Caprivi-Streifen

Auwälder, Sümpfe und Flusslandschaften: Caprivi-Streifen

Auwälder, Sümpfe und Flusslandschaften: Caprivi-Streifen

Tropischer Zipfel im Nordosten Nambias

Die zipfelförmige Ausbuchtung Namibias im Nordosten hat keine geografische, sondern eine historische Ursache. Dass der 460 Kilometer lange und 30 Kilometer breite Streifen zu Namibia gehört, liegt an einem Vertrag, den Deutschland und England 1890 unter dem Reichkanzler von Caprivi schlossen. Der Korridor sollte der erste Abschnitt einer Eisenbahnverbindung zwischen Deutsch-Südwestafrika und Deutsch-Ostafrika werden. Da er im Osten bis zum Sambesi reicht, wurde er auch „Deutsch-Sambesiland“ genannt.
Im Gegensatz zum übrigen Namibia ist die Landschaft tropisch, üppig und wasserreich; es besteht Malaria-Gefahr. Die vielen Flüsse sind von Sümpfen und Auwäldern gesäumt. Zwischen Dezember und März steigt die Luftfeuchtigkeit bis auf 70 Prozent – bei Temperaturen von über 35 Grad. Die Wintermonate sind daher zum Reisen besser geeignet. Zwei Drittel aller namibischen Elefanten- und Büffelherden sind hier heimisch, daneben alle großen Tiere Afrikas, die von Zäunen ungehindert durch das unwegsame Gebiet streifen können.



Sehenswürdigkeiten Caprivi-Streifen


Bwabwata Park

Dattelpalmen und Affenbrotbäume im Auenwald

Der über 6.000 km² große Park entstand 2007 aus dem Zusammenschluss des Caprivi- und des Mahango- Nationalparks. Der Mittelteil auf beiden Seiten des Trans-Caprivi-Highways ist mit Mopane-Wäldern bedeckt. Im Osten fällt der Park in die weite Ebene des Kwando ab. Von besonderer Bedeutung ist der Auenwald entlang des Okavango, der mit seinen Dattelpalmen und Baobabs in Namibia einmalig ist. Nachdem in den 1970iger Jahren der Tierbestand durch den Bürgerkrieg in Angola gelitten hat, sind inzwischen wieder die Big Five heimisch, daneben Krokodile, Flusspferde und sehr viele Wasservögel. Besonders die Marschen des Kwando werden von großen Elefantenherden mit teilweise mehr als 100 Tieren aufgesucht.


Katima Mulilo

Hauptstadt des Ost-Caprivi

Die Stadt liegt am Sambesi, der hier die Grenze zu Angola bildet. Gegründet wurde sie 1911 von der deutschen Kolonialverwaltung, als der Caprivizipfel Deutsch-Südwestafrika zugeschlagen wurde. Aufgrund der undurchdringbaren Sumpflandschaft zwischen Okavango und Cuando war der Caprivi-Streifen jedoch bis in die 1940er Jahre nicht auf dem Landweg zu durchqueren. Daher konnte das 1.250 Kilometer von Windhoek entfernte Katima Mulilo nur über Botswana oder Sambia erreicht werden. Witterungsbedingt waren auch diese Wege oft unpassierbar, sodass der Ostcaprivi bis in 21. Jahrhundert weitgehend abgeschnitten war. Mit dem Bau des Trans Caprivi Highways hat sich das deutlich geändert. Den Schlussstein dieses Mammutprojekts war die Eröffnung der Katima-Mulilo Brücke 2004.


Kazungula

Flussfähre im Vierländereck

Die Stadt liegt im Vierländereck nördlich des Sambesi auf dem Staatsgebiet von Sambia. Im Fluss, der hier 400 Meter breit ist, berühren sich vier Staaten: Simbabwe, Botswana, Namibia und Sambia. In Kazangula geht eine Fähre über den Fluss. Sie ist die einzige direkte Verbindung zwischen Sambia und Botswana. Rings um die Stadt wird an der ausgedehnten Flussaue Rinderzucht betrieben.


Mamili Nationalpark

Größtes Feuchtgebiet Namibias

Der 32.000 Hektar große Nationalpark schützt das größte Feuchtgebiet Namibias. Er liegt zwischen den Inseln Nkhasa und Lupala, die durch die Flüsse Cuando und Linyanti gebildet werden. Offiziell heißt der Park in der südwestlichen Ecke des Caprivi Zipfels daher auch Nkasa Lupala Nationalpark. Während der Trockenzeit können die Inseln über Wege im Park erreicht werden. Nach Regenfällen steht bis zu 80 % des Bodens unter Wasser, sodass die Inseln dann vom Festland abgeschnitten sind. Im Park leben vor allem Tiere, die sich an die Sumpflandschaft angepasst haben: Wasserkudus, Büffel, die selten gewordenen Wildhunde und eine Vielzahl von Vögel, die das Herz eines jeden Ornithologen höher schlagen lässt. In der Regenzeit (November – April) ist der Park am besten per Boot zu erreichen. In der Trockenzeit braucht man einen Allradwagen und Erfahrung.


Mudumu Park

Wildreiche Savanne am Kwando River

Der über 1000 Quadratkilometer große Park im Caprivi Zipfel ist erst 1990 gegründet worden und schützt die wildreiche Savanne östlich des Kwando River. Weiter südlich verzweigt sich der Fluss in zahllose Wasserarme, die in die Linyanti-Sümpfe übergehen – eine Landschaft, die dem Okavango Delta so ähnlich ist, dass manche Reiseführer sie als das Okavango Delta von Namibia bezeichnen. Elefanten, Büffel, Kudus, Impalas, Säbelantilopen, Flusspferde und Krokodile sind hier zu Hause, daneben eine Vielzahl seltener Vogelarten. Für die Erkundung des Parks benötigt man einen Allradwagen. 19 Kilometer nördlich von Kongola liegt bei dem Dorf Singalame das Freilichtmuseum des Mafwe-Stammes, das wie ein afrikanisches Dorf gestaltet ist. Dort gibt es Kunstgewerbe zu kaufen, Gebräuche werden erklärt und Tänze vorgeführt.


Ost-Caprivi

Dünn besiedelte Region mit vielen Wildreservaten

Im Osten weitet sich der Caprivi Zipfel bis zu einer Nord-Süd-Ausdehnung von über hundert Kilometern. Der im Süden mäandrierende Linyanti River bildet die Grenze zu Botswana. Im Norden wurde die Grenze mit dem Lineal gezogen, dahinter liegen Angola und Zambia. Östlich von Katima Mulilo, der Hauptstadt von Ost-Caprivi ist der Sambesi der Grenzfluss. Im Vierländereck von Kazangula gibt es sogar einen Berührungspunkt mit Simbabwe. Schon jetzt ist ein großer Flächenanteil der dünn besiedelten Region durch Wildreservate geschützt. Zukünftig sollen diese Gebiete jedoch zu einem Schutzgebiet vereint werden, dem Kavango-Sambesi-Transfrontier-Park. Er könnte dann der größte der Erde werden.


Popafälle

Stromschnellen im Okavango River

Die Fälle bei Bagani sind eigentlich nur Stromschnellen. Sie fallen maximal vier Meter über einen Felsriegel aus Quarzit, der den Okavango auf der gesamten Breite von über einem Kilometer sperrt. Während des Hochstands des Okavango zwischen Februar und April sind die Stromschnellen praktisch vollständig überschwemmt, in der Trockenzeit liegt der Felsriegel jedoch weitgehend frei und bildet eine Reihe von Kanälen und Felsen, die man zu Fuß überqueren kann. Der Tiefststand wird in der zweiten Oktoberhälfte erreicht. Rings um die Fälle gibt es einen kleinen Wildpark mit einem Rastlager.


Sambesi

Mächtigster Strom des südlichen Afrikas

Mit fast 3000 km Länge ist der Zambezi der drittlängste Fluss Südafrikas. Er entspringt in den Regenwäldern von Angola und durchfließt das Land in einer S-Kurve, bevor er die Grenze zwischen Zambia und Zimbabwe bildet. Bei Chinde in Mozambique fließt er in den Indischen Ozean. Der Oberlauf fließt über das große Basaltplateau des südlichen Afrikas, in das der Mittellauf tiefe Schluchten gegraben hat und dramatische Fälle und gewaltige Stromschnellen bildet. Dazu gehören auch die Victoria Fälle, die breitesten Wasserfälle der Erde. Der Unterlauf ist majestätisch breit. Im Kariba Damm wird der Strom zu einem der größten künstlichen Seen der Erde aufgestaut.
Der Sambesi hat bei den Forschungsreisen des viktorianischen Entdeckers und Missionars Livingstone eine zentrale Rolle gespielt. Seit dieser Zeit steht der mächtige Strom mit dem klangvollen Namen für das geheimnisvolle, unerforschte Afrika.


The Living Museum of the Mafwe

Freilichtmuseum des Mafwe-Stammes

Das Museum hat zum Ziel, die Tradtionen des Mafwe-Stammes zu bewahren und zum Lebensunterhalt der Kommune beizutragen. Es besteht aus einem Dorf aus Strohhüten, die im Schatten mächtiger Baobab Bäume stehen. Die Bewohner, die sich in den traditionellen Kostümen zeigen, geben eine Einführung in das Leben ihrer Vorfahren. Ein Dolmetscher übersetzt auf Englisch. Vorbuchen von Aktivitäten ist nicht möglich. Man kann einfach hinfahren und für ca. 150 Namibian Dollar an einem Kurzprogramm teilnehmen.




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