Western Cape: Vielfältige Provinz zwischen den Ozeanen
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Western Cape

Zwischen den Ozeanen: Western Cape

Zwischen den Ozeanen: Western Cape

Vielfältige Provinz zwischen den Ozeanen

Die Wes-Kaap, wie die Provinz auf Afrikaans heißt, liegt im Südwesten Südafrikas und ist mit 130.000 Quadratkilometern knapp doppelt so groß wie Bayern. Die Provinz erstreckt sich vom Kap der Guten Hoffnung aus ungefähr 400 Kilometer am Atlantik nach Norden und ungefähr 500 Kilometer am Indischen Ozean nach Osten. Von den sechs Millionen Einwohnern leben die allermeisten im Großraum Kapstadt. Teile des Nordens und des Nordostens sind praktisch unbewohnt. Landschaftlich und klimatisch ist das Westkap sehr vielfältig. Der größte Teil der Provinz zeichnet sich durch mediterranes Klima mit kühlen, feuchten Wintern und heißen, trockenen Sommern aus. Fünf Nationalparks gibt es am Western Cape und mehr als 60 Naturschutzgebiete.



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Sehenswürdigkeiten Western Cape

Bartolomeu Dias Museum

Spuren der ersten Europäer am Kap

1488 setzten die ersten Europäer ihren Fuß auf südafrikanischen Boden. Der Portugiese Bartolomeo Diaz suchte in der Mossel Bay nach frischem Trinkwasser und wurde sogleich wieder von Buschmännern davongejagt. In einem Museum am Hafen ist eine Kopie der Nussschale zu sehen, in der er das Kap der Guten Hoffnung umrundete. Sehenswert ist auch der Milkwoodbaum, der den Matrosen jahrhundertelang als Poststation gedient hat. Briefe an die Lieben zu Hause wurden in Stiefeln an den Baum gehängt – in der Hoffnung, dass ihn ein anderer Matrose in die Heimat mitnehmen würde.

Nähere Informationen:
www.diasmuseum.co.za

Beaufort West

Wüstenstädtchen an der N1

Die Gemeinde mitten in der Karoo wurde 1818 gegründet und nach dem Herzog von Beaufort benannt. Die nächsten Städte sind alle über 150 Kilometer entfernt. Mehrere historische Gebäude prägen das Bild von Beaufort West. Besonders sehenswert ist das Stadshuis von 1867 in der Donkin Street. Berühmtester Sohn der Stadt ist Christiaan Barnard, dem die erste Herztransplantation der Welt geglückt ist. In der ehemaligen Stadthalle ist ein Museum rund um das Leben des Herzchirurgen eingerichtet.

Cape Agulhas

Südlichster Punkt Afrikas

Cape Agulhas ist mit 34°50' südlicher Breite der südlichste Punkt Afrikas. Hier – und nicht am Kap der Guten Hoffnung – treffen Indischer und Atlantischer Ozean aufeinander. Aufgrund der vielen Meeresströmungen gehören die Gewässer zu den fischreichsten der Erde. Das Kap wird vom zweitältesten Leuchtturm Südafrikas bewacht. Einige Kilometer nordöstlich liegt das romantische Fischerdorf Hotagterklip, ein beliebtes Motiv südafrikanischer Maler.

Elands Bay

Felszeichnungen, Hummer und Surfer

Die Bucht gut 200 Kilometer nördlich von Kapstadt trägt ihren Namen nach den Eland-Antilopen, die hier früher häufig vorkamen. Besiedelt war Elands Bay schon vor über 15.000 Jahren, was die Felszeichnungen in den Höhlen des Bobbejaansberges belegen. Heute ist das 1.500 Einwohner zählende Städtchen eher bekannt für die ergiebigen Hummerfanggebiete und die Strände, die ideal für Surfer sind. Zwischen August und November kann man Wale in der Bucht beobachten.

Fynbos

Einzigartiges Pflanzenreich am Kap

Das gibt es weltweit nicht noch einmal: Die Flora am Western Cape ist einzigartig. Selbst wikipedia gerät ins Schwärmen. Auf einem relativ kleinen Gebiet von 50.000 Quadratkilometern kommen mehr als 8.500 Farne und Blütenpflanzen vor, von denen 70 Prozent nur hier und sonst nirgends auf der Welt gedeihen. Der Vergleich mit Niedersachsen ist vielleicht nicht ganz fair, aber das Bundesland ist etwa genauso groß, beherbergt jedoch nur 1700 Arten, von denen keine einzige endemisch ist. Die bekanntesten Gewächse unter den „feinen Büschen“ sind die Protea und der Roibos. Durch Anbau von Obst und die Ausdehnung der Siedlungsgebiete ist das Fynbos Biom, das zum Weltnaturerbe zählt, gefährdet. Zu seinem Schutz sind insgesamt acht Naturreservate eingerichtet worden, darunter der Tafelberg, der Westcoast National Park oder das Bavaans-Kloof.

George

Hauptort der Garden Route am Fuße der Outeniqua Berge

Die nach King George III. benannte Stadt ist mit über 50.000 Einwohnern Hauptort der Garden Route. Sie liegt am Fuße der Outeniqua Mountains, die Höhen bis zu 1.370 Metern (George Peak) erreichen. Die breiten Straßen werden von mächtigen Eichen gesäumt. Eine von ihnen ist der legendäre Sklavenbaum vor dem Touristenbüro in der York Street, an den früher die Sklaven gebunden wurden, wenn sie versteigert wurden. Die Eisenketten sind tief in die Rinde eingewachsen. 1842 erbaute man die Dutch Reformed Church (Ecke Courtenay/Meade Sts.) mit einer Kanzel aus Stinkwood und Pfeilern aus Yellowwood. Die Urwaldgehölze sind heute selten und daher fast unbezahlbar geworden.

Karoo National Park

Atemberaubende Weite der Halbwüste

Die Karoo war einst das größte zusammenhängende Ökosystem Südafrikas. Große Herden von Wild sind hier dem spärlichen Regen nachgewandert. Durch Farmwirtschaft – vorwiegend mit Schafen – und Umzäunung hat die Karoo sich stark verändert. Im Karoo Nationalpark wird ein landschaftlich besonders imposanter Teil in seiner Ursprünglichkeit bewahrt. Die Farbspiele und der Blick in die schier unendliche Weite sind besonders am Nachmittag von überirdischer Schönheit. Im Park leben 64 Säugetierarten, darunter Braune Hyänen, Bergzebras, Kudus, Elenantilopen und Spitzmaulnashörner. Im Jahr 2010 wurden Löwen aus dem Addo-Nationalpark angesiedelt, die sich gut im Karoo-Nationalpark eingewöhnt haben und sich hier vor allem von Spießböcken ernähren. Die nähere Umgebung des Camps wurde eingezäunt um Sicherheit für die Besucher zu gewährleisten. Mehrere Wanderwege erschließen den Park: Der Springbok Hiking Trail geht über drei Tage und zwei Nächte. Daneben gibt es zwei Naturlehrpfade von einem bzw. elf Kilometern Länge und eine Vogelwarte. Nachtfahrten zur Wildbeobachtung werden angeboten.

Knersvlakte

Knirschende Steine und 250 endemische Pflanzenarten

Der Name setzt sich zusammen aus den afrikaansen Worten für „knirschen“ und „flach“. Die „Knirschebene“ ist eine Halbwüste, die zu Sukkulenten-Karoo gehört. Sie ist die mit kleinen weißen Quarzsteinchen bedeckt, die knirschten, wenn die Trekkburen mit ihren Ochsenwagen darüberfuhren. Über 1.300 Pflanzenarten haben sich an das raue Klima angepasst, darunger 250 Arten, die nirgendwo anders in der Welt vorkommen. 128 Arten stehen auf der roten Liste der bedrohten Arten. Zurzeit ist der WWF-Südafrika dabei, das Naturschutzgebiet auf 50.000 Hektar zu erweitern und eine durchgehende Verbindung mit anderen Schutzgebieten des Namaqualandes zu erreichen. Ein Teil der Halbwüste gehört zur Farm Moedverloren. Angesichts der Einöde kann man gut nachvollziehen, warum die Besitzer ihr Land so genannt haben.

Matjiesfontein

Kurort als Museumsdorf

Ursprünglich gab es nur einen gottverlassenen Bahnhof an der Hauptstrecke von Johannesburg über Kimberley nach Kapstadt – gebaut für die Bauern der kargen Umgebung, in der die Vegetation so spärlich ist, dass nur Schafzucht möglich ist. Doch dann ließ sich 1876 James Douglas Logan nieder. Seit seiner Kindheit litt der gebürtige Schotte an einer Lungenkrankheit, die in dem trockenen Klima geheilt wurde. So entschloss er sich, Matjiesfontein zum Kur- und Ferienort auszubauen. Das Lord Milner Hotel wurde gebaut und beherbergte Prominente wie Cecil Rhodes, Edgar Wallace und Rudyard Kipling. 1970 wurde Matjiesfontein, das wie ein Museumsdorf wirkt, zum Nationaldenkmal erklärt.

Prince Albert

Obst, Wein und ein malerisches Stadtbild

Die 6.000-Einwohnerstadt liegt nördlich der Swartberge in der Großen Karoo, wo die Sonne an über 300 Tagen scheint und weniger als 200 mm Niederschlag fällt. Dennoch wachsen Obst und Wein, weil Wasser aus den Bergbächen des Swartberge abgeleitet wird. Das verschlafene Städtchen trägt seinen Namen nach dem Prinzen Albert von Sachsen-Coburg und Gotha, dem Gemahl von Queen Victoria. Bis heute hat der Ort sein malerisches viktorianisches Stadtbild erhalten. In der Church Street gibt es ein nettes Heimatmuseum.

Prince Alfreds Pass

Aussichtspass über die Outeniqua Berge

Der Pass über die Outeniqua Berge wurde schon 1865 angelegt, weil er eine erhebliche Abkürzung zwischen Knysna und Uniondale ermöglicht. Allerdings muss man sich auf eine 80 Kilometer lange, einsame und kurvenreiche Staubstraße einlassen. Wer dazu bereit ist, wird mit spektakulären Aussichten belohnt.
Hinweis: Bitte fahren Sie den Pass nur bei guter Sicht und trockenen Straßenverhältnissen!

Saldanha Bay

Prähistorische Fußspuren an natürlichem Hafen

Die Bucht an der Südwestküste von Südafrika bildet den größten und tiefsten natürlichen Hafen Südafrikas und kann auch von großen Frachtschiffen mit über 20 Meter Tiefgang angelaufen werden. Benannt ist die Bucht nach dem portugiesischen Kapitän, António de Saldanha, der hier 1503 als erster Europäer an Land ging. 1997 wurden fossile Fußspuren entdeckt. Sie gehören zu zwei Menschen der Gattung Homo Sapiens, die vor 117.000 Jahren (!) am Rande der Langebaan Lagoon spazieren gegangen sind. Rund 15 Kilometer östlich der Saldanha Bay war Anfang der 1950er-Jahre bereits ein relativ gut erhaltenes Schädeldach von Homo erectus entdeckt worden.

Sanbona Wildlife Reserve

Elefanten, Kapbüffel und weiße Löwen am Rande der Kleinen Karoo

Das 54.000 Hektar große Reservat schützt eine einmalig schöne Landschaft am Rande der Kleinen Karoo. Wo bis in die 90er Jahre Rinder weideten, leben heute wieder Elefanten, Kapbüffel, Spitzmaulnashörner und zahlreiche Antilopenarten. Von den über 160 Vogelarten sind besonders die seltenen schwarzen Adler zu nennen. Eine einzigartige Attraktion sind die weißen Löwen, die nirgendwo sonst mehr in freier Wildbahn vorkommen. Gut erhaltene Malereien und Felsgravuren der San, die als Ureinwohner des südlichen Afrikas gelten, zeugen davon, dass das Gebiet seit Jahrtausenden von Menschen besiedelt war.

Stillbay

Steinzeitfunde an weißen Badestränden

Die Bucht an der Whale Coast zwischen Cape Agulhas und dem Beginn der Garden Route bietet mit weißen Sandstränden und sauberen Gewässern ideale Bedingungen für den Wassersport. Dass die Bucht auch Paläontologen und Archäologen anzieht, liegt an ein paar sensationellen Funden aus der Steinzeit. 1972 wurde das intakte Skelett eines Hottentotten-Strandläufers gefunden, das im Sand nahe der Flussmündung 2000 Jahre unbeschadet überdauert hat. Ein weiteres Kulturerbe sind die von Ebbe und Flut abhängigen Fischfallen, die von den Strandläufern gebaut wurden. Bei Ebbe können die raffinierten Konstruktionen in der Nähe des Hafens oder am Noordkapperspunt auf dem Noordkapper Wanderweg besichtigt werden.

Nähere Informationen:
www.stilbaaitourism.co.za

Stony Point Penguin Colony

Auf einem Holzsteg durch eine Pinguinkolonie

Das Naturreservat schützt eine Brutkolonie von Brillenpinguinen, die als gefährdete Tierart eingestuft sind. Die Tiere bauen ihre Bruthöhlen zwischen Sträuchern, Felsen und Mulden. Von einem erhöhten Holzsteg aus kann man die Pinguine beobachten, wie sie sich im Wasser, auf den Felsen und an Land bewegen, ohne sie allzu sehr zu stören. Weiterhin nisten auch verschiedene Kormoranarten auf Stony Point. Das Reservat ist günstiger und weniger überlaufen als das Pinguinreservat auf der Kaphalbinsel.

Three Sisters

Stoppover im Farmcafé am Wahrzeichen der Karoo

Wer auf der N1 durch Victoria West fährt, wird drei markante Berge wahrnehmen, die wie drei überdimensionale Zulu-Hütten aussehen. Die Three Sisters, die zu den Wahrzeichen der Karoo gehören, sind durch Erosion über Jahrmillionen entstanden. In ihrem Schatten befindet sich Travalia, ein kleiner Farmshop. Dort kann man hauseigene Produkte kaufen oder viel schöner als an der Shell Tankstelle eine Rast mit Tee, Kaffee,Kuchen und hausgemachten Speisen einlegen.

Zur Website:
www.travalia.co.za

Vredendal

Wo der Frieden zwischen Buren und Hottentotten geschlossen wurde

Schon wenige Jahre nach Gründung der Kapkolonie zogen die ersten Buren mit ihren Ochsenwagen nach Norden. 1668 wurde ihnen von den Khoi San, die sie auch „Hottentotten“ nannten, Vieh gestohlen. Da die Kräfteverhältnisse noch nicht eindeutig waren, lief die Sache auf einen Kompromiss hinaus. Das Tal, in dem der Friede geschlossen wird, heißt seither „Vredendal“. Sehenswert in der Nähe der Matzikama Eco Park, der ein Stück Sukkulentenkarroo schützt und durch den schöne Wanderwege führen.

West Coast National Park

Paradies für Zugvögel und Wanderer

Kormorane, Austernfischer und ungezählte andere Vögel teilen sich das Sumpfland. Im Sommer, wenn die Zugvögel der Nordhalbkugel kommen, werden etwa 750.000 Vögel gezählt. Sie werden vom großen Fischreichtum angezogen, für den der vom Südpol kommende Benguela Strom sorgt. Der 27.500 Hektar große Park reicht von der Langebaan Lagune bis zur Saldanha Bay. Hier befinden sind 30 % der südafrikanischen Salzmarschen. Den Park erkundet man am besten mit dem Motorboot oder zu Fuß. Der Postberg Trail ist wohl der reizvollste. Er ist rund 28 Kilometer lang und führt durch eine nahezu unberührte Dünenwelt.



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