Mittwoch, 8. Juni 2022
Sansibar & Tansania

Karibu sana Zanzibar
Ein Erfahrungsbericht von Kerstin Pesch

Im Oktober 2021 habe ich einen lang gehegten Wunsch endlich realisieren können – drei Monate Auszeit in Afrika. Gemeinsam mit einer Freundin startete ich in einem Bushcamper von Windhoek aus durch Namibia, Simbabwe und Botswana, anschließend verbrachten wir 16 Tage im Tropenparadies Sansibar. Und von dieser zauberhaften Insel möchte ich heute berichten.

Kerstin Pesch auf Sansibar
Kerstin Pesch auf Sansibar

Sansibar, vor der Küste Tansanias gelegen, ist eigentlich „nur“ eine kleine Insel inmitten des Indischen Ozeans; aber das Eiland hat weit mehr zu bieten als nur Traumstrände und Meer. Das exotische Potpourri aus tropischer Vegetation und einer afro-arabischen Kultur markieren die Einzigartigkeit dieser Region.

Das Klima auf Sansibar ist durch die Nähe zum Äquator tropisch und durch Monsunwinde bestimmt, die zwischen November und Dezember eine kleine Regenzeit und zwischen März und Mai die große Regenzeit bringen. Alle anderen Monate bieten hervorragende Reisebedingungen. Es gilt zu erwähnen, dass Sansibar stark von Gezeiten betroffen ist und dies betrifft besonders die wunderschönen, weißen Traumstrände an der Ostküste, an denen sich das Meer bei Ebbe mehrere Hundert Meter zurückzieht. An den Stränden im Norden der Insel kann man auch während des Niedrigwassers schwimmen, da diese Region nicht so gezeitenabhängig ist.

Sansibar: kristallklares Wasser und blauer Himmel – ©Kerstin Pesch
Sansibar: kristallklares Wasser und blauer Himmel – ©Kerstin Pesch

Die ersten drei Tage verbrachten wir in Sansibars Hauptstadt Stone Town, dem historischen Herz der Insel. Der Name Stone Town „Steinerne Stadt“ lässt sich zurückführen auf die vielen prachtvollen Bauten aus Korallenstein. Arabische Händler brachten die islamische Religion, die Sultane von Oman bauten zahlreiche Paläste und die kunstvoll verzierten Swahili-Türen sind ein Vermächtnis indischer Händler aus Goa. Ein Bummel durch das Labyrinth der Altstadtgassen bietet unvergessliche Eindrücke. Und dieser Reichtum an faszinierenden Architekturstilen und unterschiedlichsten Kultureinflüssen brachte der Stadt im Jahre 2000 den Titel des UNESCO Weltkulturerbes ein.

Swahili-Türe: ein Vermächtnis indischer Händler aus Goa
Swahili-Türe: ein Vermächtnis indischer Händler aus Goa

Für den Ausklang des Tages bietet die Stadt zahlreiche wunderbare Orte. So kann man bei den Forodhani Gardens einen Snack bei den Garküchen einnehmen und dabei die kunstvollen Wassersprünge der einheimischen Jugend von der Hafenmole bewundern. Alternativ empfiehlt sich ein Sundowner auf einer der zahlreichen Dachrestaurants mit Blick auf die Altstadt zu Muezzin-Gesängen. Unser Lieblingsort war allerdings das Livingstone Beach Restaurant, welches direkt am Stadtstrand liegt. Im einstigen britischen Konsulat sitzen die Besucher mit den Füßen im Sand, während der Strand sich am Nachmittag mit Leben füllt. Kurz vor Sonnenuntergang kehren die Ausflugsboote zurück, Jogger laufen vorbei, Kinder und Jugendliche toben im Meer, während die Sonne im Meer versinkt. Ein Ort voller Lebensfreude!

Abendstimmung auf Sansibar – ©Kerstin Pesch
Abendstimmung auf Sansibar – ©Kerstin Pesch

Im Anschluss an unsere Tage im quirligen Stone Town sind wir mit einem Mietwagen zu unserer Inseltour aufgebrochen. Ganz im Norden, ca. 60 Kilometer von Stone Town entfernt, liegt Nungwi, das touristische Zentrum der Insel. Die weißen Traumstrände um Nungwi und dem Nachbarort Kendwa laden ganztägig zum Baden ein, denn diese Region ist von den Gezeiten deutlich weniger betroffen als der Rest der Insel. Außerdem lassen sich nur hier sowohl Sonnenaufgang als auch Sonnenuntergang erleben. Allerdings ist der Norden der Insel mit unzähligen Hotels und Partymeilen touristisch sehr überlaufen. Wir haben dieser Region nur einen kurzen Besuch abgestattet, übernachtet haben wir hier nicht.

Lagerfeuer am Strand von Sansibar – ©Kerstin Pesch
Lagerfeuer am Strand von Sansibar – ©Kerstin Pesch

Die Südküste Sansibars ist hingegen touristisch noch wenig erschlossen, da sich hier weniger Bademöglichkeiten finden; die zwei Hauptstrände liegen bei Kizimkazi und Makunduchi. Dieser Teil der Insel ist sowohl landschaftlich als auch kulturell äußerst reizvoll. In Reichweite liegt die Menai Bay Conservation Area, eine Meeres-Schutzzone, mit Riffen, Sandbänken und Mangrovenbuchten. In diesen Gewässern halten sich mit Vorliebe Delfine auf, welche auf organisierten Touren besucht werden können. Leider wird nicht immer auf die notwendige Distanz zu den Tieren geachtet und an gut besuchten Tagen kann man diese Delfintouren durchaus als Wettrennen zu Delfinsichtungen bezeichnen. Hat man jedoch das Glück, alleine auf dem Wasser unterwegs zu sein, ist es ein wunderbares Erlebnis!

Fischerboot auf Sansibar – ©Kerstin Pesch
Fischerboot auf Sansibar – ©Kerstin Pesch

Makunduchi ist ein wunderschönes kleines, typisch afrikanisches Dorf mit Lehmhütten, Bananenplantagen, roter Erde und einem sehr authentischem Dorfleben. Es werden erlebnisreiche geführte Fahrradtouren angeboten, die den Besuchern das traditionelle Dorfleben näherbringen, ohne gleichzeitig eine Touristenattraktion darzustellen.

Weltberühmt ist die Ostküste Sansibars. Touristisch deutlich ruhiger als der Norden, finden Besucher hier kilometerlange Palmenstrände, die an ein Südseeparadies aus dem Bilderbuch erinnern. Viele kleine Orte mit unterschiedlicher touristischer Infrastruktur sind hier zu finden. Von Nord nach Süd zieht sich ein Korallenriff an der Küste entlang und bildet somit mit der Küste eine Art Lagune. Diese schirmt bei Ebbe das offene Meer ab, sodass die Einheimischen im flachen Meerwasser sitzen und Seegras anpflanzen und ernten können. Baden ist an diesem Küstenabschnitt jedoch nur bei Flut möglich.

Mein Fazit: Sansibar besticht durch seine afro-arabische Kultur, Farbenfreude, eine abwechslungsreiche Geschichte und exotische Natur, durch Strandparadiese und seine wunderbaren freundlichen, offenen, lebensfrohen und gastfreundlichen Menschen! Karibu sana Zanzibar!