Western Cape

Zwischen den Ozeanen: Western Cape

Zwischen den Ozeanen: Western Cape

Vielfältige Provinz zwischen den Ozeanen

Die Wes-Kaap, wie die Provinz auf Afrikaans heißt, liegt im Südwesten Südafrikas und ist mit 130.000 Quadratkilometern knapp doppelt so groß wie Bayern. Die Provinz erstreckt sich vom Kap der Guten Hoffnung aus ungefähr 400 Kilometer am Atlantik nach Norden und ungefähr 500 Kilometer am Indischen Ozean nach Osten. Von den sechs Millionen Einwohnern leben die allermeisten im Großraum Kapstadt. Teile des Nordens und des Nordostens sind praktisch unbewohnt. Landschaftlich und klimatisch ist das Westkap sehr vielfältig. Der größte Teil der Provinz zeichnet sich durch mediterranes Klima mit kühlen, feuchten Wintern und heißen, trockenen Sommern aus. Fünf Nationalparks gibt es am Western Cape und mehr als 60 Naturschutzgebiete.



Sehenswürdigkeiten Western Cape


Beaufort West

Wüstenstädtchen an der N1

Die Gemeinde mitten in der Karoo wurde 1818 gegründet und nach dem Herzog von Beaufort benannt. Die nächsten Städte sind alle über 150 Kilometer entfernt. Mehrere historische Gebäude prägen das Bild von Beaufort West. Besonders sehenswert ist das Stadshuis von 1867 in der Donkin Street. Berühmtester Sohn der Stadt ist Christiaan Barnard, dem die erste Herztransplantation der Welt geglückt ist. In der ehemaligen Stadthalle ist ein Museum rund um das Leben des Herzchirurgen eingerichtet. 


Cape Agulhas

Südlichster Punkt Afrikas

Cape Agulhas ist mit 34°50' südlicher Breite der südlichste Punkt Afrikas. Hier – und nicht am Kap der Guten Hoffnung – treffen Indischer und Atlantischer Ozean aufeinander. Aufgrund der vielen Meeresströmungen gehören die Gewässer zu den fischreichsten der Erde. Das Kap wird vom zweitältesten Leuchtturm Südafrikas bewacht. Einige Kilometer nordöstlich liegt das romantische Fischerdorf Hotagterklip, ein beliebtes Motiv südafrikanischer Maler.


Harold Porter Garden

Faszinierende Welt des Fynbos

Ein Weg für Botanikliebhaber: Über 1.600 verschiedene Pflanzen wachsen im Park, der zum Kogelberg Reserve gehört. Allein hundert Erika-Arten sind dort heimisch, daneben Proteen, Schwertlilien und Watsonia. Die UNESCO erklärte den Park zum Biosphere Reserve. Anschließend kann man eine Rast im Red Disa Restaurant oder im Besucherzentrum Souvenirs kaufen.(hin und zurück: 2:30 Stunden, 7,9 Kilometer, auf und ab: 340 Meter).

Umfulana Route:
www.komoot.de


Karoo National Park

Atemberaubende Weite der Halbwüste

Die Karoo war einst das größte zusammenhängende Ökosystem Südafrikas. Große Herden von Wild sind hier dem spärlichen Regen nachgewandert. Durch Farmwirtschaft – vorwiegend mit Schafen – und Umzäunung hat die Karoo sich stark verändert. Im Karoo Nationalpark wird ein landschaftlich besonders imposanter Teil in seiner Ursprünglichkeit bewahrt. Die Farbspiele und der Blick in die schier unendliche Weite sind besonders am Nachmittag von überirdischer Schönheit. Im Park leben 64 Säugetierarten, darunter Braune Hyänen, Bergzebras, Kudus, Elenantilopen und Spitzmaulnashörner. Im Jahr 2010 wurden Löwen aus dem Addo-Nationalpark angesiedelt, die sich gut im Karoo-Nationalpark eingewöhnt haben und sich hier vor allem von Spießböcken ernähren. Die nähere Umgebung des Camps wurde eingezäunt um Sicherheit für die Besucher zu gewährleisten. Mehrere Wanderwege erschließen den Park: Der Springbok Hiking Trail geht über drei Tage und zwei Nächte. Daneben gibt es zwei Naturlehrpfade von einem bzw. elf Kilometern Länge und eine Vogelwarte. Nachtfahrten zur Wildbeobachtung werden angeboten.


Knersvlakte

Knirschende Steine und 250 endemische Pflanzenarten

Der Name setzt sich zusammen aus den afrikaansen Worten für „knirschen“ und „flach“. Die „Knirschebene“ ist eine Halbwüste, die zu Sukkulenten-Karoo gehört. Sie ist die mit kleinen weißen Quarzsteinchen bedeckt, die knirschten, wenn die Trekkburen mit ihren Ochsenwagen darüberfuhren. Über 1.300 Pflanzenarten haben sich an das raue Klima angepasst, darunger 250 Arten, die nirgendwo anders in der Welt vorkommen. 128 Arten stehen auf der roten Liste der bedrohten Arten. Zurzeit ist der WWF-Südafrika dabei, das Naturschutzgebiet auf 50.000 Hektar zu erweitern und eine durchgehende Verbindung mit anderen Schutzgebieten des Namaqualandes zu erreichen. Ein Teil der Halbwüste gehört zur Farm Moedverloren. Angesichts der Einöde kann man gut nachvollziehen, warum die Besitzer ihr Land so genannt haben. 


Matjiesfontein

Kurort als Museumsdorf

Ursprünglich gab es nur einen gottverlassenen Bahnhof an der Hauptstrecke  von Johannesburg über Kimberley nach Kapstadt – gebaut für die Bauern der kargen Umgebung, in der die Vegetation so spärlich ist, dass nur Schafzucht möglich ist. Doch dann ließ sich 1876 James Douglas Logan nieder. Seit seiner Kindheit litt der gebürtige Schotte an einer Lungenkrankheit, die in dem trockenen Klima geheilt wurde. So entschloss er sich, Matjiesfontein zum Kur- und Ferienort auszubauen. Das Lord Milner Hotel wurde gebaut und beherbergte Prominente wie Cecil Rhodes, Edgar Wallace und Rudyard Kipling. 1970 wurde Matjiesfontein, das wie ein Museumsdorf wirkt, zum Nationaldenkmal erklärt.


Panoramastraße bei Somerset West

Steilküste mit Pinguinkolonie

Die Küstenstraße zwischen Somerset West und Kleinmond gehört zu den schönsten der Welt. Hinter der Steilküste beginnt das Kogelberg Biosphere Reservat, das auch als Herz des Fynbos-Königreiches gilt. 1600 Pflanzenarten findet man hier vor, von welchen 150 endemisch sind. Stony Point in Betty's Bay beheimatet eine Kolonie von Jackass-Pinguinen, eine von zwei auf dem Hauptland von Südafrika lebenden und brütenden Kolonien.

Umfulana Route:
www.komoot.de


Prince Albert

Obst, Wein und ein malerisches Stadtbild

Die 6.000-Einwohnerstadt liegt nördlich der Swartberge in der Großen Karoo, wo die Sonne an über 300 Tagen scheint und weniger als 200 mm Niederschlag fällt. Dennoch wachsen Obst und Wein, weil Wasser aus den Bergbächen des Swartberge abgeleitet wird. Das verschlafene Städtchen trägt seinen Namen nach dem Prinzen Albert von Sachsen-Coburg und Gotha, dem Gemahl von Queen Victoria. Bis heute hat der Ort sein malerisches viktorianisches Stadtbild erhalten. In der Church Street gibt es ein nettes Heimatmuseum. 


Saldanha Bay

Prähistorische Fußspuren an natürlichem Hafen

Die Bucht an der Südwestküste von Südafrika bildet den größten und tiefsten natürlichen Hafen Südafrikas und kann auch von großen Frachtschiffen mit über 20 Meter Tiefgang angelaufen werden. Benannt ist die Bucht nach dem portugiesischen Kapitän, António de Saldanha, der hier 1503 als erster Europäer an Land ging. 1997 wurden fossile Fußspuren entdeckt. Sie gehören zu zwei Menschen der Gattung Homo Sapiens, die vor 117.000 Jahren (!) am Rande der Langebaan Lagoon spazieren gegangen sind. Rund 15 Kilometer östlich der Saldanha Bay war Anfang der 1950er-Jahre bereits ein relativ gut erhaltenes Schädeldach von Homo erectus entdeckt worden.


Sanbona Wildlife Reserve

Elefanten, Kapbüffel und weiße Löwen am Rande der Kleinen Karoo

Das 54.000 Hektar große Reservat schützt eine einmalig schöne Landschaft am Rande der Kleinen Karoo. Wo bis in die 90er Jahre Rinder weideten, leben heute wieder Elefanten, Kapbüffel, Spitzmaulnashörner und zahlreiche Antilopenarten. Von den über 160 Vogelarten sind besonders die seltenen schwarzen Adler zu nennen. Eine einzigartige Attraktion sind die weißen Löwen, die nirgendwo sonst mehr in freier Wildbahn vorkommen. Gut erhaltene Malereien und Felsgravuren der San, die als Ureinwohner des südlichen Afrikas gelten, zeugen davon, dass das Gebiet seit Jahrtausenden von Menschen besiedelt war.


Stillbay

Steinzeitfunde an weißen Badestränden

Die Bucht an der Whale Coast zwischen Cape Agulhas und dem Beginn der Garden Route bietet mit weißen Sandstränden und sauberen Gewässern ideale Bedingungen für den Wassersport. Dass die Bucht auch Paläontologen und Archäologen anzieht, liegt an ein paar sensationellen Funden aus der Steinzeit. 1972 wurde das intakte Skelett eines Hottentotten-Strandläufers gefunden, das im Sand nahe der Flussmündung 2000 Jahre unbeschadet überdauert hat. Ein weiteres Kulturerbe sind die von Ebbe und Flut abhängigen Fischfallen, die von den Strandläufern gebaut wurden. Bei Ebbe können die raffinierten Konstruktionen in der Nähe des Hafens oder am Noordkapperspunt auf dem Noordkapper Wanderweg besichtigt werden. 

Nähere Informationen:
www.stilbaaitourism.co.za


Stony Point Penguin Colony

Auf einem Holzsteg durch eine Pinguinkolonie

Das Naturreservat schützt eine Brutkolonie von Brillenpinguinen, die als gefährdete Tierart eingestuft sind. Die Tiere bauen ihre Bruthöhlen zwischen Sträuchern, Felsen und Mulden. Von einem erhöhten Holzsteg aus kann man die Pinguine beobachten, wie sie sich im Wasser, auf den Felsen und an Land bewegen, ohne sie allzu sehr zu stören. Weiterhin nisten auch verschiedene Kormoranarten auf Stony Point. Das Reservat ist günstiger und weniger überlaufen als das Pinguinreservat auf der Kaphalbinsel.


The Heerenlogement Cave

Jahrhundertealtes Höhlen-Hotel

23 Kilometer außerhalb von Graafwater liegt die historische Höhle, die im 17. und 18. Jahrhundert vor allem von Trekburen und anderen Reisenden benutzt wurde. Sie war ideal für eine Übernachtung. Vor der Höhle steht ein großer Baum, vom Eingang hat man einen weiten Blick über die Ebene, in der heute Roibos wächst. Eine Quelle ist ebenfalls in der Nähe. Viele haben sich dort verewigt, indem sie ihre Namen in die Wand eingeritzt haben – wie in einem Gästebuch. Der berühmteste Gast war wohl der französische Entdecker und Ornithologe, Francois Levaillant, der mit seinen Trekochsen im Jahr 1781 eine Woche gehaust lang hat.


Three Sisters

Stoppover im Farmcafé am Wahrzeichen der Karoo

Wer auf der N1 durch Victoria West fährt, wird drei markante Berge wahrnehmen, die wie drei überdimensionale Zulu-Hütten aussehen. Die Three Sisters, die zu den Wahrzeichen der Karoo gehören, sind durch Erosion über Jahrmillionen entstanden. In ihrem Schatten befindet sich Travalia, ein kleiner Farmshop. Dort kann man hauseigene Produkte kaufen oder viel schöner als an der Shell Tankstelle eine Rast mit Tee, Kaffee,Kuchen und hausgemachten Speisen einlegen.

Zur Website:
www.travalia.co.za


Vredendal

Wo der Frieden zwischen Buren und Hottentotten geschlossen wurde

Schon wenige Jahre nach Gründung der Kapkolonie zogen die ersten Buren mit ihren Ochsenwagen nach Norden. 1668 wurde ihnen von den Khoi San, die sie auch „Hottentotten“ nannten, Vieh gestohlen. Da die Kräfteverhältnisse noch nicht eindeutig waren, lief die Sache auf einen Kompromiss hinaus. Das Tal, in dem der Friede geschlossen wird, heißt seither „Vredendal“. Sehenswert in der Nähe der Matzikama Eco Park, der ein Stück Sukkulentenkarroo schützt und durch den schöne Wanderwege führen. 
 


West Coast National Park

Paradies für Zugvögel und Wanderer

Der 27.500 Hektar große Park reicht von der Langebaan Lagune bis zur Saldanha Bay. Hier befinden sind 30 % der südafrikanischen Salzmarschen. Kormorane, Austernfischer und ungezählte andere Vögel teilen sich das Sumpfland. Im Sommer, wenn die Zugvögel der Nordhalbkugel kommen, werden etwa 750.000 Vögel gezählt. Sie werden vom großen Fischreichtum angezogen, für den der vom Südpol kommende Benguela Strom sorgt. Den Park erkundet man am besten mit dem Motorboot oder zu Fuß. Der Postberg Trail ist wohl der reizvollste. Er ist rund 28 Kilometer lang und führt durch eine nahezu unberührte Dünenwelt. 




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