13.10.2003

Namibiareise von Timm Baller und Kerstin Agatz

Hallo Herr Bach,
gerade zurückgekommen von unserer Namibia-Reise möchten wir uns recht herzlich für die gute Organisation und tolle Auswahl der Unterkünfte bedanken. Über die beeindruckenden Landschaften und die meisten der Unterkunfte brauchen wir Ihnen wohl nicht viel erzählen, so möchten wir einige Anmerkungen zu den Ausweichquartieren machen, die nicht auf Ihren Standardrouten eingeplant sind.

Bitterwasser war eine durchaus angenehme Lodge mit tollen Rundhütten, sehr gutem Essen und angenehmer Atmosphäre, allerdings erwacht der Betrieb wohl erst im Oktober aus seinem Dornröschenschlaf, wenn die Segelflugsaison beginnt, und beherbergt dann ca. 60 Gäste. Als Zwischenstopp auf alle Fälle einen Besuch wert, jedoch im Vergleich zur Anib-Lodge etwas eingeschränkter in den Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung (zumindest für Nicht-Segelflieger).

Unsere Befürchtungen bezüglich des Hotels Europa-Hof in Swakopmund aufgrund des Namens und der nicht sehr vorteilhaft gestalteten Werbemittel entpuppten sich als völlig unbegründet. Das gesamte Ambiente hatte nichts von dem Charme eines Kaffeefahrtenausfluglokals, wie wir befürchteten. Wir hatten ein schönes Zimmer mit eigenem Eingang am nett gestalteten Innenhof, in dem man auch seinen Wagen parken konnte. Zentral aber ruhig gelegen war es ein idealer Ausgangspunkt um zu Fuß die Stadt zu erkundigen. Von seiner Lage ist es mit Sicherheit Sams Giardino vorzuziehen und auch das Restaurant bietet hervorragendes Essen an.

Die Gästefarm Haruchas im Naukluft-Gebirge: sehr nette Gastgeber, die bei Gesprächen viele Details beisteuern konnten, um mehr über das Leben in Namibia zu verstehen, dazu nette Unterkünfte und ein hervorragendes Essen.

Unsere Ausweichquartiere für Okaukuejo in der Etosha sind recht unterschiedlich ausgefallen. Das Toshari Inn lag zwar ca. 50 km naher am Parktor, hat seine beste Zeit allerdings bereits hinter sich. Unser Zimmer wies einen gewissen Renovierungsbedarf auf. Es lohnt sich in jedem Fall den weiteren Weg zur Matunda Guest Farm in Kauf zu nehmen. Diese wundervolle Farm mitten in einer Zitrusplantage gelegen gehörte mit zu den Highlights auf unserer Rundreise. Die nette und sehr persönliche Betreung erinnerte eher an einen Besuch bei Freunden, als an eine kommerzielle Übernachtung. Tolles Essen mit Gemüse aus dem eigenen Biogarten, ein Sundowner zu Fuß mit dem Farmhunden und den Getränken im Rucksack sowie informative Gespräche bis um Mitternacht machten diese Unterkunft ebenso unvergesslich, wie KLein Aus Vista, die Anib Lodge, das Canyon Roadhouse oder die Zebra River Lodge.

Als bleibende Eindrücke der Reise werden uns nicht nur die faszinierenden Landschaften erhalten bleiben, sondern vor allem auch die Gastfreundlichkeit in den privaten Unterkünften. Ein Einblick in das recht komplexe gesellschaftliche Leben Namibias ließ sich erst durch die Gespräche mit den recht unterschliedlichen Lodge-Betreibern erhalten und setzte sich mosaikgleich am Ende zu einem (vagen) Bild zusammen. Für jeden, der sich neben den Naturschönheiten auch für das Leben und die Menschen in dem Land interessiert, vielleicht die beste Möglichkeit sich einen Überblick zu verschaffen, wenn auch nur aus einer Blickrichtung. Der Kontakt zu den schwarzen Bevölkerungsteilen bleibt einem ja fast völlig verschlossen, da auch sonst ein Austausch zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen kaum stattfindet. Eine Trennung ist ja nicht nur durch Schwarz und Weiss festzustellen, sondern alle Gruppen wie Damara, Herero, Ovambo, Buren, Deutsche, etc. leben in ihren eigenen Zirkeln. An die daraus resultierende Distanziertheit im täglichen Leben mußten wir uns erstmal gewöhnen und sie wirkte bis zum Ende als Kontrapunkt zur Herzlichkeit in den Gästefarmen.

Wir wünschen Ihnen und Ihren Mitarbeitern weiterhin alles Gute und viel Erfog für Ihr Unternehmen, von dessen stimmigem Konzept wir uns vor Ort überzeugen konnten. Ein Kompliment möchten wir gerne weitergeben, welches einer der drei Brüder von Klein Aus Vista machte, indem er sagte, dass Umfulana in der Regel die netteren und unproblematischeren Gäste schickt, im Gegensatz zu Ihrem Konkurrenten aus Dormagen. Zwar suchen die Kunden Sie aus und nicht umgekehrt, aber die Reiseausgestaltung und die Art der Beratung fanden wir ansprechender als andere Angebote.

Mit besten Grüßen
Timm Baller und Kerstin Agatz, Bochum



Nach Oben