23.08.2009

Namibiareise von Andrea Günther

Reisebericht Namibia / Südafrika März/April 2009

Bei unserer Ankunft in Windhoek lag bei der AVIS-Station am Flughafen die Mietwagenbuchung nicht vor und es war zunächst kein entsprechendes Fahrzeug da. Mit etwas Geduld unsererseits trieb der AVIS-Mitarbeiter nach mehr als einer Stunde dann ein Fahrzeug auf; allerdings ohne den gebuchten Reservekanister und ohne zweiten Ersatzreifen.

Unsere erste Station war das Guest House in Windhoek; sehr schön, ruhig, das Frühstück am nächsten Morgen toll.

Weiter ging es zum Waterberg; die Lodge ist sowohl von ihrer Lage als auch von den einzelnen Bungalows und ihrer Einrichtung her traumhaft, die Einrichtung toll, der Ausblick sensationell und der ‚Plunge Pool’sehr erfrischend. Ebenso unvergesslich war die Begegnung mit zwei Nashörnen, zu Fuß und in einer Entfernung von weniger als 50 Metern.

Weiter ging es zur Lodge im Osten des Etosha NP vor den Parktoren. Die Lodge liegt direkt im Busch, das Abendessen wurde bei Kerzenschein und offenem Feuer draußen eingenommen und war toll. Die Fahrten auf dem Gelände der Lodge wie auch in den Etosha Park waren ausgiebig, interessant und kurzweilig. Trotz des in den Wochen zuvor ausgiebig gefallenen Regens haben wir Löwen, ein Nashorn und (von weitem) Elefanten gesehen. Unvergeßlich war der Sonnenuntergang über der Fisher’s Pan, der jedes Klischee über afrikanische Sonnenuntergänge mehr als erfüllte. Besonders erwähnenswert fanden wir den sehr persönlichen und super unkomplizierten Service durch Peter und Co.

Nach 2 Nächsten dort durchquerten wir den Park, sahen Massen von Zebras, Springböcken und anderen Tieren. Im staatlichen Camp Okaukuejo im Süden des Parks hatten wir einen Bungalow direkt am Wasserloch, dieser war sehr schön und modern eingerichtet, leider sind sie ein wenig eng. Aber bei einer oder zwei Nächten sollte das auszuhalten sein. Zu einer anderen Jahreszeit ist das nachts beleuchtete Wasserloch sicher ein Erlebnis; wir haben leider nur Moskitos angetroffen.
Die Verpflegung im Restaurant war akzeptabel, allerdings kein Vergleich zu den übrigen Stationen der Reise.
Unbedingt zu empfehlen ist ein randvoller Tank bei der Fahrt durch den Etosha Park. Zwar gibt es Tankstellen im Park und auf einigen Lodges, aber als wir dort waren, waren diese seit 4 Wochen ohne Benzin und so manch Reisender kam doch sehr in Bedrängnis.

Nach Verlassen des Parks haben wir in Outjo aus einem Internetcafe eine Mail an Umfulana geschrieben mit der Bitte, die AVIS-Station in Swakopmund darauf vorzubereiten, daß wir am nächsten Tag dort den fehlenden zweiten Ersatzreifen wie auch den fehlenden Kanister abholen wollten.
Nach weniger als 1 Stunde erhielten wir einen Anruf einer Umfulana-Mitarbeiterin aus Südafrika, die uns mitteilte, sie hätte mit AVIS bereits gesprochen und wir sollten uns dort am nächsten Tag nur melden, es sei alles bereits geregelt.
Als wir selbst dann AVIS nochmals per Handy kontaktierten, wußte die Mitarbeiterin sofort Bescheid, wies uns darauf hin, daß die Station wegen des Unabhängigkeitstages geschlossen sei und man uns Reifen und Kanister in unsere Unterkunft bringen würde.
An dieser Stelle ein GANZ GROSSES LOB an Umfulana, das ist eine unglaubliche Reakionszeit. Und es ist toll, daß man sich darauf verlassen kann, jederzeit einen Ansprechpartner zu haben und im Notfall nicht auf sich allein gestellt zu sein (ich weiß, daß war kein Notfall!).

Unsere nächste Station war die Jagdfarm Immenhof. Da wir bereits einige Kommentare von Reisenden gelesen hatten, waren wir sehr neugierig, was uns erwartet. Als sehr freundlich und herzlich haben wir Friedhelm, den Herrn des Hauses, kennengelernt. Die Farmtour mit ihm war unterhaltsam, kurzweilig, informativ und insbesondere aufgrund der klingenden Steine und der Felsmalereien, die er uns gezeigt hat, ein wirkliches Erlebnis. Den totalen Familienanschluß muß man mögen, uns war es eher ein wenig zu viel.

Das Gästehaus in Swakopmund war so ganz und gar ‚untypisch’ für Afrika und erinnerte uns eher an Nordseeurlaub. Aber das Haus war schön, der Service mehr als freundlich, das Frühstück sehr umfangreich, alles prima also.
Leider waren wir am Unabhängigkeitstag in Swakopmund und fast alle Geschäfte hatten geschlossen, es waren kaum Menschen auf den Straßen. Gleiches galt für den Sonntag; hier hatten sogar auch noch die Cafes geschlossen. Nach so viel Natur wäre ein bißchen ‚Stadtleben’ ganz schön gewesen, so waren wir froh, einen Ausflug mit einem Katamaran zu Robben und Delphinen gemacht zu haben.
Wirklich zu empfehlen ist ein Sundowner zum Sonnenuntergang auf der Landungsbrücke vor dem Restaurant ‚Tug’, das anschließende Abendessen im Restaurant ebenso.

Dann ging es durch Namib; sehr toll! Durch die vorangegangene Regenzeit war der Boden mit Gräsern bedeckt, die Wüste war grün!

Nach einem Zwischenstop in Solitaire und dem angeblich’besten Apfelkuchen Namibias’ (Apfelstreusel, wirklich gut), war die nächste Station die Desert Homestead Lodge, rund 20 Minuten vor dem Gate nach Sossusvlei.. Unser Haus war toll eingerichtet mit Naturmaterialien, superschön und hatte nur kleinen Nachteil, daß das Moskitonetz zu klein war und nicht geschlossen werden konnte. Die Mücken und die Wärme durch die aufgeheizten Wände haben uns schlaflose Nächte bereitet.

Um nach Sossusvlei reinzufahren, empfiehlt es sich, morgens bei Öffnung des Park schon am Tor zu warten. Ein guter Tip ist auch, schon am Vortag die Tickets zu kaufen, so daß man sich nicht erst an der Kasse anstellen muß, sondern gleich nach Toröffnung durchfahren kann. Das gestaltet sich allerdings nicht einfach, uns ist es nicht gelungen, Freunden einen Tag später schon.
Alternativ würde sich auch die Übernachtung in einem Park-Camp anbieten. Wer dort übernachtet, fährt noch vor Toröffnung und vor den anderen Besuchern rein.
Richtig zur Geltung kommen die Dünen nämlich nur, wenn die Sonne noch nicht (oder nicht mehr) so hoch am Himmel steht.

Von dort aus ging es weiter über die Panoramaroute Richtung Aus. Wir fanden die Landschaft großartig, angeblich soll der Weg durch die Berge noch viel toller sein…. In Aus lag unsere Lodge \'Eagles Nest\' einsam in den Felsen mit Blick aufgroßartige Sonnenuntergänge.
Leider war bei unserer Ankunft der komplette Außenbereich (inclusive des Bodens unter dem Grill) mit toten Heuschrecken bedeckt. Einige zuckten noch und versuchten auch, nachts in Haus zu kommen. Natur halt! (?)
Das abendliche Grillen vor der eigenen Hütte mit dem von der Lodge vorbereiteten Grillpaket war durchaus empfehlenswert (wenn man die herumliegenden Heuschrecken ignorierte).

Nächste Station war die Canon Lodge am Fish River Canyon, absolut einer der Höhepunkte unserer Tour. Die Häuser sind wunderschön in die Landschaft integriert und man fühlt sich immer ein wenig ‚für sich’, was sehr angenehm ist. Toll ist der Pool, traumhaft angelegt und mit weitem Blick in die Landschaft. Ein einsamer Sonnenuntergang am Pool mit Gin Tonics war ein absolutes Highlight.

Nach Überquerung der Grenze von Namibia nach Südafrika, was sehr problemlos und zügig ging, war das Naries Guesthouse unser Anlaufpunkt. Hier waren wir in einem sehr schönen Zimmer im Haupthaus untergebracht. Als einzige Gäste haben wir ein vorzügliches Abendessen auf der Terrasse eingenommen (auch das Frühstück war klasse). Der Empfang war etwas frostig und ungastlich, das änderte sich dann aber im Laufe des Abends.

Von dort ging es nach Clanwilliam, Unterkunft war die Ndedema Lodge; eine sehr gastfreundliche Villa mit supernetten Gastgebern, die eine Menge Interessantes zu erzählen haben.

Die Fahrt von Clanwilliam nach Kapstadt war wie die ganze Strecke entlang dem Olifants River superschön; zahllose Weinberge, Obstbäume und Plantagen. Die Schönheit dieser Gegend war uns vorher nicht bewußt; hier würden wir gern irgnedwann noch einmal ein paar Tage verbringen.

Unsere abschließenden 4 Tage in Kapstadt sollten eine Art ‚Highlight’ am Ende der dreiwöchigen Reise sein. Im Huijs Haerlem wollten wir entspannen, lesen und ein bißchen durch Kapstadt stromern, ohne den Druck, möglichst viel sehen zu müssen, weil wir ja schon mal da waren. Extra hatten wir vorher bei Umfulana den Wunsch nach demselben Zimmer geäußert, in dem wir schon einmal gewohnt hatten, mit eigener Terrasse und Aussicht auf den Ozean. Als wir ankamen war die Enttäuschung riesengroß, als wir ein anderes Zimmer bekamen, das uns überhaupt nicht gefiel. Ohne Terrasse und Meerblick ja, aber vom Bett aus, ohne die Möglichkeit, sich rauszusetzen o.ä.
Nach zweimaligem Nachfragen konnten wir das Zimmer tauschen, bekamen eines mit Terrasse, wenngleich das Zimmer selbst sehr dunkel war. Sehr schade, das hatten wir anders geplant und erwartet. Ob uns Huijs Haerlem ein drittes Mal sieht?
Positiv ist allerdings hervorzuheben, daß uns Johann uns auf die Möglichkeit der Besichtigung von Groote Schuur, dem Wohnsitz der südafrikanischen Präsidenten, aufmerksam machte und diese auch einstiehlte. Außerdem ‚schickte’ er uns noch zum Montebello Design Center, eine Ansiedlung kleiner Kunstgewerbe- und Kunsthandwerks-Betriebe, auch dies haben wir in keinem Reiseführer gefunden. Empfehlenswert sind dort Frühstück oder Lunch im ‚Gardener’s Cottage’.
Ein weiteres ‚gastronomisches’ Highlight war das Wiedersehen mit der ‚Mexican Kitchen’, nicht, daß man in Kapstadt unbedingt mexikanisch essen müßte, aber dort kann man es supergut!
Ein weiteres kulinarisches Erlebnis war der Besuch im Africa Cafe, das man unbedingt einmal besucht haben sollte. Man bekommt für einen für südafrikanische Verhältnisse sehr stolzen Preis eine Auswahl von Speisen aus ganz Afrika und kann, wenn man diese alle probiert hat, nach Belieben nachbestellen. Wenn man es denn schafft…
Sehr schön und eine nette Idee ist auch das ‚traditional make-up’das den weiblichen Gästen’aufgemalt’ wird.

Die Rückreise mit Umsteigen in Johannesburg war etwas mühsam, da das Domestic Terminal aufgrund des Beginns der Osterferien heillos überfüllt war.
Beim nächsten Mal würden wir den Direktflug bei verschmerzbaren Mehrkosten vorziehen.
Alles in allem müssen wir feststellen, daß es wieder die richtige Entscheidung war, mit Umfulana zu reisen. Alle Unterkünfte waren großartig, manche speziell und sie waren gut gemischt. Die Entfernungen waren machbar, die Ratschläge der Umfulana-Mitarbeiter zutreffend (ja, Frau Tiemann, man brauchte weder GPS noch Sat-Telefon, wie ich kurz vor Abflug in einer Panik-Attacke plötzlich meinte). Und auch vor Ort war Umfulana als Ansprechpartner zur Stelle und hilfsbereit.
Es wird mit Sicherheit bald wieder eine Afrika-Reise mit Umfulana geben…

DANKE!



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