Montenegro

Wildes Land, gähnende Schluchten: Hochgebirge von Montenegro

Wildes Land, gähnende Schluchten: Hochgebirge von Montenegro

Vielvölkerstaat an der Adria

Montenegro ist eine Republik an der südöstlichen Adria zwischen Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Serbien und Kosovo. Nachdem Montenegro nahezu 90 Jahre zu Jugoslawien gehörte, wurde es am 3. Juni 2006 unabhängig. Der mulitethnische Balkanstaat ist mit etwa 625.000 Einwohnern dünn besiedelt und flächenmäßig etwas kleiner als Schleswig-Holstein. Dafür gibt es nicht weniger als fünf Amtssprachen: Montenegrinisch, Serbisch, Bosnisch, Albanisch und Kroatisch. Auch landschaftlich ist das kleine Land äußerst vielseitig. Die Adriaküste ist durch steil abfallende Gebirge und Buchten gekennzeichnet. Das Zentrum wird von einer kargen, wasserlosen Hochebene bestimmt. Der Norden besteht aus Hochgebirge mit tief eingeschnittenen Canyons.



Sehenswürdigkeiten Montenegro


Alte Straße von Kotor nach Cetinje

Meisterwerk österreichischer Straßenbaukunst

Die Straße von Kotor in die alte Hauptstadt Cetinje (P1) wurde 1879 erbaut und ist ein Meisterwerk österreichischer Straßenbaukunst. Oberhalb von Kotor windet sie sich in über 25 haarnadelengen Serpentinen einen Steilhang hoch. Einmal im Jahr findet auf dem schwierigsten Teilstück ein Autorennen statt. Doch auch ohne Wettrennen bleibt der Pass eine Herausforderung für jeden Autofahrer.


Bucht von Kotor

Piratennester zwischen Orient und Okzident

Wie ein skandinavischer Fjord schneidet sich die von Bergflanken gesäumte Bucht in die dalmatinische Küste von Montenegro. Sie bot Schlupfwinkel für Seeräuber und Piraten, war aber auch ein Handelsumschlagplatz und Marinestützpunkt. Die bewegte Geschichte von über zweitausend Jahren hat die beiden Städte Perast und Kotor geprägt. Erst gehörte die Region zum Illyrischen, dann zum römischen, später zum byzantinischen Reich. Dreihundert Jahre herrschten die Venezianer bis Ende des 18. Jahrhunderts, dann kamen die Österreicher, danach die Russen und die Truppen von Napoleon. Die Region war stets Grenze und Bindeglied zwischen Okzident und Orient, auch zwischen Katholiken und Orthodoxen, zwischen dem Christentum und dem Islam.


Budva

Mittelalterliches Städtchen und Badeort

Die Stadt, die ursprünglich auf einer Insel lag, ist eine der ältesten an der Adria. Der Legende nach wurde sie vor über 2.500 Jahren von einem phönizischen König gegründet. Heute ist das mittelalterliche Budva durch eine Sandbank mit dem Festland verbunden. Die Stadt wurde 1979 bei einem Erdbeben fast völlig zerstört, ist aber inzwischen originalgetreu wieder aufgebaut. Die Altstadt wird von einer mittelalterlichen Stadtmauer umgeben und steht unter Denkmalschutz. Budva ist heute vor allem ein Badeort.


Kloster Ostrog

Spektakulärer Felsenbau im Prekonica-Gebirge

Das bedeutendste Kloster der serbisch-orthodoxen Kirche liegt spektakulär am Abhang des Prekonica-Gebirges. Es wurde 1656 vom Metropoliten von Hum und der Herzegowina, Vasilije Jovanović, gegründet, der bis zu seinem Tod im Jahr 1671 dort lebte. Hier wird der Körper des heiligen Vasilije aufbewahrt, der Jahr für Jahr Tausende von Gläubigen anzieht. Im Zweiten Weltkrieg hatte sich der Patriarch Gavrilo von Jugoslawien im Kloster vor den heranrückenden deutschen Besatzungstruppen versteckt. Doch die Gestapo spürte 1941 das Versteck auf und nahm es in Besitz. Sie fanden hier Teile des Serbischen Staatsschatzes, Münzgold und Aktien im Wert von 875 Millionen Dinar.

Nähere Informationen:
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Kotor

Venezianische Hafenstadt auf der roten Liste der UNESCO

Zur venezianischen Zeit übertraf Kotor alle Küstenorte der Region, was Reichtum und Noblesse der Architektur anging. Paläste, Kathedralen und Kirchen waren Zeuge von über zweitausend Jahren Kulturgeschichte, bis zu dem verheerenden Erdbeben im April 1979. Die UNESCO setzte im gleichen Jahr die Stadt auf ihre „Rote Liste“ der gefährdeten Natur- und Kulturgüter, um internationale Maßnahmen zur Rettung dieser Welterbestätte einzuleiten. Heute sind viele Gebäude wieder aufgebaut. Sie stehen neben Ruinen, für deren Restauration die Mittel fehlen. Dennoch ist die Stadt, die von bis zu 1.894 Meter hohen Bergen umrahmt ist, ein faszinierender Ort geblieben.

Zur Website:
www.visit-montenegro.com


Lovćen

Nationalpark mit militärischer Geschichte

Das Hauptgebirge Montenegros gehört zu den Dinarischen Alpen und liegt zwischen der adriatischen Küste und der Bucht von Kotor. Die höchsten Punkte sind Štirovnik (1.749 m) und Jezerski Vrh (1.657 m). Am Fuß des Gebirgsmassivs befinden sich die Städte Kotor, Budva und Cetinje. Auf dem Gipfel Jezerski Vrh steht das Njegoš-Mausoleum des kroatischen Bildhauers Ivan Meštrović von 1974 und eine Grabkapelle von 1854. In den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg wurde das Massiv mit französischer Hilfe zu einer starken Befestigung ausgebaut, die mit ihrer Artillerie den österreichisch-ungarischen Kriegshafen von Cattaro beherrschte. 1916 wurde der Berg im Feldzug gegen Montenegro von den Österreichern erobert. Heute ist das Karstgebirge zum Nationalpark erhoben, der auf 64 Quadratkilometern seltene Pflanzen und Tierarten schützt.

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Perast

Sonnige Hafenstadt am Eliasberg

Die sonnige Kleinstadt unterhalb des St.-Elias-Bergs ist mit einem milden Klima und den meisten Sonnenstunden in Montenegro gesegnet. Zu Perast gehören zwei Inselchen, St. Georg (Sveti Đorđe) und St. Marien auf dem Felsen (Gospa od Škrpjela). Im Mittelalter war Perast  ein Zankapfel zwischen den lokalen Fürstentümern und der Republik Venedig, bevor es endgültig zur Markusrepublik kam. Die Stadt hatte keine Mauer, sondern neun einzelne Türme, die im 15. und 16. Jahrhundert zum Schutz gegen die Osmanen erbaut wurden. Nach dem Ende der Türkenkriege begann im 18. Jahrhundert eine Blütezeit. Im Ort gab es vier Reedereien, die zusammen eine Flotte von mehr als 100 Handelsschiffen unterhielten. Viele der zu Wohlstand gekommenen Kapitäne wählten Perast zu ihrem Alterssitz und erbauten sich kleinere oder größere Villen, die noch das heutige Stadtbild prägen. Ende des 18. Jahrhunderts hatte Perast mehr als 1.600 Einwohner. Im 19. Jahrhundert verlor der Ort an Bedeutung und die Einwohnerzahl sank bis 1910 auf 430. Heute leben in Perast noch 349 Einwohner (2003). Sehenswert ist die orthodoxe Kirche des Ortes, in der sich eine kleine Ausstellung mit Reliquien, liturgischen Gegenständen und Schmuck befindet.




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