Heraklion

Heraklion mit Hafen und venezianischer Festung

Heraklion mit Hafen und venezianischer Festung

Städtisches Leben am Morosini-Brunnen

Die größte Stadt Kretas (130.000 Einwohner) ist zugleich kulturelles und wirtschaftliches Zentrum der Insel. Leider sind viele historische Bauten durch moderne, wenig ansprechende ersetzt worden. Die Sehenswürdigkeiten der Stadt liegen fast alle innerhalb der gut erhaltenen venezianischen Stadtmauer. Mittelpunkt des städtischen Lebens ist der Morosini-Brunnen mit vielen Tavernen und Restaurants in der Umgebung. Das Archäologische Museum Iraklio gilt als bedeutendste Antikensammlung Griechenlands nach dem Nationalmuseum in Athen.



Sehenswürdigkeiten Heraklion


Archäologisches Museum Iraklio

Fundstücke aus der Wiege Europas

Das Archäologische Museum Iraklio gilt als bedeutendste Antikensammlung Griechenlands nach dem Nationalmuseum in Athen.
Nach siebenjähriger Renovierung wurde das Museum im Mai 2014 wieder eröffnet. Die Sammlungen sind wieder vollständig zugänglich. Ausgestellt werden Objekte aus Knossos aber auch aus anderen Inselteilen, unter anderem die Schlangengöttinnen und ein Helm aus Eberzähnen. Die Funde stammen aus dem Zeitraum zwischen dem 7. Jahrtausend v. Chr. bis zum 4. Jahrhundert n. Chr.


Der Turm des Daidalos

Startpunkt eines Sturzflugs

In Ovids Metamorphosen wird berichtet, dass der geniale Baumeister und Erfinder Daidalos in einem Turm bei Knossos gefangen gehalten wurde. Niemand durfte das schaurige Geheimnis des Minotauros-Labyrinths erfahren. Eine Flucht von der Insel erschien aussichtslos. Doch Daidalos griff auf seine Erfindergabe zurück: Aus Federn von Vögeln und dem Wachs von Kerzen fertigte er Flügel für sich und seinen Sohn Ikarus an und flog mit ihm davon. Bereits hatten sie die Inseln Samos, Delos und Levitha hinter sich gebracht, als der ausgelassene Ikaros, ungeachtet der Warnungen seines Vaters, zu hoch stieg und dem Sonnenwagen nahe kam. Das Wachs der Flügel schmolz und er stürzte ins Meer, das bis heute auch Ikarisches Meer genannt wird. 


Das Labyrinth des Minotauros

Labyrinth des Menschenfressers

700 Jahre nach der Zerstörung von Knossos im 16. Jahrhundert vor Christus erzählt Homer den folgenden Mythos: 

Der erstgeborene Sohn von Zeus und Europa war der sagenhafte König Minos, der Herrscher von Knossos. Einst sollte er Zeus, seinem Vater, einen Stier opfern. Doch Minos gefiel das herrlichen weiße Tier so gut, dass er ihn zu seiner Herde trieb und an seiner Stelle einen anderen Stier opferte. Zur Strafe entfachte Minos in seiner Frau, Pasiphaë, eine sexuelle Begierde nach diesem Stier. Sie ließ sich von Daidalos eine Holzkuh bauen, die sie mit Kuhhaut überzog. Darinnen versteckte sich Pasiphaë und brachte so den göttlichen Stier dazu, mit ihr zu kopulieren. Bald gebar sie ein Ungeheuer mit menschlichem Leib und Stierkopf, den Stiermenschen Minotauros, König Minos war entsetzt, ließ ihn aber nicht töten, sondern beauftragte Daidalos mit dem Bau eines sicheren Verstecks. So entstand das sagenhafte Labyrinth von Knossos.

Unglück brach über Minos herein. Sein Sohn Androgeos starb bei einem sportlichen Wettkampf in Athen. Und Minotauros, der Menschenfresser im Labyrinth, verlangte fortgesetzt Menschenopfer. So erhob König Minos von den Athenern einen grausamen Tribut: Sieben Jünglinge und sieben Jungfrauen, die dem Minotauros alle neun Jahre geopfert werden sollten. Unter den ersten war auch Prinz Theseus. Als er jedoch nach seiner Landung auf Kreta die Tochter von Minos, Ariadne, kennenlernte, verliebten sie sich ineinander. Sie schenkte ihm das magische Wollknäuel des Daidalos, mit dem er aus dem Labyrinth wieder herausfand. Theseus gelang es mit Hilfe der Götter, den Minotauros zu töten. Nachdem er ihn dem Poseidon geopfert hatte, floh er zusammen mit Ariadne, von den Göttern unterstützt, nach Naxos.


Berg Jouchtas

„der schlafende Zeus“

Schon seit minoischer Zeit galt der 811 Meter hohe Berg als heilig, weil seine Silhoutte an den schlafenden Zeus erinnert. Von der wohlhabenden Winzergemeinde Achanes im Osten aus erreicht man das Bergmassiv. Die Bergstraße endet am Mittelgipfel, die man auch die „Nasenspitze des Zeus“ nennt. Dort steht weithin sichtbar die heilige Kapelle Afénde Christoú Metamórfosi (Verklärung Christi), ein beliebter Wallfahrtsort, wo am 6. April ein feierlicher Vespergottesdienst abgehalten wird. Im Inneren werden vier Altäre aufbewahrt, die mit mehreren Ikonen geschmückt sind. Der Blick vom Gipfel ist wundervoll: er reicht weit über die Wein- und Olivenhügel. Im Frühjahr blühen seltene Orchideenarten an den Hängen des Jouchtas.




Reisebeispiele Heraklion

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