19.03.2012

Südafrikareise von M. und W. Schipplock

Bericht unserer Reise durch Südafrika vom 05.02. – 28.02.2012

1. Station nach der Landung in Johannesburg und der Übernahme des Leihwagens: Ermelo

Die Gästefarm war nach der langen Anreise mit Flugzeug und Wagen eine Oase der Entspannung und Erholung.
Umgeben von einem Wäldchen mit alten Bäumen, lagen die einzelnen geräumigen Gästehäuser locker verstreut auf dem Gelände der Farm. Das einen Tag vorher bestellte Abendessen als Buffet war gut und reichlich. Ebenso das Frühstück am nächsten Morgen. Die Farmer Familie war sehr freundlich und hilfsbereit.


2. Station: privates Wildreservat im Zululand

Man kann sich hier der Beschreibung von Umfulana nur anschließen. Ein außergewöhnliches Erlebnis sind die Pirschfahrten mit dem Geländewagen bzw. geführte Fußwanderungen durch das Reservat. An der nächsten Ecke kann bereits eine neue Überraschung warten, mit der man nicht gerechnet hat. Dazu passend finden die Dinner bei schönem Wetter im Freien statt, beim Schein von Kerzen und einem prasselnden Lagerfeuer. Das Essen wird von den Rangern serviert, die uns tagsüber begleitet haben.
Ein Bad in dem natürlich angelegten Pool mit umwerfendem Blick ist die reine Wonne.
Es kann schon mal passieren, das in unmittelbarer Nähe eine Warzenschwein Familie grast oder sich suhlt. So tun, als würde man sich nicht sehen und alle kommen bestens miteinander aus.
Die Lodge selbst ist der wahre Wohntraum. Man muß es eigentlich selbst gesehen und erlebt haben. Wir hatten vorher noch nie in einer Hängematte geschlafen. Jetzt wissen wir, wie angenehm das ist.

3. Station: BB in St. Lucia

Nachdem man sich schweren Herzens von der Lodge getrennt hat, gelangen wir nun in eine völlig andere Landschaft. Während vorher die Umgebung mit mehr oder weniger lockerem Busch- und Baumbestand gekennzeichnet war, befinden wir uns jetzt in einem tropisch geprägten Gelände.
unsere Zimmer waren etwas klein geraten, dafür hatten wir direkten Zugang zum sehr schönen Garten mit Pool. Das Essen war reichlich und gut.
Die Klimaanlage war etwas laut, so dass man bei eingeschaltetem Gerät nicht so recht schlafen konnte.

4. Station: Missionsfarm in Hermannsburg

Wir konnten uns ehrlich gesagt nicht vorstellen, was uns in Hermannsburg erwartet.. Um so größer war die Überraschung, die uns die deutsche Gemeinde zu bieten hatte. Ob es die außergewöhnlich individuelle Betreuung durch Quanta war, die Führung durch das Museum oder die Fahrt mit Henriette in die Zuludörfer mit Besuch einer Zulu Familie in deren Rundhütte und anschließender Besichtigung der Deutschen Schule, es waren nicht zu vergessende Eindrücke.
Ein Höhepunkt war für uns allerdings der Besuch des Farmer Ehepaares Ruth und Rudi.. Nach einem außergewöhnlich herzlichen Empfang im Garten haben wir uns bei Kaffee und Kuchen, später bei einem Glas Rotwein, bestens unterhalten. Uns wurde die Graupapageienzucht von Rudi gezeigt und erklärt, Ruth hat uns durch ihren großen und reich sortierten Gemüsegarten geführt. Zu unserem Besuch gehörte auch eine Fahrt mit dem offenen Geländewagen durch Wald und Wiese. Beim Abschied hatten wir das Gefühl, wir verlassen alte Freunde und nicht Leute, die wir vor drei Stunden noch gar nicht kannten.
Die beiden Gastgeber hätten uns für den nächsten Abend liebend gern zu einem Braai eingeladen, aber da waren wir schon in den Drakensbergen.

5. Station: Cleopatra in Mooiriver

Ein idyllisch gelegenes Anwesen mit individuell ausgestatteten Lodges in einem großartigen Vogel- und Naturparadies mit Blick auf Höhenzüge in den Drakensbergen.
Wir haben eine eindrucksvolle Wanderung und anschließende Führung zu den Buschmannzeichnungen unternommen. Aus Zeitmangel war eine geplante Fahrt und Wanderung in die Drakensberge (von Cleopatra vorgeschlagen) nicht mehr möglich.
Leider wurde in Cleopatra nur (recht schnell) englisch gesprochen. Wir hatten daher nicht viel von den Vorträgen mitbekommen, insbesondere blieben uns die Ausführungen und Erklärungen zum Dinner größten Teils verborgen.
Es folgt noch eine etwas kritische Bemerkung zu den Hauptgängen der Dinner: Für mich war an beiden Abenden der Hauptgang misslungen. Einmal gab es einen mit dunkler Sousse vermischten Gemüsebrei, in dem vereinzelt Lammscheibchen versteckt waren (war als Gourmet-Lammbraten angekündigt). Dazu eine Minz-Sousse, Gott sei Dank in einem separaten Gefäß. Eine Gabelspitze als Kostprobe hat gereicht, um den Bedarf an Minz-Sousse für den Rest des Lebens zu decken. Am zweiten Abend war Filet vom Rind angesagt. Die beiden Scheiben vom Filet waren wunderbar zahrt und sicher auch schmackhaft, wenn man die Gelegenheit bekommen hätte, das Fleisch nach seinem Bedarf mit Salz und Pfeffer abzuschmecken. Leider waren beide Scheiben mit einer sirupartigen dunklen Masse übergossen. Für Engländer sicher ein Hochgenuss, für mich eine Katastrophe. Übrigens haben wir den Chef nie zu Gesicht bekommen.

6. Station: Oranje Guest Farm in Clarens

Höhepunkt auf der Fahrt nach Clarens war ein Stop am Golden Gate. Leider dauert die Anfahrt nach Clarens zu lange, um größere Pausen in der grandiosen Landschaft zu machen. Da am folgenden Tag die lange Fahrt nach Graaff Reinet anstand, hatten wir auch keinen Drang mehr, uns Clarens anzusehen.
Der Hausherr war ein äußerst freundlicher und hilfsbereiter Mensch, die Farm selbst ein Ort der Ruhe und Entspannung. Genau das Richtige für die 10-Stunden-Fahrt am folgenden Tag.

7. Station: Graaff Reinet

Über die 700 km-Fahrt kann man geteilter Meinung sein. Zum einen ist man bei der Ankunft in Graaff Reinet ziemlich fertig, zum anderen fragt man sich, ob ein Zwischenstopp, der ja einen ganzen Tag kosten würde, notwendig ist.
Entschädigt wird man auf jeden Fall in Graaff Reinet durch ein Haus in einem wunderbaren Garten. Die Zimmer hinter dem Haupthaus im Garten sind ruhig und geschmackvoll eingerichtet.
Ein Ausflug in ein Naturreservat auf einem nahegelegenen Berg lohnt sich. Man hat einen grandiosen Blick auf den Ort mit den drei verschiedenen „Wohngemeinschaften“ (weiß, farbig, schwarz). Eine kleine Wanderung eröffnet einem ungeahnte Einblicke in die Natur- und Bergwelt mit steilen und skurrilen Felsformationen.
Es gibt diverse Möglichkeiten, in Graaff Reinet sehr gut zu essen, eine liegt keine 100 Meter vom Avondrust entfernt.
Wir hatten einen geführten Rundgang durch den Ort (weiß) mit Lutz aus Düsseldorf, der seit über 40 Jahren in Südafrika lebt. Kostet 250,-- Rand für die Gruppe.

8. Station: The Waves B+B in Viktoria Bay

Wie schon der Name “Waves” sagt, liegt dieses schöne Haus in einer kleinen Stichstraße direkt am Indischen Ozean. Man könnte hier auch eine ganze Woche Urlaub machen.
Die Gastgeber haben sich viel Mühe gegeben, um uns den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. Aus Altersgründen und wegen Erkrankung des deutschsprachigen Hausherren steht das Haus zum Verkauf, so dass hier wohl für zukünftige Gäste Veränderungen stattfinden werden.
Eine Wanderung auf dem „Kingfisher Trail“ in Wlderness zu einem Wasserfall mit Bademöglichkeit sowie ein Tagesausflug nach Knysna waren besondere Höhepunkte.

9. Station: Huijs Harlem in Kapstadt

Die Fahrt entlang der Gardenroute war die schönste Fahrstrecke in Südafrika. Durch die gute Wegbeschreibung haben wir, wie bei allen anderen Stationen auch, unser Ziel sicher gefunden. Wenn man bedenkt, dass wir nun in einer Großstadt wohnten, waren das Haus und vor allem der Garten mit Blick auf den Atlantik einfach umwerfend. Das Frühstück, stilvoll im Garten serviert, war das Beste auf dieser Reise. Man war versucht, sich den ganzen Tag im Garten mit Pool aufzuhalten.
An Ausflugsmöglichkeiten sind in Kapstadt kaum Grenzen gesetzt. Empfehlenswert sind die beiden City-Bus-Touren: einmal die „rote Linie“, die sich auf die Erkundung von Kapstadt konzentriert, inklusive der Anfahrt zur Talstation der Tafelbergbahn, zum anderen die „blaue Linie“, die auch die Umgebung von Kapstadt mit einbezieht.
Jeweils ein Erlebnis waren für uns die Besuche von zwei Restaurants mit afrikanischem Ambiente: Das „Golden Museum“ bietet afrikanische Folklore mit tollen Kostümen, Puppen, Musik, Gesang und Tanz sowie einem Menü mit Speisen aus ganz Afrika. Man sitzt in einem überdachten Innenhof mit Palmen, Bäumen und Sträuchern, so dass das Gefühl der Wildnis durchaus gegeben ist.
Das „Mama Afrika“ befindet sich in der Innenstadt (Long Street). Man sitzt hier in einer einfachen aber originellen Umgebung. Das herausragende Hauptgericht besteht aus einem Teller mit gegrilltem Krokodil- und Straußen- Fleischspies sowie Filetsteaks von Kudu und Springbock. Schmeckt hervorragend.
Die Livemusik, bestehend aus Schlagzeug und drei Xylophonen sowie zwei Sängern, beginnt um 8.00 Uhr. Wir haben so eine tolle Musik nicht erwartet. Einer der Sänger hatte eine Bariton ähnliche Stimme, der andere Sopran. Es wurden sowohl afrikanische als auch internationale Lieder gespielt. Der Sopran stand tänzerisch unserem verstorbenen Idol aus USA kaum nach.

Abschließend bleibt noch zu bemerken, dass die Fahrstrecken zeitmäßig oft durch zahlreiche Baustellenabschnitte verlängert wurden. Dieses Problem dürfte auch noch längere Zeit bestehen bleiben.
Das Gesamturteil: Wir würden diese Tour jeder Zeit wiederholen bzw. auch andere Länder mit „Umfulana“ bereisen.


Köln, den 05.03.2012
M. und W. Schipplock



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