04.12.2005

Südafrikareise von Stefan Recktenwald

Reise nach Südafrika vom 30. Oktober bis 19. November 2005 mit Umfulana – Individuelles Reisen GmbH

Am 31. Oktober morgens Ankunft am Flughafen Johannesburg, Abholung des Autos und Fahrt zur Chestnut Country Lodge (31.10. bis 1.11.) bei Kiepersol (ca. 400 km). Einfache Ausstattung, aber sauber. Gutes Frühstück, Dinner empfehlenswert. Kleine Rundfahrt durch Drakensberge (God´s Window, Three Roundevels, beeindruckend: Blyde River Canyon), Abstecher bei Pilgrim´s Rest, bietet sich von hier aus an.

Anschließend zwei Nächte (1.11. bis 3.11.) in Elephant Plains im Sabi Sands Reserve. Angenehme Lodge mit zwei Kategorien von Chalets für insgesamt ca. 22 Gäste. Verpflegung gut, Dinner im Freien sehr stimmungsvoll. In zwei Tagen vier Gamedrives (jeweils morgens und abends Gamedrives à ca. 3 h täglich!) waren sicher das Highlight der ganzen Reise. Drei offene Landrover sind auf dieser Lodge in Betrieb. Unser Fahrer Rul und Tracker Norman führten uns zu Löwen, Nashörnern, Büffel, Leoparden, Elefanten. Quasi Big Five on demand. Weiter im Programm Antilopen, Kudus, Giraffen, Zebras, Hyänen, Warzenschweine, Flusspferde, unzählige Arten von Vögeln etc. Absolut Top wegen der Gamedrives!

Am 3.11. Fahrt durch den südlichen Teil des Krügerparks (ca. 150 km bei Speedlimit von 50 km/h) und Außentemperatur von bis zu 43° Celsius. Die vielen wilden Tiere, die es zu sehen gab, hätten sicher begeistert – aber nicht nach den großartigen Gamedrives auf Elephant Plains. Ausfahrt aus Krügerpark bei Crocodile Bridge, Weiterfahrt über am Schluss schlechte Staub- und Steinpiste zur Izinyoni Lodge (3.11. bis 5.11.) bei Hectorspruit, direkt an der Südgrenze des Krügerparks. Sehr familiäre Unterkunft der netten Gastgeber Pauline und Paddy (sehr unterhaltsam und informativ) mit zwei Gästezimmern. Von der Veranda aus Blick zum Crocodile River im Krügerpark. Zu sehen gab es insbesondere Löwen, Büffel, Antilopen etc. Flusspferde und Krokodile waren leider wegen des sehr niedrigen Wasserstandes abgewandert (nahezu kein Regen seit Februar!).

Am 5.11. Fahrt durch Swaziland (weil kürzester Weg) zur Leopard Mountain Lodge im Hluhluwe Umfolozi Park (5.11. bis 7.11.). Sehr angenehme Chalets mit Blick auf das ausgetrocknete Flussbett des Umsunduzi River. Am Nachmittag zogen dicke Wolken auf, es gab heftigen Regen und Gewitter. Große Freude bei den Rangern, als das Wasser im Fluss wieder kam. Ein kurzer „Gamedrive“ (war nicht berauschend). Rückfahrt über 15 km Schlammpiste (nach dem Regen) bis zur Asphaltstraße.

Am 7.11. Fahrt nach Morgentau bei Hermannsburg/N.T.E. Übernachtung (7.11. bis 9.11.) in einem sehr gepflegten alten Farmhaus. Gastgeberin Quanta ist ein überaus nett und zuvorkommend, kann viele Informationen und Tipps geben. Frühstück und insbesondere Dinner werden ideenreich und mit viel Liebe und Sorgfalt zubereitet und serviert. Von Morgentau aus am 8.11. Ausflug mit Vic Schütte, der hier bis zum Ende der Apartheid für World Vision tätig war. Besuch eines Krankenhauses und eines Zuludorfes (Msinga), Gespräch mit einer Zauberin (bzw. mit ihren Ahnen). Sehr informativer Ausflug, weswegen sich der doch recht weite Abstecher nach Morgentau durchaus lohnt.

Anschließend zwei Übernachtungen (vom 9.11. bis 11.11.) im Moorcroft Manor Country Hotel (8 Zimmer, 5 Sterne) bei Himeville. Sehr gute Ausstattung, zuvorkommender Service, sehr empfehlenswertes Dinner à la carte. Von hier aus am 10.11. Fahrt in Geländewagen über den Sanipass auf knapp 2900 Meter Höhe in das Königreich Lesotho und Besuch eines Kraals. Angesichts der keineswegs bequemen Fahrt (Dauer für eine Strecke ca. drei Stunden) Aufenthalt in Lesotho etwas zu kurz.

Am 11.11. Fahrt durch die ehemalige Transkei zur Mbotyi River Lodge (11.11. bis 13.11.) direkt am Indischen Ozean. Nette, schön angelegt Lodge. An- und Abfahrt über ca. 20 km schlechte Schotterpiste. Außerhalb der Lodge aus Sicherheistgründen kaum Möglichkeiten, auf eigene Faust etwas zu unternehmen. Kanufahrt und Buschspaziergang mit Riverranger war willkommene Abwechslung und durchaus interessant. Sehr zuvorkommendes Personal und angesichts der nur 3 Sterne gutes Frühstück und Dinner im Rahmen der Halbpension (Austern, Hummerschwänze,...). Alles in allem hätten wir diesen Stopp nicht aber gebraucht.

Am 13.11. Fahrt (insgesamt gut 600 km bei z.T. heftigem Regen und dichtem Nebel) durch das Xhosa-Land nach Addo Elephant Park, Übernachtung auf Belmont B&B (vom 13.11 auf 14.11.). Die weite Fahrt lohnt sich für eine Nacht kaum, auch wenn Belmont ein sehr schönes Farmhaus inmitten einer Zitrusfarm eine sehr nette Unterkunft darstellt. Wegen der langen Anfahrt hat man keine Zeit, am Ankunftstag Addo Elephant Park zu besuchen (hier soll es die größten Elefanten Südafrikas geben); wegen der matschigen Wege und der bevorstehenden 250 km taten wir es auch am Abreisetag nicht. Hier wären zwei Übernachtungen angebracht. Ansonsten sollte man sich die weite Fahrt ins Landesinnere schenken.

Knysna (14.11. bis 16.11.) ist ein nettes Städtchen am Indischen Ozean, die Unterkunft (Guinea Fowl Lodge, B&B) mit Blick über Knysna bis zum Hafen und zum Ozean gut gelegen und recht nett (allerdings wurde die Terrasse gerade umgebaut, so dass wir sie nicht nutzen konnten). Von Knysna aus schöne Trips möglich (z.B. nach Victoria Bay und nach Oudtshoorn).

Am 16.11. Ankunft in Kapstadt, Übernachtung im Jambo Guest House (16.11. bis 19.11.). Der erste Eindruck haut einen fast um, das 5-Sterne B&B ist übervoll mit Kunst und z.T. wohl auch mit Trödel. Man braucht eine Weile, um sich damit zu arrangieren. Insgesamt ist die Unterkunft wirklich ein Kunstwerk für sich – und wie immer bei Kunst: ob sie gefällt, ist Geschmackssache. Barry und Mina sind aber absolut liebenswerte Gastgeber. Barry kümmert sich perfektionistisch um das Wohl seiner Gäste, gibt viele Informationen, Ausflugtipps etc. und bereitet ein super Frühstück (nicht vergessen: wir sind in einem B&B). Es gibt einen kleinen Garten, eine Art Urwaldoase mitten in der Stadt mit einem künstlich angelegten Wasser mit Koi-Fischen. In fünfzehn Minuten ist man an der V+A – (Victoria und Alfred) Waterfront, in nur wenigen Schritten an der Main Road mit ihren vielen guten Restaurants und Pubs etc. Kapstadt selbst ist fantastisch. Auf keinen Fall sollte man darauf verzichten, zum Cape of Good Hope zu fahren und die Rückfahrt über den Chapman Drive zu nehmen.

Am Abend des 19.11. landeten wir wieder auf dem Frankfurter Flughafen.

Vielleicht einige Tipps für diejenigen, die wie wir zum ersten Mal nach Südafrika verreisen wollen:

Umfulana ist als Reiseveranstalter uneingeschränkt zu empfehlen und verfügt über eine hohe Südafrika-Kompetenz. Man sollte vielleicht vorher einige Anhaltspunkte über seine Interessen geben, Umfulana geht durchaus darauf ein. Eine Reise von Johannesburg nach Kapstadt, wie wir sie taten, zeigt die große Vielseitigkeit von Südafrika. Wir werden sicher nochmals in den nächsten Jahren nach Südafrika reisen und dann aufgrund der gemachten Erfahrungen gezielt den Reiseverlauf planen können. Wer wilde Tiere hautnah erleben will, sollte unbedingt zwei Übernachtungen auf Elephant Plains buchen. Man muss schon etwas selbstständig sein können und keine Angst vorm Autofahren haben (Linksverkehr), immerhin haben wir in drei Wochen rund 4.500 km zurückgelegt. Südafrikas Straßen sind im Allgemeinen sehr gut (besser als in Deutschland), mit Ausnahme der ehemaligen Transkei, wo mächtige Schlaglöcher (potholes) bei ansonsten guter Straße lauern. Wir würden beim nächsten Mal – entgegen der Empfehlung von Umfulana – ein 4x4 Auto wählen. Nicht wegen des Allradantriebs (den braucht man nicht), sondern wegen der größeren Räder, der höheren Sitzposition und der höheren Pannensicherheit auf Schotterpisten, da man insgesamt doch weit mehr als 100 km auf solchen Wegen zu und von den Lodges zurücklegt (zum Glück hatten wir keine Panne). Bei Dunkelheit sollte man nicht mehr fahren und sich auch nicht mehr außerhalb der Lodges aufhalten. Möglichst nur an bewachten (!) Geldautomaten oder in den Banken Bargeld abheben oder tauschen. Wenn man die wenigen Sicherheitshinweise von Umfulana befolgt, wird man einen unvergesslichen Urlaub verbringen und mit nachhaltigen Eindrücken von einem faszinierenden Land nach Hause kommen.

Petra & Stefan Recktenwald, Wiesbaden



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