19.02.2007

Neuseelandreise von Christoph Arnold

Eindrücke von Michaelas und Christophs Neuseelandreise -Okt./Nov. 2006

Christchurch
Die Unterkunft ist der ideale Start für Neuseeland. Barbara und Brian sind sehr freundlich und hilfsbereit – wir haben uns sofort sehr wohl gefühlt.
Das Abholen am Flughafen hat perfekt geklappt. Die Gastgeber waren gerne bereit uns zum Einkaufen zu fahren und am zweiten Tag zu AVIS. Die Zimmer waren sehr bequem, ebenso erfüllte das Bad alle unsere Wünsche. Das Frühstück war opulent und schmeckte her-vorragend. Wir würden auch die nächste Reise dort beginnen wollen. Es war tatsächlich ein Glück das Auto erst am zweiten Tag zu übernehmen – am ersten wäre ich zum Fahren sicher noch nicht fähig ge-wesen, ich würde das auch keinem anderen empfehlen. […] Kaikoura Wir würden jederzeit gerne wieder ins diese Unterkunft gehen, es ist eine sehr urige Pension. Wir haben sie nicht auf Anhieb gefunden, die Skizze und Erklärung in den Unterlagen war ausnahmsweise nicht so besonders. Die Pension liegt sehr ruhig, die Gastgeber sind sehr nett. Leider war das Restaurant nicht geöffnet (da außerhalb der Saison), daher gingen wir auswärts essen und freuten uns dann darauf, vor dem wärmenden Kamin sitzen zu können – leider war das Kaminzimmer von einem Honeymoon-Pärchen belegt, das sich eine Schnulze im Fernsehen ansah. Es war gut dort zwei Nächte zu verbringen, da am ersten Tag die Whale Watch Tour nicht möglich war.
Auch am zweiten Tag war die Whale-Watch Tour grenzwertig, es war sehr windig – und was wir leider erst in Dunedin erfuhren: Ingwer-Tabletten helfen gegen Seekrankheit:-). Michaela hat daher nur einen Wal gesehen, ich vier Pottwale und einen Albatros. Bei ruhiger See ist diese Tour sicher noch beeindru-ckender, die Erklärungen an Bord waren aber sehr professionell und interessant.
Die schon am Vormittag absolvierte Maori Tour sollte ein Muss für Leute sein, die nicht nur an der Land-schaft und den Tieren interessiert sind, sondern auch an Menschen, der Kultur und der Geschichte. Wir waren insgesamt vier begeisterte Teilnehmer.
French Pass
Die Fahrt zum French Pass war leider geprägt von Nebel und Regen, daher konnten wir die angeblich so schöne Aussicht auf dem Queen Charlotte Drive nicht wirklich genießen.
Umso mehr hat sich das Ziel ausgezahlt, Ngaio Bay ist das Paradies auf Erden. Roger und Jude sind sehr nette und höchst interessante Gastgeber bzw.
Gesprächspartner. Das Essen mit großteils selbst angebauten/geernteten und gefangenen (Blue Cod) Produkten war ausgezeichnet, vielleicht das Beste des Urlaubs. Dorthin wollen wir unbedingt wieder (!!!!) – schon weil wir diesmal die Freiluftbadewanne nicht ausnutzen konnten weil es zu stürmisch und kalt war ;-).
Abel Tasman
Das B&B war das einzige Haus mit Fußbodenheizung, sowohl im Bad als auch im Zimmer, das war sehr angenehm – das Zimmer war neben denen in Christchurch und Wanaka das komfortabelste des ganzen Urlaubs! Der Empfang war herzlich, die Gastgeber waren auch sehr zuvorkommend – die Tipps bezüg-lich Unternehmungen und Restaurants waren sehr gut, Peter buchte uns auch gleich einen Tisch im Re-staurant und für den zweiten Tag ein Wassertaxi. Das Frühstück (selbstgemachte Marmelade und Saft) war ausgezeichnet, die Aussicht vom Zimmer sehr schön.
Golden Bay
Die Zimmer waren super, vor allem haben wir die Aussicht aufs Meer und den Sonnenaufgang genossen. Es gab ein ausgezeichnetes Frühstück (das Joghurt mit Früchten war etwas fürs Auge und für den Gau-men) auf der Terrasse. Die Gastgeber sind sehr zuvorkommend, wir haben auch die kostenlose Möglich-keit zum Wäschewaschen und -trocknen genutzt. Wir haben die Farewell Spit Tour gemacht und hatten viel Spaß dabei, wenn man auch nicht wirklich viel zu sehen bekommt, aber allein der Fahrer der zugleich der Führer ist, ist diese Unternehmung wert.
Greymouth
Auf der Fahrt zum nächsten Ziel standen die Pancake Rocks auf dem Programm, die wirken aber nur bei Flut und Wind spektakulär – leider hatten wir die Gezeiten und den Wind nicht auf unserer Seite. Wir hatten überhaupt das Pech, dass dort wo es annähernd windstill sein sollte extrem windig war (Kaikoura, Ulva Island, Otago Peninsula) und dort wo wir uns einen „Sturm“ gewünscht hätten (Pancake Rocks) völlig windstill ;-). Auch das dortige B&B hat eine traumhafte Lage, hier haben wir einen spektakulären Sonnenuntergang genossen. Jan ist sehr hilfsbereit, sie hat uns ein Blatt mit Besichtigungstipps für den weiteren Reiseverlauf gegeben – als sie erfuhr, dass wir Stewart Island besuchen, hat sie uns noch den hervorragenden Tipp mit der von Ulva geführten Ulva Island-Tour gegeben, vielen Dank! Der Nachteil ist, dass Greymouth und somit das nächste Restaurant relativ weit entfernt ist (ca. 15km) – nach einer ohne-hin schon sehr langen Tagesetappe wäre uns ein Restaurant gleich um die Ecke lieber gewesen.
Franz Joseph
Erster Ort auf unserer Reise, der sehr touristisch ist. Vom Ort her nicht unser Fall, aber der Aufenthalt in unserem B&B hat sich ausgezahlt, hier war es sehr gemütlich. Bernie u. Gerard sind sehr hilfsbereit – Gerard hätte sich auch um unser Auto gekümmert, wäre nicht bei der Vorführung wieder alles in Ordnung gewesen. Wir haben auf der Fahrt zwischen Greymouth und FJ wohl einen Stein zwischen die Bremsba-cken bekommen, der ein unangenehmes Geräusch verursacht hat. Gerard hat uns auch ein ausgezeich-netes Frühstück gekocht und Bernie hat uns gute Tipps für Sehenswürdigkeiten gegeben. Sie hat es auch geschafft, trotz sehr kurzfristiger Entscheidung unsererseits für Michaela einen Hubschrauberflug von Fox aus zu organisieren.
Wanaka
Wanaka ist zwar eine sehr gute Alternative zu Queenstown, uns aber vom Ort her immer noch zu touris-tisch. Wir haben uns in unserer Ferienwohnung sehr wohl gefühlt, die Ausstattung war ausgesprochen nett und gemütlich, die Lage unseren Wünschen entsprechend ruhig. Julie u. John sind sehr hilfsbereit, sie haben uns – zusätzlich zur überaus umfangreichen Infomappe zu Lokalen und Sehenswürdigkeiten, die in der Wohnung auflag – auch noch ausführlich persönlich beraten. Wohltuend war, dass John seine LOTR-Touren mit keinem Wort erwähnt hat, dafür gab es Wandertipps und die sehr gute Empfehlung, bei der Weiterfahrt Arrowtown zu besuchen (und Schokolade einzukaufen). Das Selbstversorger-Frühstück entsprach auch all unseren Wünschen – wenn auch bei irgendeinem Produkt (ich weiß nicht mehr wel-ches, wir hätten es ohnehin nicht gegessen) das Verfallsdatum überschritten war.

Te Anau
Auch dieser Ort war uns zu touristisch. Diesmal entsprach auch die Unterkunft diesem touristischen Flair – Helen begrüßte uns "professionell herzlich" und zeigte uns das überaus komfortable Appartement – von der Einrichtung her ließe es sich hier bestens aushalten, die war wirklich super. Was uns ein wenig störte, war, dass wir in der „Küche“ praktisch keinen Sichtschutz hatten und dass das Frühstück im Vergleich zu allen anderen in Neuseeland ziemlich mickrig ausfiel – es war alles peinlich genau bemessen. Die Glüh-würmchen Höhle war ein Erlebnis für sich, wirklich sehr beeindruckend und romantisch – obwohl man hier nur durchgeschleust wird und wenig Zeit zum Genießen hat. Mir persönlich hat deshalb der Spazier-gang zu den Glühwürmchen in Franz Josef fast noch besser gefallen (es sind auch wesentlich weniger Leute dort und er ist gratis).
Doubtful Sound:
Die Overnight-Cruise ist bestens organisiert, mit hervorragend ausgebildeten Führern, die die Fahrt noch spannender und unterhaltsamer gestalteten.
Speziell der Vortrag von Dolphin Dave war mitreißend und hätte ruhig länger dauern können. Wir haben es leider versäumt, bei der Bootstour in seinem Boot zu sitzen – so haben wir seine (laut Mitreisenden) höchst interessanten Ausführungen versäumt und muss-ten stattdessen als Aufpasser hinter den Kajaks herfahren (obwohl auch unser Führer nicht schlecht war). Wir hatten das Glück, dass der erste Tag vom Wetter her sehr schön war, es über Nacht aber geschneit hat und der Fjord am nächsten Tag nebelverhangen war – was in dieser Gegend vom Licht her zu wun-derschönen Stimmungen führt.
Stewart Island:
Der Flug war ob des starken Windes ziemlich unruhig, also für Leute mit schwachen Mägen wahrschein-lich meistens keine wirkliche Alternative zur Fähre… Wir können nicht glauben, dass die eigentlich vorgesehene Unterkunft noch besser sein kann. Raylene und Ronnie waren ausgesprochen nett und hilfsbereit. Die Unterkunft war gemütlich, mit schönem Blick auf den Urwald (besonders beeindruckend der Fuchsia Walk – ein Spazierweg mitten durch den Urwald und gleichzeitig mitten im Ort) – und die Kakas am Balkon waren auch ganz witzig. Das Beste von der Insel aber war Ulva´s guided walk auf Ulva Island. Ulva war zwar selbst am Ende der Tour sehr ent-täuscht, weil sie uns aufgrund des Wetters – es blies immer ein starker Wind, Sonne und Regenschein wechselten sich im 10min Takt ab – nur wenige Vögel zeigen konnte, ihre Begeisterung für die Natur und ihre Erzählkünste waren aber mitreißend. Den „Glowing Sky“ haben wir leider an beiden Abenden nicht zu sehen bekommen, es waren immer Wolken vor der untergehenden Sonne. In jedem Fall ein Grund mehr, Stewart Island noch einmal zu besuchen. Wir verbrachten dafür eine lustige Stunde in „The Ferne-ry“ und sind danach mit vollen Taschen in die Unterkunft zurück.
Niagara Falls/Catlins
June u. Murray sind sehr nette Gastgeber und die Zimmer sind auch sehr komfortabel und schön. Nach den Naturerlebnissen der Tage und Wochen davor war es eine nette und interessante Abwechslung, das Leben auf einer Farm kennen zu lernen. Der Einblick in die Arbeit einer im Vergleich zu österreichischen Bauernhöfen doch um eine Spur größeren Farm – bei uns ist ein Bauer mit 80(!) Kühen schon ein Groß-bauer – hat uns fasziniert. Im Farmhaus wurde gerade ein neuer Kamin eingebaut und daher hatte June keine Zeit zu kochen – das machte aber gar nichts, denn im urigen Niagara Cafe wurde uns eines der besten Essen der Insel serviert.
Dunedin
Das B&B liegt zwar relativ weit von Dunedin, was aber kein Nachteil ist – lediglich die vielen Kurven direkt am Meer bei Regen waren nach der schon langen Etappe mühsam. Margret u. Chris sind sehr zuvor-kommend, interessiert u. hilfsbereit. Von ihnen erhielten wir die Tipps, wo und wann man die Blue Pengu-ins hautnah beobachten kann, dass Ingwer gegen Seekrankheit hilft und dass das Aquarium der Meeres-universität sehr interessant ist. Wir haben das alles überprüft und können jeden einzelnen Tipp nur bestä-tigen – nur die Albatross-Beobachtungstour mit dem Boot fiel aufgrund der stürmischen See aus. Chris ist ein Super Frühstückskoch – das sollten Sie unbedingt einmal persönlich ausprobieren ;-).
Christchurch
Das ideale Ende für Neuseeland. Barbara und Brian sind sehr freundlich und hilfsbereit – wir haben uns wieder sehr wohl gefühlt....

Allgemein haben Sie mit der Reiseroute ziemlich genau unseren Geschmack getroffen und die Reise hat unsere Erwartungen weit übertroffen. In beinahe jedem der Orte wären wir gerne auch länger geblieben.
Im Nachhinein betrachtet wäre so in der Mitte der Reise eine Ruhepause ganz angenehm gewesen, das heißt zumindest ein Tag länger irgendwo sein und ausspannen – wobei genau da mit Franz-Josef und Wanaka die Orte lagen, an denen ausspannen am wenigsten Spaß macht. Verlegt bitte Ngaio Bay in die Mitte einer Reise und lasst uns dort für drei, vier Tage bleiben ;-).

Höhepunkte: Maori Tour, Ngaio Bay, Regenwälder, Doubtful Sound, Ulva Island, Pinguine (Nugget Point und Otago Peninsula), Moeraki Boulders (in chronologischer Reihenfolge)
Tiefpunkte: sandflies

Zur Rubrik "was uns in Neuseeland alles aufgefallen ist":
• Die Leute sind allgemein sehr aufgeschlossen, freundlich und
„neugierig“ – es hat aber den An-schein, als ob es sie tatsächlich interessieren würde, woher man kommt und was man macht – nicht nur aus Höflichkeit.
• Wir sind Menschen die üblicherweise nicht in Privatunterkünften
übernachten (wir wollen keinen „Familienanschluss“), es war hier aber nirgends störend, sondern die Gastgeber waren durchwegs zugleich aufgeschlossen und unaufdringlich (sie respektierten die Privatsphäre und erwarteten das auch von uns).
• Die Gastgeber sind sehr vertrauensvoll, es gibt fast nirgends
Schlüssel bzw. wird fast nichts zuge-sperrt.
• Die Neuseeländer sind offenbar sehr stolz auf ihr Land und
verhältnismäßige Kleinigkeiten werden als große Sensation die man unbedingt gesehen haben muss dargestellt (landschaftlich, histo-risch etc.) – da waren aber die Gastgeber durchwegs sehr hilfreich, sie haben uns auf das Beste hingewiesen.
• Die Wander- und Spazierwege sind auch in relativ abgelegenen
Gegenden bestens gepflegt und aufwändig gestaltet (naja, wir haben keine Mehrtagestouren unternommen). Man findet auch fast überall saubere, beinahe geruchlose WC´s mit Klopapier.
• Die Restaurants schließen relativ früh, nach 8 bekommt man fast
nirgends mehr was und die Gehsteige werden hochgeklappt.
• Trotz des nicht immer milden Klimas gibt es keine Heizungen und die
Häuser sind schlecht iso-liert, die Außenwände zudem sehr dünn – zumindest wussten wir bald, warum die Heizdecken in jedem Prospekt beworben werden.
• Es gibt keine Ortsschilder, drei Häuser sind in Karten als große
Ortschaften eingezeichnet – da bekommt man oft nicht mit, dass man schon zu weit ist.
• Es gibt auch keine Hinweise auf die nächste Tankstelle, zweimal
wurde es bei uns daher ziemlich knapp.
• Das beste Essen gab es in kleinen urigen Landgasthäusern (Mussels
Inn und Niagara Cafe)
• Alle Neuseeländer die von uns erfahren haben, dass wir nur eine
Insel bereisen waren total über-rascht und haben uns dazu ausdrücklich gratuliert, manchmal hatte es sogar den Anschein als würden sie noch eine Spur herzlicher. Auch ich glaube, dass man das Land intensiver erlebt wenn man nur eine Insel besucht – auch wenn wir gleich viel Kilometer (fast 3700) gefahren sind als die-jenigen die auf beiden Inseln waren.


Vielen Dank für die tolle Organisation der Reise – es war ein wirklich eindrucksvoller, schöner Urlaub mit nur einem Kritikpunkt:
Der Start in den Urlaub war nicht ideal: Ich war mit unserer Buchung zugegebenermaßen schon etwas spät dran. Trotzdem vertraute ich darauf, dass Sie (respektive Ihre Kollegen in Deutschland) die Möglich-keiten eines Reisebüros nutzen und für uns einen ordentlichen Platz in den Flugzeugen reservieren las-sen. Für private Wenigflieger ist eine Früh-Reservierung praktisch unmöglich, deshalb habe ich bisher immer über ein Reisebüro meine Flüge buchen lassen, auch wenn ich sonst kein Angebot in Anspruch nahm.
Leider ist das diesmal schief gegangen – im wahrsten Sinn des Wortes, wir saßen auf dem 14 Stundenflug von Dubai nach Sydney und die weiteren 4 Stunden nach Christchurch in der Mitte weit hin-ten in der Reihe, die als erstes nur mehr 3 Sitzplätze hatte. […] Das ist für diese Reise der einzige Kritik-punkt, wir wissen jetzt, dass Flugreservierungen nicht die Stärke von Umfulana sind und werden es das nächste mal anders machen – wir werden aber in jedem Fall wieder eine Reise bei Umfulana buchen, wenn dieses Reisebüro in dem Land aktiv ist in das wir reisen wollen. Da wir diesmal nur die neuseelän-dische Südinsel besuchten, betrifft das mit Sicherheit eine Reise auf die Nordinsel (mit einem Abstecher zur Ngaio Bay).

Michaela & Christoph



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