14.12.2003

Namibiareise von Esther Mahler und Martin Schäppi

Liebes Umfulana-Team

Seit gut einer Woche hat uns der Alltag wieder. Zeit, um Ihnen ein Feedback auf unsere unvergesslichen Ferien in Namibia zu geben. Beginnen wir der Reihe nach:

Offerten, Planung, Buchung, Organisation und Administration klappten flott und rundum professionell, da kam ungetrübte Vorfreude auf!

Der Einstieg mit dem Desert Express von Windhoek nach Swakopmund war für uns ein stimmiger, schöner und ruhiger Einstieg in die Ferien. Wortwörtlich sind wir aus dem Alltag gefahren, Bewirtung und Unterkunft waren gute Qualität mit grossem persönlichem Engagement. Dessert Express kann als idealer Reiseeinstieg für Reisende mit viel Zeit empfohlen werden – „die Reise ist das Ziel“. Zum Ferienabschluss wären wir wohl nicht im gleichen Mass begeistert gewesen.

In Swakopmund erwies sich die Autoübernahme des fast fabrikneuen Avis Toyota Condor als bürokratische Geduldsprobe. Wir waren überrascht, wie schnell sich Gebühren ändern können – hier hätten wir erwartet, dass Umfulana über die jeweiligen Zusatzgebühren besser im Bild wäre. So waren wir, zu dieser Zeit noch Namibia unerfahren, etwas verunsichert, man hört ja immer wieder Warnungen „man weiss ja nie, in welche Taschen das Geld fliesst“. Im Nachhinein erwiesen sich unsere Bedenken als völlig unberechtigt. Übrigens blieben auch die extra für den Reifenwechsel mitgenommenen Handschuhe unbenutzt.

Auf der Zebra River Lodge haben wir uns wohlgefühlt – besonders die Küche war hier vom Feinsten. Von hier aus sollte es dann per Heissluft-Ballon über die Dünen gehen. Das erwies sich als etwas ungeschickt, der Treffpunkt war morgens 05.15 und von der Zebra River Lodge waren gut 2 Stunden Weg in Dunkelheit zu bewältigen – da hiess es Wecker auf 03.00 stellen! Die Kombination Zebra River und Heissluft-Ballon ist, so schön, unvergesslich und speziell die einzelnen Komponenten sind, ungeeignet.
Was wir auch nicht bedacht hatten: es ist keineswegs so, dass jeden Tag zur Ballonfahrt gestartet werden kann. Ein Tag zuvor wurde kurzfristig abgesagt wegen zuviel Wind.

Die Fingerklipp Lodge ist eine sehr schöne Anlage, die sich gut für einen Tag am Pool eignet. Doch so richtig wohl haben wir uns hier nicht gefühlt, die Stimmung ist hier kühl professionell und nicht so herzlich.

Ab Rustig Toko Lodge nahmen wir den geführten Trip an die Epupa-Fälle mit Besuch bei den Himbas unter die Räder. Diese 3 Tage würden wir im Nachhinein nicht mehr investieren. Die grüne Oase rund um die Epupa-Fälle ist zwar eindrücklich, aber für uns wasserverwöhnten Schweizer nicht 2 Tage Reise wert. Der Himba-Besuch erwies sich doch eher als touristische Routine: Geschenke abliefern und im Gegenzug posieren die Himbas für ein paar Fotos. Wir Touristen haben die Himbas schon verdorben. Zum Glück haben die Himbas grad ein Kalb geschlachtet, so erhielten wir doch noch einen kleinen Einblick, wie die Himbas ohne Touristen leben.

Etosha meinte es gut mit uns – fast alle Tiere zeigten sich im Verlaufe der 3 Tage – inkl. 3 Generationen Elefanten und einem Löwenrudel, ebenfalls mit 3 Generationen. Die Unterkunft Okakeujo war zwar das Schlechteste, was uns Namibia zu bieten hatte, aber grad noch akzeptabel. Die unmittelbare Nähe zum beleuchteten Wasserloch entschädigte reichlich für den eher schmuddeligen Bungalow. Um das Restaurant kann man gut einen Bogen machen: im Shop eine Flasche Wein, Biltong und Brot kaufen und sich damit vor dem Eindunkeln ans Wasserloch setzen: spannend wie ein Krimi! Zum Relaxen geht man dann besser in eine Lodge ausserhalb des Etoshaparks. Wir haben es uns in der Mushara Lodge mit schönem grossen Pool gut gehen lassen.

Die letzte Station vor Windhoek war die Omaruru-Lodge – hier fühlten wir uns nicht wohl. Einerseits war die Unterkunft das Zweitschlechteste, aber sicher das kleinste Zimmer der ganzen Reise – mal abgesehen vom Zugabteil im Desert Express. Zum andern bedrückten uns die Gehege um die Tiere und erinnerten sehr an einen Zoologischen Garten. Das Wildgelände rundum ist übernutzt und abgegrast. Alle Tiere müssen so künstlich ernährt werden und traben nach Fahrplan zur Fütterung an. Zu Beginn der Reise hätten wir das vielleicht noch lustig gefunden, doch nach dem Etosha-Park vermochte uns das nicht zu begeistern. Unser persönlicher Eindruck: Omaruru hat schon bessere Tage erlebt und hätte in Konzept, Ausstattung und personeller Führung ein Facelifting nötig. Hier haben wir dann den Aufenthalt um eine Nacht gekürzt und den Aufenthalt im herrschaftlichen Hotel Heinitzburg in Windhoek um eine Nacht verlängert; diese Umbuchungen sind speditiv und unkompliziert über das Umfulana-Büro in Südafrika geregelt worden. Übrigens, das Highlight in Omarura: der einzige und erste Weinbauer in Namibia – unbedingt besuchen!

Alle hier nicht weiter erwähnten Stationen erfüllten unsere Erwartungen zu unserer vollsten Zufriedenheit und sind weiterhin und uneingeschränkt zu empfehlen. Als Gesamtes war diese Reise in jeder Hinsicht wunderbar, eindrücklich und unvergesslich schön.

Herzlichen Dank dem Umfulana-Team für dieses ungetrübte Ferien-Erlebnis!

Martin Schäppi & Esther Mahler



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