15.03.2008

Südafrikareise von Monika Miehe

Liebes Umfulana-Team,

am 27.02. sind wir von unserer ersten Südafrika-Reise wiedergekehrt – und hätten am liebsten das nächste Flugzeug zurück nach Kapstadt genommen! Wir haben zwei wunderbare Wochen in diesem faszinierenden Land verbracht, wobei für uns als "Afrika-Einsteiger" die Tour entlang der Gardenroute perfekt war, und es wird mit Sicherheit nicht unser letzter Besuch gewesen sein. Dank der hervorragenden Organisation durch Umfulana, die sehr gut ausgewählten Unterkünfte mit netten, informativen Gastgebern und die individuell ausgearbeiteten Reisetipps wird uns dieser Aufenthalt unvergesslich bleiben.

Gleich am Tag der Ankunft fuhren wir – noch zerknittert von der Reise und komplett unausgeschlafen – bei strahlendem Sonnenschein auf den Tafelberg. Barry vom „Jambo Guest House“, dem so liebevoll gestalteten Minimuseum und Bed&Breakfast in Kapstadt, hatte uns geraten, den Ausflug nicht zu verschieben und sollte Recht behalten: Am nächsten Tag schlug das Wetter um, und der Berg trug dann sein berühmtes "Tischtuch". Am Abend ging es noch an die fußläufig zu erreichende V&A Waterfront. Reger Betrieb herrschte in den Geschäften und Restaurants rund um das Hafenviertel, Akrobaten zeigten ihr Können und afrikanische Rhythmen klangen durch die Dämmerung. Ein schöner Abschluss unseres ersten Tages!

Am zweiten Tag besuchten wir das Weingut Groot Constantia, wo wir eine interessante Führung im kleinsten Kreis erhielten, und den herrlichen botanischen Garten Kirstenbosch. Am dritten standen wir vor der schwierigen Entscheidung, uns Kapstadts Innenstadt näher anzusehen oder bei Nieselregen die ersehnte Kap-Rundfahrt zu machen. Für uns als Naturfans dann doch keine Frage, und so beteten wir zu allen Wettergöttern und starteten mit einer ganzen Liste von Sightseeing-Tipps unserer Gastgeber Richtung Simon's Town. Über den kleinen Fischerhafen Kalk Bay und den Boulders Beach mit seinen putzigen Frackträgern ging es zum Kap der Guten Hoffnung. Auch wenn es "nur" der südwestlichste Punkt des Kontinents ist – die Aussicht bei aufklarendem Wetter war spektakulär! Der Rückweg über den Chapmans Peak Drive entlang der Küste führte uns über Hout Bay zurück zu unserem Domizil in Green Point, das wir am nächsten Tag ungern, aber gespannt auf weitere Eindrücke verließen.

Nach der Fahrt entlang der Küste mit immer neuen, schönen Ausblicken erreichten wir Pringle Bay und unser nächstes B&B, das „Wild Olive". Gloria und Peter waren wunderbare Gastgeber, und die kulinarischen Kreationen des Hausherrn köstlich! War das Frühstück schon hervorragend, so sollte man auf keinen Fall das Dinner verpassen, das Peter jeden Abend für seine Gäste kocht. Hier kann man wunderbar relaxen, ist in wenigen Gehminuten am Strand und kann solch verwunschene Plätze wie den Stony Point oder Betty's Bay entdecken – auch hier gibt es eine Brillenpinguinkolonie und hunderte Seevögel wie Weißbrustkormorane und Schwarze Austernfischer. Das Biospärenreservat Kogelsberg bietet viele Möglichkeiten, die Natur zu entdecken und zu wandern, sehr sehenswert ist auch der hiesige botanische Garten „Harold Porter“. Nach zwei Tagen war war es schon wieder so weit – wir mussten Abschied von diesem sonnigen, luftigen Haus am Meer und unseren netten Gastgebern nehmen.

Gloria hatte uns eine Panoramaroute empfohlen und einige Tipps mit auf den Weg gegeben. Aufgrund der starken Überschwemmungen des vergangenen Jahres sind einige Bergpässe immer noch gesperrt, es gibt abseits der Autobahn etliche Baustellen. Also am besten immer den Rat der jeweiligen Gastgeber einholen und ggf. etwas Zeit für die Panoramastraßen einplanen, es lohnt sich auf jeden Fall bei gutem Wetter. Da wir vor lauter Nebel und Nieselregen nicht viel von der schönen Berglandschaft sahen, fuhren wir bei Swellendam auf die N2 und von dort direkt nach Knysna zu unserer nächsten Station, der "Badger's Lodge". Auf einem großen Garten- und Waldgrundstück haben Katrin und Joachim aus Deutschland Hütten im afrikanischen Stil erbaut, die bei aller rustikalen Gemütlichkeit keinen Komfort vermissen lassen. Ein ganz besonderes Erlebnis, am Abend auf der Holzveranda zu sitzen und den „Urwaldlauten“ der Vögel, Frösche und anderen Tiere zu lauschen... In den Bergen oberhalb der Stadt, wo Ende des 19. Jahrhunderts Gold gefunden wurde, können auf diversen Wanderwegen heute noch die Spuren dieser Zeiten erkundet werden. Ein Bootsausflug auf der Lagune brachte uns an die Knysna Heads, von denen einer in Privatbesitz und als „Featherbed Nature Reserve“ im Rahmen geführter Touren zugänglich ist.

Ausflüge in die nähere Umgebung führten uns zum „Monkeyland“, einem Reservat, in dem etwa 350 Affen aus verschiedenen Ländern ein neues Zuhause gefunden haben, und zum benachbarten „Birds of Eden“, einem riesigen Freiflugareal, in dem neben diversen Papageienarten auch der Knysna Loerie, Kronenkraniche und Flamingos zu finden sind.

Auch wenn wir nicht unbedingt auf der (Foto-)Jagd nach den „Big Five“ waren (denn Südafrikas Tier- und Pflanzenwelt hat auch so sehr viel zu bieten), konnten wir uns die Gelegenheit zu einer Jeepsafari durch eines der privaten Wildreservate nicht entgehen lassen. Im „Plettenberg Bay Game Reserve“ mit seinen Rhinozerossen und Flusspferden, Krokodilen und Löwen, Zebras, Gnus und Antilopen hätten wir gerne noch viel mehr Zeit verbracht. Die Tiere waren bei 35 Grad Celsius klüger als wir, viele hatten sich im Schatten verkrochen und dösten vor sich hin. Das einzige, was uns etwas Abkühlung brachte, war der Fahrtwind...

Doch die ganz großen Tiere erwarteten uns am nächsten Tag. Ein besonderes Highlight unseres Urlaubs war der Besuch des „Addo Elephant Park“. Schon am ersten Wasserloch trafen wir eine Gruppe Elefanten an, die dabei waren, sich gegen Insekten und die Hitze des Tages mit Schlamm zu „duschen“. Auch etliche Jungtiere waren dabei, allerdings nicht mit dem nötigen Ernst: Sie machten sich einen Spaß daraus, mit wehenden Ohren die ebenfalls nach Abkühlung lechzenden Warzenschweine mit ihren Ferkeln zu jagen – erfolglos, versteht sich. Nachdem wir in dem riesigen Areal verschiedene andere Tiere wie Zebras, diverse Antilopen, Strauße und Schildkröten beobachten konnten, kreuzten die Elefanten wieder unseren Weg. Erst sahen wir nur einen, der sich gemächlich seinen Weg durch das Buschland bahnte. Direkt vor unserem Wagen überquerte er die Straße, gefolgt einer kleinen Gruppe, die auch Junge dabeihatten. Als die Elefanten vorbeigezogen waren, drehte sich der letzte zu uns um – und alle anderen auch! Uns stockte der Atem, doch dann verteilte sich die Gruppe in den umliegenden Büschen und begann ganz gemütlich ihre Mittagsmahlzeit einzunehmen. Eine gute Stunde saßen wir im Auto und sahen der Herde beim Fressen zu. Es war schön, diese beeindruckenden Tiere so aus der Nähe erleben zu können.

Leider ging es am nächsten Tag schon weiter. Gerne hätten wir auch den Schotia-Park oder eines der anderen Reservate besucht oder vielleicht einen Ausflug nach Graaf-Reinet gemacht, doch unser Zeitplan ließ es zumindest dieses Mal leider nicht zu. Erwähnenswert ist natürlich auch unsere Unterkunft, die „Cosmos Cuisine“ in Sunland bei Addo, wo uns ein supernetter Service und ein hervorragendes Dinner im ausgezeichneten Restaurant den Aufenthalt sehr angenehm machte. Auch an unserem Zimmer gab es absolut nichts auszusetzen: Es war riesig, hatte ein luxuriöses Bad, und eine kleine Karaffe Portwein mit Obst stand zur Begrüßung bereit. Ob es sich allerdings um die auf unserer Auftragsbestätigung angekündigte „Honeymoon-Suite“ gehandelt hat, wissen wir nicht so genau – die Internetbeschreibung lässt uns vermuten, dass es eine kleine Verwechslung mit einem anderen jüngeren Pärchen gegeben hat, das sich tatsächlich auf Hochzeitsreise zu befinden schien. Schöner als wir können sie aber kaum gewohnt haben und wir hoffen, dass auch sie ihren Aufenthalt genossen haben.

Wir waren jedenfalls restlos zufrieden und setzten unseren Weg durch die Kleine Karoo nach Oudtshoorn fort. Der Besuch der sehenswerten Cango Caves wurde durch eine kleine Einlage unseres Zulu-Guides zu einem besonderen Erlebnis: In einer der Grotten stimmte er – in seiner Sprache – das Lied „Pata-Pata“ von Miriam Makeba an. Auch unser hiesiges Gästehaus „Shades of Africa“ mit seinem Pool unter schattigen Weiden war sehr einladend (zumindest tagsüber, in der Nacht war das Blubbern der Umwälzpumpe doch etwas störend), doch hier hieß es am nächsten Tag ebenfalls schon Abschied nehmen.

Je näher wir der Kapregion kamen, desto mehr ging die karge Landschaft der kleinen Karoo über in das saftige Grün der „Winelands“. Nicht umsonst wird diese schöne Strecke in Anlehnung an die berühmte amerikanische Traumstraße „Route 62“ genannt. Über Calitzdorp, Ladismith, Montagu und Robertson erreichten wir Stellenbosch, weniger ein verträumtes Winzerstädtchen als eine quirlige Universitätsstadt, die uns sehr gut gefiel. Interessant war – bei etwas verhangenem Wetter – vor allem das Dorpmuseum, ein Komplex aus landestypischen, original möblierten Häusern der Kolonialzeit. Da unser komfortables B&B „Villa Grande“ zwar über eine sehr schöne Dachterrasse, aber leider nicht mehr über das in unserer Reisebeschreibung genannte Restaurant verfügt, folgten wir gern einer Empfehlung unserer Gastgeber und kamen in den Genuss, unter Sternenhimmel im wirklich hervorragenden Restaurant „Volkskombuis“ zu speisen (auch das angeschlossene, etwas rustikalere „De Oewer“ ist empfehlenswert).

Ein Ausflug in die Umgebung, durch herrliche Weingebiete nach Paarl und Franschhoek, zeigte uns am Abflugtag noch einmal beeindruckend die Schönheiten der Landschaft, bevor wir erst einmal von diesem faszinierenden Land Abschied nehmen mussten. Wir haben eine großartige, in manchen Teilen noch fast unberührte Natur gesehen, sehr nette Menschen kennengelernt und interessante Einblicke in die Geschichte und Gegenwart dieses so widersprüchlichen Landes erhalten, das auf seinem Weg zur „Rainbow Nation“ sicher noch die eine oder andere Hürde zu bewältigen haben wird. Beim Team von Umfulana bedanken wir uns sehr herzlich für die gute Vorbereitung und Durchführung dieser Reise und wissen schon ganz genau, wer auch unsere nächste planen wird...

Herzliche Grüße

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Ralf und Monika Miehe



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