02.05.2012

Spanienreise von Barbara Drewek

1. Barcelona, Hotel Arc La Rambla:
1a. Die Stadt ist sehr lebendig – wunderbar. Aber zwei Nächte Herunbrüllen von 02-04 Uhr direkt im Hinterhof und keine schallmindernde Verglasung. Das ist Gesundheitsschädigung im Superior Zimmer. Die Rezeption machtlos – Polizei gerufen aber untätig. Leiseres Zimmer anbieten – kein höfliches Angebot.
1b. Das gleiche Hotel – der Frühstückskeller: In Spanien im Sommer im Tiefparterre frühstücken ist aus Temperaturgründen erholsam. Hier aber war es das Gegenteil. Das Geschirr wurde rasch abgeräumt – auch ok. Aber das Geklapper dabei hallt bzw. knallt durch das Gewölbe. Dann wird das Geschirr ebenso laut auf dem Bartresen abgeladen (im gleichen Raum. 20m Luftline von den meristen Tischen). Und mit noch mehr Schwung bzw. Emissionen direkt dort (von Hand) abgewaschen. Das reicht für eine rasche Flucht nach dem ersten Kaffee.
1c. Apropos Kaffee: Die erste Tasse solo schmeckte nach dem gesüßten Kakao der vorweg gezapften Capuccinos. Ich kenne Hotels, wo die Maschinen besser gewartet werden.
1d. Gute Englischkenntnisse der Rezeption waren hilfreich.
1e. Liebes Reisebüro: Ich habe in den Seitengassen (nicht nur der Rambla) attraktivere kleine Hotels bemerkt.

2. St Martin bei Aisna
2a Das ganze Hin und her mit dem Ordern des Menus am ersten Abend hat eine Welle von Mails und Telefonaten ausgelöst, deren Roaming-Kosten über 15 EUR lagen. Wir hatten uns das etwas leichter vorgestellt. Nachdem aber meine Frau den Polo heil über die Abenteuerpiste gebracht hatte, verweigerte sie uns entnervt den erneuten Abstieg vom Berg bis zur die Rückfahrt. Aber jetzt: Mitbesitzer David tauchte auf, beruhigte die (noch einzigen) Gäste mit einen excellenten 5 Uhr Tee und bot uns einen kostenlosen Transfer per Landrover nach Ainsa und zurück, verbunden mit eine zielsicheren Empfehlung der passenden Bodega (1 aus 5). Einfach Klasse der Mann, auch als weltläufiger Gesprächspartner und Landeskundlicher. Das war mehr als professionell.
2b. Dieses Hotel ist i.w.S.d.W. einsame Spitze. Ruhe, Fernsicht, Umgebung, die Gebäude und ihre liebevolle Einrichtung und der gute Geist des Hauses Katharina. sowie der Koch. Ein Rundum Entschleunigungs- und Wohlfühlort mit Stil und Historie. Drei Tage dort oben sind das Minimum!
2b. Zwei kleine Empfehlung vom Reisebüro an ihre Hotels:
a) Sagt den Superköchen. dass es bei den 50 nzw 60+ Gästen Freude macht, wenn im Menü eine mengenreduzierte Variante gibt – nicht weil es billiger, sondern gesünder (für die Nacht) ist. Lobt den Koch, wenn er ohne schrägen Blick auch eine phantasievolle vegetarische Variante offeriert. (Das war hier 1. Klasse)
b) Sagt dem Management der Hotels, dass ihr keine Gäste mehr schickt, wenn sie dem personal nicht wenigstens eine Liste der 50 wichtigsten Worte und Redewendungen in Englisch lernen hilft. Das ist so peinlich für die Betroffenen. Oder darf ich als Gast nicht mehr in Länder fahren, wo ich die Landessprache nicht kenne (ich persönlich kann schon 4, aber leider noch kein Spanisch.) Gracias Catarina!
2c. Dieses Hotel ist ein Muss für den Einstieg in die Pyrenäen bzw. Aragon. Der Polo ist acu schadenfrei wieder herunter gekommen.

3 San Sebatian Villa Soro
3a Das zweite erstklassige Frühstücksbüffet der Reise. Alles gediegen und sauber – bis auf etwas Feuchte bedingten Schimmel am Fenster. Aber das Klima in S.S. ist ja auch heikel. Das einzige Hotel, wo man fast auf Anhieb 2 deutsche Sende im TV fand (arte und 3Sat). Ansonsten sehr empfehlenswert.

4 Brinas/Haro
4a Ein im kleinen Kern noch schönes Weinbauerndorf mit dezenter aber reizwoller Ebropromenade. Sonst aber nix. Bodegabesuch wird angeboten, ist aber peinlich, da gerne auch Flaschen verkauft werden, die dann am Flughafen wg Sicherheit zurückbleiben müssen (oder legen Sie Rotweinflaschen in Ihren Kleiderkoffer?)
4b Abends zum Essen muss man nach Haro. Die Guardia Civil machr auf den Strassen aber Alkoholkontrollen! Die Stadt macht eine etwas heruntergewirtschafteten Eindruck.
Am besten ist ein Tagesausflug nach Burgos über Sto. Domingo del Calzado)
4b Sprachkenntnisse des Personals s.o. bis auf eine Ausnahme.
4c Uns haben Hotel und Ort nicht gefallen. Alles ware etwas zu düster, man konnte nicht richtig aus den Fenstern schauen. Meine Frau konnte die Martratze nicht gut finden. unpraktisches Design im ZZimmer und Badezimmer, im Fernseher nur ein paar spanische private Kanäle – also nix mit Champions League. Das Frühstuck als "erlesen" bezeichnet, konnte nicht begeistern, zu viel Fertigprodukte und Brot im Recyclingstatus.
Dünne iNet-Verbindung in Teilen des Parterre.
4c Liebes Reisebüro: Die in 4b benannte propere Kleinstadt des Hl. Dominik mit ihrer Einbindung in den Camino solltet Ihr anbieten, sie ist ein lohnenderes und Lehrreicheres Ziel.

5 Das Traumresort an der Küste
5a Die Anmerkung für die Köche gilt auch hier, aber das Essen war das beste der Reise gleuchauf mit St. Martin (sogar etwas günstiger)
5b Mit Frz. und Engl. gings gut.
5c Hier würde ich mich auch gerne 1 Woche rundum wohlfühlen. Das Design, das Raumangebot, Infrastruktur und die Lage sind excellent. jederzeit wieder.
5c Liebes Reisebüro: Schreibt Euren Kunden ins Lederbüchlein, dass man um spätestens 5:30 aufbrechen muss, wenn man einen Rückflug vor 10 Uhr in BC hat.
Die Strecke ist mit Radarfallen gespickt, man muss an ca. 5 Mautstellen knapp 20 EUR lassen und da Hotel kann so früh kein Frühstück bieten, gibt aber eine brauchbare Obst und Kuchen plus Wasser und Nesquick – Tüte mit.

Noch ein paar Petitessen:
Werdet noch kreativer und nötigt Euren Geschäftspartner dreiw Komfortpunkte ab:
1.) Intenetzugang nach Qualität klassifiziert! Also, kann ich die Tagesschau aus der Videothek anschauen? Geht Skype störungsfrei (auch ohne Bild)? Ist es schnell genug meine Mail online abzurufen und zu schreiben. Reicht der Empfang bis ins Zimmer oder
nur in ein paar Ecken neben dem Eingang?
2.) Sagt Ihnen deutlich, dass es neben 30 landessprachlichen Kanälen auch 2-3 leicht zu findene (Zettel auf dem Schreibtisch) deutschsprachige geben muss (etwa Arte, 3Sat und Das Erste). Alles andere drückt den Zimmerpreis um 30 EUR.
3.) Klärt nachprüfbar ab, ob in 80% der Aufenthaltszeit (Morgens, Siesta und Abends) mindestens ein Mensch mit den 50 wichtigsten... präsent ist. Auch niedrig bezahltes Personal hat das Recht auf gute Weiterbildung.

Mein letzter Wunsch: Schickt Euren Kunden mit der Mail auch die .KML Dateien für
Google Earth von allen Hotels. Auch die vom Leihwagenbüro und -rückgabe, ggf. auch für besondere Ortstipps/Ausflüge.) Das unterstützt die Vorbereitung und das Aufsetzen des Navis enorm.
Letzter Fehler (hättet Ihr doch mal gegooglet) In BC gibt es "keine" Calle Corcega (d.i. Katalanisch) sondern international nur die Calle Corsega (Spanisch) und dahin kommt man mit dem 17er Bus (von Barceloneta) ohne 2 schwere Koffer duch den Untergrund zu wuchten über die Placa Juan Carlos.

Habe ich nicht wortreich gesagt, dass es wieder eine schöne und lehrreiche Reise war ?Dann sei es an dieser Stelle nochmal betont.
Herzliche Grüße nach Kürten in die Straße eines meiner Lieblingskomponisten
Ihr Dr. Raimund Drewek



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