Zululand

Zulu-Kriegstanz nur noch für Touristen: Shakaland

Zulu-Kriegstanz nur noch für Touristen: Shakaland © Gil.K / Shutterstock.com

Viehkraals und traditionelle Lebensformen

Die Zulus waren der mächtigste Stamm in Südafrika. Ihre Sprache ist bis heute nach Englisch die zweitwichtigste in Südafrika. Zu einer Nation wurden die Zulus um 1820 durch den berühmt-berüchtigten König Shaka geformt. Seine Armee, die sich durch besonderen Drill und Grausamkeit auszeichnete, war die mächtigste auf dem afrikanischen Kontinent. In den 1830er Jahren erlitten die Zulus eine empfindliche Niederlage gegen die Buren in der Schlacht am Blood River. Ihre Selbständigkeit büßten sie aber erst unter den Engländern ein. Die Schlachten im Anglo Zulu War waren für die Engländer sehr verlustreich. Besonders auf dem Land ist die typische Zulukultur noch recht verbreitet: vor allem Ahnenkult, Hexerei, das traditionelle Heilwesen und die typische Siedlungsstruktur sind überall anzutreffen.



Sehenswürdigkeiten Zululand


Hermannsburg

Ein Stück Lüneburger Heide in Südafrika

Mitte des 19. Jahrhunderts landeten zwölf Missionare aus der Lüneburger Heide in Port Natal, dem heutigen Durban. Von einem deutschstämmigen Banker – dem Gründer der heutigen Standard Bank – erwarben sie ein riesiges Stück Land östlich von Greytown, wo sie ein Missionshaus, eine Kirche und eine Schule errichteten, die noch heute bestehen. Die Schule ist jetzt eine deutsche Auslandsschule. Auf ihrem Gelände befindet sich das Missionshaus, in dem ein ansprechendes Heimatmuseum über die ungewöhnliche Geschichte informiert.


Hluhluwe

Kleinstadt zwischen Wildparks und Ananasfeldern

Die Stadt mit knapp 4000 Einwohnern liegt im Herzen des Zululandes zwischen dem Isimangaliso-Wetland-Park und dem Umfulolozi-Hluhluwe-Park. Der Name wird „Chluchluwe“ ausgesprochen, was in der Zulusprache „dornige Schlingpflanzen“ heißt, die in großem Mengen am Hluhluwe-Fluss wuchern. Im Einzugsgebiet der Stadt gibt es viele Wildparks, außerdem Rinderzucht, Nutzholz und Zuckerrohr. Bis zu 95 Prozent der südafrikanischen Ananasproduktion kommen aus der Gegend.


Hluhluwe-iMfolozi-Park

Bergsavanne und Heimat der Nashörner

Mit knapp tausend Quadratkilometern ist der aus Umfolozi (heute: iMfolozi) und Hluhluwe zusammengelegte Park zwar wesentlich kleiner als der Krüger Park, steht ihm aber, was die Vielseitigkeit der Landschaft, Pflanzen- und Tierwelt angeht, um nichts nach. Während Hluhluwe im Nordwesten bergig und bewaldet ist, wird Umfolozi von offenem, weitem Bushveld geprägt. Im Park leben alle  Big Five. Bekannt wurde Umfolozi wegen seiner Rolle bei der Rettung des Breitmaulnashorns (White Rhino). Anfang der 1960iger Jahre gab es nur noch wenige Dutzend Exemplare weltweit – die meisten von ihnen in Umfolzi. Dank strenger Schutzmaßnahmen ist die Population wieder auf über tausend allein in Umfolozi angestiegen. Jährlich können überschüssige Tiere in andere Parks ausgesiedelt werden.
Spektakulär liegt das Hilltop Camp von Hluhluwe mit weiter Aussicht über die Bergsavanne, die man vom Besucherzentrum oder dem Restaurant aus genießen kann.


Ithala Game Reserve

Bergsavanne mit reicher Tierwelt

Das 30.000 Hektar große Wildreservat im nördlichen Teil des Zululandes beeindruckt durch seine außergewöhnliche Vielfalt und Schönheit. Von den Höhen der Ngotshe Berge sieht man tausend Meter tiefer eine weite und sanft gewellte Savannen-Landschaft. Hochplateaus werden von tief eingeschnittenen Flusstälern unterbrochen. Elefanten, Breit- und Spitzmaul-Nashörner bevölkern den Park, ebenso Büffel, Zebras, Giraffen und Warzenschweine, dazu große Herden von Antilopen, vor allem Gnus und Kudus, Eland, Impala und die seltenen Tsessebe. Löwen gibt es keine, weshalb Antilopen gejagt und im Veld liegengelassen werden, was wiederum die Population der Aasfresser – vor allem Hyänen, Weißrückengeier, Ohrengeier und Kapgeier – erheblich gesteigert hat. Ein weiterer Vorteil ist, dass man auf bestimmten Wegen alleine wandern darf.


Kosi Bay Nature Reserve

Tropische Küste mit enormer Artenvielfalt

Die tropische Küste von Kosi Bay wird durch ein 10.000 Hektar großes Naturreservat geschützt. Im Zentrum liegen vier Seen, die über natürliche Kanälen miteinander verbunden sind und einen schmalen Zugang zum Indischen Ozean haben. Bei Flut wird Salzwasser in die Seen gespült, das sich unterschiedlich stark in den Gewässern verteilt. Aufgrund des unterschiedlichen Salzgehalts ist die Vegetation enorm vielfältig. Seltene Raffia-Palmenwälder, und verschiedene Mangroven wachsen dort ebenso wie Papyrus, Farnbäume, Feigen und zahlreiche Orchideen. Nicht minder groß ist der Artenreichtum im Meer, weshalb Kosi Bay ist auch „das Aquarium“ genannt wird. Schnorchler finden ein Paradies vor. Im Mündungsbereich gibt es ein Korallenriff. Allerdings muss man sich dabei vorZambesi-Haien, Flusspferde und Krokodile in Acht nehmen.


Kranskop

Großartige Aussicht über den Tugela-Canyon

Der kopfartige Berg ist 1.175 Meter hoch und kaum bekannt. Dabei bietet er einen der großartigsten Ausblicke südlich des Kilimandscharos: rund tausend Meter tiefer sieht man den Tugela durch einem gewaltigen Canyon fließen. Zwar ist der Kranskop nur sehr schwer zu besteigen, jedoch bietet sich fast die gleiche Aussicht auch vom Ende des Pfades, den man vom Parkplatz aus gehen kann. Oft sieht man Adler unter sich kreisen. In der Zulu-Mythologie spielt der Berg eine wichtige Rolle. Demnach gibt es dort eine verbotene Höhle, die sich öffnet und Schutz vor Kannibalen bietet, nur um sich wieder zu schließen und die einzusperren, die er angelockt hatte. 


Luthuli Museum

Friedensnobelpreisträger und Mandela-Freund

Chief Luthuli war einer der visionären Führer des ANC, die ihrer Zeit weit voraus waren. Mit seinem Kampf für Demokratie und gegen Rassismus war er für Nelson Mandela ein Vorbild und väterlicher Freund. Er wurde 1907 als Sohn eines schwarzen Missionars der Sieben-Tage-Adventisten im heutigen Zimbabwe geboren. Für die Methodistische Kirche kam er als Lehrer nach Pietermaritzburg, wo er in den ANC eintrat. 1960 wurde er als erster Schwarzer mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Sein bescheidenes Wohnhaus in Groutville ist heute ein Museum, das typisch ist für die spannungsreiche Erinnerungskultur Südafrikas und einen Besuch lohnt.

Nähere Informationen:
www.luthulimuseum.org.za


Manyoni Private Game Reserve

Privates Reservat in der Bergsavanne

Das private Naturreservat in der reizvollen Bergsavanne rund um den Leopard Mountain wurde 2004 gegründet. 15 Landbesitzer haben ein 20.000 Hektar großes, zusammenhängendes Gebiet geschaffen, in dem Wild und Raubkatzen ungehindert von Zäunen migrieren können. Ein mehrere hundert Meter breiter Korridor zum Hluhluwe Park ist geplant, um vor allem Elefanten das Wandern wieder zu ermöglichen. Im Rahmen eines vom WWF unterstützten Projekts werden bedrohte Tierarten, wie die Säbelantilope, heimisch gemacht. Das Reservat können Sie jedoch nur besuchen, wenn Sie in einer der Unterkünfte innerhalb des Parkes übernachten.

Nähere Informationen:
www.zululandrhinoreserve.co.za


Maputaland

Tropisches Dreiländereck von Südafrika, Mosambik und Swasiland

Das Dreiländereck von Südafrika, Mosambik und Swasiland gehört bereits zur tropischen Zone. Infolge seiner Abgeschiedenheit gehört die etwa 10.000 Quadratkilometer große Region zu den am wenigsten erschlossenen Gebieten. Der Indische Ozean ist nur an wenigen Stellen mit dem Auto zu erreichen. Im Inland gibt es einsame Parks, wie den Tembe Elefphant Park, die noch Geheimtipps sind. In den Küstenwäldern legen Schildkröten ihre Eier ab. Eine erstaunliche Vielfalt von Vögeln lebt am Ufer des Mkuze und des Pongola River, ebenso Flusspferde und Krokodile.


Mkuze Falls Reserve

Big Five in vielseitigem Ökosytem

Das Private Wildreservat am Mkuze River bietet auf kleinem Raum ein erstaunlich vielseitiges Landschaftbild: Auwälder am Fluss und an den Wasserfällen, Sumpfland, Savanne und mit Gras bewachsene Berge tragen zu einem reichen Ökosystem bei. Im Reservat sind die „Big Five“ (Elefant, Löwe, Leopard, Büffel und Nashorn) beheimatet, daneben auch Geparden, Flusspferde und Krokodile. Besonders für Vogelkundler ist der Park ein Eldorado: mehr als 400 Arten sind hier beheimatet.

Nähere Informationen:
www.mkuzefalls.com


Ndumu Game Reserve

Wildreservat am Pongola-Fluss

Das Wildreservat liegt im Maputaland zwischen der Grenze von Mosambik, dem Pongola Fluss und Tembe Elephant Park. Nirgendwo in Südafrika gibt es eine größere Vogelvielfalt als in der sumpfigen Landschaft von Ndumu: über 430 verschiedene Arten sind registriert. Neben verschiedenen Antilopenarten gibt es Breit- und Spitzmaulnashörner, Flusspferde und Krokodile. Wegen seiner Vielfalt an Insekten zieht der Park viele Forscher an. Geführte Wanderungen und Pirschfahrten im offenen Jeep werden angeboten.


Phinda Private Game Reserve

Privates Wildreservat mit ökologischer Vielfalt sondergleichen

Phinda – der Name ist ein Zulu-Wort und bedeutet „Rückkehr“ – ist eines der jüngeren privaten Wildreservate im Nordosten der Provinz Kwa Zulu Natal und relativ klein; es hat etwa die Ausdehnung des Stadtstaates Bremen. Das ökologische Zusammenspiel von Wasser, Wind und Bodenbeschaffenheit bietet Lebensraum für eine beispiellose Vielfalt von Wildtieren: Feuchtgebiete, Dünen, Schilfland und Savannen. Neben Großwild (Löwen, Leoparden, Elefanten, Büffel, Breit- und Spitzmaulnashörner) lassen sich in der Umgebung der Phinda Forest Lodge mit etwas Glück Zwergantilopen, Geparde, seltene Schildkröten und über vierhundert Vogelarten beobachten. Phinda liegt im Zentrum des iSimangaliso-Wetland-Parks, den die UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt hat: iSimangaliso bedeutet „Wunder“, und wer ein Wunder gesehen hat, sagen die Zulus, hat dasselbe gesehen wie Ujeqe in Thonga. Das Reservat können Sie jedoch nur besuchen, wenn Sie in einer der Unterkünfte innerhalb des Parkes übernachten.


Phongola Game Reserve

Tropisches Reservat am Lake Jozini

Das private Wildreservat, das auf Zulu auch uPhongolo heißt, liegt im tropischen Tiefland an der Grenze zu Swasiland. Es wird vom Pongola River durchflossen, der im Osten zum Lake Jozini aufgestaut ist. Seit 1954 wird das ehemalige Farmgebiet rekultiviert und in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt. Aus dem Krüger Park wurden Elefanten, Hyänen, Nashörner, Büffel, Giraffen und zahlreiche kleinere Tiere eingeführt. Am Lake Jozini haben sich Flusspferde, Krokodile und mehr als 300 verschiedene Arten von Wasservögeln angesiedelt. Das Reservat kann man jedoch nur besuchen, wenn man in einer der Unterkünfte innerhalb des Parks übernachtet.


Pongola

Südafrikas artenreichste Flussaue

Der Pongola entspringt in der Nähe von Wakkerstroom in Mpumalanga auf einer Höhe von 2.200 Metern und fließt durch eine Schlucht in den Lebombobergen nach Osten. Bei Jozini biegt er nach Norden ab und mündet an der Grenze zu Mosambik in den Usutu River. Die Flussaue ist eines der artenreichsten Ökosysteme Südafrikas. Lagunen, Altwasser, Marschen, Wälder, Deiche und Wiesen bieten vielen Tieren einen Lebensraum, darunter Krokodile, Nilpferde, Rötelpelikane und Kobalt-Eisvögel. Der Kampfadler lebt in Flussnähe. 


St. Lucia

Badeort am Isimangaliso-Wetland Park

Der kleine Ort liegt an der Mündung der Lake St. Lucia Lagune ist das touristische Zentrum des iSimangaliso Wetland Parks (vormals Greater St. Lucia Wetland Park). Er liegt auf einer schmalen Landzunge, begrenzt durch das Mündungsgebiet des St. Lucia Flusses im Westen und den Indischen Ozean im Osten. Man kann den Ort in einem dreistündigen Spaziergang umrunden und geht die meiste Zeit dabei über Strand und Dünen. Vom Estuary Beach führt auch ein hözender Boardwalk ein Stück an der Lagune vorbei durch die Landschaft zum Campingplatz und zum Ski Boat Club. Hier lassen sich Krokodile und Wasservögel beobachten. Große Hotels gibt es bislang nicht, dafür eine Reiher privater Unterkünfte und ein paar Restaurants, in denen meist Südafrikaner zu Gast sind.


Tembe Elephant Park

Abgelegener Park im Dreiländereck

Der drittgrößte Wildpark von KwaZulu Natal liegt im abgelegenen Maputaland, dem Dreiländereck von Südafrika, Swaziland und Mosambik. Hauptattraktion sind die ungewöhnlich stattlichen Elefanten, die zu einer ursprünglich in Mosambik beheimateten Population gehören. Während des Bürgerkriegs in den 1990iger Jahren wurden die Herden stark dezimiert und sind auf mosambikanischer Seite inzwischen ausgestorben. Nur die wenigen Tiere, die sich damals in den Tembe Park geflüchtet haben, haben überlebt und sich inzwischen auf fast 200 Exemplare vermehrt. In dem 500 km² großen Park leben alle Big Fives, daneben auch Nilpferde, Elandantilopen, Giraffen, Hyänen, Gnus und Krokodile. Ornithologen sind begeistert von der Vielfalt der Vogelwelt. Über 340 Arten sind registriert.




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