11.03.2013

Südafrikareise von Eheleute Rebhan

Sehr geehrte Frau Schloßmacher,

die Reise Südafrika/Swasiland, die wir bei Ihnen gebucht haben, hat uns außerordentlich viel Freude gemacht. Dazu haben mehrere Faktoren beigetragen. Zum ersten die perfekte Organisation, die ohne das Voucherritual auskam. Man kam einfach an und wurde liebenswürdig als persönlich erwarteter Gast begrüßt. Nichts von der geläufigen Hotelroutine. Ausgenommen hiervor bleibt das Lower Sabie Camp, das als Großbetrieb anonymer bleiben musste und auch die sonst in allen anderen Unterkünften gegebenen tatsächlichen und menschlichen Behaglichkeiten nicht aufwies. Auch die Kulinaria dort sind eher karg. Dafür ist aber die Lage am Sabiefluss großartig, sodass man insgesamt doch ganz zufrieden ist. In einem Naturpark sollte man auf Adlonkomfort verzichten können.

Was uns des Weiteren gefallen hat, ist die Vielseitigkeit der Route. Wir haben unterwegs eine Urlauberspezies kennen gelernt, die uns bislang unbekannt war: Die Tierparkreisenden. Sie reisen von Tierpark zu Tierpark, fotografieren überall die Elefanten und reden über nichts Anderes .So ähnlich wie die Golfreisenden oder die Bergsteiger über ihre jeweiligen Lebensschwerpunkte. Die Reiseroute von Umfulana war dagegen ein farbiges Kaleidoskop an Eindrücken, von den imposanten grünen Drakensbergen rund um das hochgelegene Sabie und dem lieblichen Küstenstädtchen St. Lucia mit seinem Hochseefischertourismus und seinen wohlgepflegten,an Florida gemahnenden Rasenflächen bis hin zu der kargen Karoohalbwüste, der Garden Route und Kapstadt. Drei Naturparks haben wir erlebt und ein wirklicher Höhepunkt war Hermannsburg, die alte Missionsstation mit seiner deutschen Schule. Tableau!

Es war eine Reise, vielseitig und abwechslungsreich, die Unterbringung durchweg vom Besten, was man sich wünschen kann, alles angenehme und interessante Gastgeber. Es fällt schwer, den einen oder anderen besonders herauszuheben. Vielleicht sollte ich aber doch Ute in Sabie erwähnen. Wenn man dort ankommt, hat man einen zehnstündigen Nachtflug sowie anschließende 400 km im ungewohnten Linksverkehr hinter sich. Bei uns kam noch massiver Nebel auf dem Long Tom Pass in 2200 m Höhe hinzu, der dichteste Nebel meines Lebens. Wenn man dann bei der Ankunft mit munterem Frankfurterisch in Sopranlage begrüßt wird – Ute kommt aus Frankfurt – dann ist alles vergessen, der lange Flug, der Linksverkehr und der Nebel.
Was ich weiter empfehlen möchte: Einen Wagen mit kurzem Radstand und möglichst hochbeinig. Wir wollten einen Wagen mit Automatik und bekamen einen Honda Akkord, lang unübersichtlich und tiefliegend. Weder vorne noch hinten konnte man das Ende des Autos erkennen auf engen kurvigen Wegen z.B. im Royal Natal NP war das Fahrvergnügen deshalb mehr als gebremst.

Unbedingt sollte man GPS mit sich führen. Beispielsweise auf dem Weg vom Flughafen Johannesburg nach Sabie, wo man noch etwas müde ist vom Flug und auf den ungewohnten Linksverkehr achten muss, oder bei der Einfahrt nach Kapstadt ist man dankbar dafür. Ich hatte mein Nokia 820 mit, das ein kostenloses so gut wie weltweites Navigationssystem zur Verfügung stellt und war froh drüber. Aber man kann ein Navigationsgerät natürlich auch beim Vermieter bestellen.Achten sollte der Reisende auch auf die zahlreichen Fahrbahnschwellen, die oft nicht visuell gekennzeichnet sind und sich vielfach dort befinden, wo man sie nicht vermutet. Also nicht nur vor Schulen u.ä., sondern z.B. auch vor Bahnübergängen, die – die Gleise sind dicht von Gras überwuchert – seit unvordenklichen Zeiten außer Betrieb sind. Außerdem ganz wichtig: Die Polizei kontrolliert sehr intensiv Geschwindigkeit und den völligen Stillstand des Fahrzeugs vor Stoppzeichen. Der Tourist genießt da besondere Aufmerksamkeit (!!).

Meine Frau und ich können die Reise wärmstens empfehlen. Empfehlen würden wir allerdings auch, in Kapstadt – wenn es irgendwie möglich ist – zwei Nächte oder zumindest eine länger zu bleiben. Für die Stadt und die unmittelbare Umgebung (Tafelberg, Weingüter) braucht man nämlich zwei Tage. Da bleibt keine Zeit mehr für das Kap der guten Hoffnung.
Es war bestimmt nicht unsere letzte Reise mit Umfulana.

Mit freundlichen Grüßen
Ehel. Rebhan



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