Richtersveld

Verblüffende Sukkulentenvielfalt: Richtersveld

Verblüffende Sukkulentenvielfalt: Richtersveld

Wild zerklüftete Wüste mit endemischer Pflanzenwelt

Richtersveld ist eine wild zerklüftete Wüstenlandschaft an der Grenze nach Namibia, wo die lebensnotwendige Feuchtigkeit durch die Frühnebel kommt. Kleine Säugetiere, Reptilien und Vögel siedeln hier sowie eine verblüffende Vielfalt von Pflanzen, von denen manche nirgendwo sonst existieren. Vor allem Sukkulenten kommen in einer Vielfalt vor, die den Botanikern Mühe bei der Beschreibung macht. Ab Alexander Bay wird die Strecke auch für Allradwagen unwegsam, aber die Schönheit der Landschaft lohnt die Mühe.



Sehenswürdigkeiten Richtersveld


Alexander Bay

Zugvögel und orangene Flechten

Die nördlichste Stadt an der Westküste liegt an der Mündung des Oranje in den Atlantik. Jenseits des Flusses liegt Oranjemund im Diamantensperrgebiet von Namibia, das man über eine Brücke erreicht kann . Der Grenzübergang ist zwischen 6 und 22 Uhr geöffnet. An der Mündung des Oranje liegt ein Sumpfgebiet, das eine wichtige Zwischenstation für zahllose Zugvögel ist und  daher zum Schutzgebiet erklärt wurde.
Östlich von Alexander Bay kommt man durch das weltgrößte Habitat von Flechten in einer Wüstenlandschaft. Es sind 26 Arten bekannt. Auffällig sind die grünen und orangen Flechten. 


Aussenkehr Nature Park

Wer ein Allradfahrzeug und ein wenig Zeit hat, sollte die 45 Kilometer lange Canyon Route durchfahren. Sie führt durch eine wilde Landschaft im 100.000 Hektar großen Aussenkehr Nature Park. Für die Zufahrt benötigt man ein Permit, das man für 200 N$ im Norotshama River Resort kaufen kann. Das ganze Gelände ist in Privatbesitz. Man bekommt einen laminiertes Blatt, auf dem die genaue Route eingezeichnet ist. Ohne diesen Plan kann man sich schnell verfahren. Die Rundfahrt dauert 2 Stunden bis 2,5 Stunden mit Fotostopps. Wer frühmorgens losfährt, sieht besonders viele Tiere und hat das schönste Licht.


Orange River

Größter und wasserreichster Fluss Südafrikas

Der Orange River ist mit 2000 Kilometern Länge Südafrikas größter und wasserreichster Fluss. Er entspringt im regenreichen Hochgebirge von Lesotho und durchquert den trockenen Westen als Fremdfluss, d.h. er hat nach dem Zufluss des Vaal keinen Zulauf mehr. Ein Wildwasser also, das mitten durch die Wüste fließt. Bei Augrabies donnert er in grandiosen Wasserfällen 160 Meter in die Tiefe und fließt danach durch eine romantische, kaum zugängliche Schlucht. Zum Kanufahren ist er ganzjährig geeignet.


Port Nolloth

Diamantensuchboote und Nebelschwaden

Die Hafenstadt in der Gemeinde Richtersveld hat ungefähr 6.000 Einwohner. Seine Geschichte begann, als der Kommandeur Nolloth 1854 einen Hafen zum Abtransport von Kupfererz bauen ließ, das mit Ochsenkarren aus dem Hinterland gebracht wurde. Heute liegen im Hafen meist Suchboote, die den Meeresboden nach Diamanten absuchen. Der von der Antarktis kommende Benguelastrom sorgt dafür, dass die Wassertemperaturen 16 °Celsius selten übersteigen. Daher bildet sich über dem Meer ein dichter Nebel, der nachts landeinwärts zieht und für Feuchtigkeit sorgt.


Richtersveld Transfrontier Park

Bergwüste des Namalandes

Der 2004 gegründete Park ist der dritte grenzübergreifende Park Südafrikas und nach dem Krüger-Park und dem Kgalakgadi-Park der drittgrößte des Landes. Er schützt die Bergwüste des Namalandes, die trotz der Diamantenfunde weitgehend erhalten geblieben ist. Das Land ist nach wie vor im Besitz der Namas, die einen Teil der Parkeinnahmen erhalten und ihre Herden, meist Ziegen, weiden lassen. Ihre traditionelle Beweidungsart schadet der sensiblen Pflanzenwelt nachweislich nicht. Da das karge, abgelegene Gebiet auf den ersten Blick nicht gerade bezaubernd wirkt, ist es für Touristen bislang nur wenig erschlossen. Bei Sendlingsdrift gibt es eine Fähre über den Oranje Fluss, der die Lebensader des Parks und zugleich die Grenze zwischen Richtersveld und Fish River Canyon bildet.

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