09.08.2004

Namibiareise von Torsten Böhmer

Lieber Martin,

es ist Zeit mitzuteilen, dass wir eine wunderschöne Reise hinter uns haben und alles gut geklappt hat. Es war eine gute Entscheidung, mit Umfulana zu planen und sich viel Arbeit bei der Vorbereitung abnehmen zu lassen. Und es war nicht nur ein gutes Gefühl sondern auch hilfreich, Umfulana im Rücken zu haben. Wir haben bei Avis übrigens einen Allradwagen bekommen, obwohl wir nur den einfachen Condor gebucht hatten, und wurden bei der Rückgabe gut bedient. Die Landschaften, die wir in Namibia erlebt haben, sind von seltener Schönheit gewesen und am liebsten würden wir so bald wie möglich wieder hinfahren.

Im Einzelnen:
Die Anib Lodge war ein Ort gepflegter Gastlichkeit und hervorragend dazu geeignet, langsam auch psychisch in Namibia anzukommen. Die Kalaharidünen sind so schön, dass wir den Game Drive mit Sundowner zwei Mal mitgemacht haben – kostenlos.
Die Canon Lodge war ebenfalls für uns goldrichtig: Direkt zwischen den Felsen zu wohnen und dort klettern und frei wandern zu können war toll. Die Kinder haben zwei Ausritte gemacht und waren ebenfalls begeistert – wegen unserer pferdenärrischen Kinder waren wir hier wahrscheinlich sogar besser aufgehoben als im ursprünglich angedachten Canon Roadhouse.
In Klein Aus Vista haben wir die (südafrikanische!) Gastlichkeit besonders genossen, die Wildpferde und Lüderitz und den Strand von Guano Bay besucht und uns sehr wohl gefühlt. Alle Mitarbeiter, schwarz oder weiß, waren sehr aufgeweckt und freundlich.
Auf der alten Farm Ababis haben die Kinder etwas vom Farmen erfahren, sie konnten reiten und im Hofladen mit verkaufen, während wir verschiedene kleine Wanderungen an den Rivieren entlang und auf den Zipfelberg machten. Gemeinsam mit dem Hausherrn ging es zum Sesriem Canon und dem Sossusvlei. Die Unterbringung im eigenen Gästehaus mit zwei Badezimmern war sehr komfortabel.
In Swakopmund war das Alte Brücke Resort insofern sehr angenehm, als es direkt am interessantesten Teil vom Strand lag. Hier war man gänzlich ungestört und konnte doch morgens ein sehr gutes Frühstücksbüffet geniessen. Für jeden, der nach Swakopmund/Walfischbucht kommt, ist eine Teilnahme an einer Seals & Dolphin Tour von Levo ein unbedingtes Muss. Das ist wirklich ein Highlight der freien Begegnung zwischen Mensch und (Meeres-) Tier!
Die Omaruru Game Lodge bietet beim Abendessen einen schönen Blick auf die äsenden Tiere am Wasserloch im Park und die Möglichkeit, Nashörner zu streicheln, wenn sie zum Füttern an die Absperrung kommen. Sehr aufmerksame Bedienung! Wandern kann man dort aber wohl nicht.
Die Matunda Guestfarm ist ein wunderschönes, helles Gebäude im Grünen, neben dem ein Apfelsinen- und Zitronenhain wächst. Das Essen ist mit viel Erfindungsreichtum sehr schmackhaft zubereitet – hier kann man gut Neues kennen lernen. Die Tips für den Etosha-Nationalpark waren allesamt Volltreffer, so dass es überhaupt kein Problem war, von hier aus in den Nationalpark zu fahren.
Die Kambaku Safari Lodge ist für Eltern mit kleinen Kindern zu empfehlen. Hier war der Pool trotz der kalten Nächte warm (simpler Trick: das Wasser wird in der Mittagssonne für 3 Stunden durch einen mehrere hundert Meter langen schwarzen Schlauch geleitet), es gab einen Spielplatz, Fahrräder und jede Menge Gesellschaftsspiele. Bei unseren Kindern kam das Reiten am besten an: Die Reitlehrerin kam frisch aus Deutschland und war sehr engagiert. Der Weg zum Waterberg ist von dort aber noch weit. Immerhin sind wir dadurch auch einmal ganz um das riesige Plateau herumgefahren und haben so erfahren, welche Dimensionen das Massiv hat. Ganz heraufklettern ließ sich bei dem Tagesausflug leider nicht.

Gerade auf den deutschsprachigen Stationen war der Spiegel-Aufmacher "Kriegstrommeln in Südwest" immer wieder Gespächsthema – man kann nur hoffen, dass andere Themen in dieser Zeitschrift nicht mit der gleichen Ignoranz abgehandelt werden. Auf keinen Fall sollte man sich abgeschreckt fühlen, in dieses wunderbare Land zu fahren – auch und gerade mit Kindern. Unsere Sorge im Nachhinein ist nur die: Wie können wir so schnell wie möglich wieder hinfahren?!

Mit herzlichen Grüßen, auch an Gabi,

Torsten und Helga



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