Portugals Norden: Einsames Land hinter einer grünen Küste

Portugals Norden

Grün, einsam und wild: Portugals Norden

Grün, einsam und wild: Portugals Norden

Einsames Land hinter einer grünen Küste

Nördlich von Porto ist Portugal nur sehr dünn besiedelt. Das liegt daran, dass über die Grenze nach Nordspanien jahrhundertelang kein Austausch möglich war. Jenseits des Rio Lima war die Welt zu Ende. Landschaftlich ist die Region besonders reizvoll. Nördlich von Porto beginnt die Costa Verde, die auch im Sommer grün und frisch wirkt. Da das Wasser kälter ist als im Süden, gibt es auch im Hochsommer keinen Massentourismus. Dahinter steigt das Land schnell auf bis zum Parque Nacional Peneda-Gerês an der Grenze zu Spanien.



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Sehenswürdigkeiten Portugals Norden

Arcos de Valdevez

Historischer Ortskern am Rio Vez

Der Ort zu beiden Seiten des Flusse Vez lädt zum Flanieren am Ufer und über die Brücke ein. Im Zentrum steht eine Pfarrkiche aus dem 14. Jahrhundert, die ihr heutiges Aussehen unter König Manuel gewonnen hat. Auch der historische Ortskern als Ganzes steht unter Denkmalschutz. In der Casa do Terreiro, einem Stadtpalast aus dem 18. Jahrhundert, ist heute das Stadtmuseum und die Stadtbibliothek untergebracht. Sie ist auch Ort von Ausstellungen und anderer Aktivitäten, und heißt daher auch Casa das Artes.

Bom Jesús do Monte

Schönste Wallfahrtskirche Portugals

Nach Fátima ist die Wallfahrtskirche bei Braga das beliebteste Pilgerziel von Portugal. Die neoklassizistische Kirche liegt in einem Park mit alten Bäumen, üppigen Blumenbeeten und einem kleinen See. An der Stelle des heutigen Gotteshauses stand bereits im 14. Jahrhundert ein Kreuz. Nachdem mehrere Kapellen den anwachsenden Pilgerstrom nicht mehr aufnehmen konnten, wurde 1784 endlich ein großes Gotteshaus errichtet, das mit seiner Bergterrasse und der barocken Treppenanlage als schönstes Wallfahrtsziel Portugals gilt. Die enorme Freitreppe beginnt in Braga und führt über 581 Stufen bis auf den Vorplatz der Kirche. Manche Pilger rutschen die gesamten Stufen auf Knien hinauf. Bequemer geht es mit der seit 1882 errichteten Drahtseilbahn.

Bragança

Provinzstadt mit glorreicher Geschichte

Der 35.000-Einwohner-Stadt im Nordosten Portugals sieht man nicht an, dass sie Stammsitz eines Adelsgeschlechts ist, das von 1640 bis 1853 die Könige Portugals und für 50 Jahre auch die Kaiser von Brasilien gestellt hat. Heute ist Bragança das Versorgungszentrum für eine große, aber dünn besiedelte und arme Region im Grenzland. Sehenswert ist vor allem der mittelalterliche Stadtkern, den eine 2 Meter dicke Stadtmauer umgibt. Dort findet man noch Bürgerhäuser und Adelspalais, deren Renaissancefassaden von besseren Zeiten zeugen.

Caniçada

Talsperre im Süden des Nationalparks Peneda-Gerês

Die Talsperre im Distrikt Braga, benannt nach der kleinen benachbarten Gemeinde Caniçada, staut den Fluss Cávado sowie seinen Zufluss, den Rio Gerês, zu einem vierarmigen See auf. Zwei Brücken führen etwa mittig über das Gewässer, an der Stelle der ursprünglichen Mündung des Rio Gerês in den Rio Cávado. Der nördliche Ausläufer des Stausees erstreckt sich bis in das Gebiet des Nationalparks Peneda-Gerês.

Costa Verde

Sandstrände und einsames Hinterland

Die portugiesische „grüne Küste“ liegt ganz im Norden des Landes zwischen dem Minho und dem Douro. Die breiten Sandstrände und die weißen Dünen, ab und zu von Felsklippen unterbrochen, werden zur spanischen Grenze hin immer einsamer. Das Hinterland steigt schnell an. Dort spenden duftende Pinienwälder Schatten. Wegen der relativ niedrigen Wassertemperaturen und der oft starken Winde ist die Costa Verde touristisch weniger erschlossen als die südportugiesischen Küsten.

Guimaraes

Erste Hauptstadt Portugals

Die aus einer Klosterburg von 960 erwachsene Siedlung wurde 1140 die erste Hauptstadt Portugals, was ihr den Beinamen „Wiege der Nation“ eingebracht hat. Heute ist die historische Altstadt rund um den mittelalterlichen Hauptplatz, den Largo da Oliveira Weltkulturerbe der UNESCO. Die europäische Kulturhauptstadt 2012 beheimatet zudem drei außergewöhnlich interessante Museen: das Museu Alberto Sampaio (Sakrale Kunst), das Museu de Arte Primitiva Moderna (Moderne naive Kunst) und das Museu da Socidedade Martins Sarmento.

Naturpark Montesinho

Heidelandschaft im einsamen Grenzland

Der äußerste Nordosten von Portugal ist eine der ärmsten und strukturschwächsten Regionen Europas. Die Grenze nach Spanien verläuft im Norden und im Osten und war langezeit kaum durchlässig, so dass große Straßen einen Bogen um die Region nördlich von Braganca machen. In der ursprünglichen Bergregion wachsen Eichen- Kiefer- und Kastanienwälder. Die Hochebenen werden von Geröllfeldern, Heide und Ginster geprägt, auf denen Schafe und Ziegen weiden. Von ehemals 91 Dörfern sind viele heute verlassen. Der Naturpark von Montezinho umfasst 750 Quadratkilometer.

Parque Arqueológico do Vale do Côa

Open-Air-Galerie aus der Altsteinzeit

An den Uferhängen des Flusses Côa wurden Ende der 1980er Jahre mehrere tausend Felsgravuren entdeckt, die teilweise über 25.000 Jahre alt sind. Die in den Schiefergestein geritzten Darstellungen zeigen Auerochsen, Pferde, Hirsche, Steinböcke, aber auch Ziegen und Fische, auf einer Länge von über 17 Kilometern. Es ist eine Galerie unter freiem Himmel mit Darstellungen aus der Altsteinzeit, wie man sie bislang nur in geschützten Grotten und Höhlen vorgefunden hatte. Nachdem in den 1990ger Jahren das Côa-Tal samt seinen Zeichnungen einer Talsperre geopfert werden sollte, ist es heute Welterbe der UNESCO. Im archäologischen Park gibt es ein Museum. Führungen werden angeboten.

Parque Natural do Litoral Norte

Windmühlen in weißen Sanddünen

Der Naturpark schützt die großen Sanddünen an der Mündung des Rio Cávado. Sie sind über eine Länge von 18 Kilometern nur karg bewachsen, aber die Vegetation reicht aus, dass der Sand nicht weggeblasen wird. Die Dünen sind eine natürliche Barriere gegen den Sturm vom Atlantik, der sie immer neu formt und die vielen traditionellen Windmühlen der Umgebung antreibt. Wenn die Nachmittagssonne die Landschaft in ein sanftes, warmes Licht taucht, kann man verstehen, dass viele den Naturpark zu den schönsten Landschaften Portugals zählen. Die meisten Besucher kommen allerdings, um die Zugvögel zu beobachten, oder zum Baden. Wer ein paar hundert Meter landeinwärts geht, ist schnell allein im duftenden Pinienwald.

Peneda

Wallfahrtsort am Fuß der Serra da Peneda

Die Serra da Peneda ist nach einem abgelegenen Wallfahrtsort in den Bergen benannt. Peneda mit seinem schönen Barockensemble liegt auf knapp 700 Metern Höhe am Fuß der Berge. Während an Sonn- und Feiertagen vor allem Pilger über die doppelläufige Barocktreppe zur Kirche ziehen, sind es an den meisten Tagen die Wanderer, die hier einen guten Einstieg in die Bergwelt der Umgebung einsteigen.

Ponte da Barca

Malerischer Ort am Lima

Der 12.000-Einwohner-Ort am Ufer des Lima liegt am alten Pilgerweg nach Santiago di Compostela und ist ein guter Ausgangspunkt für Fahrten in den Nationalpark Peneda-Gerês. Besonders schön sieht Ponte da Barcar von der Brücke aus, die sich seit dem 15. Jahrhundert über den Fluss spannt. Sehenswert ist die Kirche in der Altstadt mit Kassettendecke und einem Silberkreuz, das König Manuel I. der Stadt vermacht hat.

Ponte de Lima

Römerbrücke über den Lima

Von den Römern wurde der Fluss „Lethe“ genannt, Um ihn rankten sich unheimliche Legenden: Wer ihn durchquerte, verlor sein Gedächtnis. So weigerten sich die Legionäre ihn zu überschreiten. Erst musste der Proconsul Decimus Iunius ihnen das Gegenteil beweisen. Er durchschwamm den Lima und rief vom gegenüberliegenden Ufer seine Soldaten mit Namen. Im 2. Jahrhunderte wurde schließlich eine Brücke über den Lima gebaut, über die eine römische Fernstraße führte. An dieser strategisch wichtigen Stelle entwickelte sich der Ort Ponte de Lima. Die Römerbrücke steht noch heute.

Santo Tirso

Kunst und Töpferei im Schatten einer Barockkirche

Der Ort in waldreicher Umgebung am Fluss Ave hat eine lange Geschichte. Die Benediktiner gründeten hier 978 eines der ältesten Klöster Portugals, das über riesige Ländereien verfügte. Davon zeugt auch die barocke Kirche, an der viele Jahrhunderte gebaut wurde. Sie ist reich mit Skulpturen ausgestattet. Der Niedergang des Kloster begann 1822, als seine Ländereien in der Liberalen Revolution verstaatlicht wurden. Viele Bürger der Stadt leben vom Kunstgewerbe oder der Töpferei. Ein Spaziergang durch die Gassen lohnt sich.

Viana do Castelo

Malerisches Stadtbild am Rio Lima

Die Hafenstadt mit gut 50.000 Einwohnern liegt nördlich der schlauchartigen Mündung des Flusses Rio Lima in den Atlantik. Obwohl schon von den Griechen gegründet, blieb der Hafen bis in Mittelalter unbedeutend. Erst die Zeit der Entdeckungsreisen brachte den Reichtum, der hauptsächlich dem Kabljaufang vor Neufundland zu verdanken war. Einer der schönsten Plätze Portugals ist die Praça da República mit ihrem dreischaligen Renaissancebrunnen von João Lopez-o-Velho. Während mehrerer Jahrhunderte war der Brunnen die einzige Trinkwasserquelle in der Stadt und dank seiner Lage vor dem alten Rathaus (Paço do Concelho) Treffpunkt und gesellschaftlicher Mittelpunkt.



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