Northern Cape

Lebt in den Weiten des Northern Capes: Kalahari-Löwe

Lebt in den Weiten des Northern Capes: Kalahari-Löwe

Menschenleere, endlose Weite

Die Provinz Nordkap, auf Afrikaans: Noord-Kap, ist mit 370.000 Quadratkilometern etwas größer als Deutschland. Allerdings hat sie mit 1,1 Millionen Einwohner weniger Einwohner als Köln. Es gibt nur zwei Städte mit mehr als 50.000 Einwohnern: die Diamantenstadt Kimberley und Upington am Ufer des Orange Rivers. Dafür gibt es sechs Nationalparks, darunter der Kgalagadi-Transfrontier Park, der einer der größten Nationalparks der Erde ist. Wegen des heißen und trockenen Klimas herrschen Trockensavannen und Halbwüsten vor. Im Norden geht die Provinz in die Kalahari über. Lebensader des Northern Capes ist der Orange River, der über Tausende Kilometer als Fremdfluss durch die Halbwüste fließt.



Sehenswürdigkeiten Northern Cape


Alexander Bay

Zugvögel und orangene Flechten

Die nördlichste Stadt an der Westküste liegt an der Mündung des Oranje in den Atlantik. Jenseits des Flusses liegt Oranjemund im Diamantensperrgebiet von Namibia, das man über eine Brücke erreicht kann . Der Grenzübergang ist zwischen 6 und 22 Uhr geöffnet. An der Mündung des Oranje liegt ein Sumpfgebiet, das eine wichtige Zwischenstation für zahllose Zugvögel ist und  daher zum Schutzgebiet erklärt wurde.
Östlich von Alexander Bay kommt man durch das weltgrößte Habitat von Flechten in einer Wüstenlandschaft. Es sind 26 Arten bekannt. Auffällig sind die grünen und orangen Flechten. 


Augrabies Falls

Donnernder Wasserfall in der Halbwüste

Die Augrabies Falls liegen 120 Kilometer westlich von Upington und 40 Kilometer nordwestlich von Kakamas. Der durchschnittliche Regenfall beträgt 107 mm/Jahr und beschränkt sich vor allem auf die Zeit zwischen Januar und April. Im Park dominieren die Kontraste: Von den grandiosen Wasserfällen des Orange Rivers unweit des Camps bis zur Halbwüste ist das Land das ideale Ökosystem für Springbok, Klipspringer, Kudu, Eland, Gemsbok, Breitmaulnashorn und eine Vielzahl von Vögeln. Der Wasserfall ist der sechstgrößte der Erde und zählt zu den Naturwundern Afrikas. Die Flora ist typisch für wasserarme Zonen. Sie besteht aus dem eigentümlichen Köcherbaum, dessen großzellige Blätter hervorragende Wasserspeicher sind, dem Kameldorn, der Baumfuchsie und der wilden Olive.

Umfulana Route:
www.komoot.de


Brandvlei

Wüstenstädtchen an einer Straßenkreuzung

Die Kleinstadt im Distrikt Namakwa liegt 120 Kilometer von Loeriesfontein im Kreuzungsbereich der Straßen R27 und R357. 
Benannt ist die Stadt nach einem Voortrekker mit dem Nachnamen Brand. Er kampierte an dieser Stelle beim Sakrivier, einem Trockenfluss, der nur nach ergiebigen Regenfällen Wasser führt. Funde von Fossilien belegen, das die trockene Halbwüste rund um die Stadt vor 20 Millionen Jahren mit subtropischer Vegetation bewachsen war. Heute gibt es im Städtchen einen Supermarkt, eine Tankstelle und natürlich eine niederländisch reformierte Kirche.


Calvinia

Kapholländisches Provinznest am Hantam-Gebirge

Die nach dem Genfer Reformator Calvin benannte Stadt wurde 1847 von nomadischen Trekkburen gegründet, die sich samt ihren Ochsen und Schafen am Oorlogskloof Fluss niederließen. Nur wenig hat sich seither in dem verschlafenen Provinzstädtchen geändert, das bis heute ein Farmerzentrum für ein weites Umland geblieben ist. Die reformierte Kirche, eine ehemalige Synagoge, in der jetzt ein Heimatmuseum untergebracht ist, und ein paar Häuser im kapholländischen Stil prägen das Ortsbild. Wenige Kilometer nördlich erstreckt sich das Hantam-Gebirge, das heute zum größten Teil unter Naturschutz steht. Einige Wanderwege zwischen zwei und sieben Stunden führen auf das Plateau, von wo man eine herrliche Aussicht hat.


Gariep Dam

Größter Staudamm Südafrikas

150 Kilometer südlich von Bloemfontein wird der Oranje-Fluss zum größten Staudamm Südafrikas aufgestaut. Der künstliche See trug ursprünglich den Namen Hendrik Verwoerd Dam, nach dessen politischem Förderer. Nach dem Ende der Apartheid wurde er in Gariep Dam umbenannt. Gariep ist ein Wort aus der Sprache der San und bedeutet „großes Wasser“. Über 200.000 Hektar Land werden vom See aus bewässert. Daneben wird er auch touristisch genutzt: Fast alle Wassersportarten sind möglich, wie Segeln, Kanufahren, Motorboot fahren, Wasserski oder Angeln. Im angrenzenden, 12.000 Hektar großen Wilsreservat leben verschiedene Antilopen-Arten, Bergzebras, Strauße und viele weitere Tiere.


Goegap Nature Reserve

Oryxantilopen im Blumenmeer

Das kleine Reservat im Osten von Sprinbok gehört zur Sukkulentenkaroo, wo die mittlere Niederschlagsmenge kaum 150 Millimeter je Jahr beträgt. Die Temperaturen sind extrem, im Winter Frost und im Sommer über 40 Grad Celsius. Berge und weite sandige Ebenen wechseln einander ab. Hauptattraktion ist die Wüstenblüte, die im Frühjahr – genügend Winterregen vorausgesetzt – die Ebenen in wahre Blütenmeere mit über 600 verschiedenen Pflanzenarten verwandelt. Hauptblütezeit ist August und September. Es gibt Rundwege für normale PKW und Strecken für 4x4. Die Wege, die man zu Fuß machen kann, sind jedoch beeindruckender. Informationen gibt es im Hesters Malan Wild Flower Garden gibt es Center. 


Griekwastad

Kalaharistädtchen mit vielen Schafen

Das Städtchen mit etwa 6.000 Einwohnern und mindestens ebenso vielen Schafen döst in der Kalaharisonne vor sich hin und nichts deutet auf seine besondere Geschichte hin: Die „Stätte der Giqua“ ist der älteste von Europäern gegründete Ort im südlichen Afrika nördlich des Oranje-Flusses. Zwei englische Missionare hatten hier 1802 eine Missionsstation unter den Griqua errichtet. Die beiden Häuptlinge ließen sich taufen und hießen fortan Andries Waterboer und Adam Kok.II. Von 1871 war Griquatown sogar neun Jahre  lang Hauptstadt der britischen Kolonie Griqualand West, bevor diese in die Kapkolonie eingegliedert wurde.


Kuruman

Stärkste Naturquelle der südlichen Hemisphere

Das Wüstenstädtchen in der Kalahari ist aus einer britischen Missionsstation hervorgegangen. Sie gilt als „Oase der Kalahari“, da sich dort Berge, Wasser und dichte Vegetation mitten in einer Halbwüstenregion finden. Dies verdankt die Stadt stärkste Naturquelle der südlichen Hemisphere, Die Oog, auch Eye of Kuruman genannt. Sie liefert täglich etwa 20 Millionen Liter Wasser guter Qualität. Die Quelle ist Nationaldenkmal. Benannt ist die Stadt nach Kudumane, einem San-Häuptling des 18. Jahrhunderts. Es treten extreme Temperaturunterschiede zwischen Sommer und Winter auf. Während der Wintermonate gibt es regelmäßig Frost, von Dezember bis April sorgen feuchte Nord- und Nordostwinde für häufige Gewitter, im Sommer werden trotz der Höhenlage die 40 °C überschritten. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge beträgt 420 mm pro Jahr.


Molopo

Lebensader in der Kalahari

Rivier nennt man im südlichen Afrika einen Fluss, der nur zeitweise Wasser führt. Der Molopo ist ein solcher Trockenfluss: trotz seiner Länge von 960 Kilometern und einem Einzugsgebiet, das mit 370.000 Quadratkilometern größer ist als ganz Deutschland, führt er nur ganz selten Wasser. Seine Quelle sprudelt bei Lichtenburg. In der Nähe der Augrabies Falls mündet er schließlich in den Orange River. Auch wenn der Molopo kein Wasser führt, ist er die Lebensgrundlage für viele Säugetiere und Vögel, darunter  Buschböcke, Spitzmaulnashörner und Elenantilopen. Im Fluss finden Erdmännchen ihren idealen Lebensraum. 


Namaqua-Nationalpark

Wunderwelt der Sukkulenten

Der über 1.000 Quadratkilometer große Nationalpark schützt die typische Namaqualand-Landschaft mit einer großen Vielzahl von Sukkulenten, von denen manche nirgendwo anders vorkommen. In der Wunderwelt mit mehr als 3.000 verschiedenen Pflanzenarten lebt die Homopus signatus, die kleinste Schildkrötenart der Welt. Wenn im August und September Winterregen fällt, überzieht anschließend ein kilometerweiter Blumenteppich das ansonsten graue bis braune Land. Dann ist auf dem mit einem normalen PKW befahrbaren Rundweg und auf den Wanderwegen auch mit vielen Besuchern zu rechnen, für den Rest des Jahres ist man als Besucher meist alleine mit der Landschaft.

Nähere Informationen:
www.sanparks.org


Namaqualand

Prachtvolle Blumenteppiche nach Frühjahrsregen

Auf den ersten Blick wirkt das Namaqualand öde und menschenfeindlich. Die Niederschläge liegen oft unter 50 mm pro Jahr. Nur im Süden bei Citrusdal, wo Bewässerung des Landes möglich ist, werden Tabak, Zitrusfrüchte, Rooibos Tee und Wein angebaut. Seinen unvergleichlichen Reiz entfaltet das Namaqualand aber, wenn Regen fällt, was meist zwischen August und Oktober passiert. Dann verwandelt sich die Halbwüste in ein prachtvolles Blumenmeer. Besonders geeignete Gebiete zur Blumenschau sind rechts und links der N7, bei Springbok und im Goegab Nature Reserve. Aber auch zu anderen Jahreszeiten ist die Landschaft beeindruckend. Wer Zeit hat, sollte im Zickzack um die N7 herum zwischen Atlantik und der Karoo hin- und herfahren. Wichtig ist, immer genügend Trinkwasser und Benzin zu haben.


Pofadder

Von der Missionsstation zum Farmerzentrum

1875 errichtete der Missionar Christian Schröder eine Missionsstation an einer Quelle, die von eine Khoikhoi-Gruppe zur Vieh-Tränke genutzt wurde. Der Chef des Clans ließ sich taufen und erhielt den schönen Namen Klaas Pofadder (afrikaans für: Puffotter). Pofadder bürgerte sich bald auch als Ortsname ein. Einige Jahre später jedoch erhielten weiße Farmer die Weidenutzungsrechte rund um Pofadder. Da sie unmöglich in einem Ort leben konnten, der nach einem Hottentotten benannt war, gaben sie ihm den (etwas hochtrabenden) Namen Theronsville. Inzwischen trägt die unscheinbare Wüstensiedlung wieder den ursprünglichen Namen.


Port Nolloth

Diamantensuchboote und Nebelschwaden

Die Hafenstadt in der Gemeinde Richtersveld hat ungefähr 6.000 Einwohner. Seine Geschichte begann, als der Kommandeur Nolloth 1854 einen Hafen zum Abtransport von Kupfererz bauen ließ, das mit Ochsenkarren aus dem Hinterland gebracht wurde. Heute liegen im Hafen meist Suchboote, die den Meeresboden nach Diamanten absuchen. Der von der Antarktis kommende Benguelastrom sorgt dafür, dass die Wassertemperaturen 16 °Celsius selten übersteigen. Daher bildet sich über dem Meer ein dichter Nebel, der nachts landeinwärts zieht und für Feuchtigkeit sorgt.


Springbok

Hauptort des Namaqualandes

Der größte Ort des unwirtlichen Namaqualandes liegt zwischen felsigen Bergen in einer  trockenen Gegend und verdankt seine Entstehung den Kupferminen, die 1856 in Betrieb genommen wurden und dem Ort bald einen schlechten Ruf eintrugen. Als ein neuer Magistrat sein Amt aufnahm, bestellte er als erstes einen Stock, um Missetäter zu bestrafen. Heute sind die Minen geschlossen. Dafür ist es ein guter Ausgangspunkt, um das Namaqualand zu erkunden, das sich besonders im August und September in ein prachtvolles Blumenmeer verwandelt. Die ehemalige Synagoge von 1930 ist heute ein Heimatmuseum.


Upington

Grüne Oase am Orange-River

Die Stadt am Oranje Fluss ist Hauptstadt der nördlichen Kapregion und Tor zur Kalahari. Wer zum Kalahari Park will, hat hier die letzte Möglichkeit, in den gut sortierten Supermärkten einzukaufen und die Vorräte aufzufüllen. Upington gilt als eine der heißesten Städte Südafrikas. Obwohl das Thermometer oft die 40-Grad-Marke übersteigt, bleibt die Hitze wegen der geringen Luftfeuchtigkeit erträglich. Dass die Stadt trotzdem grün wirkt, verdankt sie dem Orange River und der künstlichen Bewässerung. Ein schmales, grünes Band zieht sich über 280 Kilometer am Fluss entlang, wo neben Weizen, Gemüse, Zitrusfrüchten, Datteln und Baumwolle vor allem Wein angebaut wird. 

Nähere Informationen:
www.upington.co.za


Verneuk Pan

Ausgetrockneter Salzsee

Die Salzpfanne nördlich von Brandvlei ist durch natürliche Austrocknung eines Sees entstanden. Das Gebiet ist etwa 50 Kilometer lang und elf Kilometer breit. Der Name leitet sich vom Afrikaans-Wort verneuk für „Täuschung“ ab und bezieht sich auf die dortigen Luftspiegelungen. Das Gebiet wurde bekannt, als 1929 der britische Rennfahrer Malcolm Campbell dort vergeblich versuchte, den Landgeschwindigkeitsrekord zu brechen. Heute nutzen Drachenflieger die Aufwinde über der glutheißen Pfanne.


Witsand Nature Reserve

Weiße Dünen im roten Sand

Im Witsand Nature Reserve findet man 20 bis 60 Meter hohe, vom Wind geformte Sanddünen. Mit ihrem schimmernden Weiß bilden sie einen perfekten Kontrast zum roten Sand rings umher. Wenn die Bedingungen stimmen, dann erzeugen die Dünen Geräusche und werden darum auch „Roaring Sands of the Kalahari“ oder auf Afrikaans „Brulsand – Brüllender Sand“ genannt. Als Naturreservat proklamiert wurde das 3.500 Hektar große Gebiet im April 1994. Seither wächst die Vielfalt an Pflanzen und Tieren. Über 170 verschiedene Vogelarten sind inzwischen heimisch, daneben Insekten und vor allem Käfer, die man in den Dünen findet.

Umfulana Route:
www.komoot.de




Weitere Sehenswürdigkeiten Northern Cape




Reisebeispiele Northern Cape

Noch nicht das Passende gefunden?
Individuelles Angebot anfordern
Neugierig auf unsere Rundreisen geworden?

Alle Südafrika Rundreisen anzeigen
Nach Oben