08.11.2009

Namibiareise von Reinhard Fischer

Vor einer Woche sind wir (2 Paare mit je einem 5jährigen Kind) aus Namibia zurückgekommen und es war wie immer klasse. Die beiden Jahre zuvor waren wir in Südafrika und man muss sagen, Namibia ist nochmal ganz anders, leerer und irgendwie ursprünglicher. Unsere Reise startete in Windhoek und führte uns dann über Sossousvlei und den Fish River Canyon nach Südafrika zu den Augrabies und über den Kgalagadi Transfrontier Park und Mariental wieder zurück nach Windhoek.

Zum Akklimatisieren waren wir erst einmal 2 Nächte in Windhoek. Das Hotel liegt sehr schön auf einem Hügel über der Stadt, hat einen kleinen Pool und ein Restaurant mit toller Aussicht. Die Leute waren nett, so dass wir uns wohl gefühlt haben. Für unseren ersten Tag hatten wir bei Lumpi Fritzsche dem Eigentümer von Cameltrails Safaris einen ganztägigen Ausflug mit Kamelen gebucht. Zur Einstimmung auf unseren Urlaub war das genau das Richtige. Lumpi ist ein echt netter Typ, der einen so herzlich Willkommen heißt, dass man ihn sofort ins Herz schließen muss. Und das Braii, das er uns unterwegs mit selbst gemachten Würsten und auf dem Feuer frisch gebackenem Brot zubereitet hat, war bestimmt das beste in ganz Namibia.

Die Nächsten beiden Nächten verbrachten wir in der afrikaansen Gästefarm. Schön ist hier, dass man gemeinsam an einem Tisch zu Abend isst. Die Besitzer haben wohl vor kurzem gewechselt, sind aber sehr nett und hilfsbereit. Der Pool gleicht eher einem Goldfischteich, aber für eine kleine Erfrischung hat es gereicht. Da wir mit allradgetriebenen Autos unterwegs waren, mussten wir hier gleich mal ausprobieren, wie das so funktioniert. Auf der Farm gibt es einen Weg, der durch Flussbetten und über recht unwegsame Wege zum Ausgangspunkt einer kleinen Wanderung führt. Elke meinte für die Fahrt würden wir wohl eine gute Stunde brauchen. Wir haben dann zwei gebraucht, haben dabei aber viel gelernt. Die Wanderung führte uns dann durch die Einsamkeit zu einer Quelle, an der sich die Paviane über unsere Störung lauthals beschwerten.

Weiter ging es für zwei Nächte zur Lodge bei Sesriem, ein wirklich guter Ausgangspunkt für die Fahrt zum Sossousvlei. Die Häuschen sind ziemlich groß und innen wie außen ganz aus Stein gestaltet. Abends fuhren wir mit Ralph, der erst vor ein paar Jahren aus Deutschland ausgewandert ist, zum Sundowner auf einen nahe gelegenen Hügel. Die Snacks waren so reichhaltig, dass wir das anschließende Abendessen, das wirklich gut war, kaum geschafft haben. Am nächsten Tag stand dann der obligatorische Ausflug zum Sossousvlei auf der Tagesordnung und wider Erwarten hat es auch den Kindern Spaß gemacht. Nachdem man nämlich die Dünen mühsam erklommen hat, kann man diese herrlich hinunter kugeln. Die Frau bekam auch noch was zu tun. Die durfte ihren Mann, der sich im Sand festgefahren hatte, wieder rausschieben.

2 km vor der nächsten Unterkunft, der Ranch in den Tirasbergen, haben unsere beiden Hinterräder schlapp gemacht. Vielleicht sollte ich hier erwähnen, dass wir die Autos nicht über Umfulana gebucht haben. Dafür sind wir dann aber wirklich im Paradies gelandet. Die Ranch liegt zwar ewig weit von der Strasse entfernt, das Tal ist aber wunderschön und aus dem Restaurant hat meinen Ausblick wie in Out Of Africa. Auch die Häuschen (es sind übrigens nur vier) die Roland hier hingestellt hat, lassen keinen Wunsch offen. Sie sind toll gestaltet, sind quasi in den Fels integriert und haben sogar an allen Fenstern Fliegengitter, so dass man Nachts nach Herzenslust lüften kann. Bei 40° Grad ist das nicht ganz unwesentlich.

In Klein Aus Vista war ich mit meinem Mann 2003 schon mal. Das Desert Horse Inn gab es damals noch nicht und den neuen Speisesaal auch nicht. Die Exkursionen zu den wilden Pferden hat Piet damals auch noch selbst gemacht. Jetzt sieht man ihn nur aus der Ferne mit seinem Motorrad über die Farm brausen und nach dem Rechten schauen. Das ist ein bißchen schade. Eagles Nest ist aber mit seiner Abgeschiedenheit nach wie vor ein Erlebnis. Das Essen im Restaurant war sehr gut, allerdings wäre es wohl schöner gewesen, wenn wir es geschafft hätten uns im Eagles Nest selbst zu verköstigen um dem herrschenden Rummel zu entgehen. Was hier noch erwähnt werden muss und für Afrika wirklich besonders ist. Ich habe um 16:00 Uhr einen durchdringenden Gasgeruch in unserem Haus an der Rezeption gemeldet und als wir gegen 20:00 Uhr zurückkamen, war das Problem behoben und nebenbei noch eine defekte Glühbirne ausgetauscht. Hut ab!

Die nächste Lodge liegt am Fish River Canyon. Der spektakuläre Teil des Canyons befindet sich allerdings im Nationalpark und der Parkeingang ist ca. 200 km von der Lodge entfernt. Die Lodge bietet einen Ausflug an, der als Sundowner in der Nähe der Lodge zum Rand des Canyons führt und einen Tagesausflug in den Canyon mit Miniwanderung, Baden im Fish River und einen reichhaltigen Braii. Die Preise sind jedoch mit ca. 100 Eur pro Person sehr happig. Alleine kann man hier leider kaum etwas unternehmen. Die positiven Seiten der Vogelstrausskluft sind das gute Abendessen, die schönen Räumlichkeiten und der Pool mit Blick über das kleine Tal.

Springbok war nur ein kurze Zwischenstop auf unserem Weg zu den Augrabies. Die Stadtvilla ist wirklich eine gute Adresse in zentraler Lage mit schönen Zimmer. Einzig der Poolbereich ist etwas sehr verwildert.

Der Augrabies Falls National Park ist beeindruckend mit den Wasserfällen und den tiefen Schluchten, die der Orange River gegraben hat. Zu einer anderen Jahreszeit, wenn der Fluss mehr Wasser führt, wäre es wahrscheinlich ein noch größeres Erlebnis. Nichtsdestotrotz gibt es im Park gut ausgeschilderte, abwechslungsreiche Wanderungen. Die Häuschen sind nett gelegen, wenn auch funktional eingerichtet, Die Damen an der Rezeption waren freundlich und kompetent, was für einen Park eher untypisch ist und auch der Laden ist erstaunlich gut ausgestattet, so dass einer Selbstversorgung nichts im Wege steht. Gedeckte Tische allerdings nie unbewacht lassen! Klauen die Paviane nichts, lassen sich ganze Vogelschwärme drauf nieder.

Im Kgalagadi haben wir eine Nacht im Tented Camp übernachtet und eine Nacht in Mata Mata. Das Tented Camp ist toll, sehr gut ausgestattet, mit eigenem Küchenzelt und es gibt sogar einen kleinen aber feinen Pool. Wenn abends beim Grillen ein Gnu in der Ferne vorbeizieht oder wenn man nachts in seinem Bett liegt und die Schakale heulen hört, ist das schon ein besonderes Erlebnis. Mata Mata ist dagegen ein typisches Park Camp. Das Angebot im Laden ist eher spärlich und ein Restaurant gibt es entgegen den Angaben auch nicht. Der Park ist schön. Er eignet sich allerdings eher für einen 2-wöchigen anstatt 2-tägigen Aufenthalt. Die Wege sind einfach zu weit und wenn man immer auf der Strasse zwischen Mata Mata und Twee Rieveren hin und her fährt und fünfmal den gleichen Löwen anguckt, ist das kein besonders befriedigendes Erlebnis.

Zurück in Namibia ist die Anib Lodge wirklich die grüne Oase, die in der Reisebeschreibung angekündigt wurde. Die Anlage ist schön angelegt, der Pool ist für namibische Verhältnisse groß, die Zimmer sind schön eingerichtet, das Essen ist gut und die Leute sind trotz der täglichen Touristenmengen, die in Bussen heranrollen, freundlich, so dass man sich rundum wohl fühlt und gerne noch den ein oder anderen Tag zum Relaxen geblieben wäre.

Man kann also sagen, mal wieder eine ganz und gar gelungene Reise.



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