18.01.2014

Südafrikareise von Felix Rappl

Reisebericht – Südafrika vom 04.11. bis 18.11.2013

Die Reiseentscheidung pro Südafrika mit Familie (2 Kinder im Alter von 4 und 5 Jahren) erfolgte Anfang 2013. Die Frage war, ist eine Rundreise durch Südafrika auch geeignet für Kinder? Am Ende der Reise nach insg. 2.950 km in zwei Wochen, waren alle begeistert vom Land der aufgehenden Sonne. Natürlich musste die Reise an die Kinder angepasst werden, insb. ein mobiler DVD-Player mit ausreichenden Filmen, Malbücher und Spiele, waren hilfreiche Begleiter, um weite Strecken zu überbrücken, ebenso ausreichende Pausen während der Fahrten. Für die Kinder waren die Eindrücke der „Großen Tiere“ aber auch die abwechslungsreiche Landschaft aus „König der Löwen“ wie ein Traum.
Auch die klimatischen Bedingungen Anfang November, Beginn der Regenzeit, waren kein Hindernis, da wir lediglich 4 Regentage, insbesondere an der Küste zu den Abendstunden, hatten. Sonst war das Wetter sehr stabil und im Krüger Nationalpark mit 35 bis 40 Grad afrikanischer Natur.

Im Straßenverkehr fahren die Südafrikaner sehr diszipliniert und zu dieser Zeit war das Verkehrsaufkommen auf allen Strecken, die wir befuhren, gering.
Es bestehen überall sehr gute Einkaufmöglichkeiten mit sehr gut sortierten Supermärkten mit hoher Qualität an frischen Lebensmitteln.

Wir hatten eine Malariaprophylaxe, Malarone, im Reisegepäck und wollten diese lageangepasst einnehmen. Für Kinder gibt es kindergerechte Größen der Pillen, wobei die Einnahme nur mit Tricks erfolgen konnte. Auf Anraten des Arztes in Pretoria, entschlossen wir uns, diese Prophylaxe doch vorzeitig einzunehmen. Dies war jedoch aufgrund der Wetterlage im Nachhinein nicht erforderlich, da selten Stechmücken vorhanden waren. Diese Entscheidung muss jedoch jeder selbst für sich treffen. Nebenwirkungen traten keine auf.

Die Vorbereitung verlief Dank der Unterstützung von Umfulana insb. durch Frau Hillermann, problemlos und hoch professionell. Insbesondere die übersandten Unterlagen mit einer detaillierten Anfahrt der einzelnen Stationen, inkl. Kartenausschnitte, waren sehr hilfreich. Das gesamte Paket, das durch Umfulana bereitgestellt wurde, ist sehr empfehlenswert. Die Unterlagen wurden in einem Filofax zusammengefasst, aller Vouchers bis hin zu einem Reiseführer über Südafrika. Frau Hillermann war ständig für weitere Fragen erreichbar und konnte wichtige Tipps für die Reise geben.

Der Nachtflug erfolgte mit South African Airways über München direkt nach Johannesburg. Als negativ war lediglich die Klimaanlage des Flugzeuges, die durch die Crew viel zu kalt eingestellt wurde. Der Fehler konnte trotz Intervention der Fluggäste nicht behoben werden, so wurden viele Decken und sogar heißes Wasser in Flaschen als Wärmeflaschen ausgeteilt. Resultierend der dauerhaften kalten Luft war eine schwere Mandelentzündung meiner Frau.

Die Ankunft in Johannesburg in der Früh am 05.11.2013 und die Übernahme des geräumigen Mietwagens, ein Van der Marke Hyundai H1, verliefen reibungslos und das Abenteuer konnte starten.

Die erste Station war ein sehr schönes und ruhiges Guest House – Touraco – östlich von Pretoria. Die Gastgeber Irene und Hartmut waren sehr gastfreundlich und unterstützten mit wichtigen Tipps für die Reise, für den Einkauf von Reiseproviant und für den ersten Tag in Südafrika. Insbesondere für die medizinische Versorgung meiner Frau, konnte kurzfristig und unkompliziert ein Termin bei einem deutschen zuverlässigen Arzt vereinbart werden.

Am 06.11.13 starteten wir gut vorbereitet in Richtung Osten auf dem Highway N4. Auffällig waren die zahlreichen Geschwindigkeitsmessungen der örtlichen Verkehrspolizei und die Kontrollen direkt auf der Autobahn, aber das sollte bei angepasster Geschwindigkeit kein Problem sein. Auch wenn es sich in der Anfangsphase um ein reizloses Hochland handelt, sind die ersten Eindrücke sehr interessant.
Aufgrund der Verzögerung durch den Arztbesuch in Pretoria verließen wir erst auf der R 539 die Autobahn auf die R36 in Richtung Lydenburg. Die Straße zeichnete sich durch viele tiefe Schlaglöcher aus und wir mussten entsprechend vorsichtig fahren. Die Landschaft auf diesem Streckenabschnitt ist jedoch sehr reizvoll und durch die vielen Termitenhügel und die überwachten Brandrodungen neben der Straße auch für Kinder sehr abenteuerlich.

Die Anfahrt nach Sabie erfolgte über den Long Tom Pass, R 37, und war der Einstieg in das „Echte Afrika“, ab über die Abbruchkante. Der Long Tom Pass ist klassisch und bietet einen wunderschönen Ausblick in Richtung Osten.

So kamen wir tief beeindruckt von der Landschaft am Anwesen der Böhm´s Zeederberg Lodge, ca. 18 km östlich von Sabie, an. Es handelt sich um ein sehr schönes Anwesen mit sehr gut ausgestatteten großzügigen Bungalows. Empfehlenswert ist das Menü durch Frau Böhm, das sehr liebevoll und vielseitig angerichtet ist. Wir blieben dort für zwei Nächte.
Am Folgetag führten wir einen Ausflug in die Umgebung Sabies durch, u.a. in den Regenwald des Lone Creek Falls sowie im Anschluss nördlich von Graskop die Panoramastraße R 534 mit The Pinnacle, Gods Windows und des Wonder View. Eine Weiterfahrt in Richtung des Blyde River Canyon war aufgrund Zeitmangels und der Entfernung nicht mehr möglich, wobei die gewonnen Eindrücke dieses Tagesausfluges bleibend waren. Belohnt wurden wir wieder mit einem großzügigen Abendessen durch Frau Böhm.
Am 08.11.2013 erfolgte die Weiterfahrt in den Krüger Nationalpark. Da bereits durch Umfulana alle Eintrittsberechtigungen organisiert wurden, war die Abwicklung am Phabeni Gate problemlos und bereits nach wenigen Metern konnten die ersten Tiere beobachtet werden. Wir nutzten die Anreise bereits für einen umfangreichen Turn über Skukuza H1 zur Aussichtsplattform Granokop (Mathekenyane). Hier besteht die Möglichkeit kurz auszusteigen und die Aussicht über den Nationalpark zu genießen, natürlich mit der entsprechenden Vorsicht. Der weitere Weg ging über die S 113, S 23 auf die S 114 in Richtung Süden. Die Tiervielfalt war beeindruckend und so konnten wir bereits Nashörner, Giraffen, Flusspferde, Elefanten, Schildkröten, einen Leoparden und mit der Zeit, die „üblichen“ Tiere wie Springböcke, Gnus, Zebras, Warzenschweine, beobachten. Als krönender Abschluss war eine weitere Begegnung mit einem Leoparden direkt neben der Straße. So kamen wir gegen späten Nachmittag in Berg-en-Dal an.
Die Unterkunft war wiederum sehr großzügig, eine große Lodge mit Terrasse und Grillmöglichkeit.
Am 09.11.2013 gingen wir bereits um 05.30 Uhr auf Safari, um Löwen zu entdecken. In jedem Camp ist eine Tafel vorhanden, wo Gäste ihre Tiererkundungen und Sichtungen dokumentieren können. So hat man einen guten Hinweis, wo sich die entsprechenden Tiere aufhalten könnten.
Wir fuhren zu einer Wasserstelle Matjulu in der Nähe des Camps. Schon nach kurzer Wartezeit, kamen zwei männliche Löwen zur Wasserstelle, um die Kühle des Morgens zu genießen. Es waren keine weiteren Touristen anwesend, so machte es für uns etwas Besonderes. Nach einer umfangreichen fotografischen Dokumentation fuhren wir über die S121, S25 weiter nach Crocodile Bridge. Wiederum konnten wir viele Tiere beobachten.
Nach einem eher mauen Frühstück im Camp ging der Weg weiter über den Hippo-Pool und im Anschluss über die S 28 zum Lower Sabie Camp. Auf dem Weg dorthin sahen wir wieder ein Gruppe Junglöwen, die sich im Busch sonnten. Empfehlenswert ist die Ntandanyathi Beobachtungsstelle. Hier konnten wir eine Gruppe Nilpferde mit Nachwuchs, Warane, Krokodile, Schildkröten, Webervögel, beobachten. Nach einer Pause im Lower Sabie (sehr überlaufen) ging es über die H4 auf die S 21 -N´watimhiri Weg. Hier kam es zu einer Begegnung mit einer Löwin, die sich direkt neben unserem Fahrzeug befand.
Es ist tatsächlich so, dass es „Löwenfelsen“ gibt und es sich lohnt, in der Nähe von solchen Felsen einen Beobachtungsstopp durchzuführen. Auf dem Weg wieder zum Camp konnten wir noch Hyänen mit Welpen beobachten, die sich neben der Straße ausruhten.

Grundsätzlich war die Unterkunft bzw. die Lodge sehr gut und umfangreich ausgestattet. Nachteilig ist die Bewirtung in den Camps und keinesfalls empfehlenswert. Dies ist auch Insidern bekannt, wobei berichtet wurde, dass dieses Problem durch eine Neuvergabe der Rechte behoben werden soll. Meine Empfehlung ist Selbstverpflegung und die schönen Grillstellen zu nutzen.
Positiv ist die Kommunikation der Wildbeobachter untereinander. Wenn jemand ein seltenes Tier gesehen hat, wird der Standort den entgegenkommenden Besuchern mitgeteilt.

Am 10.11.2013 ging es weiter in Richtung Swaziland – Piggs Peak – Phophonyane Lodge. Das Swaziland ist ein stolzes, eigenständiges Königreich und das wird bei der Durchfahrt deutlich. Die Einreise ist unkompliziert, wobei darauf geachtet werden muss, die Einreisebestätigung des Autovermieters mitzuführen!
Die Phophonyane Lodge war die schönste Unterkunft auf unserer Reise, ein kleines „Hexenhäuschen“ und eine tolle Umgebung mit vielen Möglichkeiten, Ausfüge durchzuführen. Das Restaurant bietet eine Vielzahl von sehr guten Gerichten an. Wir haben es bedauert, lediglich einen Tag dort verbracht zu haben. Allein die Anfahrt ist ein Abenteuer, da es über unbefestigte Straßen geht, wobei es in einem Paradies endet.
Meine Empfehlung ist, zwei Nächte einzuplanen.

Die Weiterreise erfolgte am 11.11.2013 zum Ithala Game Reserve ins Ntshondwe Camp. Das Ithala Game Reserve zeichnet sich durch die Naturbelassenheit aus. Der Park ist weniger überlaufen, bietet aber auch die Tiervielfalt, analog des Krüger Nationalparks, außer Löwen. Die Tiere sind jedoch scheuer und man benötigt Geduld und Ausdauer für die Tierbeobachtung. Landschaftlich ist der Park aufgrund der Vielfältigkeit sehr reizvoll. Das dort ansässige Restaurant bietet eine umfangreiche Speisekarte an; ebenso ist das Buffet empfehlenswert.

Am 13.11.2013 fuhren wir weiter an den Indischen Ozean über die R 69 zur N 2. Über einen lohnenswerten Abstecher nach St. Lucia in das Eastern Shores Game Reserve zum Cape Vidal, ging es über die N 2 weiter zur Dolphin Coast nach Salt Rock.
Hier erwarteten uns bereits Wendy und Kelvin in ihrem gemütlichen familiären B&B. Am Strand hatten wir die Möglichkeit die Sonne und das Meer zu genießen, wobei es abends zu starken Gewittern kam. Leider wurde unsere Tochter beim Baden von einer Blue Bottle, eine Quallenart, gebissen. Einheimische sowie unsere Gastfamilie versorgten sie sehr gut und so verging der Schmerz sehr schnell. Die zwei Tage nutzten wir zur Erholung und so waren wir für die Weiterfahrt zum Royal Natal National Park gerüstet.

Die Anreise erfolgte über die N3 und die R 74 nach Winterton, weiter nach Bergville, den Woodstock Dam, direkt zum Royal Natal National Park. Im Park gibt es keine Restaurants, so war waren auf Selbstverpflegung angewiesen. Außerhalb des Parks besteht jedoch die Möglichkeit im Mont aux Sources Hotel essen zu gehen. Die Einkaufsmöglichkeiten sind jedoch gut. Der erste Tag war verregnet, wobei die Gewitter in diesem Kessel sehr beeindruckend waren. Am Abreisetag herrschte strahlender Sonnenschein und so konnten wir das Ensemble des Amphietheaters vollends genießen. Zahlreiche Wanderwege unterschiedlichen Schwierigkeitsgrades laden zu Tagestouren ein.

Unsere Abreise in Richtung Johannesburg erfolgte am 17.11.2013. Der Hinweise durch Umfulana, auf eine Baustelle entlang des Sterkfonteindams, war hilfreich, da dort immer noch gebaut wird und die Straßenverhältnisse sehr schlecht sind. So nahmen wir die beschriebene Route über Bergville, die R 616 auf die N 3. Kurz nach Harrismith besteht die Möglichkeit eine Pause an einem großen Rastplatz durchzuführen, um für den Endspurt nach Johannesburg gerüstet zu sein. Insbesondere für Kinder bietet dieser Rastplatz viele Möglichkeiten sich auszutoben mit Trampolin, Schaukeln und weiteren Spielmöglichkeiten und den zahlreichen unterschiedlichen Restaurants.

Die Abgabe des Mietfahrzeuges sowie das Einchecken am Flughafen waren wiederum unkompliziert und so konnten wir unseren Rückflug, der besser temperiert war, entsprechend genießen. Ankunft in München, 18.11.2013.

Unser Dank gilt Umfulana mit einer perfekten Reisevorbereitung und einem tollen Service in allen Belangen.




Mit freundlichen Grüßen



Felix und Julia Rappl



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