Sarajewo: Geschichtsträchtige Hauptstadt mit orthodoxen, muslimischen und katholischen Wurzeln

Sarajewo

Moschee an der Miljacka-Brücke: Sarajevo

Moschee an der Miljacka-Brücke: Sarajevo

Geschichtsträchtige Hauptstadt mit orthodoxen, muslimischen und katholischen Wurzeln

Die Hauptstadt von Bosnien Herzegowina ist eine der interessantesten und vitalsten Städte Europas. Schon in römischer Zeit verlief die Grenze zwischen Rom und Byzanz durch die Stadt. Seit Jahrhunderten leben hier Orthodoxe, Katholiken und Muslime zusammen. Mal war Sarajevo Konfliktherd an der Schnittstelle dreier Kulturen, dann galt es wieder als Leuchtturm des Friedens und der Toleranz. Vom Bürgerkrieg Anfang der 1990er Jahre hat sich die Stadt weitgehend erholt und sich zu einer kosmopolitischen europäischen Metropole entwickelt, deren Bewohner – Serben, Bosniaken und Kroaten – gleichermaßen freundlich sind.
Sehenswert ist vor allem die Altstadt mit ihren gepflasterten Gassen, Moscheen und Basaren. Wenn der Muezzin ruft, könnte man meinen, im Orient zu sein, wäre da nicht gleichzeitig das Geläut der Kirchenglocken. Über die Miljacka führt die Lateinerbrücke, auf der 1914 der österreichisch-ungarische Erzherzog Ferdinand ermordet wurde. Das Attentat war der Funke im Pulverfass, der den Ersten Weltkrieg auslöste.
Die beeindruckendste Sehenswürdigkeit in Sarajevo ist jedoch das Historische Museum, das die Belagerung der Stadt durch die Serben von 1992 bis 1995 dokumentiert – mit Fotos von Opfern, mit Zeitungsberichten über Kriegsgreuel, mit Kriegszigaretten und Kinderzeichnungen, die viel Blut zeigen.



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Sehenswürdigkeiten Sarajewo

Baščaršija-Platz

Balkan-Atmosphäre inmitten der Altstadt

Im osmanisch geprägten Teil der Altstadt schlägt das Herz von Sarajevo. In ihrer Mitte liegt der Baščaršija-Platz mit dem Sebilj-Brunnen. Gesäumt wird er von restaurierten Gebäuden aus der Kaiserzeit, in denen sich Kaffeehäuser, Restaurants und kleine Geschäfte und Handwerksläden befinden. Hier kann man neben den typischen Souvenirs auch teils noch Kugelschreiber aus Munitionsresten finden.

Gallery 11/07/95

Dokumentation des Bosnienkrieges

Der unscheinbare Eingang täuscht. In einem relativ kleinen Ausstellungsraum dokumentiert das Museum auf bewegende Weise den Bosnienkrieg. Neben großen Schwarz-Weiß-Bildern in der Galerie sollte man sich unbedingt den Film ansehen, der mit Originalaufnahmen ein realistisches Bild des Krieges und der Zerstörung von Sarajevo zeigt.

Gelbe Bastion

Bester Ausblick auf Sarajevo

Die Festung ist Teil einer Stadtmauer rings um das Viertel Vratnik, die bereits im 15. Jahrhundert bestand und den Zugang von Osten nach Sarajevo sicherte. Den Einmarsch österreichischer Truppen 1878 in die osmanisch beherrschte Stadt konnten die alten Stadtbefestigungen allerdings nur um wenige Stunden verzögern. Im Bosnienkrieg stand Vratnik unter der Kontrolle bosnischer Regierungstruppen und gehörte somit zu jenen Stadtteilen, die während der Belagerung von Sarajevo eingeschlossen waren. Viele historische Wohngebäude wurden durch Granatenbeschuss und ausbrechende Feuer beschädigt oder zerstört. Heute ist die Gelbe Bastion vor allem ein bekannter Aussichtspunkt, von dem aus man den besten Blick auf die Stadt hat.

Lateinerbrücke

Wo der Erste Weltkrieg ausgelöst wurde

Die Steinbogenbrücke ist eine der ältesten der Stadt und stand einmal im Fokus der Weltgeschichte. Am 28. Juni 1914 war die Nordseite der Brücke Schauplatz des Attentates auf Erzherzog Franz Ferdinand und seine Frau Sophie, welches zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs beitrug. Der Mörder, Gavrilo Princip, war Mitglied der serbisch-nationalistischen Bewegung Mlada Bosna (Junges Bosnien). Geplant wurde das Attentat von der serbischen Geheimgesellschaft „Schwarze Hand“. An der Stelle des Attentats befinden sich heute eine Gedenktafel sowie ein kleines Museum.

Tunnelmuseum

Fluchttunnel in Zeiten des Krieges

Der Sarajevo-Tunnel war ein Fluchttunnel während der Belagerung von 1992 bis 1995. Der unterirdische Fußweg unter der Start- und Landebahn des Flughafens wurde in wenigen Monaten gegraben und verband den belagerten bosnisch-kroatischen Teil von Sarajevo mit einer nicht belagerten Vorortgemeinde. Er diente ab Mitte 1993 sowohl zur Flucht als auch zur Versorgung. Heute ist das Privathaus mit dem Eingang und einem Originalstück des Tunnels von 20 Metern Länge ein Museum. In einem Raum im Keller werden Objekte aus der Tunnelzeit gezeigt. Im Gedenkzimmer werden Aufnahmen aus der Zeit des Tunnelbaus und der Benutzung präsentiert. Ebenfalls zu besichtigen sind einige Karren, die damals durch die Röhre liefen.

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