06.07.2008

Namibiareise von A. Ferchl/ F. Munk

Da ich mir während der Reise-Planung auch sehr viele Anregungen aus den Reiseberichten geholt habe, möchte ich gern auch unsere Reise-Erfahrungen an Namibia-Interessierte weitergeben:

Seit gestern zurück von unserer 21-tägigen Namibia- Selbstfahrer-Rundreise sind wir noch so voller Eindrücke, dass wir sie gerne in dieser Erinnerung wiedergeben möchten. Dieses Land ist so einmalig in seiner Landschaft, seiner Weite und Stille und der Freundlichkeit der Menschen – man ist immer wieder auf's Neue berührt und begeistert. Auch haben wir Namibia als sicheres Reise-Land erlebt und uns immer wohlgefühlt.
Dank des Engagements des Umfulana-Teams, insbesondere von Frau Schloßmacher, war diese Reise so perfekt geplant, dass sie für uns nur der reine Genuss war. Vielen Dank nochmals dafür an dieser Stelle...
Die Reisezeit Juni empfanden wir optimal, da es tagsüber für alle Aktivitäten nicht zu heiß war; es gibt zu dieser Zeit keine Mücken, daher auch keine Malaria-Prophylaxe notwendig und keinen Regen. Nachteil: abends ab 17:30 ist es dunkel, die Abende sind daher sehr lang, Temperaturen sind abends teilweise eisig, daher unbedingt in dieser Zeit Anorak, Rollkragenpullover, Mützen u. Schiunterwäsche mitnehmen..! Hatten wir alles dabei – daher kein Problem!!
Bei der Wahl des Autos sind 2 Dinge wichtig: die Reisezeit und die Kenntnis darüber, welche Straßen man befahren möchte. In Zeiten, die auch nur annähernd mit Regen zu tun haben ist es immer ratsam, ein 4x4-Auto zu wählen. Während der "trockenen Zeiten" muß man einfach wissen, in welche Gegenden man kommt und welche Straßen-Typen dorthin führen. Die B-Straßen sind Hauptverbindungsstraßen, daher gut befahrbar,meist auch geteert. Alles andere sind Sand- oder Schotterstraßen. Dabei sind die C-Straßen noch gut befahrbar, die D-Straßen nicht immer ganz problemlos. Unser Resümé: hat mit Polo bis auf einen "Platten" gut geklappt, aber nicht immer ohne Anspannung. Die Wahl auf ein Auto mit hohem Radstand, ergibt sicher ein wenig mehr innere Ruhe, 4x4 nicht nötig während "Trockenzeit". – Entgegen anderer Reiseberichte hatten wir auch keinerlei Probeleme mit der Firma AVIS, weder bei Übernahme des Wagens, noch bei der Abgabe.... Es ist aber auf alle Fälle ratsam, eine Zusatzversicherung gegen Reifen- und Steinschlagschäden abzuschließen, da diese sich nicht vermeiden lassen. –

Zusatzkosten: Benzin ist sehr günstig und kostet derzeit 0,90 € pro Liter!! Die angebotenen Aktivitäten in den Lodges sind sehr lohnenswert und sollten auf alle Fälle genutzt werden. Die Preise hierfür sind sehr unterschiedlich und betragen pro Person im Schnitt ca mit 35.- bis 50.- €. Auch wenn man in manchen Unterkünften nur B&B gebucht hat, gibt es dort keine andere Verpflegungs-Möglichkeit, daher sind auch die Essens- Kosten einzuplanen!

Lodges: in fast allen Lodges hatten wir 2 Tage Aufenthalt: ein Tag Anreise (meist waren wir ab 14:00 Uhr dort und den halben Tag noch zur Verfügung) am nächsten Tag Aktivitäten. Für uns war diese Planung optimal, da genug Zeit sowohl für Anreise als auch Erkundungen blieb. In allen Unterkünften trafen wir auf sehr saubere Zimmer, nicht einmal gab es Grund zur Beanstandung oder zum "sich nicht Wohlfühlen". Wir sind allerdings nach der Ankunft in Windhoek (morgens 6:00 Uhr) gleich losgestartet und haben die erste Nacht in der Kalahari verbracht.

Oase bei Mariental: schöner Auftakt unserer Reise, sehr gepflegte, grüne Anlage, Bungalows nett eingerichtet, Essen sehr schön präsentiert und lecker! Sehr freundliche Mitarbeiter-man gibt sich hier wirklich viel Mühe! Der Sundowner zum Auftakt unserer Reise war ein eindrucksvolles Erlebnis!!

Fish River Canon
Wunderschön gelegen und landschaftlich integriert, Zimmer mit "Felsendusche" einfach toll! Am Buffet gab es sehr gutes Essen, für jeden Geschmack etwas dabei! Sundowner mit "Fritz" auf den Aussichtsfelsen der Lodge mit Geologie- und Faunakurs” war wunderschön!

Felsenlodge über der Wüste / Aus
Diese Lodge ist einfach ein Muss, trotz der 7 km Anfahrt!! Lage und Aussicht sind einfach phantastisch, die Chalets toll eingerichtet, mit eigenem Kamin und eigener Küche. Einen Abend haben wir uns selbst bekocht und bei Kaminfeuerschein gegessen – auch ein Erlebnis!!

Wolwedans- Boulder's Camp:
Wolwedans ist ganz etwas besonderes! Die Landschaft, die Ruhe, die Menschen, die Unterkünfte die Küche – jedes für sich ein Highlight! Das alles vereint -ist unbeschreiblich!! Auch wenn die Anfahrt zum Boulder's Camp sehr lange ist (man fährt ab der Einfahrt ins Wolwedans-Reserve erst mal 20 km bis zur Rezeption, danach wird man noch mit dem Land-Rover 45 km in die Wüste gefahren), trotzdem ist es lohnenswert!! Die "Zelte" mit eigenem "Badezimmer-Zelt" (es hat eine aufklappbare Außenwand, so daß man beim Zähneputzen in die Landschaft schauen kann) sind einfach chic, der Essens- und Aufenthaltsbereich so stil-und geschmackvoll – die Mitarbeiter ständig bemüht, aus der Landschaft alles herauszuholen (einen Abend nach dem Sundownder wurden wir mit 100 flackernden Petroleumlichtern rund ums Camp empfangen, der Abendtisch stand chic gedeckt vor Felsen, die ebenfalls mit Petroleumlampen beleuchtet waren – traumhaft!!) Außerdem waren wir nur 4 Gäste, die Ruhe und der Frieden um uns ließen endgültig von allem anderen abschalten!! Das Essen ist phantastisch – Wolwedans beschäftigt nur die besten Köche – dementsprechend wird man verwöhnt!! Dies ist die Vereinbarung von landschaftlichem Wunder mit Eleganz auf höchstem Verwöhn-Niveau!! Diesen Ort haben wir besonders ungern wieder verlassen....

Lodge bei Sesriem:
nach Boulder's fühlt man sich hier erst mal nicht so wohl, die Lodge wirkt auf den ersten Blick veraltet und etwas ungepflegt. Aber, hat man sich erst mal eingewöhnt, sieht man ein, daß man hier Unrecht tut. Die Bungalows sind sehr nett eingerichtet und sauber, das Essen ist wirklich sehr geschmackvoll und wird liebevoll zubereitet. Der Ausflug mit "Matthäus" ins Sossusvlei" mit Besteigung der höchsten Düne im "Deadvlei" war eines unserer Urlaubs-Highlights!! Auch der Sesriem-Canon ist sehenswert!!

Ferienanlage in Swakopmund:
sehr schön gelegene Bungalows auf Stelzen, "unser" Bungalow Nr 7 lag direkt in Atlantik-Nähe – dort hört man das "Meeresrauschen" besonders intensiv, ist aber ein Erlebnis! Tolle Einrichtung, feines Frühstück!! Die Lage der Anlage ist etwas außerhalb, wer lieber alles zu Fuß machen möchte, sollte lieber mitten in der Stadt wohnen.. Allerdings ist man mit dem Auto in 5 Min. in der Stadtmitte, es gibt überall bewachte Parkplätze, daher auch kein Problem. Unbedingt Mola-Mola-Bootstour mitmachen!!(geht von Walvis-Bay weg, kann aber in Swakopmund gebucht werden)

Doro Nawas Camp/Damaraland
Bei der Anfahrt wirkt dasHauptgebäude sehr düster – ist an verbrannten Berg angepaßt!! Die Chalets wiederum sind ein Traum, super-schön mit eigener Aussichtsterrasse!! Unbedingt draußen unter Sternenhimmel schlafen (Betten haben extra Rollen, damit man sie auf die Terreasse schieben kann) Die Stille dieser Gegend in phantastisch, richtig zum Relaxen und der Sundowner auf der Terasse des Hauptgebäudes wunderschön!! Essen sehr lecker!! Unbedingt Game-Drive mitmachen; wir konnten eine Elefantenherde mit 22 Tieren aus nächster Nähe beobachten – wirklich ein beeindruckendes Erlebnis!!

Lodge am Fuß der Vingerklippe:
tolle Lage, Zimmer sind etwas klein, reicht aber für eine Nacht. Essen war sehr gut, abwechslungsreiches Buffet, für jeden etwas dabei – wirklich sehr geschmackvoll!! Ein 2-stündiger Rundweg mit Ende am Vingerklip in der Abendstimmung ist herrlich und empfehlenswert, der Ausblick auf die umliegenden Ugab-Terrassen einfach schön!

Okaukejo Camp
Hier ist definitiv die Lage der Chalets direkt am Wasserloch entscheidend und wer den besten Blick auf die Tiere will, sollte sich den Luxus der Chalets 34 u. 35 gönnen, sie haben eine eigene "Dachterasse" mit Ausblick zum Wasserloch! Aber auch von den anderen Chalets aus ist man in 1 Min. vorne an den Aussichtsbänken! Hier kommt vom Nashorn bis zum Elefanten wirklich alles – man muss nur Geduld haben – es waren sogar die selten zu sehenden Löwen zu Gast.... Die Zimmer sind durch die Renovierung im vergangenen Jahr wirklich schön, nicht sehr groß, aber sauber und ordentlich! Bei allem anderen nimmt man die "Massenabfertigung" einfach in Kauf – empfanden wir aber nicht wirklich als sehr nachteilig!!

Onguma Tented Camp /Ostseite Etosha
Die Lage des Camps mitten in der Wildnis ist einmalig – trotzdem nichts für schwache Nerven, denn hier ist nachts wirklich "der Löwe los"..Die "Zelte" sind "der Wahnsinn", chic, stilvoll, sogar mit eigener Badewanne (fast ein wenig dekadent!) Hier wird auch sehr viel Wert aufs "Verwöhnen der Gäste" gelegt und dies gelingt in allen Bereichen!! Der Game-Drive auch wieder ein Erlebnis mit vielen Tieren und herrlichem Sundowner!! Alles in allem: eine Ruhe-Oase mit hohem Verwöhn-Faktor, aber man muss damit rechnen, dass das Gebrüll der Löwen nachts in unmittelbarer Nähe der Zelte einem nicht ganz entspannt schlafen läßt!!

Safari-Lodge
Eine grüne Oase – nach so vielen Staub-Straßen eine Augenweide. Viele Vogelarten findet man hier, auch "hauseigene" Flamingos und 4 Hippos!! Die Zimmer sind etwas dunkel und vielleicht etwas "in die Jahre gekommen",(werden aber Ende des Jahre renoviert), trotzdem sehr schön und sehr groß mit eigenem Jacuzzi.. Löwenfütterung u. Wanderung zu den "hauseigenen" Dinosaurierspuren, sowie Game-Drive (was hier alles übrigens sehr günstig angeboten wird) sind hier ein Muss!! Das Essen wird am Lagerfeuer serviert und ist äußerst schmackhaft! Wir haben uns hier sehr wohl gefühlt!!

Hotel Heinitzburg/Windhoek
Schönste Lage mit tollem Blick auf Windhoek, in 5 Min. ist man zu Fuß in der Stadt!!! Ein wundervoller Abschluss für eine außergewöhnliche Reise bietet sich dann noch bei einem super-feinen Abendessen im ebensolchen Restaurant "Leo's" in der Heinitzburg. Hier konnten wir in schönster Atmosphäre bei feinstem Essen noch einmal alle Erlebnisse "revue-passieren" lassen, bevor wir am nächsten Morgen mit "Breakfast-Bags" bestückt um 6:00 in Richtung Flughafen abgeholt wurden......

Dieser Urlaub war für uns etwas ganz Besonderes und wir werden ihn in wunderschöner Erinnerung behalten.....

Anke u Fritz aus München



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