04.11.2006

Südafrikareise von Franz Götz

Hallo Frau Tiemann,

wir sind nun seit zwei Wochen aus unserem dreiwöchigen Urlaub in Südafrika zurück. Für uns war der Urlaub ein großartiges Erlebnis. Der von Ihnen organisierte Ablauf hat bestens geklappt, dafür unseren herzlichen Dank. Für uns, im Fast-Rentenalter, war die Überlegung durch Sie den Urlaub in Südafrika organisieren zu lassen, eine langwierige Entscheidung, die sich jetzt als absolut richtig erwiesen hat. Die Unterkünfte, die Sie für uns ausgesucht hatten, waren bis auf eine Ausnahme voll nach unserem Geschmack.

Im Guest House in Green Point, bei Barry und Mina, hatten wir den African Room, sozusagen als Einstimmung in unseren Afrika-Urlaub. Die abendlichen Unterhaltungen mit den beiden waren für uns sehr aufschlussreich, um einige Dinge in SA besser zu verstehen. Wetterbedingt haben wir den Tafelberg nur von unten gesehen, aber Kirstenbosch war für uns Pflanzenliebhaber eine tolle Sache und Kapstadt mit einem Sonntag an der Waterfront hat uns ebenfalls sehr gut gefallen.

Ein erstes Highlight war das Zimmer im Hotel in Langebaan mit Blick auf die Lagune. Das Dinner im Hotel war ebenfalls ausgezeichnet. Der junge Ober, der es uns servierte, die diversen Weine erklärte und uns durch den Weinkeller führte, war eine weitere positive Erfahrung mit den freundlichen, aufgeschlossenen Südafrikanern, die wir während des weiteren Urlaub noch oft machen sollten.

Die Anfahrt zur nächsten Station führte uns zum erstenmal in die Berge und gleich zum Middelberg-Paß, der aus ca. 25 km Schotterstraße besteht, eine erste Probe für unseren VW Jetta, der uns aber sehr gut durch den Urlaub brachte.
Der Aufenthalt im Pionierhaus in den Cedarbergen, bei Vicky und Werner Wullschleger, war ein unvergessliches Erlebnis. Wir waren die einzigen Gäste und die Gespräche mit Werner am Kaffeetisch oder beim Abendessen am Kaminfeuer genossen wir sehr. Den Blick auf den südlichen Sternenhimmel verhinderte leider der Vollmond. Trotzdem war es ein wunderbares Erlebnis, nachts um 4 Uhr die absolute Stille einer südafrikanischen Nacht zu genießen, dass es bei 6° C ziemlich kalt war, tat der Sache keinen Abbruch. Die Landschaft in diesem Bereich der Cedarberge ist großartig. Werner machte uns Vorschläge für einen Tagesausflug, einschließlich San-Felsbildern.

Nächste Station war die Country Lodge im Weinland, das wir bei Regen unter anderem über den großartigen Bains Kloof Pass erreichten. Wir fühlten uns in der Lodge sehr wohl, die ganze Belegschaft einschließlich Chefin waren sehr um uns bemüht. Bei nun wieder herrlichem Wetter besuchten wir die Weingüter Boschendal und Vergelegen sowie die Stadt Stellenbosch.

Die Weiterfahrt nach Oudtshoorn über die R62 war wiederum ein unvergessliches Erlebnis, über die Abfolgen der großartigen Landschaften haben wir immer wieder gestaunt. Mitten in der Einsamkeit haben wir Ronnies Sexshop besucht, sehr originell. Der Aufenthalt in Oudtshoorn im Shades of Africa, war für uns nur ein Zwischenstopp auf dem Weg nach Addo, die Zeit ließ nicht mehr zu  schade.

Dann die Unterkunft auf der Zitrusplantage, wirklich stilvoll wie Sie schreiben, die Unterkunft im Gartenhaus, die Dinner auf der Farm  vom Feinsten, wir haben es sehr genossen. Die Fahrt durch den Addo-National-Park, nur wir mit dem Guide war ebenfalls ein Highlight. Wir haben zwar nicht die Big Five gesehen, aber mit Elefanten, Büffel und Löwen deren drei. (Von den 9 Löwen, die es im Park gibt haben wir immerhin 3 gesehen, rechnen Sie dieses Verhältnis mal auf den Krügerpark hoch). Den schönen Garten nutzten wir dann, um einen halben Tag zu relaxen.

Auf der Fahrt nach Knysna schlug langsam das Wetter um. Es begann am Storms River Mouth, wo nach dem Besuch der Hängebrücke Nebel aufkam, der uns dann immer wieder einholte, so an der Bloukrans River Bridge, wo wir sogar einen Bungee-Sprung miterlebten.
Um Plettenberg war dann Nebel pur, der dann in Knysna mit eintägiger Verspätung aufkam und später zum Nieselregen wurde, wie in unserem November. Das hat uns leider einen Tag zur Untätigkeit verurteilt, aber was soll`s, so kamen wir auch mal zum Lesen. Die Lodge in Knysna war eine angenehme Unterkunft in schöner Lage mit Ausblick auf die Lagune, leider war uns der Blick wegen des Wetters verwehrt.

Die Weiterfahrt zum De Hoop Nature Reserve machten wir teilweise bei Regen, was den Staub auf der Schotterpiste, es sind übrigens etwa 65 km von Heidelberg aus, etwas reduzierte. Ein Tipp zum Biltong-Kauf: In Heidelberg gibt es die Möglichkeit direkt ab Fabrik zu kaufen und dabei alle Arten zu probieren und sich beraten zu lassen.
Die Überfahrt mit der Fähre über den Breede River bei Malgas ist ein besonderes Erlebnis, wenn die zwei Jungs die kleine Fähre erst leer herüber und mit bis zu drei Personenwagen langsam über den Fluss hinüber ziehen.
Das Bushcamp hat uns außerordentlich gut gefallen. Die Temperatur im Chalet am zweiten Tag betrug zwar nur etwa 14°C, bedingt durch den starken Wind, aber das tat dem guten Eindruck keinen Abbruch. Beim Besuch im Park beeindruckte uns besonders das Whale watching von den Dünen aus. Hier tummelten sich Wale in einer Anzahl, die wir so nicht erwartet hatten und auch weder in Hermanus noch sonst wo sahen. Die Wale zeigten ihr komplettes Programm. Es gab auch Mütter mit Jungen zu sehen, die nebeneinander die Küste auf und ab schwammen.

Auf der Weiterfahrt nach Pringle Bay ließen wir es uns nicht nehmen, den südlichsten Punkt Afrikas, das Kap L`Agulhas zu besuchen. Bei sehr starken Wind war der Besuch nur kurz, lieber war uns da schon eine Kaffeepause im Leuchtturmrestaurant.
In der Guest Lodge an der Pringle Bay, bei Gloria und Peter Langer, haben wir es sehr bedauert, dass nur eine Nacht eingeplant war. Die Gastfreundschaft der beiden haben wir sehr genossen und das Dinner, das uns Peter zubereitete, war vom Feinsten. Hier in Betty`s Bay gibt es übrigens auch eine Pinguin-Kolonie, nicht so überlaufen mit Touristen wie die in Boulders Beach. Nach einem Besuch im Harold-Porter-National-Garden machten wir uns auf den Weg zu unserer letzten Station.

Die Straße entlang der False Bay nach Muizenberg war dort, wo sie direkt durch die Dünen führt, bedingt durch den starken Südwester, der in den letzten Tagen geherrscht hatte, teilweise von Sand überweht, war aber befahrbar. Diese Straße entlang der großen Townships, wie Kayelitsha, soll nur nachts ein Problem sein, wenn Betrunkene unterwegs sind, so die Aussage von Peter Langer.
Die Lodge in Boulders Beach fiel unseres Erachtens etwas ab gegenüber den anderen von Ihnen gebuchten Unterkünften. Die Unterkunft ist wirklich nur zum Schlafen, aber erst wenn abends das Gebläse der Restaurantküche abgeschaltet ist und die Küchendüfte nicht mehr ins Zimmer ziehen. Im angeschlossenen Restaurant gab es, obwohl es auf der Karte stand, auch mal kein Müsli, nur eine schlecht schmeckende Sorte Marmelade oder nur eine Sorte Wein. In der Nebensaison wäre das leider so.
(Anmerkung von Umfulana: dies darf auch in der "Nebensaison" nciht sein, eine Stellungnahme seitens der Unterkunft erwarten wir noch)
Die beiden Tage, die wir dann hier auf der Kaphalbinsel verbrachten, haben all das in den Hintergrund gedrängt. Der Besuch in Groot Constantia, die Fahrt über den Chapman`s Peak Drive und der Besuch der Atlantikseite der Halbinsel am vorletzten sowie der Aufenthalt im Kap-Nationalpark am letzten Tag waren noch einmal wunderbare Erlebnisse. Ein kurioses Erlebnis hatten wir mit einem Affen. Der Pavian schaffte es tatsächlich die hintere Tür unseres Autos zu öffnen und einzusteigen, nachdem aber das Auto leer war, trollte er sich sofort wieder und setzte sich auf das Dach des Nachbarautos um sich zu kratzen.

Mit einer Fülle an positiven Eindrücken und Erlebnissen traten wir den Rückflug an.

Sollte uns wieder einmal die Sehnsucht nach Südafrika überkommen, werden wir uns auf jeden Fall wieder bei Ihnen melden.


Mit freundlichen Grüßen

Franz und Anneliese Götz



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