16.06.2008

Namibiareise von Ulla und Richard Jannes

Namibia ist mehr als eine Reise wert

Von unserer dreiwöchigen Rundreise durch Namibia sind wir mit vielen Erlebnissen und Impressionen von dem wunderschönen Land im Süden Afrikas zurückgekehrt. Wir waren nicht nur beeindruckt von der Landschaft mit ihren unendlichen Weiten, sondern auch von der Freundlichkeit und großen Hilfsbereitschaft der Namibier.

Für die – wie gewohnt- perfekte Organisation möchten wir uns an dieser Stelle beim Umfulana-Team herzlich bedanken. Als Umfulana-Gäste waren wir überall gern gesehen.

Unsere Reisezeit (24. März bis 15. April 2008) fiel in das Ende der Regenzeit, die 2008 recht spät begonnen hatte. So erlebten wir Namibia in weiten Landstrichen richtig grün. Am Straßenrand blühten zahlreiche Blumen, die Gräser standen teilweise mannshoch. Die Folgen der Regenzeit zeigten sich nicht nur in der Natur. Heftige meist abendliche Gewitter, wie wir sie in Europa noch nicht erlebt haben, verbunden mit starken Regenfällen beeinträchtigten natürlich auch die Straßenverhältnisse. Ein Geländewagen (wir fuhren einen Nissan Double Cab 4x4) erscheint uns in der Regenzeit unerlässlich. Die Bodenfreiheit ist wichtiger als der Vierradantrieb, den wir nur wenige Male zugeschaltet hatten. Die Brücke über den Fish-River war weggerissen, sodass wir die schöne Strecke am Oranje-River nach Rosh Pinah leider nicht fahren konnten. Im Tirasgebirge waren die Pisten durchweicht und matschig. Viele Riviere waren abgekommen und river crossing war angesagt.

In der Namib waren der Tsauchab (bei Sesriem) und der Tsondab (bei Solitaire) 2 Tage nicht zu passieren. Der Shuttle–Betrieb zum Sossusvlei war ebenfalls wegen Überflutung ganz eingestellt. Unser Tagesausflug zum Sossusvlei endete recht abenteuerlich: Als wir am Spätnachmittag von Sesriem zu unserer Loge ‚Desert Homestead’ zurückkehren wollten, war der Tsauchab, den wir morgens mit wenig Wasser problemlos durchquert hatten, ein reißender Fluss geworden, den keiner mehr – auch kein 4x4 Geländewagen – durchqueren konnte. Die Einheimischen am Straßenrand meinten, wenn es in den Bergen nicht mehr regne, könnte vielleicht am nächsten Tag eine Durchfahrt möglich sein. Ein schwacher Trost! Sowohl die C 27 wie die C 19 waren ‚water closed’.

Nach einem Anruf in unserer Lodge kam für uns aber schnell Hilfe. Unser Auto blieb auf der nördlichen Seite des Flusses stehen, und wir wurden an der Hand zweier netter Namibier sicher durch die heftige Strömung des Tsauchabs (das Wasser ging bis über die Hüften) auf die andere Seite geführt. So konnten wir an diesem Abend unser Bett doch noch erreichen. Ein sicherlich außergewöhnliches Ereignis, das sich nach Aussage der Einheimischen recht selten (4 bis 5 mal im Jahr) ereignet.

Ein weiteres ungewöhnliches Erlebnis war ein Gewittersturm in der Namib Rand Reserve.
Bei strahlendem Sonnenschein hatten wir uns in Wolwedans im ‚Dune Camp’ in dem wunderschönen „Zelthaus“ eingerichtet, als gegen 17 Uhr eine Gewitterfront von den Tirasbergen nahte. Der Himmel verdunkelte sich, die Regenwand kam mit einer derartigen Geschwindigkeit heran, dass wir Not hatten, das Zelt zu schließen. Dann ging alles ganz schnell: Sturm bis 90km/h und starker Hagel ließen das Zelt über uns zusammenbrechen und nicht nur das Bett war schnell durchgeweicht. Uns war klar: hier konnten wir nicht bleiben! Von insgesamt 6 Zelthäusern waren 5 zusammengebrochen; das bedeutete viel Arbeit für die Angestellten, die staunend, fast andächtig, die Hagelmassen mit ihren Besen von den Terrassen des Restaurant kehrten.
Mit einem anderen Paar zogen wir in die Lodge um und konnten dort die exzellente Küche und den Service genießen. Aber es hat uns doch leid getan, das zauberhafte „Zelthaus“ verlassen zu müssen.
Trotz dieser ungewöhnlichen Wetterereignisse haben wir während der ganzen Zeit gutes, sonniges, teilweise heißes Wetter gehabt. Nach 5400 km sind wir ohne Reifenpanne in Windhoek gut angekommen!

Bei unseren Reisevorbereitungen haben wir mit großem Interesse die Reiseberichte von Umfulana-Reisenden gelesen und hoffen, mit den folgenden Stichworten zu den einzelnen Unterkünften Interessierten einige persönliche Eindrücke vermitteln zu können.

In allen Unterkünften sind wir sehr freundlich empfangen worden und der Service war sehr gut.

Oase bei Mariental (Nähe Marienthal)
Schöne Anlage, gute Küche, kleine, eher einfach eingerichtete Bungalows

Canon Lodge/ Fish River Canyon
Überzeugendes Konzept des sanften Tourismus von Gondwana. Die Bungalows aus Naturstein sind phantastisch der Natur angepasst. Genial die Dusche im Fels

Felsenlodge über der Wüste:
Tolle Lage (7 km von der Rezeption entfernt!).Wer nicht jeden Abend essen gehen möchte, hat hier in der perfekt eingerichteten Küche Gelegenheit zum self-catering. Der Tisch ist schon gedeckt! Lohnender Drive zu den Wildpferden

Gästehaus am Rande der Dünen:
Bester Service, unkonventionelle Hilfe bei überraschendem Tsauchab-Hochwasser (vgl. Bericht). Wer großen Hunger hat, wird vielleicht nicht satt!

Wolwedans-Dune Camp / Namib Rand Reserve
Highlight, geniale Anlage der Zelte im Dune Camp mitten in der Namib mit allem Komfort. Leider konnten wir nach einem Gewittersturm in den zusammengebrochenen Zelten nicht bleiben (vgl. Bericht) Lodge mit exzellenter Küche aber auch toll! Fachkundige Drives und atemberaubender Sundowner

Intermezzo / Swakopmund
Ruhig gelegen, Blick zum Atlantik, wirklich einmaliges Frühstück mit exzellentem Kaffee,
Wir wären gerne noch einen weiteren Tag in Swakopmund geblieben. Wer in Windhoek (Katutura) keine Gelegenheit zur Township-Tour hat, sollte sie hier in Mondesa machen.

Doro!Navas / Damaraland
fantastische Lage in der Savanne, gute Ausgangslage für Twyfelfontein, originelle und authentische Bauweise, orientiert am Verbrannten Berg

Lodge am Fuße der Vingerklippe:
Absoluter Highlight, atemberaubende Lage, Ausblicke über die Ugab-Terrassen, abends geniale Beleuchtung, sehr gute Küche

Okaukuejo / Etosha Park
Standard-Bungalows, 2007 renoviert und geschmackvoll eingerichtet

Bush Lodge am Etosha park:
Luxuriöse Anlage, stilvoll, riesige strohgedeckte Bungalows, sehr gute Küche

Frans Indongo Lodge bei Otjiwarongo
Sehr authentisch angelegte Lodge im traditionellen Ovambo-Stil, gute Beobachtungsmöglichkeit der Tiere von der Terrasse oder dem Aussichtsturm, einziger Nachteil: Anfahrt zum Waterberg 100km

Immenhof Hunting- und Guestfarm /Omaruru
Freundlicher Empfang durch die Familie von Seydlitz, lohnende Farm-Rundfahrt, für Nichtjäger reicht eine Übernachtung, Erongo-Gebirge weit entfernt

B&B in /Windhoek
Angenehme, ruhige Unterkunft, zentral gelegen, nur 15 Gehminuten vom Zentrum, Zimmer praktisch eingerichtet, freundlicher Empfang. Verbesserungsvorschlag: Frühstückspaket bei frühem Abflug



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