände ihre Toten beerdigten. Unversehrt wurde nur ein Grab gefunden, es enthielt die Leichname von fünf Frauen aus der Zeit von 2300 bis 2100 v. Chr. Alle anderen waren ausgeraubt. Am Ende der Schlucht steht eine der bedeutendsten archäologischen Stätten Kretas: der minoische Palast Kato Zakros. (4 Stunden, 12,6 Kilometer, auf und ab 310 Meter)

Umfulana Route:
www.komoot.de


Vai

Kretas einziger Palmenstrand

Angeblich war die Bucht von Vai im Mittelalter ein Versteck für sarazenische Piraten, die nach ihren Beutezügen geraubte Datteln am Strand aßen und die Kerne ausspuckten. So soll Kretas einziger Palmenhain entstanden sein. Ganz stimmen kann die Geschichte jedoch nicht, denn die Früchte dieser kretischen Dattelpalme sind ziemlich ungenießbar. Dafür entdeckten Hippies den idyllischen Strand Anfang der 1970er Jahre und zogen zahllose Rucksacktouristen an. Als Vai zu einem chaotischen Zeltplatz mit integrierte Müllkippe mutierte, zog die Verwaltung die Notbremse und erklärte den Strand zum Naturschutzgebiet, so dass sich die Palmen wieder erholten. Heute kommen viele Tagesbesucher. Vom Restaurant aus hat man einen schönen Blick. Am Strand führt ein Weg nach Süden. (Hin und zurück: 10,4 Kilometer, 3 Stunden, auf und ab: 280 Meter)

Umfulana Route:
www.komoot.de




Weitere Sehenswürdigkeiten Bezirk Lasithi




Reisebeispiele Bezirk Lasithi

Noch nicht das Passende gefunden?
Individuelles Angebot anfordern
Neugierig auf unsere Rundreisen geworden?

Alle Kreta Rundreisen anzeigen
Nach Oben