Kaokoveld

Im trockenen Flussbett: Wüstenelefant im Kaokoveld

Im trockenen Flussbett: Wüstenelefant im Kaokoveld

Wüstenelefanten im trockenen Grenzland

Die Region im äußersten Nordwesten Namibias ist mit 50.000 Quadratkilometern etwas größer als Niedersachsen. Im Westen grenzt das Kaokoland an den Atlantik, im Norden an den Kunenefluss, im Osten an das Ovamboland und im Süden an das Damaraland. Mit weniger als 350 Millimeter Niederschlag pro Jahr ist das Kaokoveld extrem trocken und daher kaum besiedelt. Abseits der wenigen Hauptverbindungen benötigt man Allradfahrzeuge und GPS-Navigation. Durch konsequente Bekämpfung der Wilderei gibt es inzwischen wieder viel Wild, darunter Nashörner und Wüstenelefanten, die sich in vielem von ihren Vettern, den afrikanischen Elefanten, unterscheiden.



Sehenswürdigkeiten Kaokoveld


Sesfontein

Deutsches Fort im abgelegenen Kaokoveld

1896 errichtete die deutsche Kolonialregierung ein Fort im abgelegenen Kaokoveld zur Kontrolle von Rinderpest, Wilderei und Waffenschmuggel. Mit der Niederlage im 1. Weltkrieg wurde das Fort aufgegeben und verfiel. Rund hundert Jahre später zeugen nur noch ein paar Ruinen und der kleine deutsche Soldatenfriedhof von der deutschen Kolonialherrschaft. Bis heute gibt die Landschaft einen guten Eindruck vom Afrika vor Beginn der Farmwirtschaft. Die Ureinwohner, die Himbas, gelten als letzte steinzeitliche Nomaden der Erde. Felsgravuren, die zum Teil älter als tausend Jahre sind, zeugen von einer früheren Besiedlung durch das Volk der San.


Otjomatemba Pass

Pass durch einsame Gebirgssavanne

Südlich der Ortschaft Otjomatemba liegt der Pass, der durch die einsame Gebirgssavanne führt. Nördlich des Passes geht es in das Tal des Flusses Skelm, der in der Kunene-Sprache Noideb heißt. Der Bach führt aber nur selten Wasser.


Ongongo Gorge

Heiße Quellen auf Tahlsohle der Schlucht

Wenige Kilometer von der C43 entfernt ist die Ongongo Schlucht über eine Schotterpiste zu erreichen. Auf der Talsohle gibt es heiße Quellen, in denen man baden kann. Die benachbarten Höhlen sind von Fledermäusen bewohnt.


Ovahimba

Steinzeit im 21. Jahrhundert

Im Kaokoveld, einem völlig abgelegenen und nahezu unbesiedelten Gebiet im Nordwesten Namibias, leben noch etwa 15.000 Ovahimba, die zu den letzten Urvölkern der Erde gehören. Schroffe Gebirge, der stürmische Atlantik und die Unzugänglichkeit der Wüste bewahrten den Himbas über Jahrhunderte große Abgeschiedenheit. Sie auf eigene Faust besuchen zu wollen, hat wenig Sinn und wirkt sich zerstörerisch auf die Kultur des Nomadenvolkes aus. Wer dennoch ein Himba-Dorf aufsuchen will, sollte dies mit einem Führer tun – einem Ovambo oder Himba – und sich von ihm über die Sitten des Volkes, „anständiges Benehmen“ und die richtigen Geschenke aufklären zu lassen.


Palmwag

Spitzmaulnashörner und Sukkulenten in riesigem Reservat

Das 4.500 Quadratkilometer große Pachtgebiet in der Kunene Region grenzt im Norden an den Hoanib Fluss und im Westen an die Skelettküste. Weite Grassteppen werden von trockenen Flussbetten durchquert. Am Horizont kann man das entfernte Etendeka Plateau ausmachen. Die extreme Trockenheit hat eine Vielzahl sukkulenter Pflanzen hervorgebracht. Eine besondere Attraktion sind die Spitzmaulnashörner, von denen es hier inzwischen die weltweit größte Population gibt. Daneben gibt grasen Bergzebras, Springböcke und Giraffen, aber auch Löwen und Leoparden, Hyänen und Erdmännchen sind zu entdecken. Für einen Besuch ist eine schriftliche Genehmigung erforderlich, die man in der Palmwag Lodge erhält. Jedoch sollten dies nur erfahrene Reisende mit Allradwagen auf eigene Faust tun. Empfehlenswert ist stattdessen eine Tour mit einem Führer.


Opuwo

Zentrum der Himba-Kultur

Die Hauptstadt der Region Kunene ist mit 7900 Einwohnern die einzige Stadt des Kaokovelds. Sie vom südafrikanischen Militär als Stützpunkt genutzt. Opuwo besitzt auch das einzige Krankenhaus des Gebietes und ist Zentrum der jahrhundertealten Himba-Kultur. Tradition und Neuzeit treffen hier sehr unvermittelt aufeinander – mit allen Problemen eines derartigen Zeitsprungs: Alkoholmissbrauch, Kriminalität, Verwahrlosung und Prostitution.




Reisebeispiele Kaokoveld

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