Polnische Ostseeküste

Traditionsreiche Bäder: Sopot an der Ostsee

Traditionsreiche Bäder: Sopot an der Ostsee

Mehr als 500 Kilometer Sandstrände säumen die polnische Ostseeküste zwischen Swinemünde und Danzig. Romantische Fischerdörfer und altehrwürdige Seebäder laden zum Schlemmen und Baden, Kuren und Wassersport ein. In den Badeorten wird meistens Englisch oder Deutsch gesprochen. Im Zuge der Fußball-Europameisterschaft von 2012 wurden an den attraktiven Küstenorten Straßen und Radwege ausgebaut. Trotzdem ist die Küste unseres Nachbarlandes vielerorts noch immer ein Geheimtipp und die Preise im Vergleich zur deutschen Ostseeküste nach wie vor niedrig.



Sehenswürdigkeiten Polnische Ostseeküste


Bytów

Pommersche Kleinstadt im Schatten der mächtigen Ordensburg

Die Stadt mit dem deutschen Namen Bütow  liegt abseits der Verkehrsadern in der hügeligen Wald- und Seenlandschaft Hinterpommerns. Pommersche, brandenburgische und polnische Herrscher sowie der Deutsche Orden haben im Mittelalter das Schicksal von Bütow bestimmt. Die Stadt wurde zum westlichen Grenzstützpunkt des Ordens. An der Stelle der alten Burg wurde um 1400 eine mächtige Burg errichtet, die bis heute erhalten und das Wahrzeichen der Stadt ist. Wie andere pommersche Städte auch, wurde Bütow gleich mehrmals zerstört: 1627 während des Dreißigjährigen Krieges durch Brandstiftung; später, im Schwedisch-Polnischen Erbfolgekrieg, wurde Bütow 1656 erst von den Polen geplündert und alsdann von schwedischen Truppen besetzt, die bei ihrem Abzug 1658 sowohl die Stadt als auch die Burg zerstörten. 


Darlowo

Seebad mit Geschichte

Das Seebad mit dem deutschen Namen Rügenwalde hat 15.000 Einwohner und im Sommer ein Vielfaches an Badegästen. Wegen seiner Lage an der Mündung der Wieprza hat der Ort schon 1270 das Stadtrecht erhalten. Bis heute hat er sein mittelalterliches Erscheinungsbild gut erhalten können. Wichtigste Bauwerke sind die Marienkirche im Stil der Backsteingotik, das Steintor, das Teil der Stadtmauer war und das Schloss, ein spätgotischer Ziegelbau in der Nähe des Stadtparks. 


Kamień Pomorski

Kurort hinter der Ostsee

Die Stadt mit dem deutschen Namen Cammin ist ein Urlaubs- und Kurort. Im Sommer finden Orgelfestivals und andere Kulturveranstaltungen statt. Besonders sehenswert ist die gotische St. Johannes Kathedrale, die von 1535 bis 1945 ein evangelischer Dom war und seither von der katholischen Gemeinde genutzt wird. Ihr gegenüber steht das alte Rathaus von 1350.


Kirchenruine von Hoff

Vom Meer gefressene Kirche

Die Kirchenruine von Hoff (polnisch Trzęsacz) stammt aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Als sie gebaut wurde, lag die Kirche etwa zwei Kilometer von der Küste entfernt. Doch immer näher fraß sich die See an das Gotteshaus heran. So ordneten Domkapitel und Landrat 1771 an, den Friedhof abzubrechen. Große Stürme in den Jahren 1843, 1853 und 1855 führten dazu, dass der Abgrund des über 20 Meter hohen Steilufers nur noch wenige Fuß von der Kirche entfernt war. Im August 1874 wurde der letzte Gottesdienst gehalten. Danach wurde der Dachstuhl abgenommen und das Mauerwerk versteigert. Die Kirchenausstattung wurde ins Camminer Dommuseum verlegt, wo man nach heute ein spätmittelalterliches Triptychon bewundern kann. 1900 stürzte die Nordwestecke ein, ein Jahr später folgte die gesamte Nordwand. Nach und nach verschwanden immer größere Teile in der Tiefe. Doch das Ende der Hoffer Kirche ist bis zum heutigen Tage nicht gekommen. Seit 2004 verhindern massive Schutzbauten das weitere Abrutschen. Ein Teil der Südwand mit drei Bögen steht noch.


Kołobrzeg

Ostseebad mit wechselvoller Geschichte

Das ehemalige Kolberg liegt an der Ostseeküste in Westpommern und heute vor allem als Sol- und Kurbad bekannt. 2000 wurde von der Stadt Kolberg ein deutsches Lapidarium mit den noch auffindbaren deutschen Grabsteinen zum Gedenken der früheren deutschen Bevölkerung errichtet. Wenig später wurde ein jüdisches Lapidarium eingerichtet. Seit 2000 gedenken polnische und deutsche Kriegsveteranen gemeinsam am Jahrestag der „Beendigung der Kämpfe um Kolberg“ am 18. März 1945 und ihrer Opfer. Im März 2005 wurde auf Initiative der polnischen Veteranen ein dreisprachiges Buch der in Kolberg gefallenen sowjetischen, polnischen und deutschen Soldaten herausgegeben.


Köslin

Hochschulstadt hinter der Ostsee

Die Hochschulstadt (heute Koszalin) mit 110.000 Einwohnern ist das Zentrum der mittleren Ostsee 150 Kilometer östlich von Stettin. Obwohl schon in vorchristlicher Zeit besiedelt, gibt es nur wenige historische Häuser in der Stadt. Was nicht während des großen Stadtbrandes von 1718 verbrannte, wurde im 2. Weltkrieg zerstört.


Krummer Wald

Wandern zwischen Gespensterbäumen

Der Wald beheimatet etwa 400 deformierte Kiefern. die 20 Zentimeter über der Erde um fast 90 Grad gekrümmt sind. Bei einigen Bäumen reicht die Krümmung bis in eine Höhe von drei Metern. Die knapp zwölf Meter hohen und etwa 70 bis 80 Jahre alten Bäume sind ein Ergebnis der Niederforstwirtschaft, die bis ins 19. Jahrhundert verbreitet war. Dabei wird ein junger Baum oberhalb des ersten Triebes geschlagen, um aus den nachwachsenden Trieben Nutzhölzer zu gewinnen – etwa Weidenruten für hauswirtschaftliche Geräte. Die gewonnenen Jungkiefern wurden wahrscheinlich als Weihnachtsbäume abgesägt, während die triebfähigen Stümpfe weiter genutzt werden sollten. Durch dieses Gebiet führt der rote Wanderweg von Gryfino (Greifenhagen) nach Mieszkowice (Bärwalde).


Łeba

Wanderdünen im Biosphärenreservat

Der Badeort grenzt an den 500 Hektar großen, eindrucksvollen Słowiński-Nationalpark, der zum UNESCO-Biosphärenreservat erhoben wurde. Berühmt sind seine bis zu 42 Meter hohen Wanderdünen, die mit einer Geschwindigkeit von bis zu zehn Metern pro Jahr vom Wind verschoben werden. Die größte Düne ist die Lontzkedüne (Łącka Góra). Man erreicht sie per Schiff, zu Fuß oder per Rad. Reizvoll sind auch die flachen Küstenseen, ehemalige Meerwasserbuchten, die von der Ostsee abgeschnitten wurden. Der feinsandige Strand ist ideal für Kinder. 


Nationalpark Unteres Odertal

Letzte natürliche Auenlandschaft Europas

Am östlichen Rand der Uckermark liegt der einzige Auennationalpark Deutschlands in direkter Verbindung zur Oder und ins polnische Nachbarland. Er schützt die Flussaue der Unteren Oder – die letzte noch in großen Teilen intakte Flussmündung Mitteleuropas mit ihren angrenzenden Hängen, Laubmischwäldern und blütenreichen Trockenrasen. Sie ist eine der artenreichsten Lebensräumen Deutschlands. Mit seinen Flussaltarmen und den regelmäßig überfluteten Auen ist das untere Odertal ein Paradies für Wasservögel als Brut-, Rast und Überwinterungsplatz. Mehr als 161 Vogelarten brüten im Nationalpark, darunter See-, Fisch- und Schreiadler. 


Stettin

Hansestadt am Stettiner Haff

Die ehemalige Hansestadt am Stettiner Haff ist heute eine der bedeutendsten Städte Polens. Sie hat über 400.000 Einwohner und einen Erzbischof, einen Hafen und mehrere Universitäten. Das Landschaftbild ist durch die Odermündung geprägt. Der Fluss ist hier fünf Kilometer breit und bildet zahlreiche Flussarme. Dazwischen liegen Inseln, die bis in die Stadt reichen.Am besten erkundet man das Zentrum von Stettin zu Fuß. Es gibt einen offiziellen Rundweg, der durch eine rote Linie auf den Bürgersteigen markiert ist. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind das Schloss der pommerschen Herzöge, der Frauenturm, der gotische Loitzenhof und das Alte Rathaus aus dem 14. Jahrhundert.


Swinemünde

Ostseebad mit glamouröser Geschichte

Bekannt wurde das ehemals drittgrößte deutsche Seebad vor allem durch die regelmäßigen Besuche von Kaiser Wilhelm II, weshalb Świnoujście mitunter auch als das „Kaiserbad“ bezeichnet wird. Von der Stadt zum Strand führt die längste Strandpromenade Europas. Der zwölf Kilometer lange feine Sandstrand zwischen Świnoujście und Bansin setzt sich bis ins 42 Kilometer entfernte Peenemünde fort. Sehenswert sind die Promenade mit Geschäften, Freizeitangeboten, Restaurants und Bars, der Kurpark zwischen Kurviertel und Altstadt sowie die Mühlenbake von 1871, ein Leuchtturm, dessen Leuchtfeuer mit Windmühlrädern erzeugt wurde.


Ückermünder Heide

Wölfe und Seeadler, Moore und Dünen

Die Ueckermünder Heide ist Teil eines der größten geschlossenen Wald- und Heidegebiete Mitteleuropas mit ökologisch wertvollen Flächen beiderseits der deutsch-polnischen Grenze. Neben Kiefern-, Buchen- und Moorwäldern gibt es Dünenlandschaften und Silbergrasfluren. Seit 1936 waren Teile des Gebiets Truppenübungsplätze, was sich positiv auf die Vielfalt der Pflanzen und Tiere ausgewirkt hat. Seit 2015 lebt in der Ueckermünder Heide ein Wolfsrudel mit Nachwuchs. In den Wäldern und Mooren brüten Kraniche, Schrei- und Seeadler.


Ustka

Badestrände im ehemaligen Stolpmünde

1335 wurde an der Mündung der Stolp ein Hafen für die zukünftige Hansestadt Stolpmünde gebaut, das zu einem der wichtigsten Zentren im Pommern aufstieg. 1877 kamen wegen des Reizklimas die ersten Kurgäste, es folgte der Bau der Badenanstalt und der Anschluss an das Eisenbahnnetz. 1945 wurde der Ort Ustka umbenannt. Vor der Küste gibt es einen acht Kilometer langen breiten Sandstrand, an dem man auch im Sommer nicht allzu viele Gäste sieht. Die Küstenwälder, Dünen und Seen im Hinterland sind ideal zum Radfahren oder Wandern.


Wapnica

Wandern und Baden am Türkis-See

Das Dorf war einst Heimat von Fischern und Kleinbauern, dann von Gruben- und Fabrikarbeitern, die in der örtlichen Kreide- und Kalkindustrie arbeiteten. Heute hat Wapnica (deutsch: Kalkofen) etwa 350 Einwohner und lebt heute vom Fremdenverkehr. In der Dorfaue steht eine auf etwa 450 Jahre Alter geschätzte Eiche, die „Dab Prastary” (die Uralte), mit einem Umfang von 6,5 Metern und einer Höhe von 21 Metern. Am Südostrand von Wapnica ist der von Buchenwald umgebene Türkissee ein beliebtes Ausflugsziel. Der See entstand durch das Volllaufen einer aufgegebenen Kreidegrube und ist Teil des Nationalparks Wolin. Die türkisgrüne Färbung entsteht durch die Kombination von klarem Wasser und dem weißen, kalkhaltigen Grubenboden. Rund um den See führt ein Wanderweg zu schönen Aussichtspunkten, etwa zum Piaskowa Góra (Sandberg) am Südufer des Sees.


Wollin

Badestrände und Wisente im Nationalpark

Die 265 Quadratkilometer große Insel zwischen Ostsee und Stettiner Haff wird nur durch die Meerenge Swina von der westlich gelegenen Insel Usedom getrennt. Die in der Eiszeit geformte Landschaft ist abwechslungsreich: Moore, Dünen und Seen wechseln einander ab. Dazwischen wachsen Fichten und Kiefern. Vor der Ostsee gibt es Badestrände und Klippenufer. Der Wolliner Nationalpark umfasst heute beinah die ganze Insel. Dort gibt es unter anderem eine Herde der beinahe ausgestorbenen Wisente zu sehen.




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