Mpumalanga

Zwischen Hochland und Tiefland: Drakensberge von Mpumalanga

Zwischen Hochland und Tiefland: Drakensberge von Mpumalanga

Farmland zwischen Highveld und Drakensbergen

Östlich von Gauteng beginnt die Provinz Mpumalanga. Die Landschaft verändert sich und wird zusehends abwechslungsreicher, je weiter man nach Osten fährt. Aus der flachen Hochebene gelangt man in die schroffe Bergwelt der Drakensberge von Mpumalanga, wo das Inlandsplateau (Highveld) jäh zur Tiefebene (Lowveld) abbricht. Geschichtlich ist das einstige Transvaal geprägt durch die Siedlungsbewegungen der Voortrekker, die hier mit ihren Ochsenwagen durch die Wildnis zogen und das Land in Besitz nahmen. Bis heute ist Afrikaans die vorherrschende Sprache in Mpumalanga.



Sehenswürdigkeiten Mpumalanga


Ndebele-Land

Bantu-Stamm mit farbenprächtigen Dörfern

Die Ndebele sind ein Bantustamm, der im nordöstlichen Südafrika und in Zimbabwe beheimatet ist. Traditionell leben sie in kleinen Dörfern mit bunt bemalten Rundhütten. Ebenso farbenprächtig ist die Kleidung der Frauen. Verheiratete tragen um den Hals schwere Messing- und Kupferspiralen, während sich die Mädchen mit Perlen schmücken. Die Ndebele pflegen auch ihre eigene Musiktradition, einen choralen Gesang, der von Beinrasseln (amahlwayi) und Schlaghölzern (izikeyi) begleitet wird. Viele Ndebele leben jedoch nicht mehr traditionell. In der Nähe von Middelburg wird im Museumsdorf Botshabelo die Kultur der Ndebele gepflegt und der Öffentlichkeit nahegebracht.


Dullstroom

Netter Ort für Verschnaufpause

Das kleine Städtchen in der Provinz von Mpumalanga wurde 1883 von einem Amsterdamer Kaufmann namens Wolterus Dull für Aussiedler aus den Niederlanden gegründet. Als das Dorf im Zweiten Burenkrieg zerstört wurde, gingen allerdings die meisten Siedler wieder zurück. Heute zählt das Städtchen viele Restaurants, Cafés und Geschäfte, in denen Urlauber auf der Durchreise Farmprodukte oder Kunstgewerbe kaufen und sich dabei von den langen Fahrten erholen können.


Botshabelo

Vom Missionshaus zum Freilichtmuseum

Das Ndebele-Dorf, dessen Name auf deutsch „Zuflucht“ bedeutet, wurde 1860 von Alexander Merensky, einem Missionar der Berliner Mission begründet. Er hatte zuvor mit einigen Getauften vor Massakern der baPedi fliehen müssen. In der neuen Missionstation wurde wie üblich eine Schule gebaut. Vollkommen unüblich war hingegen, dass dort bald auch Schwarze unterrichten durften. Heute ist das alte Dorf ein Freilichtmuseum, in dem die Hütten in Ndebeletradition mit symmetrischen Mustern in kräftigen Farben bemalt sind. Außerdem kann man dort Schmuck und Kunstgewerbe kaufen.

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Emgwenya

Wasserfall des Eland Rivers

Der Ort, der früher Waterval Boven ("über dem Wasserfall") hieß, liegt an der Abbruchkante des Highvelds zum Tiefland, wo die Landschaft besonders reizvoll ist. Wer auf der Autobahn unterwegs ist, kann auf dem Parkplatz Halt machen und durch einen Tunnel zu einer Aussichtsplattform gehen. Von dort sieht man die 75 Meter hoher Wasserfälle des Elands River.


Sudwala Caves

Begehbare Höhle aus dem Erdmittelalter

Die Höhlen in den nördlichen Ausläufern der Drakensberge sind vor 240 Millionen Jahre entstanden und sind damit eines der ältesten Höhlensysteme der Welt. Das heutige Afrika war damals noch Teil des Urkontinents Gondwana. Von dem umfangreichen Höhlensystem sind 600 Meter im Rahmen einer normalen Besichtigung begehbar, 2.000 Meter sind im Rahmen von speziellen geführten Touren zugänglich. Die größte Höhle hat eine Deckenhöhe von 18 Metern und einen Durchmesser von 66 Metern und wird für Konzerte genutzt.

www.sudwalacaves.com


Wanderung zu den Bridal Veil Falls

Durch Wald zu den 70 Meter hohen Wasserfälle

Die „Brautschleier-Wasserfälle“ sind mehr als 70 Meter hoch und besonders eindrucksvoll in der Regenzeit. Sie werden von einem Nebenfluss des Sabie-Flusses gebildet. Der Wanderweg beginnt am Ortsrand von Sabie.

Umfulana Route


Bethal

Burenstädtchen in Transvaal

Die Stadt mit 60.000 Einwohnern liegt an der N17 umgeben von sanft gewelltem Farmland. Sie wurde 1880 von zwei Farmern gegründet und nach den Ehefrauen, Elizabeth du Plooy und Alida Naude, „Beth-Al“ genannt. Der Ort erlangte 1959 eine traurige Berühmtheit durch den Bethal Potato Boycott. Auf den Feldern arbeiteten damals rechtlose Arbeits-Migranten aus dem heutigen Zimbabwe, mit denen es regelmäßig Konflikte gab. Daraufhin eröffnete der Bürgermeister ein Privatgefängnis und ermunterte die Farmer, es ihm gleich zu tun. Die Häftlinge wurden an die Farmer für neun Pence pro Tag vermietet. Als der anglikanische Geistliche, Michael Scott, die Zustände bekannt machte, löste das den Kartoffelboykott aus.


Ermelo

Ländlich-sittliches Burenstädtchen

Die nach dem niederländischen Ermelo benannte Stadt entstand im 19. Jahrhundert um eine Kirche. Schon vorher war der Ort wegen der kleinen Seen und Flüsse in der Region Rast- und Auspannplatz für Trekkburen. Ermelo wurde während des Zweiten Burenkrieges vollständig zerstört und an gleicher Stelle wieder aufgebaut. Heute ist die 50.000 Einwohner zählende Stadt ein Zentrum für die Rinder- und Schafzüchter der Umgebung. Da sie meist Nachfahren der Trekkburen sind, sind deren Traditionen noch sehr lebendig. Hauptsprache ist das dem niederländischen verwandte Afrikaans. Eckpfeiler des sozialen Lebens sind nach wie vor Kirche, Rugby und der Braai, eine südafrikanische Form des Barbeque, bei der alle Beteiligten um das Feuer stehen und die meterlange Boorewors kleingeschnitten von einem großen Brett essen.


Sabie

Hübsches Bergstädtchen westlich des Krüger Parks

Goldgräber und Großwildjäger waren die ersten Europäer, die sich in der Mitte des 19. Jahrhunderts in der Gegend niederließen. Heute hat die Stadt im schönen Bergland westlich des Krüger Parks knapp 10.000 Einwohner. Bei Reisenden ist der Ort beliebt, weil man von hier aus Tagesausflüge auf der Panorama Route oder in den Krüger Park machen kann.


Nelspruit

Tor zum Krüger Park

Ende des 19. Jahrhunderts baute die südafrikanische Regierung eine Bahnlinie von Pretoria nach Maputo, um einen Seehafen zu bekommen, der unabhängig von den Briten ist. So entstand Nelspruit, das seit 2009 Mbombela heißt. Heute ist der 250.000-Einwohner-Ort Handels- und Dienstleistungszentrum der umliegenden Tabak- und Obstanbauregion. Wichtiger Wirtschaftsfaktor ist der benachbarte Krüger Park mit seinem internationalen Flughafen vor den Toren der Stadt. Das Mbombela-Stadion, das für die Fußballweltmeisterschaft 2010 gebaut wurde, wirkt mit seinen 46.000 Plätzen überdimensioniert.


Pilgrim's Rest

Goldgräberstadt am Pilgrim's Creek

1873 durchstreifte der Goldgräber Allec Patterson die dicht bewaldete Landschaft am Pilgrim's Creek, wo er schließlich dicke Goldklumpen im klaren Wasser fand und damit einen Goldrausch auslöste. Der kleine Ort wuchs explosionsartig; die Funde erwiesen sich als ergiebig. 1895 wurde die Gold Mining Estate Ltd gegründet, die nach und nach die kleinen Claims der Digger aufkaufte. Als die Vorkommen erschöpft waren, wurde der Betrieb 1971 eingestellt und der Ort zum Kulturdenkmal erklärt. 

Mehrere Häuser können besichtigt werden, etwa das Miner's House, ein spartanisch eingerichtetes Goldgräberhaus, oder Alanglade, die herrschaftliche Residenz der Minengesellschaft. Im Dredzen Shop gibt es noch heute Lebensmittel, Whisky und Werkzeug zu kaufen. Auch die alte Zeitungsdruckerei sowie das Royal Hotel sind geöffnet. Und am Pilgrim's Creek können Besucher auch heute noch ihr Glück im Goldwaschen versuchen.


Panorama Route

Bekannteste Aussichtsstraße Südafrikas

Die bekannteste Aussichtsstraße Südafrikas führt über mehrere Bergpässe oberhalb der Abbruchkante der Drakensberge entlang. Unterwegs tun sich grandiose Ausblicke auf den Krüger Park auf, der im halbtropischen Lowveld liegt. Dazwischen kommt man an Wasserfällen und ehemaligen Holzfäller- und Goldgräbersiedlungen vorbei, darunter Graskop oder Pilgrim’s Rest.
Nacheinander bieten sich folgende Attraktionen: God's Window. Lisbon Falls, Berlin Falls, Bourke's Luck Potholes, Three Rondavels Viewpoint, Ohrigstad, Robber's Pass, Pilgrim's Rest. (150 Kilometer)

Route




Weitere Sehenswürdigkeiten Mpumalanga




Reisebeispiele Mpumalanga

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