20.10.2003

Namibiareise von Gabi Sajonz-Grimm

Liebes Umfulana-Team!

Gestern sind wir aus Namibia zurückgekommen (und ich muss heute wieder arbeiten – grr!) und möchten uns ganz herzlich für die wunderbare Reise bedanken. Alles hat gut geklappt, und wir haben uns trotz der Fahrerei gut erholt.

Einige Anmerkungen möchte ich Ihnen nicht vorenthalten:

Am besten haben uns die privat geführten Lodges gefallen, allen voran ZebraRiverLodge. Die Freundlichkeit und Warmherzigkeit der Gastgeber Marianne und Rob wurde von niemandem überboten. Sehr wohl fühlten wir uns auch in Haruchas. Schade, dass anfänglich nette Gespräche mit den Farmern von anderen Gästen permanent gestört wurden. Naua Naua Game Lodge ist hervorragend ausgerüstet und bietet ein nettes Ambiente. Uns fehlte hier jedoch die Warmherzigkeit, die wir in ZebraRiver so geschätzt haben. Auch fülhlte ich mich von den Gesängen, zu denen das schwarze Personal angehalten wurde, peinlich berührt. Außerdem war ich von der schlechten Anfahrtsstrecke überrascht, denn nach Ihrer Beschreibung konnte man dies nicht erwarten.

Die staatlichen Camps in Etosha waren halt so wie weiter unten von anderen Reisenden beschrieben, auch wenn ich schon weit schlechter übernachtet habe. Okaukuejo war noch besser als Namutoni, in dessen Laden es mindestens einen Tag lang kein Wasser zu kaufen gab. Auch war das Restaurant in Okaukuejo besser. Aber die Naturerlebnisse in Etosha ließen uns kleinere Mängel schnell vergessen. Am Waterberg fühlten wir uns bereits bei der Anmeldung besser aufgehoben. Das Personal machte einen freundlichen und bemühten Eindruck. Gleiches gilt für das Restaurant. Die Unterkunft war einfach, aber sauber. Der vorhandene Ventilator hatte bei der Hitze jedoch kaum einen Effekt. Die Pirschfahrt war mit 200 N$ pro Person und 95 N$ für unseren Sohn zu teuer, denn wir fanden sie unergiebig und lieblos.

Die Übernachtung in den staatlichen Camps hatte aber den Vorteil, jeweils direkt in den Schutzgebieten zu sein und nicht morgens oder abens einen langen Anfahrtweg zu haben.

Einen schönen Tag/Abend hatten wir in der Omaruru Game Lodge, wo wir auch eine Pirschfahrt buchten. Diese unterschied sich in erheblichem Maße von der am Waterberg. Es gab viele Tiere zu sehen, und dem Fahrer machte sein Job offensichtlich Spaß. Alles in allem ein gelungenes Arrangement, das sich jedoch schnell in Richtung Zoo entwickeln könnte, wenn alle Pläne des Betreibers realisiert werden. Generell sind uns natürliche Dinge lieber als reißerische Gepardenfütterungen, die unecht und "wie Zoo" wirken.

Wir haben in Namibia viel gesehen und erlebt. Unser achtjähriger Sohn war begeistert, vermisste jedoch manchmal ein bisschen Zeit zum Spielen. Für eine nochmalige Fahrt würden wir also längere Stationen einplanen.

Schlechte Eindrücke gab es eigentlich nicht. Bis auf AVIS. Als wir am Flughafen ankamen, war unser Wagen noch nicht fertig. Man sicherte uns dafür einen Tag Rabatt zu. Als der Wagen bereit war, gabe es niemanden, der ihn uns erklärte oder uns zeigte, wo sich Ersatzrad und entsprechendes Werkzeug befänden. Auf Intervention am Schalter wurde uns beschieden, wir könnten zur nahe gelegenen Tankstelle fahren, wo sich AVIS-Mitarbeiter aufhielten. Das taten wir. Dort stellte sich heraus, dass es in unserem Wagen keinen Wagenheber gab und ein Scharubenschlüssel fehlte. Beides erhielten wir. Naiv genug versäumten wir, die Reifen zu checken, so dass prompt in der ZebrauRiverLodge einer wegen Altersschwäche seinen Geist aufgab (das Profil war runter, der Gummi rissig und porös), der andere platt wegen einer Schraube. So kam es, dass wir für über 900 N$ einen neuen Reifen kaufen mussten.

Bei der Rückgabe des Wagens verhielt sich AVIS überaus pingelig. Man bestand darauf, dass vor der Übergabe an den Kunden die Wagen peinlichst gecheckt würden und deswegen die Reifen intakt sein MÜSSEN. (Diesen genauen Check haben wir ja bei der Übernahme bemerkt.)

Vielleicht sollten Sie wirklich schauen, ob Sie künftig mit anderen Autovermietern zusammen arbeiten.

Aber – wie gesagt – das war der einzige Nachteil. Die Route war hervorragend geplant, gleichwohl wir immer bedauert haben, über so wenig Zeit zu verfügen.

Tja, dann vielleicht bis zum nächsten Mal...

Gabi Sajonz-Grimm



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