10.01.2010

Südafrikareise von Prof. Dr. Bernd Buchholz

Liebes Umfulana-Team, insbesondere lieber Herr Garstka,
noch haben wir keine Fotos von unserer wunderschönen Reise – die werden nachgeliefert – aber wir können immerhin von unseren durchweg positiven Erfahrungen berichten:
Die Kombination aus Erlebnis- und Entspannungsreise, die wir bereits vor knapp zwei Jahren genossen hatten, hat sich auch diesmal wieder als für uns ideal erwiesen.
Dass wir die erste Station, die Victoria-Fälle. aufgrund des Eis- und Schnee-Desasters in Deutschland nicht haben besuchen können, haben wir zwar sehr bedauert, empfanden unser reduziertes Safari-Programm dann jedoch im Grunde als vollkommen ausfüllend und rund – mehr wäre vielleicht sogar zuviel gewesen.
Es bot sich uns so viel Abwechslung: Das Chilwaro-Camp am Chobe-River ist ein wunderbares Anwesen, exzellent geführt und mit dem Chobe-National-Park in eine Umgebung eingebettet, die ein hohes Aufkommen an Giraffen, Löwen, Büffeln, Krokodilen, Flusspferden, Affen und natürlich vor allem Elefanten garantiert. Wer Tiere unter fachkundiger Anleitung erleben und beobachten möchte, ist hier genau richtig. Unseren Ranger Rogers, dessen Wissen und Klugheit nicht nur hinsichtlich Natur und Tieren uns sehr beeindruckt hat, möchten wir gern einmal wiedersehen. Unvergesslich ist uns der Abend des 24. Dezembers: Wir saßen in einem Boot, das in der untergehenden Sonne auf dem Chobe-River dahin fuhr und betrachteten die trinkenden, badenden und spielenden Elefanten – ein unvergleichliches Erlebnis!
Die Herzlichkeit und Gastfreundschaft, die wir im Chilwaro-Camp erlebten, fand ihre Fortsetzung im Okavango-Delta. Das Jacana-Camp, in das uns Joseph, der für uns zuständige Ranger, nach einem spannenden Flug über den Norden Botswanas, fuhr, liegt in einer wunderschönen Landschaft, die einen ganz besonderen Zauber ausübt. Das Leben im Camp unterliegt klaren Regeln, die durch den Rhythmus und die Lebensweise der Tiere bestimmt werden. Dass sich immer wieder einmal ein Flusspferd oder Elefant in den Campbereich 'verirrt' und die gesamte Affenbande nur darauf lauert, etwas zu stiebitzen, durften wir selbst erfahren. Mit Danielle und Peter, unseren sympathischen Gastgebern, haben wir Adressen ausgetauscht und freuen uns, sie bald einmal bei uns in Europa begrüßen zu dürfen. Unser Kontakt war so gut, dass wir sogar darauf hoffen, dass unser Sohn Sebastian über Peters Vermittlung eine Zivildienststelle in Südafrika erhält.
Zurück ging es am 27.12. über Maun nach Johannesburg, in das Hotel 'The Saxon', um am nächsten Tag gen Mozambique zu reisen. Anfangs waren wir skeptisch, ob sich der Aufwand, quer durch Johannesburg zu fahren, um eine Nacht in einem bestimmten Hotel zu verbringen, wirklich lohnen würde, aber, lieber Herr Garstka, Sie hatten recht – dieses Hotel ist ein Erlebnis und wir haben jede Minute, die wir dort waren, genossen – es hätten ruhig noch etwas mehr sein können!
'Runderneuert' und luxuriös 'aufgefrischt' traten wir sodann unseren Flug gen Mozambique an – so dachten wir zumindest. Hier wurden wir allerdings eines besseren belehrt: Laut Air Mozambique war unsere Reservierung gecancelt und wir hatten keinerlei Möglichkeit, einen Platz in der Maschine nach Maputo zu ergattern. In langen, zähen Verhandlungen gelang es uns schließlich, doch noch Bordkarten zu erhalten und unser Gepäck aufzugeben. In Maputo war die Situation ebenfalls chaotisch – nachdem wir unser Gepäck geholt und die Visa- und Zollformalitäten geregelt hatten, wurde uns bedeutet, dass es keinerlei Tickets mehr für uns gäbe, die Maschine nach Pemba wäre voll. Dank der ortsansässigen 'Beförderungsmafia' wurden wir schließlich doch an den Schalter geschoben und konnten unsere Tickets lösen. Kein Problem mehr war dann der Flug von Pemba zum Medjumbe-Island – hier lief alles bestens.
Die 5 Tage auf Medjumbe haben wir sehr genossen – nichts als Luft, Meer, Sand und immer wieder köstliches Essen – dies ist ein wunderbar abgelegener Ort, um die Seele baumeln zu lassen. Wie Yanni – der Manager – uns erzählte, waren wir die ersten deutschen Gäste, die diese Insel besuchten. Das aber sollte so nicht bleiben – die Insel ist ein wunderbares Reservat für Meeresliebhaber, die eine gewisse Abgeschiedenheit suchen, dabei jedoch gern auch einmal Kontakt mit Menschen unterschiedlichster Nationalitäten haben möchten – man ist dort ganz unter sich!

Zusammenfassend können wir dem Umfulana-Team nur bescheinigen, einen guten Weg hinsichtlich eines sanften, nachhaltigen Tourismus eingeschlagen zu haben. Wir haben viel erlebt und viel gelernt, nähern uns diesem Kontinent in kleinen Schritten und versuchen, unseren Kindern die Schönheit, aber auch die Probleme Afrikas, die ja ursächlich auch mit uns und unserer Geschichte zu tun haben, nahezubringen.
Ganz aus der Perspektive des verwöhnten Europäers wünschen wir uns zudem, dass Sie Ihre Begabung, schöne, besondere Unterkünfte zu finden nicht verlieren werden.

Sigrid, Bernd und Sebastian Buchholz



Nach Oben