Łódź

Multikulturelle Kulturstadt: Łódź

Multikulturelle Kulturstadt: Łódź © whitelook / Shutterstock.com

Vom Manchester Polens zur multikulturellen Kulturstadt

Der Aufstieg vom 200-Einwohner-Dorf zur zweitgrößten Stadt Polens begann mit der Ansiedlung deutscher Tuchmacher 1823. So konnte sich Łódź während der Industrialisierung zum wichtigsten Textilstandort und schließlich zum „Manchester Polens“ entwickeln. Um 1900 waren von den über 300.000 Einwohnern 40% Deutsche. Nach den Katastrophen im 20. Jahrhundert erlebte die Stadt nach 1989 zunächst einen Niedergang. Inzwischen hat sich das Blatt gewendet: Fabrikgebäude wurden zu Museen und Einkaufszentren umfunktioniert, so die „Manufaktura“, die heute das größte Einkaufs- und Erlebniszentrum Polens ist. Jährlich findet die Parada Wolności (vergleichbar der Love Parade) auf der Piotrkowska-Straße statt, dem längsten Boulevard Europas., wo sich zahllose Bars und Klubs in Hinterhöfen verstecken. An das einst friedliche Zusammenleben von Juden, Russen, Polen und Deutschen erinnert jedes Jahr das Festival der vier Kulturen.



Sehenswürdigkeiten Łódź


Bahnhof Radegast

Holocaust-Mahnmal am Rand des Ghettos von Lodz

Der Bahnhof Radegast, heute in Vorort von  in Łódź, wurde 1937 als Verladebahnhof gebaut. Nach der Errichtung des Ghettos Litzmannstadt unmittelbar südlich des Bahnhofs diente er als seine wichtigste Verkehrsverbindung. Zunächst wurden Lebensmittel und Rohstoffe ausgeladen, die in den Fabriken des Ghettos benötigt wurden. Ab 1941 wurde der Bahnhof auch zum Transport von Zwangsarbeitern in die Arbeitslager rund um Lodz benutzt. Juden aus Westeuropa und dem Warthegau wurden über Radegast ins Ghetto verschleppt. Seit 2005 ist der Bahnhof eine Holocaust-Gedenkstätte. Besonders eindrucksvoll ist der 140 Meter lange Tunnel der Deportierten mit endlosen Transport-Listen an den Wänden.

Mehr Info:
www.erinnerungsorte.org


Friedrichshafen

Zeppelin-Werke am Nordufer des Bodensees

Die Stadt am Nordufer des Bodensees entstand erst 1811 und wurde nach dem ersten württembergischen König benannt. Aufgrund von Freihandelsprivilegien mit der Schweiz wuchs die Stadt schnell und lockte Industrielle und Touristen an, darunter auch den russischen Zaren Alexander II. Anfang des 20. Jahrhunderts siedelte der Konstanzer Graf von Zeppelin seine Luftschifffabrik in Friedrichshafen an, die im Nationalsozialismus in Rüstungsbetriebe umgewandelt wurden und heute zu Airbus gehören.


Konstanz

2.000 Jahre Geschichte am Bodensee

Trotz ihrer zweitausendjährigen Geschichte wirkt die Stadt am Südufer des Bodensees quicklebendig. Das liegt an der Universität, die viele junge Leute anzieht, an den Theatern und Konzerten. Seit 1993 wird der Hafen von einer mächtigen Statue überragt, die sich in vier Minuten einmal um sich selbst dreht. Eine neun Meter hohe weibliche Figur mit tiefem Decolleté hält in ihren Händen zwei Gnome. Es handelt sich die legendäre Prostituierte Imperia. Die beiden Gnome sind Kaiser und Papst. Während des Konzils zu Konstanz von 1414 bis 1418 schlief – und spielte – sie mit beiden. Jan Hus, der die Mätressenherrschaft der römischen Kirche am heftigsten kritisierte, wurde am Ende des Konzils in Konstanz auf dem Scheiterhaufen verbrannt. 
Besonders schön ist die Altstadt rund um das Münster und das Rathaus.


Lindau

Malerische Inselstadt im Bodensee

Die malerische Altstadt von Lindau liegt auf einer Insel im Bodensee. Sie ist durch eine Seebrücke mit dem Festland verbunden. Die Maximilianstraße führt an Patrizierhäusern aus der Gotik und der Renaissance vorbei. Schließlich kommt man zum Hafen, der von einem Leuchtturm und einem sechs Meter hohen bayrischen Löwen geprägt wird. Rings um die Altstadt führt ein schöner Uferweg mit Aussicht auf die Alpen.


Muzeum Sztuki

Bedeutendste polnische Sammlung moderner Kunst

Das Muzeum in Łódź ist eines der ältesten für moderne Kunst der Welt. Bereits in den 1920er und 1930er Jahren begann eine Gruppe radikaler Künstler mit Namen „a.r.“ damit begann, Werke der wichtigsten zeitgenössischen Künstler zu sammeln. Die Aktion stieß auf großes Interesse der europäischen Avantgarde. Herausragende Künstler wie Fernand Leger, Max Ernst, Hans Arp und Kurt Schwitters spendeten ihre Werke der Sammlung, die nach dem Krieg zu einem Symbol der Solidarität und Zusammenarbeit im geteilten Europa wurde. Heute ist das Muzeum Sztuki  das einzige Museum in Polen mit einer  umfangreichen Sammlung von Weltkunst des 20. und 21. Jahrhunderts.

Zur Website:
msl.org.pl




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