Samstag, 10. September 2016
Südafrika

Auf Käfer-Safari
Miniatur-Akrobaten im Addo Elephant Park

Der kleine Kerl mit seinem schwarz schillernden Panzer ist ein Akrobat. Er balanciert auf großen Kugeln. Macht Handstand. Läuft dabei rückwärts und rollt einen Ball aus Elefantenkot vor sich her. Und er ist ein Kraftprotz. Der Ball, den er selbst gedreht hat und über weite Entfernungen bewegt, ist bis zu 250-mal schwerer als er selbst. Der Dung Beetle, auch Scarabaeus viettei genannt, ist ein ganz erstaunliches Lebewesen.

ein ganz erstaunliches Lebewesen: der Dung Beetle
ein ganz erstaunliches Lebewesen: der Dung Beetle

Leider ist er im südlichen Afrika selten geworden. Nur in den Nationalparks findet er genug Mist. Im Addo Elephant Nationalpark ist der bis zu vier Zentimetern lange Käfer inzwischen ein Star. Er ist dort das kleinste Tier, das unter Naturschutz steht. Unermüdlich dreht und transportiert er Bälle, die er zur Nahrung braucht und vor allem für seinen Nachwuchs.

Meist ziehen die Big Five alle Aufmerksamkeit auf sich. Dabei ist der Dung Beetle für das Ökosystem mindestens so wichtig wie die Elefanten. Er putzt und pflegt das Reservat und sorgt damit für lebenswichtige Hygiene. Ohne ihn würde die Savanne an Fliegen ersticken. Einen Dung Beetle in Aktion zu sehen, ist fast noch spannender, als Elefanten beim Fressen zuzuschauen.

Der folgende Film von National Geographic lehrt das Staunen:

African Dung Beetle | National Geographic

Addo Elephant Park

inzwischen wieder häufig: Elefanten im Addo Park
inzwischen wieder häufig: Elefanten im Addo Park

Der Addo Park hat die Kapelefanten vor dem Aussterben bewahrt. Am südlichen Küstenstreifen Afrikas gab es ursprünglich große Herden von Elefanten, die wegen des Nahrungsüberflusses besonders kräftig wurden. Als im letzten Jahrhundert Farmen angelegt wurden, erwiesen sich die Elefanten als Zerstörer großer Flächen und wurden gnadenlos abgeschossen. 1931 gab es nur noch elf Elefanten im gesamten Eastern Cape, das immerhin halb so groß ist wie Deutschland. Damals wurde der Addo Elephant Park zu ihrem Schutz angelegt. Er ist inzwischen mit dem Zuurberg Park zusammengelegt worden. Heute beheimatet allein der Park über 200 Elefanten – neben Büffelherden und verschiedenen Antilopen. Mehrere Aussichtspunkte sind eingerichtet, von denen aus man Wasserlöcher beobachten kann (Ferngläser mitbringen). Im Zuurberg Park gibt es zwei Wanderwege. Ansonsten darf man den Park nur im Auto oder in Begleitung von Wildhütern durchqueren.

Unser Übernachtungs-Tipp: Gorah Elephant Camp

Schlichte Eleganz zeichnen diese Zelte aus.
Schlichte Eleganz zeichnen diese Zelte aus.

Das Gorah Camp ist das einzige private Camp im malariafreien Addo Park. Aus den Ruinen eines kapholländischen Siedlerhauses aus dem 19. Jahrhundert wurde eine exklusive Lodge, in der sich kolonialer Stil und moderner Komfort verbinden. Elegante Safarizelte mit Himmelbetten und strohgedeckten Verandas erinnern an die noblen Safaris vergangener Zeiten. Wildpirsch zu Fuß, zu Pferd oder im offenen Landrover wird angeboten. Dinner wird bei Kerzenschein auf der Veranda im Angesicht der Wildnis serviert. Service und Safari-Aktivitäten sind, anders als im staatlichen Park Camp, individuell und hochwertig.

Die Führer dürfen im Park auch abseits der Straßen fahren.
Die Führer dürfen im Park auch abseits der Straßen fahren.