Zululand

Zulu-Kriegstanz nur noch für Touristen: Shakaland

Zulu-Kriegstanz nur noch für Touristen: Shakaland © Gil.K / Shutterstock.com

Viehkraals und traditionelle Lebensformen

Die Zulus waren der mächtigste Stamm in Südafrika. Ihre Sprache ist bis heute nach Englisch die zweitwichtigste in Südafrika. Zu einer Nation wurden die Zulus um 1820 durch den berühmt-berüchtigten König Shaka geformt. Seine Armee, die sich durch besonderen Drill und Grausamkeit auszeichnete, war die mächtigste auf dem afrikanischen Kontinent. In den 1830er Jahren erlitten die Zulus eine empfindliche Niederlage gegen die Buren in der Schlacht am Blood River. Ihre Selbständigkeit büßten sie aber erst unter den Engländern ein. Die Schlachten im Anglo Zulu War waren für die Engländer sehr verlustreich. Besonders auf dem Land ist die typische Zulukultur noch recht verbreitet: vor allem Ahnenkult, Hexerei, das traditionelle Heilwesen und die typische Siedlungsstruktur sind überall anzutreffen.



Sehenswürdigkeiten Zululand


Dlinza Forest

Große Vielfalt im Küstenregenwald

Vor Mitte des 19. Jahrhunderts war die Küste von KwaZulu Natal über hunderte von Kilometern dicht bewaldet. Zwar war der Küstenregenwald nur wenige Kilometer breit, dafür beheimatete er die größte Artenvielfalt des Subkontinents.  Als die europäischen Siedler kamen, musste der Wald den Zuckerrohrfeldern weichen. Nur wenige Flecken sind unberührt geblieben, darunter der Dlinza Forest bei Eshowe. Vögel und Chamäleons, Schnecken und Schmetterlinge, dazu Frösche, Motten und Käfer bevölkern den Wald bis heute. Ein Bohlenweg führt heute durch den Urwald, zum Teil sogar auf Baumkronenhöhe.

Nähere Informationen:
www.kznwildlife.com


Grab von Sarie Marais

Die legendäre Voortrekkerfrau starb im Ochsenwagen bei der Geburt ihres elften Kindes.

Am 10. Mai 1840 starb die Voortrekkerfrau Sara Johanna Adriana Maré bei der Geburt ihres elften Kindes in einem Ochsenwagen. Sie wurde an Ort und Stelle beerdigt. Bald jedoch rankten sich Geschichten und Mythen um die schöne Frau. Während des Burenkriegs entstand ein anrührendes Vokslied, das bis heute unter weißen Südafrikanern bekannter ist als die Nationalhymne und in andere Sprachen übersetzt wurde. Auf deutsch wurde es von Helmut Lotti gesungen. 
Im Lied geht es um Sarie Marais, die von ihrem Geliebten, einem Burenkämpfer, vermisst wird. Er hatte sie vor Ausbruch des Kriegs in Mooi River getroffen. Nun will er sie endlich wiedersehen und zwar im alten Transvaal. Doch da sind die Briten, die heimtückischen Krokodilen ähneln und ihn gefangen nehmen wollen.


Hermannsburg

Ein Stück Lüneburger Heide in Südafrika

Mitte des 19. Jahrhunderts landeten zwölf Missionare aus der Lüneburger Heide in Port Natal, dem heutigen Durban. Von einem deutschstämmigen Banker – dem Gründer der heutigen Standard Bank – erwarben sie ein riesiges Stück Land östlich von Greytown, wo sie ein Missionshaus, eine Kirche und eine Schule errichteten, die noch heute bestehen. Die Schule ist jetzt eine deutsche Auslandsschule. Auf ihrem Gelände befindet sich das Missionshaus, in dem ein ansprechendes Heimatmuseum über die ungewöhnliche Geschichte informiert.


Kranskop

Großartige Aussicht über den Tugela-Canyon

Der kopfartige Berg ist 1.175 Meter hoch und kaum bekannt. Dabei bietet er einen der großartigsten Ausblicke südlich des Kilimandscharos: rund tausend Meter tiefer sieht man den Tugela durch einem gewaltigen Canyon fließen. Zwar ist der Kranskop nur sehr schwer zu besteigen, jedoch bietet sich fast die gleiche Aussicht auch vom Ende des Pfades, den man vom Parkplatz aus gehen kann. Oft sieht man Adler unter sich kreisen. In der Zulu-Mythologie spielt der Berg eine wichtige Rolle. Demnach gibt es dort eine verbotene Höhle, die sich öffnet und Schutz vor Kannibalen bietet, nur um sich wieder zu schließen und die einzusperren, die er angelockt hatte. 


Kwasizabantu

Von der Missionstation zum „christlichen Konzern“

In den 1980iger Jahren spaltete sich der deutschstämmige Südafrikaner, Erlo Stegen, von seiner lutherischen Gemeinde ab und begann eine evangelikale Mission unter den Zulus. Doch Kwasizabantu („Wo dem Volk gehofen wird“) ist mehr als eine Schule und eine Kirche. Es entstanden landwirtschaftliche Produktionsbetriebe, in denen die Bekehrten Arbeit fanden. In einer Molkerei wird Joghurt nach deutschem Rezept produziert, der inzwischen in ganz Südafrika verkauft wird. Auch das landesweit begehrte Mineralwasser Aquelle stammt aus Kwasizabantu. Die Sonntagsgottesdienst finden in der Halle statt, die mehr als 1000 Menschen fassen kann. So ist auf der kleinen Missionsstation ein Konzern geworden, dem allerdings wegen seines totalitären Anspruchs auf das Leben seiner Arbeiter sektenhafte Praktiken vorgeworfen werden. Wer auf der R74 landeinwärts fährt, sieht den Ort auf der Rechten Seite liegen.

Nähere Informationen:
www.ksb.org.za


Maphumulo

Streusiedlung von Zulukraals auf einem Aussichtsberg

Die typische Streusiedlung aus Zulukraals liegt auf einem Bergrücken zwischen zwei Canyons. Im Norden hat der zweitgrößte Fluss Südafrikas, der Tugela, in Jahrmillionen eine gewaltige Schlucht gegraben, dem der Umvoti Canyon im Süden kaum nachsteht. Wer auf der R74 landeinwärts fährt, hat immer wieder wundervolle Ausblicke in beide Richtungen. Allerdings zieht wegen der Nähe zum Indischen Ozean und der großen Höhe am Nachmittag meist dichter Nebel auf. Dann sollte man nicht viel schneller als Schritttempo fahren – auch wegen der enormen Schlaglöcher und der Fußgänger auf der Fahrbahn, die unvermittelt auftauchen können.




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