24.08.2006

Namibiareise von Sylvia Kaiser

Eine Kollegin und ich sind in unserem diesjährigen Sommer gut 2 Wochen durch Namibia gereist. Obwohl ich viel und ungeplant auf der Welt unterwegs bin, habe ich mich diesmal entschlossen, das Organisieren jemand anderem zu überlassen. Es war sehr angenehm, sich so gar nicht kümmern zu müssen, da alles wirklich super organisiert war. Schon vorab mit der zusammengestellten Reise, dem Reiseführer mit einer sehr guten Straßenkarte, auf der man alle Wegbeschreibungen wieder gefunden hat. Die Unterkünfte sahen nicht nur auf den Bildern gut aus, sondern waren fast durchgängig super und vor allem mit einer jeweils eigenen Atmosphäre. Das Essen war ebenfalls fast durchgängig viel zu gut. Obwohl ich aufs Mittagessen gänzlich verzichtet habe, hat die Waage nach dem Urlaub mehr angezeigt. Der Wein ist aber auch lecker und vor allem der namibische Schnaps "Amarula".

Aber nun zur Route. Wir haben in Windhoek angefangen. Die Stadt hat nicht wirklich viel zu bieten, der Tag war aber nach dem Flug über Nacht ganz angenehm zur Regeneration und wegen den Städten sind wir ja nun auch nicht Namibia gekommen, sondern wegen dem, was wir in den folgenden Tagen wahrnehmen. Die Weite! Man kann hunderte von Kilometer weit sehen, ohne Menschen zu erblicken, ohne Häuser, nur Landschaft – und obwohl weitgehend karg, nicht öde. Es ist der Wahnsinn, wie sich der eigene Blick sowie der Anblick von Stunde zu Stunde ändert, wie man nach jeder "Kurve" (so viel gibt es da nicht) erneut fasziniert ist. Selbst die langen Fahrtage waren ein Genuss, auch wenn die Straßen es nicht waren. Aber wir haben die zweieinhalb Wochen ohne Platten geschafft, auch dank des Tipps der einheimischen Tankstellenangestellten. Es ist ratsam, den Luftdruck auf schlechten Straßen zu erniedrigen und auf den Teerstraßen dann wieder zu erhöhen. Man muss halt immer mal ne Tankstelle anfahren, aber scheinbar hat es geholfen – oder wir hatten einfach Glück. Nun gut, die 1. Unterkunft war dann Desert Homestead mitten im Nichts. Man kann nicht glauben, wie schön das ist. Den Sternenhimmel habe ich verleichbar bisher nur im australischen Outback erlebt, so klar, dass man sogar die Milchstraße deutlich erkennen kann. Und die Sternschnuppe hat auch nicht lange auf sich warten lassen. Vom heimischen Hausberg aus haben wir dann auch unseren ersten namibischen Sonnenuntergang betrachtet, von den noch zahlreiche weitere atemberaubende folgen sollten. Der Tag in der Wüste zählt zu den absoluten Highlights. Die Dünen sind so gigantisch und das Farbenspiel einzigartig, das Runterrennen von den Dünen absolut spaßig. Auch die Wanderung in den Naukluftbergen war sehr schön, auch wenn das Bewältigen der Schlucht an Stahlketten ein bisschen Überwindung gekostet hat. Weiter ging es nach Swakopmund – eine Stadt mitten in der Wüste. Im nambischen Winter recht frisch, aber durch seinen Charme trotzdem sehr mediteran (auch wenn vieles deutschen Ursprung hat). Spazieren am Meer, Flamingos bei Walvis Bay, der Sonnenuntergang von einer Düne, das Bummeln durch Geschäfte und vor allem das Essen in Erichs Restaurant haben zu dem Aufenthalt in Swakopmund gehört. Wer gerne und guten Fisch liebt, sollte in dieses Restaurant gehen und am besten vorher einen Tisch reservieren. Die Erongo Mountains waren ein geruhsamer, etwas weniger spektakulärer Stop. Wir sind ein bisschen gewandert, haben die Bushmen-Zeichnungen betrachtet und sind die Sache einfach mal ein bisschen lockerer angegangen, so auch auf Matundas Guestfarm, die absolut empfehlenswert ist, einfach weil man mit den Besitzern und den anderen Gästen ins Gespräch kommt und zusammen Abend isst. Es ist wie eine kleine Oase in der sonst eher trockenen Umgebung. Und dann kamen die Tage im Etosha-Park, die, wie nicht anders erwartet, zu den aboluten Highlights gezählt haben. Die Interaktion der unterschiedlichen Tiergruppen an den Wasserlöchern ist mit das Spannendste, was ich je beobachtet habe – natürlich auch durch das Glück, dass wir ständig und überall Löwen gesehen haben. Am ersten Tag sind wir wieder in Richtung Süden aus dem Etosha Park herausgefahren, allerdings nicht zurück zur Matunda Farm, sondern zur Naua Naua Lodge. Wir dachten, sie sei näher am Park, aber durch die sehr schlechte Zugangsstraße zur Farm, braucht man ewig. Deswegen haben wir uns verschätzt und mussten den Rest dann auch noch im Dunklen fahren. Auch wenn sie sonst sehr schön ist, lohnt sich der Aufwand meines Erachtens nicht, es sei denn man möchte auf seiner Reise mal luxuriöser wohnen. Ich hätte das für eine Nacht (wir kamen kurz vor dem Essen und sind morgens gleich wieder los) nicht unbedingt gebraucht. Einmal durch den Park mit weiteren Eindrücken, sind wir am Osten herausgekommen und haben in der Etosha Aoba Lodge gewohnt. Die ist wirklich mehr nach meinem Geschmack, da sie der Natur, in der sie steht, angepasst ist. Abends kann man am Lagerfeuer sitzen und genießen. Sehr schön! Und zum Schluss dann noch die Mount Etjo Lodge, die wirklich einen schönen Abschluss bildet. In dem Wildreservat konnten wir nämlich noch ein Nilpferd und Nashörner sehen, die uns bis dahin verwehrt geblieben sind. Die Löwenfütterung hat mir das Adrenalin durch den Körper gejagt und das Baden im eigenen Whirlpool hat es wieder herausgebracht. Auf dem Rückweg nach Windhoek ist der Stopp beim Holzschnitzermarkt in Okhandja unbedingt empfehlenswert. Genug alte T-shirts einpacken, dann braucht man kein Geld, um dort Dinge zu kaufen und man tut den Einheimischen einen riesigen Gefallen. Die lachenen Kinderaugen waren ein weiterer schöner Abschluss. Der letzte war dann der Besuch in Joes Bierhaus in Windhoek, ansonsten hatten wir in der Hauptstadt dann letzt endlich wieder zu viel Zeit, zumal die Geschäfte samstags um eins schließen. (Wir waren samstags nachmittags und sonntags bis zum Flug da.)

Zusammenfassend war es aber eine wunderbare Reise, mit vielen grandiosen Eindrücken und einer fabelhaften Organisation. Auf jeden Fall empfehlenswert!!!



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