23.10.2014

Namibiareise von Joachim und Brigitte

Staubtrocken - Namibia im September 2014 Wir fahren durch quasi leere Landschaften, endlose Weite, meist nur spärliche Vegetation und kaum Verkehr - kein Wunder bei wenig mehr als 2 Mio. Einwohnern in einem Land zweieinhalb mal so groß wie Deutschland. 
Nach monatelanger Trockenheit liegt diesiges Licht über dem Land, kaum Fernsicht, Konturen verwischen - kein Regen zu erwarten, der die Luft waschen könnte. Aber selbst die Leere kann attraktiv, die stundenlange Wüstenfahrt faszinierend sein. Sonnenaufgang bei den roten Dünen im Namib-Naukluft Park - ein erster Höhepunkt, der uns entgangen wäre, wenn die ursprünglich vorgesehene Lodge nicht voll gewesen wäre und man uns nicht in die einzige Lodge innerhalb des ansonsten nur bei Tageslicht zugänglichen Parks umgebucht hätte! Vorschlag an Umfulana: auf solche Alternativen vor Buchung unbedingt aufmerksam machen! 
Die Gastfreundschaft auf einer Farm bei Omaruru hat es uns besonders angetan: 3. Generation deutscher Einwanderer, direkte Nachfahren des Preuß. Reitergenerals Friedr. Wilh. v. Seydlitz (1721-73). Teil der großen dt. Community Namibias, neben lokalen Sprachen pflegt man reines Hochdeutsch, die Kinder besuchen dt. Schulen - Gymnasien in Windhoek oder Swakopmund.
Um diese Zeit des Jahres sind angenehm wenige Besucher unterwegs, so auch im Etosha Nat. Park: an den zahllosen Wasserlöchern gibt es kein Gedränge, und man kann überall in Ruhe beobachten. Wenn sich aber irgendwo ein Löwe anschickt, eine Straße zu überqueren, dann scheinen plötzlich alle genau an diesem einen Ort zu sein, um DAS Photo zu schießen - jeder ist sich selbst der Nächste, ob im Tour-Bus oder privat unterwegs, der Verkehrsstau ist unvermeidlich! A propos Löwen, so oft trifft man die gar nicht, gezielt danach suchen bleibt in unserem Fall erfolglos - erst als wir das aufgeben, werden wir fündig! Statt dessen zuletzt mehrstündiger Aufenthalt an einem einzigen Wasserloch: ein ständiges Kommen und Gehen, Giraffen, Antilopen, Gazellen, Elefanten satt, ja sogar Hyänen oder Warzenschweine. An einem anderen kommt eine schier endlos lange Herde Zebras und Gnus zum Trinken - optimale Aussicht vom überhöhten Parkplatz, die blendend-weiße Etosha Pfanne im Hintergrund inklusive! 
Zum Schluss der Waterberg, schön gelegene Lodge am Ort eines bes. dunklen Kapitels der kurzen deutschen Kolonialgeschichte - wir fragen uns, wieso trotz allem Deutsch und deutsche Kultur immer noch so präsent ist in Namibia! 
Zurück in Windhoek, am Abend ziehen dicke Wolken auf, um Mitternacht weckt uns ein Gewitter: kaum zu glauben, ergiebiger Regen eine gute halbe Stunde lang! Ob der Morgen klarere Sicht bietet - Fehlanzeige, diesiges Licht liegt über dem Land, alles wieder staubtrocken! Herzlichen Dank an das Umfulana Team für die hervorragende Organisation im Allgemeinen und die Auswahl der Lodges/Hotels im Besonderen. 




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