20.05.2014

Neuseelandreise von Andrea Decker

Liebe Frau Hellack,

es hat doch einige Tage gedauert bis ich endlich Zeit gefunden habe Ihnen einen kurzen Bericht unserer Reise zu schicken.
Wie immer, hatten wir auch dieses Mal unvergessliche Momente und eine einmalige Zeit. Und wie immer war alles viel zu schnell vorbei.
Nachdem wir fünf Jahre nicht in Neuseeland waren, hatten wir die Befürchtung, der anhaltende Tourismus könnte vieles zum Nachteil verändert haben. Das konnte man in der Vergangenheit leider in vielen Ländern beobachten. Zu unserem Erstaunen waren solche Tendenzen überhaupt nicht zu merken. Die Menschen sind offen und freundlich, das Land ist nicht verbaut oder überlaufen und die einsamen Flecken ohne Tourismus gibt es auch weiterhin. Also bleibt Neuseeland auch in Zukunft eines unserer liebsten Reiseziele.
Unser Aufenthalt ging gleich einmal mit einem Schock los, denn mein Koffer kam nicht mit uns zusammen in Christchurch an. Nachdem wir die Vermisstenmeldung gleich am Flughafen aufgegeben hatten, wartete unser Taxifahrer (typisch Neuseeland) tapfer bis wir endlich da waren. So hatten wir auch gleich Gesprächsstoff und wurden sofort mit der landestypischen Gelassenheit angesteckt. No Problem!
Da ich das dringende Bedürfnis hatte zu duschen und anschließend frische Kleidung anzuziehen, gingen wir auf Anraten unserer Gastgeberin gleich in die Stadt einkaufen. Der Zustand der Innenstadt hat uns beide geschockt. Von einigen Straßenzügen ist nichts mehr da. Auf der Fahrt nach Sumner zu unserem indischen Restaurant verstärkte sich der Eindruck noch. Vieles von dem was wir kannten, gibt es einfach nicht mehr! Allerdings lässt niemand den Kopf hängen, zumindest nicht nach außen hin. Mit der Initiative ReStart geht es bereits in die Zukunft.
Nach einem Tag fand auch mein Koffer den Weg zu uns und die Reise konnte weiter gehen.
In Kaikoura nahmen wir an der, von Ihnen empfohlenen Maori-Tour teil. Das war ein unvergesslicher Nachmittag. Wir waren nur zu dritt und erfuhren sehr viel über die Geschichte, die Kultur und die Weltsicht der Maori. Dabei war die Tour wirklich authentisch und unterhaltsam. Da wir uns als Gruppe auch menschlich gut verstanden, hatten wir viel Spaß und es gab viel zu lachen. Die Tour können wir nur jedem empfehlen, der nicht auf ausgetretenen touristischen Pfaden wandeln will.
An Weihnachten folgte ein weiterer Höhepunkt der Reise. Unsere Gastgeben bereiteten, wie besprochen, das Abendessen für uns zu. Was wir nicht wussten war, dass wir im Kreis der ganzen Familien essen und feiern würden. Dieser Abend war wirklich weihnachtlich im ursprünglichsten Sinne des Wortes. Wir fühlten uns nicht fremd, sondern wie Familienmitglieder. Wir aßen, tranken und erzählten bis in den frühen Morgen in den Marlbourough Sounds.
Ich könnte jetzt seitenweise schreiben, will mich aber auf ein paar Erlebnisse beschränken.
Unsere Unterkunft am Abel Tasman Nationalpark war nicht mehr zu toppen. Wir wohnten in einem kleinen Holzhaus auf dem Gelände unserer Gastgeber. Zwei Keas weckten uns morgens indem sie Steffens Schuhe über die Veranda schleiften. Ich konnte etliche gute Bilder machen. Die Abendessen im Resurgence waren sehr lecken und auf einem echt hohen Niveau. Auch hier lernten wir interessante Leute kennen und hatten zwei unterhaltsame Abende.
In Hokitika haben wir uns die Zeit genommen nach Greenstone zu schauen. Es gibt einen wunderbaren Laden dort „Tectonic Jade“! Am Ende verbrachten wir den ganzen Nachmittag dort, erzählten mit dem Chef über Jade, Politik, Geschichte und gesellschaftliche Tendenzen hier und dort. Wir haben natürlich auch ein paar wunderbare Stücke gekauft und bekamen einen großzügigen Nachlass.
Die Westküste entlang hatten wir viel Regen aber als wir nach Haast kamen, wurde es endlich besser. In Jackson Bay besuchten wir den Cray Pot und aßen Fish & Chips.
In Wanaka waren unsere Gastgeber besonders herzlich und wir hatten auch hier mit der Familie und Freunden einen unterhaltsamen Abend.
Silvester in Queenstown war ebenfalls sehr schön. Das Wetter spielte mit, es gab Musik und ein großes Straßenfest bei dem wir mit vielen Leuten ins Gespräch kamen.
In Fiordland dann hatten wir ausgerechtet an dem Tag, an dem wir nach Milford wollten Regen ohne Ende. Da wir schon einmal bei Sonnenschein dort waren, waren wir zuerst, also eigentlich vor der Abfahrt, enttäuscht. Während des Tages zeigte sich allerdings, dass diese Landschaft bei Regen einen ganz besonderen Charme hat. Tausende von Wasserfällen ergossen sich über die Felswände und Wolkenbänke veränderten ständig den Anblick. Außerdem waren wir am Homertunnel mit den Keas alleine.
Leider gingen unsere Tage in Neuseeland wieder einmal zu schnell vorbei. Es gibt wieder Orte, an denen wir noch nicht waren, die wir aber unbedingt noch sehen wollen.
Es wird also höchst wahrscheinlich nicht das letzte Mal gewesen sein, dass Sie uns eine Reise planen dürfen.
Anbei sende ich Ihnen noch einige Bilder!
Wir wollen uns noch einmal für die kurzfristige und reibungslose Umsetzung unserer Wünsche danken. Sie hören gewiss bald wieder von uns.
Wir möchten Ihnen und Ihrem ganzen Team ein gesundes und erfolgreiches Neues Jahr (es ist ja noch neu!) 2014 wünschen!

Viele Grüße
Andrea Decker und Steffen Manderscheid



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