Caprivi-Streifen

Auwälder, Sümpfe und Flusslandschaften: Caprivi-Streifen

Auwälder, Sümpfe und Flusslandschaften: Caprivi-Streifen

Tropischer Zipfel im Nordosten Nambias

Die zipfelförmige Ausbuchtung Namibias im Nordosten hat keine geografische, sondern eine historische Ursache. Dass der 460 Kilometer lange und 30 Kilometer breite Streifen zu Namibia gehört, liegt an einem Vertrag, den Deutschland und England 1890 unter dem Reichkanzler von Caprivi schlossen. Der Korridor sollte der erste Abschnitt einer Eisenbahnverbindung zwischen Deutsch-Südwestafrika und Deutsch-Ostafrika werden. Da er im Osten bis zum Sambesi reicht, wurde er auch „Deutsch-Sambesiland“ genannt.
Im Gegensatz zum übrigen Namibia ist die Landschaft tropisch, üppig und wasserreich; es besteht Malaria-Gefahr. Die vielen Flüsse sind von Sümpfen und Auwäldern gesäumt. Zwischen Dezember und März steigt die Luftfeuchtigkeit bis auf 70 Prozent – bei Temperaturen von über 35 Grad. Die Wintermonate sind daher zum Reisen besser geeignet. Zwei Drittel aller namibischen Elefanten- und Büffelherden sind hier heimisch, daneben alle großen Tiere Afrikas, die von Zäunen ungehindert durch das unwegsame Gebiet streifen können.



Sehenswürdigkeiten Caprivi-Streifen


Popafälle

Stromschnellen im Okavango River

Die Fälle bei Bagani sind eigentlich nur Stromschnellen. Sie fallen maximal vier Meter über einen Felsriegel aus Quarzit, der den Okavango auf der gesamten Breite von über einem Kilometer sperrt. Während des Hochstands des Okavango zwischen Februar und April sind die Stromschnellen praktisch vollständig überschwemmt, in der Trockenzeit liegt der Felsriegel jedoch weitgehend frei und bildet eine Reihe von Kanälen und Felsen, die man zu Fuß überqueren kann. Der Tiefststand wird in der zweiten Oktoberhälfte erreicht. Rings um die Fälle gibt es einen kleinen Wildpark mit einem Rastlager.


Bwabwata Park

Dattelpalmen und Affenbrotbäume im Auenwald

Der über 6.000 km² große Park entstand 2007 aus dem Zusammenschluss des Caprivi- und des Mahango- Nationalparks. Der Mittelteil auf beiden Seiten des Trans-Caprivi-Highways ist mit Mopane-Wäldern bedeckt. Im Osten fällt der Park in die weite Ebene des Kwando ab. Von besonderer Bedeutung ist der Auenwald entlang des Okavango, der mit seinen Dattelpalmen und Baobabs in Namibia einmalig ist. Nachdem in den 1970iger Jahren der Tierbestand durch den Bürgerkrieg in Angola gelitten hat, sind inzwischen wieder die Big Five heimisch, daneben Krokodile, Flusspferde und sehr viele Wasservögel. Besonders die Marschen des Kwando werden von großen Elefantenherden mit teilweise mehr als 100 Tieren aufgesucht.


Okavango River

Viertlängster Fluss Afrikas zwischen Regenwald und Sandwüste

Der Okavango Fluss ist der viertlängste in Afrika. Er fließt aus dem regenreichen angolanischen Hochland 1.600 km nach Südosten und versickert schließlich in der Sandwüste Kalahari. Dort bildet er ein gewaltiges Sumpfgebiet, das als eines der letzten Paradiese Afrikas gilt. Vor seinem Eintritt nach Botswana fließt er durch den Caprivi-Streifen im Nordosten Namibias, wo er die vier Meter hohen Popa-Stromschnellen bei Bagani bildet. Wegen des akuten Wassermangels in Namibia bestehen Pläne, den Okavango-Fluss aufzustauen. Das würde jedoch das Ende des einzigartigen Deltas bedeuten.




Reisebeispiele Caprivi-Streifen

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