Białowieża-Nationalpark

Wahrzeichen des Białowieża-Nationalparks: Wisent

Wahrzeichen des Białowieża-Nationalparks: Wisent

Wisente im letzten Tiefland-Urwald Europas

Der Białowieża-Urwald erstreckt sich über eine Gesamtfläche von 1.500 Quadratkilometern beiderseits der polnisch-weißrussischen Grenze. Er gilt als letzter Tiefland-Urwald Europas. Eingriffe des Menschen werden nur entlang weniger Routen akzeptiert. Wahrzeichen des Parks sind die Wisente, die 1921 in freier Wildbahn ausgerottet wurden. Nur in Zoos überlebten noch 56 Exemplare. Sie wurden ab 1956 wieder erfolgreich ausgewildert, sodass heute eine stabile Population von ca. 450 Exemplaren im Park lebt.

Im März 2016 erlaubte die rechtskonservative Regierung Polens eine Verdreifachung der bisher zugestandenen Abholzung des Waldes – auch in Gebieten, die bisher vor Eingriffen jeglicher Art geschützt waren. Begründet wurde dies mit der Bekämpfung des Borkenkäfers. Die Europäische Kommission verklagte Polen daraufhin im Juli 2017 vor dem Europäischen Gerichtshof. Der ordnete einen sofortigen Abholzungsstopp an, den die polnische Regierung zunächst ignorierte. Eine deutsche Fernsehdokumentation von 2017 belegte die Ansicht der Naturschützer, dass es der Forstverwaltung und der konservativen Regierung nicht um eine Bekämpfung des Borkenkäfers gehe, da die befallene und abgeschälte Rinde der geschlagenen Bäume nicht verbrannt wird und sich daher der Käfer weiterhin ausbreiten kann.

Die Bevölkerung in der strukturschwachen Region steht mehrheitlich auf Seiten der Regierung und fürchtet um Arbeitsplätze in der Waldwirtschaft. Naturschützer, die sich an Forstmaschinen wie den Harvester ketteten, um die Abholzung zu verzögern, wurden kriminalisiert. 

 Im April 2018 urteilte der Europäische Gerichtshof, dass Polen mit der Abholzung gegen das Naturschutzrecht der EU verstößt.

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