25.07.2013

Schwedenreise von Ruth und Georg Moll

Liebes Umfulana-Team,
anbei ein Resümee unserer Schweden Reise mit Bezug auf die von Ihnen ausgewählten Gästehäuser: von den Quartieren waren wir überwiegend positiv überrascht.
Unsere Reise fand in der Zeit vor Mittsommer statt, was bedeutete, dass etliche Attraktivitäten noch nicht geöffnet waren, wie bzw. Kanuverleih etc.. Dies ist nur in der Saison möglich. Auf der anderen Seite bedeutete dies, dass man in Ruhe die Sehenswürdigkeiten, insbesondere die prähistorischen Stätten besichtigen konnte.
Angenehm ist uns der schwedische Fahrstil aufgefallen, bei Tempo 110 hat man auch Muse und kann auch als Fahrer einen Blick seitwärts riskieren. Der Verkehr war in den Metropolen vergleichbar mit dem in Deutschland, ansonsten fuhren wir oft minutenlang ohne einem Auto oder einem anderen Fahrzeug zu begegnen. Überall kann man mit Karte bezahlen, es ist jedoch angeraten einige fünf Kronen Stücke dabei zu haben, da Toiletten häufig nur mit diesem "Schlüssel" zu öffnen waren. Meine marginalen schwedischen Sprachkenntnisse haben ausgereicht uns einigermaßen zu verständigen, auf der anderen Seite kommt man mit Englisch überwiegend gut durch.
Wir sind mit eigenem Pkw unterwegs gewesen, da wir unser Tandem-Fahrrad dabei hatten. Begonnen hatte unsere Reise nach einem Zwischenstopp bei einer Verwandten bei Skara mit Stockholm, wo wir in der Villa am Djurgarden Kanal direkt an der ehemaligen olympischen Ruderstrecke von 1912 in einem Zimmer mit Blick zum Wasser untergebracht waren. Das Dinner konnte à la carte ausgewählt werden und war gute internationale Küche. Das Frühstücksbuffet ließ keine Wünsche offen.
Stockholm am Nationalfeiertag war ein Erlebnis. Höhepunkt war die Zeremonie eines zweistündigen Wachwechsels mit historischen Truppenteilen, am Abend sahen wir die königliche Familie aus nächster Nähe bei ihrer Fahrt zur Insel Djurgarden (Skansen).
Ein Muss war die dreistündige Dinnerfahrt auf einem historischen Dampfer in die Schären nach Växholm mit der Strömma-Linie. Man wird hier platziert. Das nicht gerade billige Dinner und Weinpackage haben sich wirklich gelohnt.
Mit der Unterbringung in Grythyttan wurden wir in die Epoche einer alten Posthalterei aus dem 17. Jahrhundert versetzt. Hier war das Dinner und das Frühstück eine kleine Steigerung zu Stockholm. Leider konnte das Personal keinerlei Auskünfte über Aktivitäten um Grythyttan herum erteilen. Wir haben uns hier selbst mit einer Radtour um den Torrvarpen-See geholfen und im Naturschutzgebiet Björskogsnäs unzählige Orchideen (Frauenschuhe) gesehen. Grythyttan liegt in der Tat in einer sehr ruhigen abgeschiedenen waldreichen, dünnbesiedelten Gegend.
Über das Westufer des Värnern und einem Abstecher zum Dalslandskanal gelangten wir nach Trollhättan. Auf dem Landsitz bei Trollhättan war die Unterbringung im ebenerdigen Zimmer des separaten Gästehauses nicht gerade optimal. Dafür entschädigte allerdings die hervorragende Küche und die beiden Sechs-Gänge-Menüs beim Dinner. Hier wäre sicherlich ein Michelin Stern zu vergeben, dies gilt dann auch für den Ober Daniel, der die einzelnen Gänge in sehr ansprechender und herzlicher Weise präsentiert hatte. Trotz enormer Arbeit nahm er sich immer Zeit für Erklärungen zu den einzelnen Gängen und konnte auch Fragen zur Zubereitung beantworten, alles eingebettet in eine nette Konversation – wir haben uns wie „zur Familie gehörend“ gefühlt. Das Frühstück ließ wiederum keine Wünsche offen. Das Schärenhotel auf der südlich von Göteborg gelegenen Insel Styrsö erreicht man nach einer viertelstündigen Fahrt mit dem Schiff. Schade, dass unser Zimmer lediglich einen Ausblick auf Gestrüpp im Hinterhof hergab. Die Dinner und das Frühstück verdienen hier lediglich die Note 3. Die Raffinesse der anderen Hotels konnte hier in keinem Fall erreicht werden.
Für 24 Skr kann man ein Billet lösen, mit dem man per Schiff und Straßenbahn das Zentrum von Göteborg innerhalb 1,5 h erreichen kann. In Göteborg ist das Palmhus, das Museum Ostindiska Huset und das Maritiman wirklich empfehlenswert. Auf eine Sightseeingtour in den offenen Paddanbooten haben wir wegen des schlechten Wetters verzichtet.
Die Location in der Lodge am Toftasjön bei Halmstad war die exklusivste und ruhigste. Dazu Nicolas, ein exzellenter Koch und eine sehr zuvorkommende Bedienung – wir haben uns sofort wohlgefühlt. Niclas bei der Arbeit zuzusehen war ein Genuss, wir haben uns nur gefragt, wie er dieses enorme Pensum vom Frühstück bis zum Dinner bewältigt hat – und trotzdem sich Zeit genommen hat die Köstlichkeiten entsprechend zu präsentieren. Der Weinschrank war eine Augenweide und der Inhalt erlesen, wie wir feststellen durften. Das Frühstück wird individuell von Niclas aufgetischt, wobei Sonderwünsche erfüllt werden und hätte locker für 6 Personen gereicht, so konnten wir von allem nur eine Kleinigkeit probieren.
Südöstlich von Malmö war unsere letzte Station auf dem Ökogut bei Vellinge. Ausfahrt 6 der E22 nach Trelleborg nehmen (beschildert). Die Unterbringung in den ehemaligen Stallungen war gut. Obwohl Sonntag, haben wir abends eine üppige kalte Platte bekommen, am Montag gibt es für reservierte Gäste selbstverständlich ein Dinner. Der vielsprachige und weit gereiste Seniorchef begrüßt jeden Abend die Gäste und bringt ihnen die Philosophie seines ökologischen Unternehmens nahe. Hier ist alles biologisch/ökologisch und dann muss man auch in Kauf nehmen, dass das frisch gebackene Brot einmal nicht so knusprig ist wie beim Bäcker oder die Marmelade etwas herber schmeckt, weil weniger Zucker drin ist.
Insgesamt bewerten wir das gute Händchen von Umfulana bei der Auswahl der Locations sehr positiv und würden am liebsten sofort wieder eine Reise bei Ihnen buchen.
Georg & Ruth Moll



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