Donnerstag, 17. Mai 2018
Schottland

Frühlingsreise durch den südlichsten Teil der Highlands
Marie Könen und Sandra Schaaf

Unsere Reisen

Mitte April machen wir uns - gut ausgestattet mit Regenbekleidung - auf den Weg nach Glasgow. Wir sind diesmal anlässlich einer großen Messe von VisitScotland unterwegs, bei der wir neue Kontakte zu Anbietern vor Ort knüpfen möchten. Aber zuerst fahren wir nach Arisaig an der Festlandküste vor der Insel Skye. Unterwegs genießen wir die schöne Strecke entlang des Loch Lomond und machen eine kurze Pause am Inveraray Castle - mit hübschem Park und kleineren Ausstellungen z.B. zum Clan Campbell. Wir fahren an den aufgereihten Unterkünften von Fort William vorbei und freuen uns, den Trubel hinter uns zu lassen. Auf der Road to the Isles wird es immer ruhiger und die Dämmerung bricht an. Wir machen noch einen kurzen Stop am Glenfinnan Viadukt, das besser als Harry Potter Brücke bekannt ist, und beeilen uns, zum Dinner in unsere Unterkunft zu kommen. Dort werden uns frisch gefangene "scottish west coast prawns" (dt. Kaisergranat oder Norwegischer Hummer) serviert - fantastisch!

"Westcoast Prawn"

Den nächsten Tag verbringen wir in Ardnamurchan. Auf der Halbinsel schauen wir uns einige Unterkünfte an und sind sehr zufrieden - vom kleinen B&B bis zur Felsenburg werden wir fündig. Wie erwartet sind die Straßen schmal oder sogar "single track", aber die freundlichen Fahrer in der Region machen das Fahren und Passieren trotzdem sehr angenehm. Die Straße schlängelt sich durch Eichenwälder, wir fahren kaum schneller als 30 Meilen (=50 km/h). Im Informationszentrum finden wir heraus, dass die Landschaft durch vulkanische Aktivität und Gletscher geformt wurde. Außerdem sind hier Informationen zu den archäologischen Fundstätten der Region zu finden - Camas nan Geall, eine ehemalige Siedlung, entdecken wir später auf unserem Weg. Zwischen den rauen Küsten gibt es hier auch immer wieder Sandstrände, wie die Singing Sands oder die Dünen von Sanna Bay. Auf unserem Rückweg stoppen wir noch kurz am Castle Tioram. Vom Strand schauen wir uns die wehrhafte Ruine auf einer kleinen Insel an, haben aber leider keine Zeit, einem der schönen Küstenwanderwege zur Burg zu folgen, die bei Ebbe zu Fuß zu erreichen ist.

Castle Unterkunft in Ardnamurchan
Castle Unterkunft in Ardnamurchan

Am nächsten Morgen stehen wir früh auf, um noch vor dem Frühstück einen ausgiebigen Spaziergang über das weitläufige Gelände unserer Unterkunft bis zum eigenen Strand zu unternehmen. Wir überqueren das Krocket Feld, besuchen das Rotwild auf seinen Weiden und werden an der wunderschönen Küste sogar mit ein paar Sonnenstrahlen belohnt. Auf dem Rückweg entdecken wir noch den Tennisplatz. Während des üppigen, schottischen Frühstücks hören wir von den anderen Gästen, dass sie schon eine Runde Golf gespielt haben. Wir wollen uns heute noch ein B&B auf einem entlegenen Estate in Movern anschauen und müssen uns beeilen. Wir fahren lange entlang des Loch Linnhe und können den schneebedeckten Nevis Range auf der anderen Seite bewundern. Auf dem Estate finden wir zuerst eine neue Bio-Destillerie und dann auch das B&B. Außen noch im Renovierungsprozess aber innen bereits neu und sehr gemütlich, sind wir auch mit diesem Fund glücklich. Hier kann man richtig gut abschalten - wandern, fischen, Wild beobachten und die Ruhe genießen! Zurück in Lochaline nehmen wir die Fähre nach Fishnish auf Mull. Hier schauen wir uns weitere Unterkünfte im attraktiven Tobermory und mitten in der Landschaft an. Dabei bekommen wir schon viele Tipps von den Gastgebern, was man hier und auf den kleinen umliegenden Inseln wie Iona unternehmen kann. Uns ist schon klar, man sollte hier mindestens drei bis vier Nächte bleiben. So umfahren wir den Nordteil der Insel entlang der Küste und können uns gar nicht satt sehen - wir stoppen an einem Wasserfall und sehen die Insel Ulva mit Ihrer Steilküste im Sonnenschein.

Mull - Blick auf Ulva
Mull - Blick auf Ulva

Am nächsten Tag nehmen wir die Fähre von Craignure nach Oban auf dem Festland. Dann machen wir uns auf den Rückweg nach Glasgow um dort die Messe zu beginnen. Dort knüpfen wir viele neue Kontakte und freuen uns, in Zukunft auch einige Aktivitäten, wie geführte Wanderungen, anbieten zu können. In Schottland werden zwar mittlerweile einige Wanderwege von der Forestry Comission ausgezeichnet, aber viele Wege sind nicht beschildert und ein Wanderführer kann sehr hilfreich sein, um in die raue Landschaft vorzustoßen. Auf unseren Wegen zwischen den verschiedenen Unterkünften, die wir uns natürlich auch hier anschauen, können wir uns einen besseren Eindruck von der Stadt machen und schaffen sogar einen kurzen Besuch in einem der vielen Museen der Kulturmetropole. Glasgow ist ein starker Gegensatz zu Edinburgh, die Architektur ist nicht so beeindruckend anzusehen. Aber Macintosh hat hier seine Spuren hinterlassen, die auch den Architekturfreunden einige interessante Orte in der Stadt bieten.

Als letztes machen wir uns auf den Weg nach Ardrossan, um mit der Fähre nach Arran überzusetzen. Hier können wir zunächst das schöne Wetter zwischen Palmen und Rhododendron im Garten des Brodick Castle genießen, wo die ersten Pflanzen schon in voller Blüte stehen. Man merkt deutlich den Temperaturunterschied zu Glasgow, da der Golfstrom die Insel aufwärmt. Nachdem unsere Arbeit für den Tag beendet ist, werden wir von unseren Gastgebern herzlich mit frisch gebackenen Cupcakes vor dem offenen Feuer empfangen. Mit vielen Infos über die Insel bekommen wir auch einige Ideen für den nächsten Tag, an dem wir die Insel erkunden möchten. Arran wird oft als Miniaturausgabe von Schottland bezeichnet, da man hier so viele Landschaften und Besonderheiten von Schottland auf kleinstem Raum findet. Unser Gastgeber Rob ist Geologe und erklärt uns, dass Arran sich tatsächlich aus den verschiedenen Regionen von Schottland zusammengesetzt hat und der Slogan ausnahmsweise gut begründet ist. Zuletzt genießen wir wieder ein fantastisches Abendessen im fußläufigen Restaurant.

Rhododendron Garten am Brodick Castle
Rhododendron Garten am Brodick Castle

Nach einem reichhaltigen Frühstück brechen wir zu Arran Arromatics auf. Hier werden Seifen und andere Kosmetikprodukte hergestellt. Auf Arran werden sehr viele Produkte handwerklich hergestellt. So kann man hier auch den lokalen Käse und Eis kaufen. Als nächstes nehmen wir an einer Führung durch die Destillerie teil - eine der wenigen unabhängigen Destillerien in Schottland. Zu den ausführlichen Erklärungen über die aufwendigen Prozesse gibt es selbstverständlich auch eine kleine Kostprobe des Arran Whisky. Den Rest des Tages verbringen wir mit kleinen Wanderungen entlang der Küste mit Blick auf die Halbinsel Kintyre und zu den Standing Stones, die es auch auf Arran gibt.

Wanderung auf Arran
Wanderung auf Arran

Am letzten Tag müssen wir wieder zurück aufs Festland übersetzen und nach Edinburg fahren, da es hier die besseren Flugzeiten für uns gibt. Unterwegs können wir noch das Crossbasket Castle ansehen, eine unserer kleinen Luxusunterkünfte - wir sind begeistert.

Unsere kurze Reise durch den südlichsten Teil der Highlands hat uns über viele kleine Straßen geführt. Dank des langsamen Tempos konnten wir trotz unserer vielen Termine etwas "entschleunigen" und beenden unsere Reise zufrieden mit unseren neuen Funden, die wir bald unseren Kunden anbieten können.