Karoo

Scheue Bewohner der Karoo: Erdmännchen

Scheue Bewohner der Karoo: Erdmännchen

Grenzenlose Weite, Stille und Leere

Die Karoo ist eine Halbwüste, die etwa ein Drittel der Gesamtfläche von Südafrika bedeckt. Man unterscheidet die kleine Karoo nördlich der Gardenroute und die große Karoo, die in die Kalahari und die namibischen Wüsten übergeht. An den Gebirgshängen der Südküste regnen sich die Wolken ab, sodass der jährliche Niederschlag landeinwärts rapide absinkt. Obwohl die Karoo mit ihrer grenzenlosen Weite, Stille und Leere zunächst unheimlich wirkt, findet sich hier Leben in vielfältiger Form. Schlangen, Schildkröten und verschiedenste Kleintiere, die sich an die harten Lebensbedingungen angepasst haben, fristen hier ihr karges Dasein. Bevor das Land eingezäunt und für Straußen- und Schafzucht genutzt wurde, gab es hier große Herden von Wild, die jetzt nur noch in den Nationalparks der Karoo zu finden sind.



Sehenswürdigkeiten Karoo


Brakwater

Steinzeitmalereien und Gravuren

Die Ureinwohner der Karoo, San, durchwanderten die gesamte Karoo. Auch auf der Farm Brakwater hinterließen sie Petroglyphen und Malereien auf Steinen, in Höhlen oder an Überhängen. Südafrikas künstlerisches Erbe aus der Steinzeit zählt zu dem reichhaltigsten der ganzen Welt und umfasst eine Zeitspanne von 500.000 Jahren. Die Abbildungen auf Brakwater zeigen in ihrer Mehrzahl Elenantilopen, Strauße und Elefanten. Daneben gibt es auch Gravuren von Giraffen und Reptilien, Böcken und Menschen im Strichmännchen-Stil. 


Hanover

LKW-Fahrer, Merinoschafe und brütende Hitze

In der Hitze des Northern Capes döst die Kleinstadt an der N1 meist vor sich hin. Ab und an hält ein Lastwagenfahrer auf dem Weg von Johannesburg nach Kapstadt, um zu tanken. Knapp 5.000 Menschen wohnen hier, allerdings deutlich mehr Merinoschafe, die die Haupteinnahmequelle sind. 1854 kauften sechs Männer aus Hannover das Gelände und gründeten eine Farm. Aus dem Bauernhof wurde eine Stadt, die immerhin eine bedeutende Persönlichkeit hervorgebracht hat: den Pastor Thomas François Burgers, der später Präsident der Südafrikanischen Republik wurde.


Ganora Farm

Fossilmuseum und mineralogischer Spaziergang

Nachdem die Ganora Farm um die Jahrtausendwende verkauft wurde, erkundeten die neuen Besitzer das mehrere tausend Hektar große Gelände. Dabei fanden sie jede Menge prähistorischer Spuren: Fossile von Dinosauriern, Steine die über eine Milliarde Jahre alt sind und Felsgravuren, die die San vor Jahrhunderten hinterlassen haben. Die Funde sind heute in einem kleinen Museum ausgestellt. Wer Interesse hat, kann sich über die Farm führen lassen. 

www.ganora.co.za


Valley of Desolation

Unbeschreibliche Farben und Formen im „Tal der Verzweiflung“

Das „Tal der Verzweiflung“ ist eigentlich ein Gebirgsmassiv und bietet spektakuläre Aussichten auf bizarre Felsen und Bergkuppen. Unbeschreiblich schöne Wanderrouten führen durch das Gelände. Zum Glück ist die Zufahrtsstraße zu schmal für Reisebusse. Wer am frühen Morgen oder am Nachmittag fährt, ist meist allein und findet die Landschaft in ein magisches Licht getaucht. Vom unteren Aussichtspunkt eröffnet sich der Ausblick über das tief unten liegende Graaf-Reinet und die Karoolandschaft. In der Ferne sieht man den 2.500 Meter hohen, Kompassberg in den Sneeubergen. Vom Parkplatz am Ende der Straße führen mehrere einfache Wanderwege zu verschiedenen Aussichtspunkten. Im Süden bietet der 1.300 Meter hohe, kegelförmigen Spandaukop einen unvergesslichen Anblick. Seinen Namen verdankt er wahrscheinlich einem Buren mit Berliner Vorfahren. 

Umfulana Route


Eerstefontein Trail

Schildkröten und Echsen im Schatten des Spandau-Kop

Die Wanderung führt von Graaf Reinet in die weite Karoo-Landschaft. Orientierung gibt der charakteristische Spandau-Kop (1316 Meter). Die Pflanzenwelt ist von überwältigender Vielfalt, auch wenn sie im Sommer vertrocknet erscheint. Schildkröten, Echsen und Antilopen finden hier einen idealen Lebensraum. Auch das seltene Bergzebra kreuzt zuweilen den Weg. (5:30 h, 15,6 Kilometer, auf und ab 320 Meter)

Umfulana Route


Aberdeen (Südafrika)

Saurierspuren und eine Nederlandse Kerk

Das verschlafene Städtchen mit knapp 5.000 Einwohnern döst in der Hitze der Karoo vor der Kulisse der Camdeboo Mountains. Es wurde 1855 durch die Nederlandse Hervormde Kerk gegründet wurden, damit die Landwirte aus der Umgebung keine großen Reisen unternehmen mussten, um die Kommunion empfangen zu können. Bis heute beherrscht die Kirche mit einem Turm von 52 Metern Höhe das Ortsbild. Im Zentrum gibt es ein paar historische Häuser. Im 1.500 Hektar großen Fonteinbos Nature Reserve sind versteinerte Dinosaurierspuren gefunden worden.


Colesberg

Verschlafenes Provinznest in der Halbwüste

Der verschlafene Ort im Osten der Großen Karoo liegt an der Kreuzung zweier Nationalstraßen. Er wurde 1830 anstelle einer 1814 entstandenen Missionsstation gegründet und ist damit die älteste von Europäern gegründete Siedlung der Region. Colesberg war für viele Jäger und Abenteurer der letzte Außenposten der Kapkolonie auf dem Weg in das Innere des Kontinents. 1854 wurde eine anglikanische, neun Jahre später eine niederländisch-reformierte Kirche errichtet.


Beaufort West

Wüstenstädtchen an der N1

Die Gemeinde mitten in der Karoo wurde 1818 gegründet und nach dem Herzog von Beaufort benannt. Die nächsten Städte sind alle über 150 Kilometer entfernt. Mehrere historische Gebäude prägen das Bild von Beaufort West. Besonders sehenswert ist das Stadshuis von 1867 in der Donkin Street. Berühmtester Sohn der Stadt ist Christiaan Barnard, dem die erste Herztransplantation der Welt geglückt ist. In der ehemaligen Stadthalle ist ein Museum rund um das Leben des Herzchirurgen eingerichtet. 


Gariep Dam

Größter Staudamm Südafrikas

150 Kilometer südlich von Bloemfontein wird der Oranje-Fluss zum größten Staudamm Südafrikas aufgestaut. Der künstliche See trug ursprünglich den Namen Hendrik Verwoerd Dam, nach dessen politischem Förderer. Nach dem Ende der Apartheid wurde er in Gariep Dam umbenannt. Gariep ist ein Wort aus der Sprache der San und bedeutet „großes Wasser“. Über 200.000 Hektar Land werden vom See aus bewässert. Daneben wird er auch touristisch genutzt: Fast alle Wassersportarten sind möglich, wie Segeln, Kanufahren, Motorboot fahren, Wasserski oder Angeln. Im angrenzenden, 12.000 Hektar großen Wilsreservat leben verschiedene Antilopen-Arten, Bergzebras, Strauße und viele weitere Tiere.


Mountain Zebra National Park

Heimat der seltenen Bergzebras

Der Park wurde 1937 gegründet, als es nur noch sechs Bergzebras in der Region gab. Inzwischen haben sich diese kleinen Zebras, die nur in der Kapregion vorkommen, wieder auf über 200 Exemplare vermehrt, so dass jährlich Tiere an andere Parks abgegeben werden können. Daneben gibt es zahlreiche Antilopenarten, Gnus und Wüstenluchse, die sich in den höheren Regionen aufhalten, wo der Wildreichtum am größten ist. Im Sommer kann es sehr heiß werden, während im Winter die Nächte kalt sind.


Fraserburg

Verschlafenes Nest in der Halbwüste

Die verschlafene 3000-Einwohner-Stadt mit einer Tankstelle und einem Supermarkt liegt mitten in der Halbwüste der Großen Karoo.  Bevor die ersten Trekburen im 18. Jahrhundert die Gegend durchstreiften, waren die einzigen Anwohner die San, deren Höhlenzeichnungen sich bis heute in der Umgebung finden. Nachdem einige Straußenfarmen gegründet wurden, folgten 1858 eine Poststation und drei Jahre später ein Gefängnis. Einige schöne Villen im Zentrum zeugen vom verblichenen Reichtum der Straußenbarone. Die nächsten Ansiedlungen sind über hundert Kilometer entfernt.




Weitere Sehenswürdigkeiten Karoo




Reisebeispiele Karoo

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