Polnische Ostseeküste

Traditionsreiche Bäder: Sopot an der Ostsee

Traditionsreiche Bäder: Sopot an der Ostsee

Mehr als 500 Kilometer Sandstrände säumen die polnische Ostseeküste zwischen Swinemünde und Danzig. Romantische Fischerdörfer und altehrwürdige Seebäder laden zum Schlemmen und Baden, Kuren und Wassersport ein. In den Badeorten wird meistens Englisch oder Deutsch gesprochen. Im Zuge der Fußball-Europameisterschaft von 2012 wurden an den attraktiven Küstenorten Straßen und Radwege ausgebaut. Trotzdem ist die Küste unseres Nachbarlandes vielerorts noch immer ein Geheimtipp und die Preise im Vergleich zur deutschen Ostseeküste nach wie vor niedrig.



Sehenswürdigkeiten Polnische Ostseeküste


Darlowo

Seebad mit Geschichte

Das Seebad mit dem deutschen Namen Rügenwalde hat 15.000 Einwohner und im Sommer ein Vielfaches an Badegästen. Wegen seiner Lage an der Mündung der Wieprza hat der Ort schon 1270 das Stadtrecht erhalten. Bis heute hat er sein mittelalterliches Erscheinungsbild gut erhalten können. Wichtigste Bauwerke sind die Marienkirche im Stil der Backsteingotik, das Steintor, das Teil der Stadtmauer war und das Schloss, ein spätgotischer Ziegelbau in der Nähe des Stadtparks. 


Köslin

Hochschulstadt hinter der Ostsee

Die Hochschulstadt (heute Koszalin) mit 110.000 Einwohnern ist das Zentrum der mittleren Ostsee 150 Kilometer östlich von Stettin. Obwohl schon in vorchristlicher Zeit besiedelt, gibt es nur wenige historische Häuser in der Stadt. Was nicht während des großen Stadtbrandes von 1718 verbrannte, wurde im 2. Weltkrieg zerstört.


Ustka

Badestrände im ehemaligen Stolpmünde

1335 wurde an der Mündung der Stolp ein Hafen für die zukünftige Hansestadt Stolpmünde gebaut, das zu einem der wichtigsten Zentren im Pommern aufstieg. 1877 kamen wegen des Reizklimas die ersten Kurgäste, es folgte der Bau der Badenanstalt und der Anschluss an das Eisenbahnnetz. 1945 wurde der Ort Ustka umbenannt. Vor der Küste gibt es einen acht Kilometer langen breiten Sandstrand, an dem man auch im Sommer nicht allzu viele Gäste sieht. Die Küstenwälder, Dünen und Seen im Hinterland sind ideal zum Radfahren oder Wandern.


Bytów

Pommersche Kleinstadt im Schatten der mächtigen Ordensburg

Die Stadt mit dem deutschen Namen Bütow  liegt abseits der Verkehrsadern in der hügeligen Wald- und Seenlandschaft Hinterpommerns. Pommersche, brandenburgische und polnische Herrscher sowie der Deutsche Orden haben im Mittelalter das Schicksal von Bütow bestimmt. Die Stadt wurde zum westlichen Grenzstützpunkt des Ordens. An der Stelle der alten Burg wurde um 1400 eine mächtige Burg errichtet, die bis heute erhalten und das Wahrzeichen der Stadt ist. Wie andere pommersche Städte auch, wurde Bütow gleich mehrmals zerstört: 1627 während des Dreißigjährigen Krieges durch Brandstiftung; später, im Schwedisch-Polnischen Erbfolgekrieg, wurde Bütow 1656 erst von den Polen geplündert und alsdann von schwedischen Truppen besetzt, die bei ihrem Abzug 1658 sowohl die Stadt als auch die Burg zerstörten. 


Kirchenruine von Hoff

Vom Meer gefressene Kirche

Die Kirchenruine von Hoff (polnisch Trzęsacz) stammt aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Als sie gebaut wurde, lag die Kirche etwa zwei Kilometer von der Küste entfernt. Doch immer näher fraß sich die See an das Gotteshaus heran. So ordneten Domkapitel und Landrat 1771 an, den Friedhof abzubrechen. Große Stürme in den Jahren 1843, 1853 und 1855 führten dazu, dass der Abgrund des über 20 Meter hohen Steilufers nur noch wenige Fuß von der Kirche entfernt war. Im August 1874 wurde der letzte Gottesdienst gehalten. Danach wurde der Dachstuhl abgenommen und das Mauerwerk versteigert. Die Kirchenausstattung wurde ins Camminer Dommuseum verlegt, wo man nach heute ein spätmittelalterliches Triptychon bewundern kann. 1900 stürzte die Nordwestecke ein, ein Jahr später folgte die gesamte Nordwand. Nach und nach verschwanden immer größere Teile in der Tiefe. Doch das Ende der Hoffer Kirche ist bis zum heutigen Tage nicht gekommen. Seit 2004 verhindern massive Schutzbauten das weitere Abrutschen. Ein Teil der Südwand mit drei Bögen steht noch.


Łeba

Wanderdünen im Biosphärenreservat

Der Badeort grenzt an den 500 Hektar großen, eindrucksvollen Słowiński-Nationalpark, der zum UNESCO-Biosphärenreservat erhoben wurde. Berühmt sind seine bis zu 42 Meter hohen Wanderdünen, die mit einer Geschwindigkeit von bis zu zehn Metern pro Jahr vom Wind verschoben werden. Die größte Düne ist die Lontzkedüne (Łącka Góra). Man erreicht sie per Schiff, zu Fuß oder per Rad. Reizvoll sind auch die flachen Küstenseen, ehemalige Meerwasserbuchten, die von der Ostsee abgeschnitten wurden. Der feinsandige Strand ist ideal für Kinder. 


Kamień Pomorski

Kurort hinter der Ostsee

Die Stadt mit dem deutschen Namen Cammin ist ein Urlaubs- und Kurort. Im Sommer finden Orgelfestivals und andere Kulturveranstaltungen statt. Besonders sehenswert ist die gotische St. Johannes Kathedrale, die von 1535 bis 1945 ein evangelischer Dom war und seither von der katholischen Gemeinde genutzt wird. Ihr gegenüber steht das alte Rathaus von 1350.




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