24.04.2006

Südafrikareise von Dagmar Schulte

Südafrika Rundreise vom 13.03.06 – 02.04.06
-> Kurzbeschreibung
Nach einer perfekten Landung in Kapstadt (keine Wolke verhüllte den Tafelberg) begann unser Urlaub mit 3 herrlichen Tagen in der wohl schönsten Stadt Südafrikas. Das B&B war ausgesprochen gut. Besonders gefielen uns das grosszügige und geschmackvoll eingerichtete Zimmer und das Frühstück auf der Terrasse. Wir hätten gut und gern noch weitere Tage in dieser schönen Stadt verbringen können.
Die nächsten Etappen waren sehr interessant und vielfältig. Neben dem Tsitsikama Nationalpark an der Garden Route (leider war dort die Hängebrücke wegen Wartungsarbeiten gesperrt) haben wir uns auch die Zeit für das Valley of Desolation bei Graaf Reinet genommen, wo wir einen sehr guten Eindruck über die Weite und Einsamkeit der Karoo Halbwüste bekommen haben.
Die Unterkünfte haben uns durch die Bank sehr gut gefallen. Insbesondere ist hier das B&B in Hermannsburg zu nennen. Dort fanden wir nicht nur ein liebevoll hergerichtetes Zimmer vor, sondern wurden auch beim Dinner und Frühstück mit wunderschöner Tischdekoration, aussergewöhnlichem Service und exquisiten Speisen und Getränken umsorgt. Ein Ausflug zu den heissen Quellen von LILANI führte uns durch touristisch völlig unerschlossenes Gebiet und rundete unseren Aufenthalt in Hermannsburg sehr interessant ab.
Ein weiteres Highlight war der Aufenthalt im Royal Natal Nationalpark. Die Lage des Thendele Camps ist einmalig schön; das Chalet war gut ausgestattet und mit dem Tipp, benötigte Lebensmittel im Vorwege zu besorgen, waren wir gut für die (leider nur) 2 Tage ausgerüstet. Trotz des schlechten Wetters (1 Tag Dauerregen) konnten wir sehr schöne Wanderungen unternehmen und einen Eindruck über die Vielfältigkeit der Gebirgslandschaft gewinnen.
Sehr gut gefallen hat es uns auch im Zimbete Country House. Die Unterkunft war wunderschön und das 4-Gänge Abendmenü mit Wein aus dem eigenen Keller war ‚sterne’-verdächtig. Da das Zimbete Country House relativ abgelegen ist, haben wir die Möglichkeit, das Dinner dort zu nehmen, sehr gern angenommen. Allerdings sollte man dies am besten bereits am Vortage der Anreise bekanntgeben, damit sich die Vermieter darauf einrichten können.
Ein weiteres Highlight (vielleicht sogar DAS Highlight) ware dann unser Aufenthalt im Buschcamp in Swaziland. Die Erfahrung, in den wunderschönen Chalets sozusagen inmitten der Natur zu schlafen, war einzigartig. Die Abend- und Morgensafari hat uns eine Vielzahl von Tieren beschert, die wir beobachten konnten. Gern wären wir auch hier noch etwas länger geblieben.
Der anschliessende Aufenthalt im Krüger Nationalpark war dagegen enttäuschend. Bereits vor dem Eintreffen gab es eine schlechte Erfahrung: wegen Hochwassers war das Gate an der Crocodile Bridge gesperrt. Dies wurde aber nicht etwa am Eingang der 20 km langen Stichstrasse bekanntgegeben, sondern erst direkt am Tor. Ein Umweg von 40 km, der hätte vermieden werden können, wenn die Parkverwaltung an der Hauptstrasse auf die Schliessung hingewiesen hätte. Wir mussten dann durch das Malelane (?) Gate, das 50 km entfernt war. Im Park selber dann noch mal über 100km mehr, um das Camp zu erreichen. Wir haben es knapp geschafft, dort zu sein, bevor das Camp schloss. Das Camp war insbesondere im Vergleich zu all unseren anderen Unterkünften gar nicht schön. Die Zelte hatten nicht einmal Moskitonetze, obwohl der Krügerpark eigentlich Malariagebiet ist (für uns zum Glück kein Problem, da wir wegen der Vic Fälle sowieso vorsorgen mussten). Die ‚Aussen’-Kochgelegenheiten waren für Selbstversorger nicht gut geeignet; da nach Einbruch der Dunkelheit das ‚Insektenleben’ ein Hantieren bei Licht stark beinträchtigt hat. Das angeschlossene Restaurant als Alternative bot schlechte Massenqualität; einige grosse Reisegruppen liessen nicht so richtig ‚Safari’-Gefühl aufkommen. Am enttäuschensten war aber, dass in dem weltberühmten Krüger Park so wenige Tiere zu sehen waren!! Vielleicht hatten wir einfach nur Pech, aber allein die riesige Ausdehnung und die grossen Entfernungen machen es schwierig für ‚Alleinfahrer’, die richtigen Stellen zu finden.
Für uns jedenfalls stand fest: Krüger muss nicht noch mal sein.
Danach gab es dann aber wieder ein Highlight: Sabie, die tolle Unterkunft in der Villa Ticino, die guten Restaurants und nicht zuletzt die wunderschöne Landschaft um den Blyde River Canyon haben uns prima gefallen und – wie so oft – bedauern lassen, dass wir nicht mehr Zeit hatten. Die vorletzte Station, Johannesburg, war dann eigentlich nur eine Schlafstätte, um am nächsten Tag nach Victoria Falls zu fliegen. Das Guest House mit seiner verkehrsgünstigen Lage zum Flughafen war hierfür sehr gut geeignet und okay, allerdings kein besonderes Highlight. Von Johannesburg selber haben wir so gut wie nichts gesehen. Der Hinweis unserer Vermieterin, zum Essen in keinem Fall zu Fuss zu gehen, sondern das Auto zu nehmen, hat uns allerdings auch nicht bedauern lassen, dass wir am nächsten Morgen wieder abreisen mussten.
Das Ende unseres Urlaubs haben wir dann in Zimbabwe in der wunderschönen Lodge am Rande der Sambezi-Schlucht verbracht. Die Unterkunft war wieder herausragend, insbesondere auch wegen der spektakulären Lage. Einziger Nachteil in unseren Augen: da wir erst am Nachmittag dort eintrafen, konnten wir an diesem Tag nicht mehr zu den 20 km entfernten Victoria-Fällen. Dadurch hatten wir am nächsten Tag das Problem, zu wenig Zeit für die Dinge zu haben, die wir dort gern machen wollten. In unserem speziellen Fall (mit der sehr (zu) kurzen Zeit für die Victoria Fälle) wäre es wahrscheinlich besser gewesen, direkt in Vic Falls zu wohnen. Allerdings – die wunderschöne Gorges Lodge hätten wir dann nicht kennengelernt.

-> Fazit
- Die Reise war sehr interessant, und hat unsere Erwartungen, einen Gesamteindruck von Südafrika zu bekommen, sehr gut erfüllt
- Die Reise war aber auch anstrengend – wer ‚Erholung pur’ sucht, sollte besser einiges auslassen oder aber mehr Zeit mitbringen.
- Die Unterkünfte waren hervorragend – nicht nur bezgl. des Standards, sondern vor allem auch, weil sie sehr individuell waren
- Alles in allem – ein gelungener Urlaub! Vielen Dank an Umfulana!



Nach Oben