21.01.2011

Neuseelandreise von Andreas Gerstner

Hallo Frau Hellack,

nach einem langen Flug erblickten wir Neuseeland kurz bevor wir in Christchurch landeten.
Zunächst war der Blick auffallend gewöhnlich.
Die Landschaft die wir erblickten unterschied sich aus der Luft kaum von einem deutschen Mittelgebirge.
Erst nach der Landung und der Übernahme des Mietwagens am AVIS-Schalter direkt am Flughafen,
stellte sich das Gefühl ein, das etwas anders ist wie gewohnt.

Das Fahren auf der linken Seite war wie erwartet gewöhnungsbedürftig aber zunächst nicht schlimm,
nach einigen Minuten wussten wir dann auch, das der Blinkerhebel und der Hebel für den Scheibenwischer ebenfalls die Seiten getauscht haben, richtig aufpassen mussten wir aber bei der landestypischen Vorfahrtsregel beim links abbiegen, der zufolge der von rechts kommende immer Vorfahrt hat!!
Entsprechend wurden wir bei Übernahme des Wagens eingewiesen.

Christchurch empfanden wir für die ersten Fahrversuche als denkbar ungeeignete Kulisse,
um die ersten Erfahrungen mit dem Wagen zu sammeln.
Dazu herrscht zuviel Verkehr auf den Straßen.

Das Straßenbild beherrschen hauptsächlich ein – bis max. zweistöckige Holzhäuser.
Mietskasernen und sonstige Trabantenstädte sucht man vergeblich.
Nur im Bereich der Innenstadt sind dezente Hochhäuser oder überhaupt Steinbauten zu sehen.
Wie wir später noch sehen sollten ist das typisch für die Städte in Neuseeland.
Entsprechend großflächig und großzügig sind die Städte angelegt.
Wohnraumverdichtung scheint ein Fremdwort zu sein.

Richtig entspannend wird die Verkehrssituation erst dann,
wenn man die Staatshighways meidet und die Scenic- Routes fährt.

Die erste Etappe und ein erstes Highlight war am Lake Tekapo.
Sobald man die Canterburry Plains hinter sich lässt,
wird man mit einer grandiosen Landschaft konfrontiert und richtig in den Bann gezogen.

Über den Mount Cook – an dem man toll wandern kann – ging es dann weiter nach Dunedin.
Auf der Fahrt dorthin, ging es durch Ort- und Landschaften die an den Westen der USA erinnern,
und man fühlt sich zurückversetzt in die Pioniertage des Landes.

Nach Dunedin folgten die Catlins.
Dort fanden wir einsame Strände, starken Wind und unendliche Weiten/Weiden.

Im Fjordland wurden wir das erste Mal mit dem Wetter konfrontiert.
Die Milford Route bei starkem Regen und Wind zu fahren hat einen hohen Erlebnisfaktor.
Wassermassen schießen die blanken felsigen Bergflanken hinab und man sieht geradezu wie die Bäche, Flüsse und Seen ansteigen und immer reißender werden.
Dazu noch der starke Wind und die anfürsich kleinen Seen haben einen Wellengang und eine Brandung die geradezu unglaublich anmuten.
Statt den Douptful Sound mit dem Schiff zu erkunden haben wir deshalb am nächsten Tag eine Wanderung auf dem bekannten Keppler track gemacht und dabei unsere Ausrüstung unter den Bedingungen ausführlich getestet.
Wind- und Wetterfeste Kleidung und Schuhe sind wirklich wichtig für diese Region wie sich bei diesem Test dann gezeigt hat...

Das Wetter sollte die nächsten Tage anhalten.
So sahen wir die Westküste, wie sie ihren Ruf sehr regenreich zu sein eindrucksvoll bestätigte.
Bis Greymouth und den Fox- und Franz-Josef-Gletschern war das zunächst kein Problem.

Als wir am nächsten Tag über Westport nach Kaiteriteri wollten, waren bereits am morgen die ersten Straßen gesperrt wegen Überschwemmungen, Erdrutschen etc...
Zunächst haben wir abgewartet und uns die Landschaft um das Cape Foulwind angesehen.
Nachdem Mittags immer noch die Straßen gesperrt waren, wurde uns von den sehr routinierten Streckenposten eine Alternativroute ausgearbeitet.
Zunächst mussten wir aber von Westport wieder zurück nach Greymouth, von dort wurden wir von Streckenposten zu Streckenposten über Funkgerät weitergelotst.
Schließlich lernten wir die eindrucksvolle Landschaft über Nebenstrecken, Gravelroads etc... kennen.
Das Wasser hatte dann schon Teile der für befahrbar befundenen Straßen überflutet.
Daraufhin wurden Konvois gebildet, damit im Bedarfsfall einer dem anderen helfen kann...
Letztlich kamen wir unbeschadet in unserem Quartier an.

Die folgenden Tage am Abel Tasman National Park haben uns dann wieder entschädigt.
Nur das Thema gesperrte Straßen sollte uns noch weiterverfolgen.
So haben wir die Fähre nach Wellington gerade noch in letzter Minute erreicht.
Zuvor mussten wir noch den Wagen am AVIS-Schalter direkt am Fährterminal abgeben.

Wellington ist eine schöne Stadt.
Das Te Papa Museeum ein absolutes Muss.

Weiter ging es über dem Quartier Flying Fox nach Rotorua.
Rotorua erwies sich als Touristen hot spot mit entsprechender Infrastruktur.

Sehr schön war Coromandel mit Traumstränden.

Von dort ging es über Auckland in den Norden.

Sehenswert allemal die Bay of Islands und vor allem das Cape Reinga mit dem Ninety Mile Beach.

Gefahren sind wir die Scenic-Routes sowohl West wie auch Ost.
Belohnt wurden wir mit unglaublichen Ausblicken.
Auch die Kauri- Forste lohnen einen Ausflug.

Auckland erwies sich wieder als sehr Verkehrsreich.
Bemerkenswert sind die ruhigen Randbereiche dieser Großstadt.
In unserem Quartier "in the Woods" herrschte erholsame Ruhe und man ist dennoch nur ca. 20 Minuten von dem Stadtzentrum entfernt und ca. 40 Minuten vom Flughafen.

Alles in allem eine sehr erlebnis- und mitunter auch abenteuerliche Reise,
die viele Facetten von Neuseeland gezeigt hat.

Die Unterkünfte und Gastgeber waren alle über jeden Zweifel erhaben.

Das dass Cottage am Whanganui Fluss ein spezielles Erlebnis bietet, haben wir gerne in Kauf genommen.

Tipp zum Schluß:
Bargeld dabei haben.
Nicht alle akzeptieren eine Mastercard oder Verlangen eine Bearbeitungsgebühr.

Mit freundlichen Grüßen,
Andreas Gerstner



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