02.11.2006

Namibiareise von G. Kuhn

Hallo Herr Gastka,

vielen Dank für Ihre gestrige mail! Wir sind gut nach Hause zurückgekommen und haben die Annehmlichkeiten der SAA Premiumclass genossen.

Vorab darf ich mich für die ausgezeichnete Routenzusammenstellung und die perfekte Organisation recht herzlich bedanken.

Unabhängig von Ihrer Anfrage hätte ich Ihnen sowieso den folgenden kleinen, natürlich subjektiven Reisebericht als Feedback zukommen lassen.

Grundsätzlich darf ich vorausschicken, dass alle Lodgebetreiber auf meine jeweilige Nachfrage Ihrem Büro ein hervorragendes Zeugnis im Hinblick auf Abwicklung, und was sicher sehr wichtig ist, eine positive Bewertung zur Zahlungsabwicklung gaben.

Nun aber zu einer individuellen Bewertung der einzelnen Unterkünfte, aufgeteilt nach Service, Sauberkeit, Komfort, persönliche Betreuung und Atmosphäre. Die Bewertung bitte ich Sie immer unter dem Aspekt unserer persönlichen Befindlichkeiten und Ansprüchen einzuordnen.

Palmquell Lodge – großzügiges, gepflegtes Zimmer in ruhiger Lage, sauberer Pool, sehr gutes Frühstück, angenehme Unterhaltung mit den Eigentümern, angenehme, warme Atmosphäre, einfach zu finden, idealer Startpunkt für Namibia

Rinderfarm am Waterberg – Bereits der erste Höhepunkt der Reise im Hinblick auf persönliche Betreuung, herzlicher Empfang, (Ausflüge mit Herrn und Frau Dieckmann in kleiner Gruppe), alle Mahlzeiten im Kreis der Familie mit angenehmen, informativen Gesprächen, das Essen dort ist wahre Hausmannskost im besten Sinne (Termitenpilze, Kudugoulasch, Springbockcarpaccio, hausgemachte Kuchen und Limonade etc. etc.). Meine Frau hat sich diverse Rezepte mitgeben lassen! (Das will in unserem Haushalt was heißen!!) Bei dieser Familie könnte man durchaus mehrere Tage verbringen, für Abwechslung und Einbindung in die tägliche Farmarbeit ist dort gesorgt. Die Familienchronik ist ebenfalls lesenswert!

Busch Lodge am Etosha – Superlage, angenehme Betreuung, bestes Essen, Bungalow sehr gut ausgestattet. Wahrscheinlich haben wir nur wegen des kurzen Aufenthalts den deutschen Eigentümer nicht kennen gelernt, andere Besucher, die teilweise dort schon öfters logierten, berichteten jedoch nur positives über seine Führungen und seine Gastfreundschaft.

In der Etosha hatten wir das Glück, dass wegen der langen Trockenperiode und der bereits großen Wärme der Bewuchs sehr übersichtlich war und wir viele Tiere sehr nah zu Gesicht bekamen (Löwen, Elefanten, Giraffen, etc.)

Privatreservat südlich vom Etosha – Die „Köchin“ Kimberly Marx war der absolute Brüller, ich weiß nicht, ob Sie von Ihr schon gehört haben, sie ist seit 2 Jahren dort und betreibt die Küche als Hobby. Sie ist Buschpilotin und will mit dem Eigentümer und einem weiteren Aussteiger auf der Lodge Flüge anbieten. Ihre Fliegergeschichten sind legendär und man kommt den ganzen Abend vor lauter Lachen kaum zum Essen. Die Eigentümer sind sehr um persönliche Betreuung bemüht (z.B. habe ich mit Thomas einen „Baustellenbesuch“ bei der Anlage eines neuen Airstrips gemacht und den Ausbau der alten Lodge begutachten können). Unterkünfte sehr großzügig und sauber, Essen teilweise experimentell, aber sehr gut und verträglich mit dem dazu servierten Humor zubereitet, Gepardenfütterung sehr nett anzusehen, herrlicher Aussichtspunkt für Sundowner!

Twyfelfontein Country Lodge – Im Hinblick auf die vorherigen Unterkünfte zweifellos ein Abstieg (wahrscheinlich staatlich?), aber durchaus für eine Nacht empfehlenswert! Die deutsche Führung zu den Felsmalereien und Orgelpfeifen war von Sigi ausgezeichnet, Essensbuffet riesig, qualitative mittel, Service teils lustlos! Wir haben statt drei nur zwei Nächte dort verbracht und sind dafür in Swakopmund noch eine Nacht im Hansahotel abgestiegen (Sam´s Giardino war an diesem Tag ausgebucht), das Hotel können wir sehr empfehlen, guter Service, hervorragendes Essen, schöne Zimmer.

Schweizer Gästehaus – Der Eigentümer unterhält sich naturgemäß mit seinen Schweizer Landsleuten lieber, die Hunde einschließlich der sich überall befindlichen Hundehaar muß man mögen, unser Zimmer direkt über dem Rezeptionsbereich im Neubau war zwar groß, jedoch mussten wir den durch die Türe eindringenden Hunde- und Zigarettengeruch in Kauf nehmen, das Abendessen war ausgezeichnet. Unsere Bewertung muß man natürlich unter dem Eindruck des direkten Vergleichs mit dem Hansahotel sehen.

Kulala Wilderness Camp – Im Gegensatz zu dem was das Empfangskomitee mit ca. 5 Personen, heissen Tüchern und Eistee erwarten ließ, hielt sich dann die Betreuung, Präsens und Information seitens des sehr jungen, teilweise schlecht geschulten Personals sehr in Grenzen, die Ausflugsbetreuung nach Sossusvlei war absolut o.k., die Unterkünfte sind o.k., beim Essen fehlte in anbetracht des überschaubaren Publikums die Individualität.

Wolwedans Dune Lodge – Der absolute Höhepunkt der von uns besuchten Lodges im Hinblick auf Lage, Komfort, individuelle Betreuung im Camp und beim Tagesausflug, sehr gutes Essen, großzügigste Handhabung bei Sonderwünschen (teils ohne Berechnung), sehr gut geschultes und freundliches Personal in allen Bereichen. Die Lodge war für uns mit Sicherheit gegenüber dem von uns auf der Weiterfahrt gesehenen „Le Mirage“ die bessere Alternative, allein schon wegen der atemberaubenden Lage.

The Nest Hotel – Für den Standort -„Großstadt Lüderitz“- ist das Hotel in allen Bereichen o.k.

Lodge am Fish River Canyon – Die Bungalows sind mit Kulala vergleichbar; relativ kleine Räume, durch teilweise sehr nah oder direkt an den Felsen liegend, wärmen sich die Räume stärker auf; das junge Management ist sehr bemüht, bedingt durch Bustouristen hält sich die Individualität naturgemäß in Grenzen; das Essen ist nicht mit vorhergehenden Erlebnissen zu vergleichen (positiv zu vermerken ist die zum großen Teil bestehende Eigenversorgung im Bereich Gemüse- und Salatanbau). Die Lage zum Viewpoint am Fish River Canyon ist ideal. Der anschließende Besuch der heißen Quellen und des Schwimmbades am Ende des Canyons bildete einen angenehmen und empfehlenswerten Abschluss vor dem Grenzübertritt nach SA.

Gästefarm – Sehr persönliche und angenehme Betreuung durch Manager und Personal für 5 Gäste incl. uns, saubere und gepflegte Anlage, hoffentlich bleibt das auch so nach den derzeit durchgeführten Erweiterungsmaßnahmen (von der Baustelle bekamen wir so gut wie nichts mit). Leider war die Blütezeit längst vorbei, so dass wir unsere Eindrücke in einem etwas abenteuerlichen (was die Pisten betrifft) Ausflug neben dem Namaquapark holten. Gott sei Dank, dass wir keinen normalen PKW, sondern den Nissan mit höher liegendem Achsstand hatten! Übrigens würde ich jedem mindestens diese Fahrzeugklasse wegen der Schotterpisten und der besseren Aussicht bei Tier- und Landschaftsbeobachtung empfehlen!

The Farmhouse Hotel – Wunderbare Lage mit herrlichen Zimmer mit Ausblick in die Lagune, Service mittel, Essen mittel

In SA waren wir vor Capetown leider nur eine Nacht (bedingt durch Vollbelegung) in der Auberge Clermont in Franchhoek, diese können wir absolut empfehlen (nur B & B), die Vielzahl der herrlichen Lokale und Weingüter ist beeindruckend, ebenso die Lage von F im Vergleich zu Paarl und Stellenbosch. Der abschließende Aufenthalt in CT bot uns viele Ausflugs- und Essenserlebnisse, was ja bei ca. 70 Restaurants an der V & A Waterfront und weiteren ca. 400 in der Stadt kein Problem war. Die Fahrt entlang der Küste nach Hermanus und natürlich zum Kap der guten Hoffnung ist empfehlenswert, Wale gab es genügend zu besichtigen, auch direkt vom Haus unserer Freunde in Camps Bay konnte wir welche in der Bucht beobachten.

Auf der ganzen Reise hatten wir keinerlei negativen Erlebnisse, lernten im wesentlichen nur freundliche Leute kennen und hatten auch bei ca. 5000 km Schotterfahrt keine Autopanne!!

Abschließend nochmals unsere Anerkennung für die Abwicklung, die sehr gute Routen- und Unterkunftsbeschreibung, sowie Ihre individuelle Betreuung.

Gerne werden wir Ihr Unternehmen weiter empfehlen (ich habe Sie durch Ihre Anzeige in GEO entdeckt, was beweist, daß nur die Hälfte der Werbung zum Fenster rausgeworfen ist, wie schon Henry Ford in anderem Zusammenhang bemerkte)

Herzliche Grüße

G. und G. Kuhn



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