Die große Namibia Rundreise: Einmal durch das ganze Land

Die große Namibia Rundreise

Einmal durch das ganze Land

Im trockenen Süden gibt es Landschaften zum Staunen: den Fish River Canyon oder die orange leuchtende Dünenwelt von Sossusvlei. Im grüneren Norden locken die großen Wildreservate. Übernachtet wird meist auf Gästefarmen, wo die Gastgeber noch Deutsch sprechen.

Diese Reise wird nach Ihren Wünschen individuell angepasst.

Windhoek

Mietwagenannahme

Mietwagenannahme

Vermieter: AVIS Namibia
Fahrzeug: Hyundai Tucson (2x4) o.ä. Automatik (Group K)
Tarif: premium cover + Navi
Station: Windhoek, Airport

Windhoek

44 km | 34 Minuten
A

Windhoek

Deutsches Kolonialerbe in Namibias Haupstadt

Bei der Landung auf dem Flughafen gewinnt man den Eindruck, Windhoek sei eher ein deut­sches Provinz­städt­chen als eine Haupt­stadt.

Wenn man dagegen auf der Rück­reise nach Windhoek kommt und zuvor die Leere und Weite des Landes erfahren hat, verwandelt sich Windhoek in der Wahr­neh­mung in eine Welt­stadt. Cha­rak­te­ris­tisch für das Stadt­bild ist das Gemisch aus deut­scher Kolo­ni­al­ar­chitektur und modernen Zweckbauten. Sehens­wür­digkeiten sind vor allem die evangelisch-luthe­ri­sche Christus­kirche, die alte Feste der deut­schen Schutz­truppe von 1890 und neuerdings der Heroes Acre, das Denkmal der Unabhängigkeit. Die andere Seite von Windhoek heißt Kattutura, zu deutsch: wo niemand wohnen will. Das Town­ship von Windhoek gehört zwar nicht zur schlimmsten Kategorie, erin­nert aber daran, dass in Namibia erste und dritte Welt Tür an Tür wohnen.

Zu Gast in einem Boutique-Hotel in Windhoek

1 Nacht | 1x Doppelzimmer | Bed & Breakfast

Das kleine Gäste­haus der geho­benen Klasse liegt zentrumsnah in einem stillen Vorort von Windhoek. Jedes Zimmer hat einen Zugang zur Veranda.

Die Open-Air-Lounge und der Garten mit kleinem Pool und Sonnenliegen laden zur Entspan­nung unter freiem Himmel ein. Das Innere der Lodge und die rund zehn Zimmer überzeugen durch schlichte Eleganz in einem kolo­nial anmu­tenden Landhaus­stil, ohne jedoch auf Annehm­lichkeiten wie Klima­anlage und Minibar zu verzichten. Morgens wird ein gutes Früh­stück im Buffet­stil ange­boten.

Windhoek-Zentrum

Zwischen Kolo­ni­al­ar­chitektur und Unabhängigkeit
Das poli­ti­sche und kulturelle Zentrum der Stadt ist bis heute von der deut­schen Kolo­ni­al­ar­chitektur geprägt. Im Süden wird der Central Busi­ness District vom histo­risch wich­tigen Ausspann­platz begrenzt, wo bis 1900 die Pferde und Ochsen ausge­spannt wurden. Bedeu­ten­dste Sehens­wür­digkeit und Wahrzei­chen von Windhoek ist die evangelisch-luthe­ri­sche Christus­kirche von 1910 im neoroma­ni­schen Stil. Daneben stand das Denkmal des Südwester Reiters, das an die Kolo­ni­al­kriege des deut­schen Kaiser­reichs gegen die Herero von 1903 bis 1907 erin­nern soll. 2009 wur­de das Denkmal abge­baut und hundert Meter weiter südlich wieder aufge­baut. Es steht nun vor der Alten Feste, die im Krieg der Nama gegen die Herero 1890 errichtet wur­de. Auf den Türmen und Mauern stehen noch Geschütze aus der Zeit des Baus.

Katutura

Town­ship von Windhoek
Die Vorstadt vor den Toren von Windhoek ist als Town­ship für schwarze Arbeiter in den 1950iger Jahren entstanden. Schulen, Kran­ken­häuser und Einkaufs­zentren wurden aus dem Boden gestampft, um den Bewoh­nern keinen Anlass zu geben, das „weiße“ Windhoek zu betreten. Der Name stammt aus der Sprache der Herero und bedeutet soviel wie „der Ort, an dem wir nicht leben möchten“. Dennoch leben in der riesigen Well­blechhüt­ten­masse heute über 67.000 Menschen. Das Leben ist bunt und afri­ka­nisch: Zahl­lose Straßenver­käufer, Bars und Gemüse- und Obst­stände prägen das Ortsbild. Über allem liegt der Geruch von gebra­tenem Fleisch. Wer Katutura besich­tigen will, sollte dies nicht ohne Führer tun.

Daan-Viljoen-Wild­park

Steile Berge, Hoch­landsavanne
Der 40 Quad­ratki­lometer große Wild­park liegt west­lich von Windhoek im Khomashoch­land. Steile Bergen, tiefe Täler, Hoch­land-Savanne und Dornbü­sche machen den besonderen Reiz der Land­schaft aus, die bekannt ist für die vielen Vogel­arten. Wande­rungen und Rundfahrten im eigenen Wagen sind möglich. Dabei kann man Wild­tieren begegnen, darunter Kudu, Oryx, Strei­fengnu und Bergzebra.

Von Windhoek nach Mari­ental

283 km | 3:30 h

Einen ersten Höhe­punkt bilden die Aub Berge, wo die Straße eine Höhe von über 1.900 Metern erreicht. Nach Reho­both, dem Zentrum der Baster, fällt die Land­schaft ab.

Flache Savanne herrscht vor. Rund 25 Kilometer südlich von Reho­both überquert man den südli­chen Wendekreis (23° südli­cher Breite).

Reho­both

Heimat des Bastervolks
Die 30.000-Einwohner-Stadt im staubigen Süden hat wenig Attrak­tionen zu bieten, dafür aber eine unglaub­liche Geschichte. Sie beginnt Mitte des 19. Jahrhunderts rund 2.000 Kilometer weiter südlich am Kap der Guten Hoff­nung. 
Dort war es  üblich geworden, dass die weißen Herren mit ihren Arbeite­rinnen Neben­be­zie­hungen unter­hielten. Auch wenn dies totge­schwiegen wur­de, war es nicht zu über­sehen: Es gab jede Menge unehe­li­cher Kinder, die man je nach Aussehen Kleinboi, Witboi oder Swartboi nannte. Im Gegen­satz zu ihren weißen Halbge­schwistern hatten die „Bastarde“ kaum Rechte. Viele fanden bei Missio­naren Zuflucht, wo sie getauft wurden und zur Schule gingen. Die bibli­schen Geschichten halfen ihnen, Ihre Iden­tität zu finden. Sie iden­ti­fi­zierten sich mit dem Volk Israel, das wie sie in der Knechtschaft wohnte. Bald nannten sie sich selbst mit Stolz „das Volk der Baster“. In den 1860iger Jahren kam es dann zu einer großen Auswande­rungs­welle. Da ihnen der Osten versperrt war, blieb ihnen nur – wie den Israeliten – die Wüste im Norden. Nach über 2.000 Kilome­tern Wande­rung gruben sie einen Brunnen, in dem es ganzjährig Wasser gab. Sie nannten ihn Reho­both – nach dem Brunnen, den Isaak am Rand der Wüste gegr­aben hatte. Noch heute sind in Reho­both die häufigsten Nach­namen „Kleinboi“ oder „Swartboi“. Wer in Reho­both einkauft oder tankt, wird schnell merken, dass die Nach­fahren der Baster bis heute eine dem Holländi­schen verwandte Sprache spre­chen und ganz andere Gesichts­züge haben als die benach­barten Nama oder Herero.
B

Kalahari

Rote Dünen, weiße Gräser, schimmernde Salzpfannen

Die 1,2 Millionen Quad­ratki­lometer große Senke bedeckt einen großen Teil des südli­chen Afrika. Das voll­kommen flache Becken reicht von Süda­frika über Namibia bis Angola und nimmt den größten Teil Botswanas ein.

Nach Osten erstreckt sie sich bis Zambia und Zimb­abwe. Eigent­lich ist die Kala­hari eine Trockensavanne, wird aber wegen des roten Sandes als Wüste bezeichnet. Charak­te­ris­tisch sind die sog. Pfannen, in denen der selten fallende Regen zusam­men­läuft und bald wieder verdunstet. Zurück bleibt dann eine weiß gelb­liche Salzkruste. Promi­nen­testes Beispiel ist die Etosha Pfanne in Namibia. Obwohl es kein Ober­fläc­hen­wasser gibt, ist die Kala­hari über­ra­schend wild­reich. Die Tiere ziehen – von Zäunen unge­hindert – hin und her, immer dem Regen nach.

Zu Gast in einer Lodge bei Mariental

2 Nächte | 1x Doppelzimmer | Bed & Breakfast

Die komfor­table Lodge liegt inmitten einer gepflegten Anlage am Rande der Kala­hari. Sie ist ideal, um sich mit dem heißen, trockenen Klima und der fremd­ar­tigen Land­schaft Namibias vertraut zu machen.

So werden Allradfahrten in die Umge­bung ange­boten, bei denen es durch die roten Dünen zu unter­irdi­schen Wasser­läufen und zu den Pfannen geht, in denen sich der seltene Regen sammelt. Wer lieber zu Fuß geht, findet einen bezeichneten Wanderweg über das Gelände der Lodge. Insge­samt stehen 52 stil­voll einge­rich­tete und modern ausge­stat­tete Zimmer zur Verfügung. Der Swimmingpool im Garten ist ein herr­li­cher Ort, um die himmli­sche Ruhe der Kala­hari zu genießen. Wer möchte, kann an einer Sundown­erfahrt über das Lodgege­lände teil­nehmen, bei der eine Bar in der Wüste aufge­baut wird.

Mari­ental

Ver­sor­gungs­zen­trum im Westen der Kala­hari
Die heutige Haupt­stadt der Region Hardap mit 12.000 Einwoh­nern wur­de 1894 von einem Siedler aus Porta Westfa­lica gegründet, der den Ort nach seiner Ehefrau Anna Maria Brandt nannte. Mari­ental ist heute ein Ver­sor­gungs­zen­trum für die umliegenden Farmen und Nama Gemeinden. Durch den 1962 errich­teten Hardap Stausee konnte in der Region Bewäs­se­rungs­landbau eingeführt werden, was auch dem Ort Mari­ental erheb­li­chen Auftrieb gab.

Von Mari­ental nach Canyon Village

415 km | 5:00 h
Bis Keetmanshoop bleibt man auf dem Highway, der Windhoek mit Kapstadt verbindet. Ein landschaft­li­cher Höhe­punkt ist  der Köcherbaum­wald bei Keetmanshoop.

Hardap-Damm

Wassersport am größten Stau­damm Namibias
Der größte Stau­damm Namibias liegt bei Mari­ental und staut den Fischfluss auf. Über 860 Meter lang und fast 40 Meter hoch ist die Mauer, hinter der ein See von fast 30 Quad­ratki­lome­tern Fläche und einem Volumen von fast 300 Millionen Kubikme­tern beginnt. Die Stau­anlage hat eine große Bedeu­tung für Mari­ental und die Land­wirt­schaft ringsum. Der Stausee ist ein beliebtes Wassersport­revier und Naher­ho­lungs­gebiet für die Windhoeker. Am west­li­chen Seeufer schließt sich ein kleines Natur- und Wild­schutzgebiet mit wenig Touristen und vielen Tieren an. Auf rund 20.000 Hektar kann man wandern und Tiere beob­achten.

Köcherbaum­wald bei Keetmannshoop

Außer­irdi­sche Impres­sionen in der Dämme­rung
In ganz Namibia gibt es Köcherbäume, vor allem im trockenen und stei­nigen Süden. Nord­öst­lich von Keetman­hoop stehen diese Pflanzen mit eigen­ar­tiger Gestalt relativ dicht beiein­ander, weshalb man mit einiger Über­treibung auch von einem Wald spricht. Köcherbäume sind jedoch gar keine Bäume, sondern eine großge­wach­sene Art der Aloe. Sie sind mit ihren groß­zel­ligen Stämmen und Blättern Meister der Wasser­spei­che­rung und können mehrere Jahre ohne Regen über­stehen. Köcherbäume werden sie genannt, weil die Busch­männer die Äste aushöhlten und aus der Rinde Köcher für ihre Pfeile machten. Wer im Köcherbaum­wald spazieren geht, kann vor allem in der Dämme­rung, wenn die Farben unwirk­lich werden, den Eindruck gewinnen, er befinde sich in einer Phan­ta­siewelt oder auf einem anderen Planeten.

Keetmanshoop

Rhei­ni­sche Missio­nare und Kara­kulschafe
Keetmanshoop liegt 500 Kilometer südlich von Windhoek auf dem Weg nach Süda­frika. Die Stadt am West­rand der Kala­hari ist mit knapp 20.000 Einwoh­nern die größte Stadt in Südnamibia. Der Ort wur­de 1866 von der Rhei­ni­schen Mission gegründet – mithilfe von finan­zi­ellen Mitteln, die der deut­sche Indu­s­tri­elle, Johann Keetman, bereit­stellte. Während der Kolo­ni­alzeit wuchs die Bedeu­tung durch die Bahnlinie nach Windhoek. Ein Fort und eine Kirche wurden erbaut, von denen nur noch letztere steht. Heute lebt die Stadt vorwiegend vom Tourismus und der Karakul-Schafzucht.
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Fish River Canyon

Zweitgrößter Canyon der Erde

Er gilt nach dem Grand Canyon als der zweitgrößte Canyon der Erde und ist 161 Kilometer lang, fast 30 Kilometer breit und 550 Meter tief.

In präh­is­to­ri­schen Zeiten muss der Fish River einmal viel Wasser geführt haben. Anders ist diese gewal­tige Erosi­on­s­tä­tigkeit des Flusses nicht zu erklären. Heute ist er ein Rinnsal, das in Trockenzeiten bis auf einige Wasser­stellen austrocknet. Der Haupt­aus­sichts­punkt mit grandiosem Blick ist von der D324 aus zugäng­lich. Durch die Schlucht führt ein drei- bis fünf­tägiger Wanderweg vom Haupt­aus­sichts­punkt bis nach Ai Ais ohne feste Über­nach­tungs­stellen. Der Weg ist in den Sommermo­naten (Oktober bis März) wegen uner­träg­l­i­cher Hitze gesperrt. In Ai Ais gibt es die Möglichkeit, in heißen Quellen zu baden.

Zu Gast in einem Resort am Fish River Canyon Village

2 Nächte | 1x Doppelzimmer | Bed & Breakfast

Einige Kilometer vom Fish River Canyon entfernt liegt das Resort, das einem Nama­dorf nach­empfunden ist. Hier wird die Geschichte der ursprüng­l­i­chen Bewohner dieser Gegend – der Bond­elswart-Nama – lebendig.

Ihre semi-nomadi­sche Lebens­weise wird durch Bilder nami­bi­scher Künstler im Restau­rant und in den Bungalows eingefangen. Alle Zimmer sind komfor­tabel einge­richtet und mit Badezimmern ausge­stattet. Das Resort verfügt über ein strohge­decktes Panora­mare­stau­rant und einen Swimmingpool, der in den Granitfelsen einge­lassen ist. Sundowner-Fahrten, geführte Wande­rungen und Rundflüge über dem Fish River Canyon werden ange­boten.

Hell’s Bend

Aussichts­platt­form über dem Fish River Canyon
Wer auf der guten Piste von Hobas zehn Kilometer zum Canyonrand fährt, kommt zu einem Pick­nick­platz mit der besten Aussicht über den Fish River Canyon. Der Fish River macht dort eine 180-Grad-Biege, die soge­nannte Hell's Bend. Seit 2010 gibt es eine Aussichts­platt­form

An der Abbruchkante zum Fish River Canyon

Aussicht in schwindel­er­regende Tiefe
An der Ostseite des Fish River Canyons führt ein Pad entlang, wie man in Namibia die unge­teerten Staub­pisten nennt. Wer vom View Point nach Süden geht, kommt an Aussichts­punkten vorbei, die aus immer neuen Blickwin­keln einen Einblick in die Großar­tigkeit des Canyons geben. Mit einem Allradwagen kann man die Strecke auf fahren. (hin und zurück auf demselben Weg, bis zur 4 Stunden und 8,5 Kilometer, auf und ab 20 Meter)

Durch­que­rung des Fish River Canyons

Mehr­tägiges Abenteuer für trai­nierte und erfah­rene Wanderer
Wer den kompletten Canyon durch­queren will, sollte sich an einige Regeln halten: Zuge­lassen sind nur Gruppen von mindes­tens drei und maximal 40 Personen. Jeder der Teil­nehmer muss vor Beginn der Wande­rung ein ärzt­li­ches Attest vorlegen, in dem bestä­tigt wird, dass die Person fit genug für die vier- bis fünf­tägige Tour ist. Dass es unter­wegs keine sani­tären Einrich­tungen oder Unterkünfte gibt, sollte jedem Teil­nehmer vorher klar sein, ebenso, dass alles an Verpfle­gung und vor allem Wasser selbst zu tragen ist. Auch eine recht­zei­tige Buchung wird auf Grund der großen Beliebt­heit empfohlen, ebenso wie sehr gutes Schuh­werk. Bewäl­tigt man die komplette Strecke durch den Canyon, gelangt man am Ende zu den 60 ºC heißen Mine­r­alquellen von Ai-Ais. Hier befindet sich auch nach der ganzen Tortur wieder das erste staat­liche Rest Camp mit Bungalows, Camping­plätzen, Restau­rants und einer Tank­stelle. Erholen kann man sich im Freibad, den Thermalquellen und weiteren Bade­einrich­tungen. (vier bis fünf Tage, 86 Kilometer, ab: 1000 Meter, auf: 360 Meter)

Von Canyon Village nach Aus

285 km | 4:00 h
Der Fish River wird überquert, was kaum zu merken ist, da er nur selten Wasser führt. Die Straße führt schnurge­rade nach Westen. Vom Huib Plateau eröffnen sich erste Ausblicke über die Wüste Namib.

Betha­nien

ältestes Stein­haus in Namibia
1815 wanderte der Missionar Heinrich Schmelen aus der Kapregion in den öden Norden. In seinem Gefolge war eine Gruppe der verach­teten Orlam, wie man die unehe­li­chen Kinder weißer Buren und Nama­f­rauen nannte. Nörd­lich des Oranje-Flusses fand er eine Quelle und gutes Weide­land. Er nannte den Ort Betha­nien – nach der Stätte, wo Jesus getauft wur­de – und baute das erste Stein­haus in Südwest-Afrika. Es ist heute noch zu besich­tigen. 1959 kam eine Kirche hinzu. Heute ist Betha­nien ein kleiner, aber wich­tiger Versorgungs­stütz­punkt, in dem es außer Post und Polizei alles gibt, was für das tägl­iche Leben benö­tigt wird.
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Namib

älteste Wüste der Welt

Die Namib, was in der Hotten­tot­ten­sprache soviel wie „große Leere“ bedeutet, ist die älteste Wüste der Welt und erstreckt sich entlang der Küste von Namibia über eine Länge von 1.300 km (Nord-Süd) und eine Breite von etwa 120 km (Ost-West).

Der Kuiseb, der von Windhoek nach Walvis Bay fließt und nur selten Wasser führt, teilt die Namib in zwei landschaft­lich sehr verschiedene Teile. Nörd­lich ist sie von schroffen Felsen unter­schied­lichster Färbung und Schluchten geprägt. Südlich breitet sich ein Sand­meer mit langen rötli­chen Dünen aus, die ständig in Bewe­gung sind. Im Sommer herr­schen extreme Ober­fläc­hen­tem­pe­raturen von bis zu 70° Celsius. Bemerkens­wert ist der Küsten­streifen, in dem sich Walvis Bay und Swakop­mund befinden. Aufgrund des kalten Benguela Stroms im Atlantik herrscht hier an etwa 100 Tagen im Jahr dichter Nebel, der sich 10 km land­einwärts abrupt auflöst.

Zu Gast in einer Felsenlodge über der Wüste

2 Nächte | 1x Doppelzimmer | Bed & Breakfast

Dort, wo das Huib Plateau hoch aus der Wüste Namib aufragt, befindet sich einsam und allein die Lodge, deren wenige Stein­häuser wie Adler­nester in den Granitfelsen gebaut sind.

Wer möchte, kann von hier aus Tages­ausflüge nach Lüde­ritz machen; die Fahrt dauert ca. eine Stunde. Die Besitzer bieten ihren Gästen Fahrten im Jeep zu den dort seit über 100 Jahren lebenden Wildpferden an. Wer genug hat vom Fahren, kann nach Belieben wandern, durch das Gebirge streifen und den herr­li­chen Blick über die Wüste in Ruhe genießen. Lunch und Dinner werden im Restau­rant ange­boten. Auf Wunsch wird auch ein Grill- und/oder Früh­s­tücks­paket zur Mitnahme ins Chalet vorbe­reitet.

Aus

Oase zwischen Huib-Gebirge und Namib-Wüste
Die kleine Ortschaft liegt auf 1500 Metern im Huib-Gebirge hoch über der Namib und wirkt wie eine Oase. Grund dafür ist das Kap-Klima, das etwa bis zu dieser Breite für Winter­regen sorgt. So leben um Aus bis heute Wildpferde, die aus der Pferde­hal­tung der deut­schen Schutz­truppe vor 1914 hervor­gegangen sind. Bizarre Landschaften und eine reiche Sukkulen­tenve­ge­ta­tion entlang der Felsklippen machen ein faszi­nierendes Landschafts­bild aus. Unter den vielen Fels­zeich­nungen der San gibt es eine stark verwit­terte Besonder­heit: ein Segel­schiff, dessen Maler vor 500 Jahren vom Kap viele tausend Kilometer bis hierher zurückge­legt haben muss.

Lüde­ritz

Diaman­ten­stadt am stürmi­schen Atlantik
Die Stadt am stürmi­schen Atlantik ist nach dem Bremer Kaufmann benannt, der 1883 die Bucht und das weite Umland für 250 Gewehre und 600 engli­sche Pfund als seinen Privat­be­sitz erwarb. Ein Jahr später stellte Bismarck die Bucht unter den Schutz des Deut­schen Reiches, was als Beginn der Kolo­niali­sie­rung Südwest-Afrikas gilt. Aufgrund seiner abge­schiedenen Lage blieb die Stadt lange Zeit wirt­schaft­lich unbedeu­tend. Dies änderte sich schlag­artig, als 15 Kilometer land­einwärts bei Kolmanskuppe Diamanten gefunden wurden. Dieser Boom endete jedoch nach wenigen Jahren, als die Diaman­ten­ge­sellschaft ihren Sitz an den Oranje verlegte. Im Stadt­zentrum erin­nern noch einige Häuser im Jugend­stil oder wilhelmi­ni­schen Stil an den Diaman­tenrausch.

Kolmanskop

Ghost-Town in der Wüste
Das Diaman­ten­fieber in Namibia begann, nachdem in 1908 grandiose Steine unweit von Lüde­ritz gefunden wurden. Vor dem Ersten Welt­krieg wurden mehr als 1000 Kilogramm Diamanten gefunden. Mittel­punkt der Diaman­ten­indu­s­trie war Kolmannskop, das schnell wuchs und über Schule, Kasino und Kran­ken­haus verfügte.
Nach 1918 verla­gerte sich das Zentrum der Diaman­ten­suche nach Süden zum Orange River, so dass Kolmannskop zur Geis­ter­stadt wur­de. Noch heute ist die Region südlich von Lüde­ritz – das „Sperrgebiet“ – für die Öffent­lichkeit nicht zugäng­lich. Kolmanskop Tour Company hat jedoch eine Konzes­sion, Touren ins Sperrgebiet zu unter­nehmen. Die Öffnungs­zeiten sind wetterbedingt auf Vormit­tags 08:00 – 13:00 Mo – Sa begrenzt. In dieser Zeit werden zwei geführte Touren(09:30 und 11:00) ange­boten. Sonn­tags zwischen 10 und 13 Uhr können Sie die Kolmans­koppe eben­falls besich­tigen, aber nur ohne Führung! Die Führungen sind informativ und im Eintritts­preis bereits enthalten. Eine Anmeldung ist nicht notwendig und die Teil­nahme nicht verpf­lich­tend. Man kann sich im Gelände frei bewegen. Wer das gute Licht der auf- und unter­ge­hende Sonne zum Fotogra­fieren nutzen möchte, besorge sich ein Foto Permit unbedingt am Tage vorher bei Lüde­ritz Safaris & Tours in Lüde­ritz. Damit kommt man bereits zu Sonnen­aufgang hinein. Mit dieser Geneh­migung kann man eben­falls an den Touren teil­nehmen.

Von Aus nach Sesriem

348 km | 5:30 h
Das unwirk­lich schimmernde Tirasgebirge begrenzt eine weite Ebene zur rechten. Links liegt die grandiose Namib. Ein Abste­cher nach Schloss Duwisib ist empfehlens­wert.

Schloss Duwisib

Rheinromantik in der Wüste
Am Rande der Wüste Namib steht ein Schloss im Stile roman­ti­scher Rheinburgen – mit Zinnen und Brunnen im Innenhof. An seinem Ort wirkt das grundso­lide Bauwerk doch etwas skurril. 1908 hat es Baron von Wolff, der mit der Schutz­truppe nach Namibia gekommen war, in Auftrag gegeben. Architekt war Wilhelm Sander, der auch die Heinitzburg in Windhoek gebaut hat. Die Baukosten explodierten, aber glück­li­cherweise war von Wolff mit einer reichen Amerika­nerin verhei­ratet. Der fröh­liche Draufgänger von knapp zwei Metern Länge hatte den kühnen Plan, eine Farm von 150.000 Hektar (!) um sein Schloss herum zusam­menzukaufen. Doch dann kam der Erste Welt­krieg. Als glüh­ender Patriot meldete er sich zu den Waffen und fiel kurze Zeit später in Frank­reich. Das histo­risch restau­rierte Schloss dient heute als Museum.
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Sossusvlei

überirdische Farbenspiele am Rand der Namib

Nach Sossus­vlei gelangt man von Sesriem aus. 65 Kilometer lang fährt man durch eine einzig­ar­tige Dünenwelt.

Die letzten fünf Kilometer sind nur zu Fuß oder per Allradwagen(4x4) zu bewäl­tigen. Gegen Gebühr kann man auch den Transfer­service nutzen. Sossus­vlei ist eine Lehm­senke, die Dünen ringsum werden bis zu 300 Metern hoch und gehören zu den höchsten der Welt. Selbst in den Trockenzeiten kann man hier Strauße, Oryxan­tilopen und andere sehen. Diese Tiere leben von der Feuch­tigkeit der selten mit Wasser gefüllten Senke. Wer auf die Dünen steigt, besonders morgens oder abends, dem wird das Farb­spiel der orangefarbenen Dünen, der weißen Lehm­senke und des grünen Vege­ta­ti­ons­bands am Vlei sowie der atembe­rau­bende Fern­blick auf steinerne Gebirge in unver­gess­li­cher Erin­ne­rung bleiben. Da das Sossus­vlei ein Teil des Namib Nauk­luft Parks ist, benö­tigt man für die Fahrt eine Erlaubnis, die am Eingang erteilt wird.

Zu Gast in einem Wüsten-Camp bei Sesriem

2 Nächte | 1x Doppelzimmer | Halbpension

Das einfach gehal­tene Wüsten­camp fünf Kilometer östlich von Sesriem kombi­niert gekonnt moderne Selbst­ver­pfle­gung mit Komfort und Stil.

Es verfügt über 24 Bungalows mit rich­tigen Betten und privatem Bad, die sich perfekt an ihre natür­liche Umge­bung anpassen. Zu jeder Wohn­ein­heit gehört ein eigener Grill­platz mit kleiner Terrasse und Außen­küche. Eine Bar und ein Pool stehen allen Gästen zur Verfügung. An der Rezep­tion erhält man die nötigen Kochu­ten­silien und kann außerdem täglich frische Zutaten bestellen. In der benach­barten Lodge, wo verschiedene Ausflüge und Aktivi­täten rund um die Dünen gebucht werden können, gibt es zudem ein Restau­rant.

Sesriem-Canyon

Trockenfluss in schat­tiger Schlucht
Heutzu­tage ist der Tsauchab ein Trockenfluss, der nur nach den seltenen Regen­fällen Wasser führt. Vor mehreren Millionen von Jahren muss er ein reißendes Wild­wasser gewesen sein, sonst hätte er nicht einen bis zu 30 Meter tiefen Canyon in das Sedi­mentge­stein graben können. Als im 19. Jahr­hun­dert die Trekburen den Canyon fanden und das in ihm stehende Wasser schöpfen wollten, benö­tigten sie ein langes Seil aus sechs Riemen, von denen jeder aus einem Oryxfell gemacht war. So heißt die schat­tige Schlucht bis heute Sesriem-Canyon (Sechsrie­menschlucht).

Dune 45

Charak­te­ris­ti­sche Düne mit geschwun­gener Kammlinie
Auf halber Strecke zwischen Sesriem und Sossus­vlei liegt bei Kilome­ter­stein 45 eine besonders charak­te­ris­ti­sche Düne. Wegen ihrer geschwun­genen Kammlinie wird sie häufig fotogra­fiert, besonders in der Dämme­rung, wenn die Kontraste über­scharf hervor­ste­chen. Sie ist über 170 Meter hoch. Der Sand, aus dem sie besteht, soll über fünf Millionen Jahre alt sein.

Deadvlei

500 Jahre alte Baum­ruinen
Die Pfanne nahe Sossus­vlei besteht aus Lehm und Ton und ist von Namib­sand-Dünen umschlossen. Charak­te­ris­tisch für das Deadvlei sind die vielen toten Akazi­enbäume, die schon vor 500 Jahren vertrock­neten, als der Tsauchab, ein Trockenfluss, seinen Fluss­lauf änderte. Das Deadvlei ist vom Park­platz aus gut zu errei­chen.

Von Sesriem nach Swakop­mund

346 km | 5:30 h

Nach dem schwarzen Kuiseb Pass eröffnet sich die gewal­tige und leere Namib. Für die Abenteuer­lus­tigen gibt es die Möglichkeit, die Wüste auf Neben­wegen zu durch­queren.

Dazu benö­tigt man ein Permit, das in Sesriem erhält­lich ist. Einer dieser Wüsten­wege führt an der Blutkuppe vorbei (4x4 erforder­lich), einem rostroten Hügel, der einen überwäl­tigenden Blick über Hunderte von Kilome­tern bietet.

Namib-Nauk­luft Park

Größter Natio­nal­park der Erde
Der Namib-Nauk­luft Park ist mit knapp 50.000 Quad­ratki­lometer größer als Nieder­sachsen und gilt als der größte Natio­nal­park welt­weit. Er erstreckt sich im Norden bis zur Skelettküste und im Süden bis zum Diaman­ten­sperrgebiet. Im Osten wird der Park durch das private Namib Rand Nature Reserve Schutzgebiet begrenzt. Er enthält die höchsten Dünen der Welt, die zerklüf­teten Nauk­luft-Berge, die unwirt­liche Westküste und endlose Karst­ebenen – eindrucksvoller als in Afrikas größtem Natur­schutzgebiet Namib-Nauk­luft-Park zeigt sich in ganz Namibia die Land­schaft selten.

Soli­taire

Kleinst­sied­lung am Namib-Nauk­luft Park
Bereits der Name verweist auf die Abge­schieden­heit und Einsamkeit: In der Mitte von Nirgendwo liegt seit 1848 eine private Kleinst­sied­lung mit weniger als hundert Bewoh­nern. Ältestes Gebäude ist der 1849 errich­tete Laden. Zwei Jahre später kam die Kirche dazu, die sogar eine eigene Orgel hat. Von über­regio­naler Bedeu­tung ist die Tank­stelle, sie ist weit und breit die einzige zwischen Windhoek und Walvis Bay. Der Bäcker, Percy „Moose“ McGregor, hatte Soli­taire mit seinem Apfelku­chen berühmt gemacht; alle bedeu­tenden Touris­ten­ratgeber, darunter der Lonely Planet, verweisen auf den Apple Pie in Soli­taire, viele mit dem Zusatz „bester Apfelku­chen in Afrika“. Leider ist Percy inzwi­schen vers­torben.

Kuiseb Pass

Außer­irdi­sche Impres­sionen am Rande der Namib
Der Pass führt über keinen Berg, sondern durch eine vom Fluss ausge­wa­schene Schlucht, die mit ihrem schwarzen Geröll fast unirdisch wirkt. An einigen Aussichts­punkten lohnt sich ein Stopp, um den Rund­blick zu genießen. Die Geologen Henno Martin und Hermann Korn versteckten sich hier in der Region während des Zweiten Welt­kriegs zwei Jahre lang, um der drohenden Inter­nie­rung zu entgehen. Ihr Buch „Wenn es Krieg gibt, gehen wir in die Wüste“ ist die Repor­tage eines ungewöhn­li­chen Abenteuers und eine Liebe­s­erklärung an die Namib.
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Swakopmund

Deutsche Kleinstadt zwischen Wüste und Skelettküste

Blut­wurst und Bienenstich, Karneval und Kirchengemeinde: Swakop­mund wirkt auf den ersten Blick wie eine deut­sche Klein­stadt.

Prozent der Bewohner spre­chen noch deutsch. Sogar das Klima ist eher mittel­eu­ro­päisch – wegen des kalten Benguela Stroms, der Swakop­mund an vielen Tagen mit Nebel und Dunst umhüllt. Nur zehn Kilometer land­einwärts weicht der Schleier der strah­lende Sonne Afrikas. Dieses Tempe­raturgefälle nutzen die hitzege­plagten Namibianer für ihren Sommer­ur­laub (zwischen Oktober bis März). Man sollte aber in Swakop­mund nicht einen Bade­ur­laub wie in der Karibik erwarten. Die Wasser­tempe­raturen über­steigen kaum die Tempe­raturen der Nordsee. Dafür kann man von Swakop­mund Streif­touren an der Küste gen Norden unter­nehmen, z.B. zum Cape Cross, wo hundert­tausende von Robben zu sehen sind oder zur düsteren Wildnis der Skeleton Coast.

Zu Gast in einer Ferienanlage bei Swakopmund

2 Nächte | 1x Doppelzimmer | Bed & Breakfast

Die am Südrand von Swakop­mund gelegenen Holzcha­lets sind hoch auf Stelzen gebaut, wo sie den besten Blick auf den Atlantik, die Dünen und das meist trockene Fluss­bett des Swakop Rivers genießen.

Obwohl nur wenige Minuten von der Orts­mitte entfernt, befindet man sich hier in einer anderen Welt. Die ganz aus Naturma­te­rialien errich­teten Einheiten sind durch Holz­stege mitein­ander und mit dem Haupt­haus verbunden. Große Fenster, kräf­tige Farben und das geschmackvolle Inte­rieur tragen zum posi­tiven Gesamt­ein­druck bei. Vom zentral liegenden Pavillon mit gemüt­li­chen Sofas und auch vom Früh­s­tücksraum kann man den beein­dru­ckenden Blick auf den Ozean genießen.

Ausflug (OPTIONAL)

Living Desert Tour (5 Stunden, englisch)

Diese Wüsten­tour erkundet den Wüstengürtel zwischen Swakop­mund und Walvis Bay mit einem Allradwagen. Dabei wird auf das empfind­liche Öko-System Rück­sicht genommen. 
Zwischendurch wird ange­halten, etwa um nach Spuren auf den Dünen zu suchen und sie zu inter­pre­tieren.

Geckos, rollende Spinnen, Skorpione, Eidechsen, Schlangen, Chamäleons, Echsen und eine Viel­falt von Käfern und Insekten sind einige der Lebe­wesen, denen man auf dieser Tour begegnet.

Ausflug (OPTIONAL)

Delfin und Robben-Safari (3,5 Stunden, englisch)

Der Agulhas­strom ist ein kalter Meer­es­strom, der direkt vom Südpol kommt und tief unten im Atlantik nach Norden fließt.

Dabei führt er jede Menge Plankton mit. Bei Walvis Bay taucht er plötz­lich auf und spült das Plankton an die Meeres­ober­fläche – ein Fest­mahl für zahl­lose Tiere, unter anderem für Schildkröten, Robben und Delfine. Hinzu kommen Flamingos, Pelikane und Kormo­rane. Mit einem Kata­maran werden die Gäste an der Anlege­stelle in Walvis Bay aufge­nommen und drei­einhalb Stunden durch die Bucht gefahren. Oft kommen die Tiere so nah ans Boot, dass man sie berühren kann. An Bord werden Champa­gner, frische Austern und Snacks serviert.

Swakop­mund Museum

Geschichte der deut­schen Kolo­ni­alzeit
Die Schwer­punkte der Ausstel­lungen liegen auf der Geschichte und Natur der nami­bi­schen Küsten­regionen und der Heimatge­schichte der Stadt Swakop­mund. Besonderer An­zie­hungs­punkt ist die Origi­nal­einrich­tung der berühmten Swakop­munder Adler-Apotheke, sowie eine umfang­reiche Ausstel­lung über die ethni­schen Gruppen Namibias, ein origi­naler Ochsenwagen, diverse Dior­amen zu geschicht­li­chen Ereig­nissen in Namibia sowie eine umfang­reiche Samm­lung nami­bi­scher Insekten.

Dampf­lo­komobil Martin Luther

Hier stehe ich, ich kann nicht anders
1896 ließ Oberst­leutnant Trost eine in Deutsch­land gefer­tigte Dampf­lo­komobile nach Walvis Bay bringen. Das Dampffahrzeug ohne Schienen sollte Mate­rial von Swakop­mund in die Namib bringen und damit die Ochsenkarren ersetzen. Allerdings erwies es sich als komplett untaug­lich. Es verbrauchte immense Wasser­mengen und blieb ständig im Sand stecken. In drei Monaten soll es nicht mehr als 25 Kilometer zurückge­legt haben. So kam es zu seinem Namen „Martin Luther“, der auf dem Reichstag zu Worms gesagt haben soll: „Hier stehe ich. Ich kann nicht anders.“ Bis heute steht Martin Luther bei Arandis. Zu seinem Schutz wur­de ein Muse­umsgebäude errichtet.

Welwit­s­chia Trail

Rundfahrt zu den ältesten Pflanzen der Erde
Die von dem Öster­rei­cher Fried­rich Welwitsch entdeckte Pflanze wächst nur im Hinter­land von Swakop­mund. Obwohl sie bis zu 2000 Jahre alt wird, besitzt sie nur zwei Laubblätter, die über 2,5 Meter lang werden können. Ihr Wurzel­werk breitet sich unter­irdisch über einen Radius von 15 Metern aus. Die erstau­n­liche Pflanze, die mehrere Jahre ohne Wasser leben kann, ist ins Wappen von Namibia eingegangen. 
Ein 4x4 ist erforder­lich, ebenso ein Permit.

Von Swakop­mund nach Usakos

175 km | 2:30 h

Von der Küste fährt man durch die Dünen­landschaft, dann an den Erongo Bergen vorbei. Hier lohnt sich ein Abste­cher zur Spitzkoppe, den man wegen seiner eigen­tüm­li­chen Form das Matter­horn Namibias nennt.

Dort kann man Busch­mannzeich­nungen anschauen. Weiter östlich wird die Vege­ta­tion dichter. Man nähert sich Omaruru, dem grünen Herzen Namibias.

Arandis

Uran­stadt in der Wüste
60 Kilometer nord­öst­lich von Swakop­mund liegt die 5000-Einwohner-Sied­lung mit Polizei­sta­tion, Kirche, Kran­ken­haus, Schule, Shop und Tank­stelle. Die Reißbrett­stadt von 1972 wur­de für die Arbeiter in der nahegelegenen Uranmine gegründet. 1992 wur­de Arandis vom Minen­be­treiber, dem Rössing-Konzern, anläss­lich der zwei Jahre zuvor errun­genen Unabhängigkeit des Landes als „Geschenk“ an den nami­bi­schen Staat übergeben und erhielt den Status einer Stadt. Bis heute ist Arandis fast zu 100 Prozent von der Minen­ge­sellschaft abhängig, die bis mindes­tens 2021 dort Uran gewinnen will.

Spitzkoppe

Namibias Matter­horn
Der Inselberg, der seine Umge­bung um mehr als 700 Meter über­ragt, gehört du den meist fotogra­fierten Motiven Namibias. Rings um die bizarren Gesteins­forma­tionen ist die Vege­ta­tion relativ üppig, da das „Matter­horn Namibias“ Regen abfängt. Wie am Brandberg und in Twyfelfontein gibt es auch hier jahr­tausende­alte Felsma­le­reien. Die bekann­teste Fund­stelle ist das Busch­mann-Para­dies. Durch Vandalismus sind diese Male­reien aber weitge­hend zerstört. Daneben gibt es noch die Nashorn­wand, was zeigt, dass diese hier früher auch gelebt haben müssen.
G

Erongo Gebirge

Zerklüftetes Vulkangebirge mit üppiger Vegetation

Entstanden ist das wild zerklüf­tete Gebirge vor Jahrmil­lionen durch einen Vulkan­ausbruch, der nicht bis zur Ober­fläche gelangte.

Da es aufgrund seiner Höhe viel Regen abfängt, ist es relativ dicht bewachsen und kaum zu durch­dringen. Die üppige Vege­ta­tion hat seit jeher Tiere und Menschen angezogen, wovon zahlreiche Felsgravie­rungen der San zeugen. Sobald es zu Regen­fällen kommt, wachsen außerdem diverse Savan­nengräser. Die größte Pflanze ist der Spro­kiesboom, der eine Höhe von maximal acht Meter erreicht und vor allem an Steilhängen wächst. Sein Samenöl enthälte antibiot­hi­sche Substanzen und  wird in der Medizin einge­setzt.

Zu Gast in einer Lodge am Hohenstein

1 Nacht | 1x Doppelzimmer | Halbpension

Die Lodge liegt am Fuße des Hohen­steins, dem höchsten Berg des Massivs, am südwest­li­chen Rand des Erongogebirges. Von allen 14 Bungalows und dem Restau­rant aus hat man den glei­chen schönen Ausblick, u. a, auf den Hohen­stein, der zum Sonnen­un­ter­gang in rotem Licht erstrahlt. Tages­touren zur Spitzkoppe und dem Brandberg sind lohnens­wert. Wer auf den Kanachab steigt, wird mit einem spekta­kulären Rund­blick belohnt. Während des Dinners auf der Veranda sollte man ein Fern­glas dabei haben, um das Wild zum Wasserloch ziehen zu sehen.

Es werden unter­schied­liche Aktivi­täten ange­boten. Besonders inter­essant ist ein Besuch des Basisla­gers der Mine­rali­en­su­cher. 
Mehrere beschilderte Rund­wege unter­schied­li­cher Länge führen über das menschenleere Busch­land zu geheim­nisvollen Felsen und maje­s­tä­ti­schen Bergen. Unter­wegs begegnet man den größten Bewoh­nern dieser Wunderwelt, den Gnus und Springbö­cken. Geführte Wande­rungen werden eben­falls ange­boten. Dabei wird eine Schlucht durch­quert, die geologisch und archäo­logisch glei­cher­maßen inter­essant ist. Zum Sonnen­un­ter­gang laden die Ranger auf einen Sundowner ein.

Von Usakos nach Khorixas

424 km | 5:00 h
Die Regen auffan­genden Erongo-Berge werden verlassen. Nach Omaruru wird es flacher und trockener, bis man schließ­lich ins Damar­a­land kommt.

Erongo Moun­tain Winery

Verkos­tungen auf nami­bi­schem Weingut
Die Weinfarm am Fluss Omaruru gehört zu den ganz wenigen in Namibia. Sie liegt auf 1.200 Meter über dem Meer­es­spiegel am Fuß der Erongo-Berge, wo nachts die Winde aus den Bergen für die notwen­dige Kühle sorgen. Vor allem Rotweine gedeihen hier: Shiraz, Cabernet Sauvi­gnon, Pino­tage, Merlot und viele mehr. Neben Weinen werden auch Schnäpse und Liköre gebrannt, für die die aroma­ti­schen Kräuter der Region verwendet werden. Touren durch den Keller und Verkos­tungen werden ange­boten.

Omaruru

Geschicht­s­träch­tiger Ort mit Kunst­gewerbe und dem einzigen Weingut Namibias
Das wenige tausend Einwohner zähl­ende Städt­chen wur­de von der Rhei­ni­schen Mission gegründet, die 1872 hier einige Gebäude errich­tete. Der Missionar Gott­lieb Viehe schrieb hier die erste Bibelüber­setzung ins Herero. 1894 wur­de in Omaruru eine Mili­tär­sta­tion der Deut­schen Schutz­truppe. Heute ist Omaruru ein verschlafenes, aber kosmo­poli­ti­sches Städt­chen, in dem es eine deut­sche Schule gibt. Außer­halb liegt das einzige Weingut Namibias, die rund 3,5 Hektar große Kris­tall Kellerei. Wer die Städt­chen besucht, sollte im Wronsky-Haus vorbei­schauen. Im Erdge­schoss der ehema­ligen Sacher-Bäckerei ist ein Coffee- und Souvernir-Shop, im Oberge­schoss ein Heimatmuseum.

Fran­keturm

Erin­ne­rung an den Herero-Aufstand
Als im Januar 1904 der Aufstand der Herero losbrach, war auch Omaruru betroffen. Die Herero überfielen die Farmen und umzingelten den Ort. Die Schutz­truppe war kurz zuvor ins 400 Kilometer entfernte Gibeon im Süden marschiert. Hauptmann Viktor Franke, Kommandeur der Omaruru-Kompanie, kehrte mit seinen Männern sofort um, als ihn die Nach­richt vom Aufstand via Heliograph erreichte. Nach einem nur fünf­tägigen Gewaltmarsch von 900 Kilome­tern (!) gelang es Franke, den Bela­ge­rungs­ring der Hereros um Omaruru zu durch­bre­chen und die einge­schlos­senen Siedler zu befreien. Der Beob­ach­tung­s­turm aus dem Jahre 1908 wur­de gebaut, um eine bessere stra­tegi­sche Posi­tion zu haben. Zu Ehren des Hauptmanns Viktor Franke wur­de er nach ihm benannt.
H

Fingerklippe

Bizarre Felsnadel im Ugabtal

Die Fels­nadel, die einem ausge­streckten Zeige­finger ähnelt, ist das Ergebnis einer 30 Millionen Jahre währenden Erosion in einer Kalk­stein­schicht.

Die Spitze der Fingerklippe liegt bei 929 m Höhe über dem Meer­es­spiegel, der Fels selbst ist etwa 35 Meter hoch und hat an seiner Basis einen Umfang von 44 Metern. Neben der Fingerklippe ragen noch zahlreiche weitere Tafelberge und Restfelsen aus dem Talgrund hervor.

Zu Gast in einer Lodge am Fuße der Fingerklippe

2 Nächte | 1x Doppelzimmer | Halbpension

Die Lodge am Fuße der Fingerklippe, die zu den Ugab-Terrassen gehört, bietet einen Blick auf diese und das weite Damar­a­land – besonders in den Abend­stunden zum Sundowner ein überwäl­tigendes Erlebnis.

Tages­ausflüge zum Versteinerten Wald, nach Twyfelfontein oder zum Brandberg, dem höchsten Massiv Namibias, sind möglich. An der Lodge beginnen mehrere Wander­wege – unter anderem zur Fingerklippe. Ein Swimmingpool ist vorhanden.

Ugab-Fluss

Gale­rie­wälder am Trockenbach
Nur selten führt der Ugab Wasser. Dabei ist er einer der größten Flüsse Namibias. Zwischen seinen Quellen bei Otavi und seiner Mündung bei Ugab­mund liegen immerhin 450 Kilometer. Dazwi­schen passiert er Outjo und den Brandberg. Wenn es stark regnet, fließt er ein paar Tage, wobei die Wasser­menge fluss­abwärts deut­lich abnimmt. Danach bleiben nur ein paar feuchte Senken zurück. Dass ein Teil des Wassers unter­irdisch fließt, kann man an den Gale­rie­wäl­dern erkennen, die den Fluss säumen. Das Dickicht aus Kameldornbäumen, Tama­risken und Mopanebäumen steht in starkem Kontrast zur wüstenhaften Umge­bung.

Von Khorixas nach Etosha

230 km – 3 Stunden
Die Strecke führt aus dem Kunene-Land nach Osten. Einzige nennens­werte Sied­lung ist Outjo, ein wich­tiges Ver­sor­gungs­zen­trum zwischen Windhoek und Etosha Park.

Outjo

Klein­stadt im Kunene-Land
Die Kreis­stadt im Kunen­e­land hat ca. 6.500 Einwohner und wur­de 1897 von der deut­schen Schutz­truppe gegründet. Bereits zuvor hatte Major Leutwein hier eine Militärbasis errichtet, um den noch unbe­kannten Norden der dama­ligen deut­schen Kolonie zu erfor­schen. Seit dem 16. Jahr­hun­dert leben in der Region die Himbas, eine den Hereros verwandte Volks­gruppe. West­lich von Outjo befindet sich im Tal des prähisto­ri­schen Ugab-Flusses eine magi­sche Kalk­stein­landschaft. Durch Erosion sind hier faszi­nierende Fels­forma­tionen entstanden, deren bekann­teste die Fingerklippe ist.
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Etosha Nationalpark

Namibias Wildparadies

Der Park ist ein Teil der Kala­hari Senke, ein riesenhaftes abfluss­loses Becken, das sich bis nach Botswana ausdehnt.

Die Etosha Pfanne war früher ein großer Binnensee, der nach und nach ausge­trocknet ist und Salz­ab­la­ge­rungen zurückge­lassen hat. Daher hat der Park auch seinen Namen. Er stammt aus der Ovambo Sprache und bedeutet soviel wie „großer weißer Platz“. Der Park hat eine Größe von 20.000 Quad­ratki­lome­tern und eine Länge­n­ausdeh­nung von Ost nach West von fast 300 Kilome­tern. Während im Winter (April – September) ange­nehme Tempe­raturen herr­schen, wird es im Sommer sehr heiß. An der Südseite des Parks, wo sich auch die Camps befinden, liegen viele Wasserlöcher, die besonders im trockenen Winter die Tiere anlo­cken. 1500 Elefanten leben hier, 300 Löwen, das bedrohte Spitzmaul­nashorn, Leoparden und die verschiedensten Antilopen.
Trotz seiner gewal­tigen Ausdeh­nung ist der Park eigent­lich noch zu klein – jeden­falls für Elefanten, die Tausende von Kilome­tern in ihrem Leben wandern und immer wieder die Zäune des Parks nieder­reißen. In den Schub­laden der Regie­rung liegen Pläne, den Park erheb­lich zu vergrößern.

Zu Gast in einer Lodge am Etosha Park

1 Nacht | 1x Doppelzimmer | Halbpension

Die Lodge, auf der die TV-Serie „Waisen­haus für wilde Tiere“ gedreht wur­de, liegt in einem 24.000 Hektar großen privaten Reservat vor den Toren des Etosha Natio­nalparks.

Nicht nur die mensch­li­chen Gäste finden die Anlage anspre­chend. Es nähern sich regelmäßig Giraffen und Antilopen, die die Scheu vor den Bewoh­nern offenbar verloren haben. Aufgrund der Hang­lage bietet sich von vielen Stellen aus eine wunderbare Aussicht über die Ebene und das Wasserloch. Die die reetge­deckten Chalets für die Gäste bieten ausrei­chend Platz. Das gesamte Personal vom Manage­ment bis zum Ange­stellten ist  freund­lich und hilfsbe­reit. Zum Empfang gibt es selbst­gemachten Eistee. Die Guides sind enga­giert und gut geschult. Dinner wird auf der Terrasse mit Blick auf Tiere und Land­schaft in Buffet­form serviert.

Im Süden des Etosha Parks

Vor dem Haupt­ein­gangstor zu Namibias Tier­pa­ra­dies
Das Haupt­ein­gangstor zum Etosha Park ist das Anderson Gate im Süden von Okaujuejo. Wer nicht in einem staat­li­chen Camp inner­halb des Parks wohnen will, sondern den Charme einer privaten Lodge erleben will, findet vor dem Eingangstor ein paar Möglichkeiten in allen Preis­klassen. Oft sind die Lodges in einem privaten Wild­re­servat ange­siedelt und bieten auf ihrem Gelände Pirschfahrten an. Sie liegen meist versteckt in der Wildnis und bieten ultima­tiven Luxus, so etwa die Ongava Lodge. Andere sind direkt an der Straße, so dass man in wenigen Minuten am Eingangstor ist.

Olifantsbad

Bei Elefanten beliebtes Wasserloch
Das Wasserloch ist, wie der Name nahelegt, besonders bei Elefanten wegen der Mopanebäume in der Umge­bung beliebt. Gern nehmen sie dort zwischen den Mahlzeiten ein Bad. Auch Zebras und Antilopen sind regelmäßige Gäste an der Tränke, wo sie oft von Hyänen und anderen Raubtieren belauert werden.

Von Etosha nach Onguma

230 km – 3 Stunden

Die Strecke führt quer durch den Etosha-Park. Am Wegesrand sind viele Wasserlöcher und Tümpel, an denen sich besonders in der Trockenzeit Wild- und Raubtiere sammeln.

Man wird daher oft anhalten und mit dem Fern­glas aus dem Autofenster schauen. Aussteigen ist nur an besonders gekennzeichneten Stellen erlaubt. Höchstge­schwin­digkeit im Park ist 60 kmh.

Okau­kuejo

Dichtes Tier­leben am großen Wasserloch
Die Wasser­stelle von Okau­kuejo ist beleu­chet und kann vom Rast­lager abends und nachts beob­achtet werden. Das Wasserloch bietet den Touristen besonders im Winter ein einzig­ar­tiges Erlebnis. Elefan­ten­herden von bis zu vierzig Tieren können gesichtet werden und auch Spitzmaul­nas­hörner besu­chen die Wasser­stelle oft. Weitere regelmäßige Besu­cher sind Löwen, Geparden und braune Hyänen. Manchmal kann man den Löwen sogar bei der Jagd zusehen.

Halali

Wasserloch für nacht­ak­tive Tiere
Rund 600 Meter vom Halali-Camp mit Restau­rant, Toilette und Café liegt ein Wasserloch, das vom Camp aus zu Fuß erreichbar und von den Wild­tieren inzwi­schen gut akzep­tiert ist. Abends wird das Wasserloch beleuchtet, so dass man auch nacht­ak­tive Tiere beob­achten kann.

View­point Etosha-Pfanne

Bester Ausblick über die schimmernde Salzebene
Die fast 5.000 Quad­ratki­lometer große und 120 Kilometer lange Salzpfanne entstand vor fast vier Millionen Jahren, als durch Verände­rung von Fluss­läufen ein großer Binnensee austrock­nete. In besonders reichen Regenjahren läuft die Etosha-Pfanne bis zu zehn Zentimeter hoch voll und lockt dann tausende Flamingos, Wat- und andere Wasservögel an, die hier auch brüten. Ansonsten bildet die Salzkruste eine weiß­lich schimmernde Schicht, die der Pfanne ihren Namen einge­tragen hat. „Etosha“ heißt auf Ovahimba: „großer weißer Platz“.
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Etosha-Pfanne

Der „große, weiße Platz“

Der „große, weiße Platz“, was die Wortbedeu­tung von „Etosha“ in der Ovahimba-Sprache ist, ist ein ausge­trock­neter Binnensee 1000 Meter über dem Meer, der Salz­ab­la­ge­rungen zurückge­lassen hat.

4760 Quad­ratki­lometer ist die gigan­ti­sche Pfanne groß. Die Länge in Ost-West-Rich­tung beträgt 120 Kilometer, die Breite 55 Kilometer. In besonders reichen Regenjahren läuft die Etosha-Pfanne bis zu zehn Zentimeter hoch voll und lockt dann tausende Flamingos, Wat- und andere Wasservögel an, die hier auch brüten. Der durch­schnitt­liche Nieder­schlag beträgt von November bis Februar ca. 410–440 mm. Das Wasser hat dann einen doppelt so hohen Salzge­halt wie Meer­wasser.

Zu Gast in einer Bush Lodge

1 Nacht | 1x Doppelzimmer | Halbpension | 1x Conservation Levy pro Person

Die Lodge in einem über 7.000 Hektar großen privaten Wild­re­servat am Rande des Etosha Parks ist sorgfältig und mit größter Rück­sicht in den dichten Busch inte­griert.

So findet man hier weder Palmen noch andere Pflanzen, die sündhaft viel Wasser benö­tigen. Stattdessen umgibt die strohge­deckten, komfor­ta­blen Chalets noch der ursprüng­l­iche Busch. Die schmalen Zugangs­wege dorthin werden abends mit Petro­le­um­lampen ausgeleuchtet. Um persön­li­chen Service zu gewährleisten, der bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet wur­de, haben sich die Eigen­tümer entschlossen, den Gäste­be­trieb klein und exklusiv zu halten. Die nami­bi­sche Küche genießt einen hervor­ra­genden Ruf.

Osten des Etosha Parks

Private Wild­re­servate im Schatten des Natio­nalparks
Östlich des Etosha Parks haben sich während der deut­schen Kolo­ni­alzeit Siedler niederge­lassen, die das Land unter sich aufteilten. Auf großen Arealen betrieben sie Rinderzucht und behielten ihre Farmen in der Regel auch nach dem Ersten Welt­krieg, als Namibia süda­fri­ka­ni­sches Protek­torat wur­de. Heute gehört das Land ihren Nach­fahren, die meist noch deutsch­spra­chig sind. Allerdings wur­de in der Trocken­heit in den 1980iger Jahren überall die Rinderzucht aufge­geben, das Gelände renatu­riert und Wild ange­siedelt. Auf dem Gelände der ehema­ligen Farmen bieten die Nach­fahren der deut­schen Siedler heute Pirschfahrten in offenen Wagen an. Besonders attraktiv sind ihre Lodges auch wegen der Nähe zum Etosha Park.

Namu­toni

Festung der deut­schen Schutz­truppe
Ursprüng­lich war der Ort im Osten der Etoshapfanne ein Kontroll­punkt, der von der deut­schen Schutz­truppe während der Rinder­pest errichtet wur­de. Nach dem Herero-Aufstand wur­de das Camp befes­tigt. Heute befindet sich in den Mauern des Forts eines der drei großen Park-Camps. Ein Museum informiert über die Geschichte des Mili­tärpos­tens. Vor der Mauer liegt das King Nehale Wasserloch, wo man auch abends Tiere beob­achten kann, wenn man im Camp unter­ge­bracht ist.

Von Onguma nach Hamakari

370 km | 4:00 h
Die Strecke führt durch Tsumeb und Otavi, die beide in einem relativ feuchten Gebiet liegen. Schon von weitem ist die gewal­tige Silhou­ette des Waterbergs erkennbar, um den man einen großen Bogen fahren muss.

Lake Otji­koto

Ganzjährig mit Wasser gefüllter Karstsee
Der Karstsee im Norden Namibias ist einer von nur zwei ständig mit Wasser gefüllten Seen Namibias. Er wurde 1851 von Charles John Andersson und Francis Galton entdeckt und hat eine Größe von circa 100 mal 150 Meter. Otji­koto bedeutet in der Here­ro­sprache tiefes Loch; tatsäch­lich ist der See eine rund 76 Meter tief. Er soll über ein noch unerforschtes unter­irdi­sches Kanal­system  mit verschiedenen Wasser­stellen im Etosha-Natio­nal­park verbunden sein. Wäh­rend des Ersten Welt­krieges versenkte die deut­sche Schutz­truppe Waffen im See, um sie nicht dem Gegner über­lassen zu müssen. Beein­dru­ckend ist auch die Tier- und Pflanzenwelt rund um und in dem See.

Tsumeb

Minen­stadt im Otavi-Dreieck
Die Stadt wird wegen der vielen Bäume auch als Garten­stadt bezeichnet. Ihr Wirt­schafts­leben wird vom Minen­be­trieb geprägt. Kupfer, Zink und Blei werden hier gewonnen, jedoch auch seltene Mine­ralien. Aufgrund des relativ dichten Busch­lands war die Wilddichte groß, was längst vor der Ankunft der Weißen Siedler anlockte. Busch­männer bauten hier Kupfer ab und tauschten es gegen Tabak und Fleisch. Wer ein wenig Zeit in Tsumeb verbringen will, sollte sich den Otji­koto See ansehen, der durch den Einsturz einer Höhle entstanden ist und klares, fisch­rei­ches Wasser enthält. Ferner ist die Ombili Stif­tung sehens­wert, die sich um Inte­g­ra­tion und Über­leben der 250 verbliebenen Busch­leute kümmert.

Tsumeb Museum

Mine­rali­en­samm­lung mit Minen­be­sich­tigung
Für alle an Geologie und an Geschichte Inter­es­sierten ist das Museum in der Main Street von Tsumeb ein Muss. Es hat eine umfang­reiche Mine­ralien-Samm­lung, daneben informiert es über den Bergbau in Tsumeb und die Geschichte der Stadt. Das Museum orga­ni­siert auch eine Besich­tigung der Mine.
K

Waterberg

Gewaltiger Tafelberg am Rande der Kalahari

Weithin sichtbar ragt der riesige Tafelberg aus der Savanne hervor. Bei Sonnen­un­ter­gang glüht er rot auf.

Das schwer zugäng­liche Plateau ist zu einem der wich­tigsten Refugien für bedrohte Tier­arten geworden. Spitz- und Breitmaul­nas­hörner leben hier, ebenso Büffel und seltene Antilopen, dazu 200 Vogel­arten und eine große Anzahl Reptilien und Amphibien. Die beste Möglichkeit, das Terrain zu erkunden, ist zu Fuß. Vom Waterberg Park am Fuß des Berges führt ein Pfad durch den Fels nach oben. Dort gibt ein breites Netz von Wander­wegen, vom kurzen Spaziergänge bis zur Drei­t­ages­wande­rung

Zu Gast auf einer Rinderfarm am Waterberg

2 Nächte | 1x Doppelzimmer | Halbpension

Mit seinen Gebäuden aus der Kolo­ni­alzeit und den alten Bäumen wirkt die Jagd- und Gästefarm wie eine Fata Morgana inmitten des staub­tro­ckenen Landes.

Die Gastgeber bieten nicht nur einen entspannten, familiären Aufent­halt, sondern auch ein umfang­rei­ches Programm. Dazu gehören die Be­grüßung auf der schat­tigen Terrasse mit haus­gemachter Limo­nade, Besich­tigungen der ökologisch ausge­rich­teten Farm, Wildbe­ob­ach­tung und ein Besuch der Kriegsgräber aus dem Herero-Aufstand gegen die deut­sche Kolo­ni­almacht. Wande­rungen am Waterberg oder auf dem Farmge­lände sind möglich, außerdem Schwimmen im Pool oder Stöbern in der großen Bibliothek. Weiterhin bieten die Gastgeber eine histo­risch und landschaft­lich beein­dru­ckende Farmrundfahrt an, die vor Ort gebucht werden kann.

Deut­scher Friedhof am Waterberg

Erin­ne­rung an den ersten deut­schen Völkermord
Am 11. und 12. August 1904 kam es am Waterberg zur entschei­denden Schlacht zwischen der deut­schen Kolo­ni­almacht und den aufständi­schen Hereros. Danach begann das, was Histo­riker als den ersten deut­schen Völkermord bezeichnen. 2000 mit Kanonen und Maschi­n­enge­wehren gerüs­tete deut­sche Soldaten standen mehreren Zehn­tausenden Hereros gegenüber. Sie waren der deut­schen Waff­en­technik jedoch nicht gewachsen und wurden unter dem kommandierenden General von Trotha in die wasser­lose Kala­hari abge­drängt, wo sie verdurs­teten. Die wenigen gefal­lenen deut­schen Soldaten sind auf dem Friedhof begr­aben, wo es jeden zweiten Sonntag im August eine gemein­same deutsch-namibia­ni­sche Gedenkfeier gibt.

Cheetah Conserva­tion Fund

Reha­zentrum für bedrohte Geparden
Der amerika­ni­sche Verein zum Schutz des Gepards unter­hält in Namibia ein Info-Zentrum inner­halb der Waterberg Conservancy. Der Gepard ist zwar im südli­chen Afrika auf Grund der pionier­haften Arbeit des DeWildt Zentrums bei Pretoria derzeit nicht mehr vom Aussterben bedroht, seine Bestände sind jedoch immer noch gering. Da Geparden taga­ktiv sind und gelegent­lich Schafe rissen, wurden sie in der Vergan­gen­heit von Famern gnadenlos gejagt. Das Cheetah Zentrum liegt rund 45 Kilometer südöst­lich von Otjiwa­rongo.

Von Hamakari nach Windhoek

Mietwagenabgabe

Von Hamakari nach Windhoek

327 km | 3:30 h
Man verlässt das Waterberg­massiv und fährt zurück in die Landes­haupt­stadt. Bei Okahandja gibt es einen großen Straßen­markt mit afri­ka­ni­schem Kunst­gewerbe.

AfriCat Foun­da­tion

Rehabili­ta­ti­ons­sta­tion für bedrohte Raubkatzen
Auf der Farm Okonjima hat die AfriCat Foun­da­tion ihren Sitz. Die Non-Profit-Orga­ni­sa­tion wur­de von Familie Hanssen gegründet und hat seit 1992 über 1.000 Geparden, Leoparden, Löwen, Hyänen, Karakale und Wildhunde gerettet. Nach eigenen Angaben konnten davon über 85% der großen Katzen wieder ausgewildert werden. AfriCat betreibt das größte Raubtier Save-and-Release-Programm der Welt. Raubkatzen, die nicht mehr in die Freiheit entlassen werden konnten, fanden ihr zu Hause bei der AfriCat Foun­da­tion auf der Farm Okonjima. Ein Besu­cher­zentrum klärt über die Bedeu­tung des Natur­schutzes und eines funk­tio­nierenden Ökosys­tems auf. Ein Besuch schließt auch eine kurze Rundfahrt über die Farm und einen kleinen Snack ein.

Okahandja

Herero-Tradi­tion und Kunst­handwerksmärkte
Die kleine Stadt 70 Kilometer nörd­lich von Windhoek ist noch heute das wich­tigste kulturelle Zentrum der Herero. In Okahandja liegen auch ihre großen Führer, Samuel Maha­rero, Hosea Kutako und Clemens Kapuo, begr­aben. Alljähr­lich im August findet hier der tradi­tionelle Here­rotag statt – zum Gedenken an die Vernich­tung der Herero am Waterberg unter General von Trotha. An die Kolo­ni­alzeit erin­nern die 1876 errich­tete Rhei­ni­sche Missi­ons­kirche, das älteste Gebäude Namibias über­haupt, der Bahnhof (1901) und das alte Fort. Besonders beliebt bei den Touristen sind die zwei großen Kunst­hand­werkermärkte mit Holzschnitze­reien am Orts­ein­gang und Orts­ausgang von Okahandja.

Groß Barmen

Heiße Quellen im Erho­lungsbad
Das staat­liche Erho­lungs­gebiet grup­piert sich rund um eine heiße Quelle mit warmem, schwefe­ligem Heil­wasser. Das 2014 wieder­er­öffnete Thermalbad umfasst ein Innen- und ein Außen­be­cken. Der Ort ist nach dem dama­ligen Haupt­sitz der Rhei­ni­schen Mission in Barmen benannt. 1844 haben Wupper­taler Missio­nare hier die erste Missi­ons­sta­tion bei den Herero gegründet.

Mietwagenabgabe

Station: Windhoek, Airport

19 Tage
ab 2.589,00 €
pro Person bei zwei Personen im Doppelzimmer
Leistungen
  • Übernachtung im Doppelzimmer
  • Mahlzeiten (wie oben aufgeführt)
  • Mietwagen (wie oben aufgeführt)
  • Umfulana Klimaspende

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