Sintra

Prächtige Villen, üppige Vegetation: Sintra

Prächtige Villen, üppige Vegetation: Sintra

Skuriler Villenvort und Weltkulturerbe

Die Kleinstadt 25 km westlich von Lissabon liegt herrlich auf einem Felsvorsprung über zwei Schluchten. Das üppige Bergland zwischen der Stadt und dem 10 km entfernten Meer ist durch den Parque Natural de Sintra-Cascais geschützt. Acht Jahrhunderte lang war Sintra die Sommerresidenz der portugiesischen Könige. Der Palacio National beherbergt heute ein Museum und kann besichtigt werden (außer mittwochs). Das günstige Klima und die Schönheit der Umgebung zogen im 19. Jahrhundert begüterte Engländer und andere Europäer an, die miteinander um die prächtigste Residenz wetteiferten. Das Resultat ist ein einmaliges Ensemble von skurilen, teils kitschigen Villen und Schlössern, die heute zum Welterbe der UNESCO zählen. Auch die Umgebung ist reizvoll: Kleine Buchten im Westen mit flachen Sandstränden bieten ideale Bademöglichkeiten, sind aber am Wochenende oft sehr voll.



Sehenswürdigkeiten Sintra


Palácio Nacional de Sintra

Muslimische Palast und königliche Sommerresidenz

Der muslimische Palast aus dem 10. Jahrhundert hieß früher Alcázar und ist mit seinen weithin sichtbaren, konischen Kamin-Schornsteinen das Wahrzeichen Sintras. Er war vom 14. bis zum 20. Jahrhundert königliche Sommerresidenz. Der Bau ist ein Konglomerat aus verschiedenen Baustilen. Arabische Einflüsse zeigen sich unter anderem in den holzgeschnitzten Decken und den kunstvollen Wandverkleidungen mit Keramikfliesen aus dem 15./16. Jahrhundert, den sogenannten Azulejos. Seine heutige Form geht vor allem auf das 15. und frühe 16. Jahrhundert unter Manuel I. zurück. Damals wurde in Portugal die Manuelinik entwickelt, eine merkwürdige Verbindung von Gotik und maurischen Ornamenten.


Castelo dos Mouros

Kloster in maurischer Burgruine

Die Burgruine im Wald bei Sintra wurde im 8. oder 9. Jahrhundert von den Mauren erbaut. 1147 eroberte der portugiesische König Alfons I. die Burg und ließ eine christliche Kapelle errichten. Die Portugiesen nutzten die Anlage kaum noch, so dass die Burg in den folgenden Jahrhunderten verfiel. Während der Romantik, um 1860, fand eine umfassende Renovierung der übriggebliebenen Mauern statt. Von der ursprünglichen Anlage ist heute nur noch wenig erhalten.


Palácio Nacional da Pena

Das „portugiesische Neuschwanstein“

Das „portugiesische Neuschwanstein“ ist ein Märchenschloss aus dem 19. Jahrhundert, das verschiedene historisierende Baustile so unbekümmert und zuckrig miteinander verbindet, dass er unter Kunsthistorikern nicht gut gelitten ist. Nebeneinander finden sich Neorenaissance, Neogotik, Neo-Manuelinik und maurische Bauelemente. Die Parkanlagen um das Schloss sollten ursprünglich einen klassischen Englischen Garten darstellen, sind aber ähnlich fantasievoll geraten wie der Schlossbau. Besonders beeindrucken die vielen Räume mit einer vollständigen Inneneinrichtung. Es ist alles so, als würden die Menschen des 19. Jahrhunderts noch dort leben. Man gewinnt einen Eindruck von den prunkvollen Lebensgewohnheiten der Königsfamilie und der wichtigsten Personen am Hof.


Convento dos Capuchos Sintra

Franziskanerkloster im Wald

Das Franziskanerkloster wurde 1560 von Alvaro de Castro gegründet. Die Legende erzählt, dass sein Vater, der Vizekönig João de Castro, sich bei der Jagd verlaufen habe und unter einem Felsen zum Schlafen niederlegte. Dort erfuhr er in einer Vision, dass er dort ein Kloster gründen solle. Er starb vor der Vollendung dieses Vorhabens, doch sein Sohn Alvaro stiftete nach dem Wunsch seines Vaters das Kloster. Die ersten acht Franziskanerbrüder sollen dort der Legende nach über hundert Jahre ein Leben in Buße verbracht haben. Das Kloster ist tief im Wald gelegen. Die spartanischen Mönchszellen wurden zum Teil im Felsen eingehauen und mit Kork verkleidet.


Cabo da Roca

Westlichster Punkt des europäischen Festlands

Das 140 Meter hohe Kap ist der westlichste Punkt des europäischen Festlands. Neben einem Leuchtturm, von dem aus man einen weiten Blick auf den schier unendlichen Ozean hat, der Bar und einem Seefunksender gibt es nur das Rauschen des Meeres, den Wind und das Schreien der Falken, die in den Felswänden nisten.


Mafra

Monumentale barocke Verschwendungslust

Die Kleinstadt ist bekannt für ihren gigantischen Klosterpalast. Der 1711 begonnene Palácio Nacional de Mafra hat eine Gesamtfläche von über 40.000 Quadratmetern und über 1.200 Räume. Der Monumentalbau zeugt von der barocken Verschwendungslust absolutistischer Herrscher in Portugal. Die schier unbegrenzten finanziellen Mittel stammen aus dem Besitz einer brasilianischen Goldmine. Besichtigt werden kann die Basilika der Anlage. 


Cascais

Badeort des portugiesischen Adels

Ab 1870 verbrachte die portugiesische Königsfamilie ihre Sommerferien in Cascais, wodurch Adel und gehobenes Bürgertum angezogen wurde. Heute ist Ort ein mondänes Bad mit schönen Stränden. Sehenswert ist die Boca do Inferno, ein vom Meer unterspülte Steilküste zwei Kilometer westlich von Cascais. Von Estoril kann man einen schönen Strandspaziergang auf einer befestigten Uferpromenade nach Cascais machen.




Reisebeispiele Sintra

Nach Oben