Dienstag, 14. April 2020

Oman
Ein Land wie aus 1001 Nacht

„Ein Land wie aus 1001 Nacht“, so wird der Oman häufig beworben. Klischeehaft? – Vielleicht. Aber es ist nicht zu leugnen; tatsächlich haftet dem Golfstaat etwas Märchenhaftes an. In Muscat ragen prachtvolle Minarette hoch über die Dächer der weißen Wohnhäuser. In der Küstenstadt Sur liegen hölzerne Dhaus in ruhigen Buchten vor Anker.

Sultan Qaboos Moschee in Muscat
Sultan Qaboos Moschee in Muscat

Mit Schalen voller bunter Gewürze, glänzendem Silberschmuck und prächtigen Stoffen locken die Auslagen in den verwinkelten Gängen des Marktes von Nizwa. Es liegt der Duft von frischen Kräutern und Weihrauch in der Luft.

Dhaus in einer Küstenstadt: Sur
Dhaus in einer Küstenstadt: Sur

Geradezu mystisch erscheint auch die Rimal al Wahiba, jene Sandwüste im Osten des Landes, die sich in tiefem Orange bis weit über den Horizont hinaus erstreckt; wo sich Beduinenlager zwischen den Dünen erheben und der Wind ein leises Flüstern über das Sandmeer legt.

12.500 Quadratkilometer groß: Rimal al Wahiba
12.500 Quadratkilometer groß: Rimal al Wahiba

Das Bild eines Märchens aus dem Morgenland ist also zutreffend – es ist jedoch nur eine einzelne Kachel in einem weitaus vielfältigeren Mosaik.

Die Geschichte des Landes

In den 1970er Jahren kehrt der erst kürzlich verstorbene Sultan Qabus Ibn Said Al Said als junger Mann in den Oman zurück. Seine Kindheit hat er in Salalah verbracht, später dann eine weiterführende schulische und militärische Ausbildung im europäischen Ausland absolviert. Zum Zeitpunkt seiner Rückkehr ist das Land in archaischen Zuständen verhaftet, die Infrastruktur ist mangelhaft und Möglichkeiten für akademische Bildung sind kaum vorhanden. Mit einem Putsch erzwingt Qabus den Regierungswechsel; er stürzt seinen Vater, Sultan Said Ibn Taimur, vom Thron und schickt ihn ins Exil nach London.

Muscat löst Salalah als neue Hauptstadt ab. In den folgenden Jahren gelangt der Oman zu wirtschaftlicher Blüte, wie man sie zuletzt zwischen dem 17. und dem beginnenden 19. Jahrhundert erlebt hatte – damals als arabische Seemacht im Handel mit Indien. Durch die Förderung und den Export von Erdgas und Öl kann der Staat hohe Einnahmen erwirtschaften, und es werden im Rahmen einer umfassenden Modernisierung des Staatssystems enorme Investitionen getätigt. Dazu zählt der Ausbau von Industrie und Landwirtschaft sowie der schrittweise Aufbau eines Bildungs- und Gesundheitssystems nach internationalen Standards.

Die Hauptstadt des Oman: Muscat
Die Hauptstadt des Oman: Muscat

Ebenso wird damit begonnen, eine touristische Infrastruktur zu schaffen – mit der Folge, dass der Oman heutzutage ein ideales Ziel für Individualreisende ist. Breite, asphaltierte Straßen verbinden die verschiedenen Regionen, ein Großteil der Bevölkerung in den Städten spricht Englisch und die Kriminalitätsrate ist äußerst gering. Dies alles sorgt dafür, dass das Sultanat im Osten der arabischen Halbinsel bedenkenlos auf eigene Faust erkundet werden kann.

Rauschende Wasserfälle: Salalah
Rauschende Wasserfälle: Salalah

Landschaftlich präsentiert sich der Oman mit einer immensen Vielfalt. Nördlich erhebt sich mit dem Djebel Akhdar, übersetzt in etwa „der Grüne Berg“, ein fruchtbares Gebirgsplateau. Urige Bergdörfer schmiegen sich an die steilen Felswände, während in den angelegten Terrassengärten Zitrusfrüchte, Pfirsiche und Rosen wachsen.

Südöstlich erstreckt sich die bereits erwähnte Sandwüste Rimal al Wahiba auf einer Fläche von insgesamt rund 12.500 Quadratkilometern.

Im südlichsten Gouvernement des Landes, in Dhofar, steht die trockene Gebirgsregion des Inlands im Kontrast zur Küste mit grünen Palmenhainen, Oasen mit rauschenden Wasserfällen und Stränden mit karibischem Flair. Weißer Sand geht hier über in ein azurblaues Meer, dessen Unterwasserwelt aufgrund seines Artenreichtums ein wahres Paradies für Taucher ist.

Fruchtbares Gebirgsplateau: Djebel Akhdar
Fruchtbares Gebirgsplateau: Djebel Akhdar

Und auch über die Grenzen des Kernlands hinaus hält die Natur des Golfstaats noch eine Überraschung bereit. Getrennt durch die Vereinigten Arabischen Emirate liegt die Exklave Musandam etwa 100 Kilometer nördlich des restlichen Staatsgebiets. Hier ragen die Ausläufer des Hadschar-Gebirges bis an die Küste heran. Zerklüftete Klippen und kleine Inseln umschließen fjordähnliche Buchten, wie man sie eher in Norwegen vermuten würde.

100 Kilometer vom Staatsgebiet entfernt: Musandam
100 Kilometer vom Staatsgebiet entfernt: Musandam

Der Oman hat keine schillernden Millionenmetropolen vorzuweisen wie etwa Dubai oder Abu Dhabi, die Straßen sind weniger quirlig als etwa in Fez oder Marrakesch. Trotzdem wissen die Städte mit ihrem ganz eigenen Charme zu verzaubern. Stets wahren sie eine einzigartige Balance zwischen Fortschritt und Urtümlichkeit, ohne dabei je an Authentizität zu verlieren. Traditionelle arabische Architektur findet sich Seite an Seite mit Beispielen der zeitgenössischen islamischen Baukunst. Die Uferpromenaden der Küstenstädte sind beliebte Flaniermeilen – für Einheimische und Touristen gleichermaßen.

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