24.12.2010

Südafrikareise von Markus Dolensky-Baumbach

Wenn schon – denn schon. Ein klein wenig Beissen schadet nicht und bringt sicher ein paar interessante Abenteuer mehr. Deshalb fiel die Auswahl sehr schnell auf "Reisen zum Kennenlernen – von Johannesburg nach Kapstadt" ohne Inlandflug. Und so kam es dann auch. Die Abenteuer reihten sich nahtlos aneinander und immer durften wir in traumhaften Unterkünften das Vergangene vom Tag Revue passieren lassen, so auch folgende Geschichte vom 5. Reisetag. Die Strecke vom Skukuza-Camp zum Mkaya Game Reserve in Swasiland ist mit 350 Kilometer angegeben. Locker machbar, so denkt man. Ziel war es, um 16 Uhr an einem verabredeten Punkt zu sein um von einem Jeep abgeholt und ins Camp gefahren zu werden. Wir starteten um 8:45 Uhr im Krüger-Park. Die Fahrt ging flott voran. Die Tiere hatten allerdings ihren freien Tag eingezogen oder waren in Urlaub. Wir sahen auf rund 70 Kilometern gerade mal einen Elefanten. Bei der Ausreise vom Park (Malelane) ging es dann los. Es begann zu regnen und der Regen ging langsam in einen Wolkenbruch über. Und dann kam dieses eine Pothole. Beim anschliessenden Radwechsel auf lockerem Untergrund ganz knapp neben der Autobahn kam dann nicht so richtig Feststimmung auf. Die Sache verschärfte sich als wir feststellen mussten, dass Wegweiser eher als Mangelware in Südafrika bezeichnet werden können und auf den Schildern grundsätzlich nicht die Orte aufgeführt werden, die im Reiseführer genannt sind. (Wir waren traditionell unterwegs, d.h. ohne GPS-Ding. Wer Karten lesen kann, der schafft die ganze Route auch ohne diesen modernen Schnickschnack problemlos!) Einfach mal geradeaus fahren brachte dann die Lösung und auch den Grenzübertritt nach Swasiland. Da treffen zwei ganz unterschiedliche Welten aufeinander – spannend und unbeschreiblich schön! Das Wetter wurde besser, als dass der Wolkenbruch sich ausgeregnet hatte und einem stattlichen mitteleuropäischen Dauerregen Platz machte. In Swasiland sind Wegweiser dann allerdings keine Mangelware mehr – es gibt sozusagen keine. Und so fährt man nach bestem Wissen und Gewissen und mehr nach Gefühl auf einer perfekten Strasse Hügel hoch und Hügel runter, mal im dichtesten Nebel, mal im Wolkenbruch. Das Reserverad liess nur ein Tempo bis 80 km/h zu und so tuckerten wir mit maximal diesem Tempo unserem Ziel entgegen. Die Hauptstadt von Swasiland kommt immer näher und die Autobahn wird breiter und breiter. Dann ist man durch und fährt weiter nach Manzini. Die Strasse ist immer perfekt, der Regen auch. Manzini kommt näher, die Strasse wird breiter und dann wird sie wieder schmaler. Von 3 Spuren auf 2 Spuren, von 2 Spuren auf 1 Spur und dann wird die Autobahn zur Hauptstrasse und dann zur normalen Strasse und dann ist es einfach nur noch eine enge Gasse. Die Strasse endet mitten in Manzini an einer Kreuzung mit Ampel. Wegweiser? Fehlanzeige. Sind wir falsch? Machen wir es doch so wie immer: einfach weiter geradeaus. 20 Minuten zu spät erreichen wir den verabredeten Ort für den Eintritt ins Mkaya Game Reserve. Der Regen hört auf und macht der Sonne Platz. Alles klappt hervorragend und so können wir noch am gleichen Abend eine Pirschfahrt unternehmen und sehen Dutzende von Elefanten und Nashörnern, auch einen Fischadler sehen wir durch die Lüfte schweben. Die Krokodile sind allerdings definitiv im Urlaub. Deren Wasserloch ist ausgetrocknet und dann ziehen die Krokodile weiter. Wohin? Das weiss niemand. Sobald das Wasserloch wieder voll sind sie wieder da. Die Ranger erklären uns alles. Die Unterkunft sucht seinesgleichen. Die offene Architektur ist schlicht sensationell und lässt die Natur ganz nah erleben. Herrlich! Die Bewirtung stellt alles in den Schatten. Einen so freundlichen Service haben wir noch selten erlebt. Das Fehlen von Elektrizität im Camp lässt das Abenteuerfeeling erst recht aufkommen!
"Ich finde diese Reise besonders gelungen, weil sie in die wichtigsten Landesteile führt – und das zu einem besonders günstigen Preis." Merwin Rabe, Büro Südafrika
So wird die Reise von Umfulana beworben und dem gibt es nichts mehr hinzuzufügen. Das Auto konnten wir 2 Tage später in Richard’s Bay bei Avis ohne die geringsten Probleme auswechseln. Ein Tipp: bitte nicht am Auto sparen! VW Polo oder ähnlich geht zwar schon, aber so richtig Freude kommt nicht auf. Besser einen gut motorisierten (es gibt sehr viele langsame aber auch sauschnelle LKW) 4WD mit sehr gutem Sitzkomfort auswählen, z. B. BMW X1 oder X3.



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