Cordoba

Einst bedeutendste Stadt des Abendlandes: Córdoba

Einst bedeutendste Stadt des Abendlandes: Córdoba

Jüdisch-maurisches Kulturerbe

Cordoba war um 950 nach Christus die bedeutendste Stadt des christlichen Abendlandes und nur noch mit Byzanz und Bagdad zu vergleichen. Ihr kometenhafter Aufstieg von einer Vandalen-Siedlung begann 756, als der erste Emir den Thron bestieg und Córdoba zur Haptstadt des Kalifats machte. Er führte neue Bewässerungsmethoden und bis dahin unbekannte Kulturpflanzen ein. Wissenschaft und Architektur erlebten einen Höhepunkt. Um die erste Jahrtausendwende gab es Straßenbeleuchtung für die schätzungsweise 300.000 Einwohner. Die jüdische Gemeinde war ein Hort des christlich-muslimischen Dialogs. Nach der Eroberung und Rekatholisierung 1236 geriet Cordoba in Vergessenheit – ein Glücksfall, dem der Erhalt der maurischen Bausubstanz zu verdanken ist. Mit Granada und Sevilla gehört Cordoba zu den drei großen Städten Andalusiens, ist aber etwas ruhiger als ihre Schwestern. Wer dem touristischen Gedränge entgehen will, muss nur ein paar Straßen weiter gehen, wo sich das alltägliche Leben abspielt.

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Sehenswürdigkeiten Cordoba


Mezquita

Moschee und Kathedrale von Córdoba

Die Mezquita-Catedral von Córdoba ist mit einer Grundfläche von über 23.000 Quadratmetern einer der größten Sakralbauten der Erde. Seit der Reconquista ist sie die Kathedrale der Stadt. Ihr Name – „Mezquita“ ist mit dem deutschen Wort „Moschee“ verwandt – deutet jedoch auf muslimischen Ursprung hin. Die Moschee wurde 780 auf dem Areal einer Kirche begonnen. In über 200 Jahren Bauzeit war eine Moschee entstanden, die mit den schönsten ihrer Zeit in Mekka, Damaskus, Kairo oder Istanbul mithalten konnte. Beim Eintreten wird der Betrachter überwältigt von einem Wald von Säulen und Bögen sowie einem Farbspiel von überirdischer Schönheit. Sehenswert ist auch der Innenhof mit dem Almanzor-Brunnen. 

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Gärten des Alcázar

Lauschige Gärten an den Mauern des Königsschlosses

Der Alcázar de los Reyes Cristianos, also das Schloss der christlichen Könige, ist maurischen Ursprungs. Angeblich soll hier einmal eine Hinrichtungsstätte für christliche Märtyrer gewesen sein. Als Córdoba schon gefallen war, Granada aber noch in maurischer Hand war, residierten auf der Burg die katholischen Könige. Besonders schön sind jedoch die Gärten des Alcázars, die an die Mauern angrenzen und im 14. Jahrhundert angelegt wurden. Die Wasserbecken, Springbrunnen und prächtigen Blumenbeete sind im Sommer bis Mitternacht zugänglich.


Judería

Altstadt von Córdoba

Das ehemalige Judenviertel von Córdoba ist heute die eigentliche Altstadt. Sie entstand im 10 Jahrhundert, als viele Juden in das tolerante Kalifat zogen und sich rund um die Mezquita niederließen. Mit der Übernahme der Herrschaft durch die katholischen Könige Spaniens 1492 endete die multireligiöse Blütezeit. Die sephardischen (spanischen) Juden wurden ebenso vertrieben wie die Mauren. Heute ist die Juderia UNESCO Weltkulturerbe. Weiß gekalkte Häuser mit nach Blumen duftenden Innenhöfen säumen die schmalen Gassen. Besonders schön gestaltet ist die Calleja de las Flores, wo die Bewohner ihre Häuser mit einem herrlichen Blumenschmuck versehen haben. Einen Besuch lohnt auch die letzte erhaltene Synagoge Andalusiens.


Las Ermitas

Einsiedelei in der Sierra Cordoba

Auf den Höhen der Sierra Cordoba haben Eremiten in frühchristlicher Zeit Siedlungen gebaut. Sie sind auch heute ein Ort der mystischen Stille, auch wenn nur noch wenige Brüder der Ordens der Unbeschuhten Karmeliter dort leben. Von der Aussichtsplattform hat man einen schönen Blick auf Cordoba. Wer fit ist, kann auch zu Fuß gehen. Der Wanderweg von El Brillante im Norden Cordobas ist drei Kilometer lang und steil.

Umfulana Route


Medina Azahara

Maurische Königsstadt in Ruinen

Die Palaststadt existiert zwar nur noch in Ruinen, aber selbst die lassen die Pracht und den Prunk der maurischen Reissbrettstadt erkennen. Ab 936 schufen 10.000 Arbeiter 25 Jahre lang Paläste, Wohnhäuser, Gärten und eine Moschee. An den Berghanggeschmiegt, wurde die rechteckige Stadt terrassenförmig auf drei großen Stufen angelegt. Chroniken berichten von Sälen mit Bögen aus Elfenbein und Ebenholz, Marmor, Gold und Edelsteinen. Die Blüte dieser Stadt, in der überwiegend ausländische Staatsgäste empfangen wurden, währte nur kurz. Nach 74 Jahren wurde die Palaststadt von Berbern eingenommen und geplündert. Sie verfiel und geriet in Vergessenheit. 1910 entdeckten Archäologen Medina Azahara und begannen, die Ruinen freizulegen. 




Reisebeispiele Cordoba

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