04.12.2006

Südafrikareise von Marion & Andreas Brems

Reisedaten:
Hinflug: 28.09.2006 20:45 ab Frankfurt mit SA-Airline nach Jo´burg
Rückflug: 30.10.2006 07:50 ab Kapstadt mit SA-Airline nach Frankfurt
Gefahrene Strecke in SA: 5.000 km mit Toyota Corolla

Vorbemerkungen: Wir haben die Reise bereits im Oktober 2005 gebucht.
Herr Garstka hat, wenn möglich, in den Lodges bzw. B&B wunderschön gelegene Chalets oder Zimmer gebucht. Dies hat dann auch wirklich prima geklappt, denn alle 13 Unterkünfte waren sehr gut.
Auch mit den Sitzreservierungen für unsere Flüge (3. Reihe/2 Sitze
nebeneinander, davon ein Fensterplatz) hat alles bestens geklappt.
Der Service und das Essen bei SA-Airline sind okay.
Im Anschluss haben wir noch ein paar kleine Tipps.

Nun zum eigentlichen Reiseverlauf:
1.Pretoria: B&B (1 Nacht)
Nach der Übernahme unseres Mietwagens (Toyota Corolla) fahren wir zur o. g. Unterkunft. Aufgrund der guten Beschreibung von Umfulana finden wir sie problemlos. Allerdings muss man sich beim Fahren sehr konzentrieren, denn der Schaltknüppel und der Blinkerhebel befinden sich für uns auf der „falschen“ Seite.
Nach der sehr freundlichen Begrüßung durch Ted und seiner Frau und anschließendem kurzen Mittagsschlaf werden wir von ihnen zur Stadtbesichtigung ermuntert. Trotz großer Müdigkeit folgen wir diesem Rat. Wenn man das erste Mal in
SA ist, sollte man dies dann auch wirklich tun, denn Pretoria ist eine „schwarze“ Stadt,
d. h. in der Innenstadt sind wir die einzigen Weißen. So ist man gleich in SA angekommen und stellt fest, dass man sich meistens ohne Probleme in diesem wunder-
schönen Land bewegen kann!
Am nächsten Morgen starten wir nach einem Einkauf bei Woolworth (Obst + Wasser)
um 10:00 auf der N4 Richtung Hazyview. Vor uns liegen 460 km.(Rat: früher starten!)
Tipp:
Abstecher zum Ndebele-Botshabelo (Museumsdorf), nördl. von Middelburg an der N11. Landschaftlich sehr schön gelegen, an einem kleinen Flüsschen, wunderschöne
fröhlich-bunte Hütten, freundliche Ndebele-Frauen und wenig Touristen.
2.Hazyview: (3 Nächte)
Durch unseren Abstecher kommen wir erst um 19:00 Uhr in der Dunkelheit an.
Unsere Vorstellungen wurden bei weitem übertroffen: Herrlicher Blick von unserer
Chalet-Terrasse über den Sabie-River, großer Abstand zwischen den Chalets, wunder-
schönes Gartengrundstück und s e h r gutes Essen. Hans, der Schweizer Besitzer ist
ein angenehmer Gesprächspartner und gibt viele gute Tipps für Ausflüge und allge-
meine Verhaltensregeln (z. B. Trinkgeld).
Tipp:
Wenn man wie wir später zum „Royal Natal National Park“ fährt, kann man sich den
Ausflug zum Blyde River Canyon („God´s Window“ + „3 Rondels“) sparen, denn die
Aussicht ist selten klar. Die „Potholes“ sind emfpehlenswert. Dies ist natürlich unsere
ganz persönliche Meinung!
In Graskop gibt es einen prima sortierten Kunstgewerbeladen, mit humanen Preisen.
Pancake mit regionalem Kaffee direkt im Restaurant daneben ist ein Gedicht.
3.Sabie Sand: Buschlodge (3 Nächte = 5 Game Drives + 2 Bush Walks)
Die Anreise ist eigentlich problemlos. Laut Wegbeschreibung sollen wir in Acornhoek
von der R40 abbiegen, dies geschah aber bereits direkt vor dem Ortseingang. Des-
wegen suchten wir (wie viele andere Umfulana-Reisende auch) eine Abzweigung
im Ort. Also: die einzige große Straße in Acornhoek gerade durchfahren. Später
wird diese dann zur Schotterpiste und die Wegbeschreibung stimmt wieder. Nun zu unserer Unterkunft und Sabie Sand:
Die Wirklichkeit übertrifft alle Vorstellungen und Beschreibungen:
Fantastisch gelegene Lodge, speziell unser Chalet „Buffalo“: Vom Bett, der Bade-
wanne und natürlich der riesigen Terrasse direkter Blick auf vorbeiziehende Elefan-
ten, Büffel und Gazellen.
Das gesamte Personal ist sehr freundlich und aufmerksam.
Das Geilste aber: Die Game Drives. Gleich beim ersten sehen wir aus nächster Nähe
Elefanten, Nashörner, verschiedene Gazellen, Giraffen, Zebras, Büffel und dann als Höhepunkt: einen erlegten Büffel, umringt von 5 sattgefressenen, schläfrigen Löwen. Wir fahren bis auf ca. 5 Meter an den Büffel und die Löwen heran. Prince, unser Guide, entdeckt später in der Dunkelheit unter einem Busch noch eine Leopardin.
Auf den Bush Walks (Dauer: ca. 1 Std.) bekommt man Fährten und Tierlosung erklärt, erfährt Interessantes über Kleintiere und Pflanzen.
4.Südliche Grenze zum Krüger-Park: „Izinyoni Lodge“ am Crocodile River (2 Nächte)
Nach ca. 5 Stunden (nicht durch den Krüger-Park gefahren) erreichen wir auch
diese wieder traumhaft gelegene, familiäre (nur 2 Doppelzimmer) Unterkunft. Viele Tiere sind vom Grundstück aus zu beobachten, faszinierend ist die Vogelwelt.
5.Nähe Hluhluwe Umfulozi Park: Lodge an den Jagdgründen des Zulukönigs (3 Nächte und Game Drives)
Anreise: Auf Rat von Paddy, dem Besitzer der Izinyoni Lodge hin, reisen wir nicht längs, sondern diagonal durch Swaziland (Einreise bei Jeppe`s Reef/Matsamo, über Pigg`s Peek, Mbabane, Manzini, Big Bend,).
An der Grenze zu Swaziland kann man sich von den Grenzbeamten eine Touristenzeitung geben lassen. Diese enthält eine gute Strassenkarte von Swaziland, (besser als jeder Atlas). Die Strecke ist interessanter (Highfield, Middlefield, Low-
field), wenn auch wesentlich länger: 8 Std.
Der gut gemeinte Hinweis von Umfulana: „Border Cave“ bei Golela, archäologisch bedeutsame Höhle, die vor 80 000 J. bereits bewohnt gewesen sein soll, war leider nicht zu finden. Kein Einheimischer wusste davon, kein Hinweisschild, keiner der anderen Umfulana-Reisenden hatte diese Höhle gefunden. Vielleicht gibt`s hier noch einmal einen Tipp von Herrn Bach?....
Auf die Schotterpiste zur Lodge haben wir gewartet, denn schließlich reisen wir mit Umfulana!! Die wenigen sehr geschmackvoll gestalteten Chalets haben alle eine gute Aussicht, nur nicht mehr so wie in der Beschreibung mit Blick über das weite Tal des Zulukönigs: mittlerweile sind die Büsche und Bäume größer geworden, trotzdem prima hier. Den weiten Blick kann man allerdings vom Hauptgebäude aus genießen –
einfach toll! Die Game Drives sind nicht so spektakulär wie in Sabie Sand, haben aber durchaus ihren Reiz in leicht hügeligem Gelände mit weiten Ausblicken über Fluss und Wälder bis zu den Ubombo-Bergen. Hier genießen wir die Ruhe und erholen uns von der bisher ereignisreichen Reise. Motto in dieser Logde: „Silent is golden“.
6.Nähe Greytown (R74): Missionsfarm in Hermannsburg (2Nächte):
Unsere Fahrt führt über einen empfehlenswerten Umweg durch das „Hluhluwe Game
Reserve“ auf der N2 bis Stanger. Dann geht es auf kurvenreicher und mit großen
Gruppen von Fußgängern ständig bevölkerter Straße auf eine Höhe von ca. 1.200 m.
Nach ca. 70 km erreichen wir die Unterkunft: Blumenreiches, großzügiges Grund-
stück. Die Idylle wäre perfekt, wenn es die holzverarbeitende Fabrik in der Nähe
nicht gäbe. Aber Quanta, unsere liebenswerte Gastgeberin macht alles wieder wett: Die liebevoll eingerichteten und mit Blumen dekorierten Zimmer, bei kühlem Wetter die Wärmflasche im Bett, das stilvolle Candlelight Dinner und das reichhaltige Frühstück. Herrlich!
Am nächsten Morgen um 9:00 treffen wir uns in Greytown mit Vic Schütte.
Nach diesem ca. 5-stündigen Ausflug kann man vieles in Südafrika besser verstehen…
Im Anschluss fahren wir auf Empfehlung von Quanta zu den „Heißen Quellen“.
Es ist eine traumhafte Anfahrt in ein zauberhaftes Tal, unten üppige Vegetation und
Entspannen im heißen Wasser.
7.Royal Natal National Park: „Thendele Camp“ (3 Nächte, ohne Verpflegung)
Unproblematische Anreise, leider fehlten zum Schluss Hinweisschilder „Royal Natal
National Park“.
Von Sofa, Terrasse und Bett aus weiter Blick aufs „Amphitheater“!
Das Wetter ist sehr wechselhaft, d. h. ab mittags aufziehende Bewölkung, dann Regen
und auch Gewitter. Konsequenz: Früh aufstehen, bei herrlichem Wetter auf der Terrasse frühstücken und um 7:30 Uhr die Wanderungen antreten. Ab 8 Uhr wird´s
heiß, d. h. genug Wasser mitnehmen.
8.Nähe Sani-Pass: „Moorcraft Manor Country Hotel“ (2 Nächte)
Sehr persönlicher, freundlicher Empfang. Die Zimmer sind großzügig mit herrlicher
Sicht über das riesige Gelände, den Pool, die Fischteiche bis zu den 3.000 m hohen Drakensbergen. Das Frühstück ist reichhaltig und sehr gut. Das Beste am Abendessen: Fantastische Erdbeeren mit Sahne.
Nach der ersten Nacht:
Ausflug nach Lesotho. Um 10:00 geht es im Allradwagen zum Sani-Pass.
Es ist eine atemberaubende Fahrt mit gigantischem Ausblick auf das Vorland der
Berge und die wasserfallreichen grünen Täler. Nach ca. 2 Std. haben wir auf 2.900 m Höhe Lesotho erreicht. Das Wetter ist sehr wechselhaft. Hier oben ist es kalt und
windig. Im nah gelegenen Dorf schauen wir den Schafscherern bei der Arbeit zu,
probieren Brot und Bier in einer Rundhütte. Die Gegend erinnert an die Anden, d. h.
kein Baum, kein Strauch. Der Guide hat eine Spürnase fürs Wetter, er mahnt zum pünktlichen Antritt der Rückreise (14:30 h), denn der Himmel zieht zu. Er meistert sicher jede Kehre! Diese Passfahrt bleibt uns unvergessen.
9.Wild Coast: "River Lodge“ (4 Nächte)
Über Underberg – hügelige Gegend geht es über Swartberg bis Kokstad, die Strecke
ist bis hier gut zu fahren, d. h. wenig Verkehr, keine Fußgänger auf der Straße. Bei
Kokstad kommt man in die ehemalige Transkei. Hier fahren wir auf der N2 bis Brooks Nek. Transkei heißt: andauernd sind Ziegen, Hunde, Kühe, Esel, Pferde, kleine und große Kinder und viele Erwachsene unterwegs. Dazu jede Menge Schlaglöcher. Landschaftlich ist es eine abwechslungsreiche Streck, allerdings regnet es und teilweise ist es sehr nebelig. Dann die R 61 über Flagstaff Richtung Küste; hinter Lusikisiki führt eine Schotterpiste zuerst durch eine riesige Teeplantage, dann geht es durch den subtropischen Küstenregenwald bergab zum Ozean. Unterwegs halten wir an, genießen den speziellen Geruch und die Geräusche des Regenwaldes! An der Küste liegt Mbotyi – kein Dorf im eigentlichen Sinn, sondern weit verstreute Häusergruppen, meist Rundhütten. Das Lodge- Gelände liegt im Ort, direkt oberhalb der Lagune. Auf die Gezeiten muss man achten, wenn man durch den seichten Fluss ans Meer möchte. Das gesamte Personal ist schwarz, die meisten wohnen im Ort. Erstaunlich ist die Qualität der Küche hier am Ende des Kontinents… Von unserer Lodge aus haben wir einen direkten Blick auf den Fluss, den Sandstrand und das Meer. Am Strand oder auf dem Weg dorthin, versuchen Jugendliche und Kinder etwas Geld zu erbetteln. Auf anraten des Lodge-Personals bleiben wir aber konsequent und geben hier nichts. Lächeln, freundlich grüßen und gezielt weitergehen. Das wird hier akzeptiert.
Das Beste ist der Reitausflug unter der Führung eines Einheimischen mit Besuch im kleinen Rundhütten- Krämerladen (unbedingt was kaufen!), ebenso wie die kleine Paddelstrecke Lagune aufwärts und anschließendem 2-stündigen Forest-Walk mit Craig, einem jungen Familienvater aus Mbotyi. Diese Gegend der Wildcoast ist wenig touristisch erschlossen, was aber gerade den Reiz ausmacht.
10. East London (= Buffalo City) „Quarry Lake Inn“(1 Nacht)
Wir fahren durch “ländliches” Gebiet, was aber nicht bedeutet: einsam. Es ist stark zersiedelt, überall stehen Rundhütten. Die Menschen sind offensichtlich ärmer als in den Gegenden zuvor. Viele Touristen wählen den Inlandsflug von Durban nach Kapstadt oder Port Elisabeth, um diese Gegend auszulassen. Wir finden; auf unsere Art der Streckenwahl (Durchfahrt der gesamten Trankei) haben wir eher das wirkliche Südafrika bereist. Die Xhosa sind grazile, große Schwarze mit feinen Gesichtszügen.
Wir bleiben hier nur eine Nacht, da uns die gesamte Strecke bis Addo Elephant Park zu weit ist. Hier muss man auch nicht länger bleiben. Doch die Unterkunft mit Frühstück auf der Terrasse und Blick über den großen Teich ist prima- wie gewohnt bei Umfulana!
11. Nähe Addo Elephant Park „Belmont B & B“ (1 Nacht)
Wir starten früh, und folgen einer sehr guten Reise-Empfehlung im Reiseführer „KNOW –HOW – Vom Krügerpark bis Kapstadt“: Um die berüchtigte N2 zu umgehen, fahren wir an der Küste die R72 , klasse Entscheidung. Die Fahrt ist heute nicht mehr anstrengend. In dem feinen Hafenörtchen Port Alfred kann man gut pausieren. Von hier aus die R67 durch Bathurst , vorbei an riesigen Ananas-Plantagen (1 große Frucht kostet bei Big Pinapple 2 Rand!!), bei Grahamstown kommen wir wieder auf die N2. Die Unterkunft liegt im Haupthaus (engl.Stil) einer Citrusplantage mit großem Pool. Das antike Badezimmer befindet sich separat neben unserem Schlafzimmer.
Hier schließt, wie in so vielen Unterkünften, kein Mensch seine Zimmer ab!!! Wir spazieren nach der Reise durch die Plantage. Schmackhaftes Frühstück (Orangen-Spezialitäten) Hier ist der einzige Ort während unserer SA- Reise, an dem wir das Leitungswasser nicht trinken sollen, warum auch immer.
12.Nähe Knysna „Buffalo Valley Bush Lodge” (2 Nächte, ohne Verpflegung)
Fahrt über die N2, am indischen Ozean entlang. Knysna ist ein quirliger Touristenpool, nach kurzem Einkauf bei SPAR (herrliches Straußenfilet!) und einem guten „Pankoken“ mit Kaffee flüchten wir. Überrascht sind wir über die Ruhe, die bald folgt:
Versteckt zwischen alten Bäumen am Hang, direkt am Fluss liegt unsere Bush Lodge:
wir sind begeistert. Alles ist pieksauber und bis ins Kleinste gut vorbereitet (sogar der Zunder, Kleinholz im Kamin). Man fühlt sich mitten im Wald zwischen den Vögeln und allein auf der Welt. Guter Ausgangspunkt zum Wandern durch die Dünenwelt und zum Ozean.
13. Kapstadt „Mountain Magic Garden Suites“ (4 Nächte, ohne Verpflegung)
Anfahrt: Ab George auf die N12 Richtung Outshoorn, wir wählen dann die Route R62 durch die kleine Karoo bis Barrydale über die R324 zur N2. Nach Reviersonderend fahren wir die R326 nach Hermanus. Hier beobachten wir vom Ufer aus mehrere Buckelwale, sie kommen ganz nah ans Felsenufer heran. Dann weiter wieder zur N2.
Am Hang in einem guten Wohnviertel von Kapstadt befindet sich dieses Appartment. Vom Balkon aus haben wir am lauen Frühlingsabend einen Blick auf das Lichtermeer bis zum Hafen und Atlantik. Erstaunlich wie still an einem Sonntagmorgen diese sonst quirlige Metropole sein kann. Das Appartment ist ideal gelegen. Mit dem Taxi kommt man gut für „Appel und Ei“ zu Restaurants oder zur Waterfront. Will man wirklich SEHR gut und fein in Kappstadt essen gehen, dann ist das „Aubergine“ der Tipp. Barnet Street 39, Tel: 021 4654909 www.aubergine.co.za

Allgemeine Tipps:
Ein guter Straßenatlas für Südafrika ist: MapStudio, South Africa Road Atlas
ISBN 1-86809-800-1
Handy: Eigenes Handy mitnehmen, am Flughafen bei Vodacom eine SIM-Card mieten und gleich austauschen. Die Kosten sind dann sehr niedrig!
In Kapstadt Oldtimer für 24 Stunden mieten, z.B. Käfer Cabrio, Baujahr 68 und damit über die Kap-Halbinsel fahren- SUPER und preiswert: Motor Classic , Brandweer Street, hinter Ferrari-Gebäude, junges deutsches Unternehmer-Team. www.motorclassic.co.za

Ansonsten wünschen wir allen Lesern unseres Reiseberichts einen genauso einmalig schönen Urlaub- dank Umfulana. Danke an Herr Garstka für die gute individuelle Beratung.

Marion und Andreas Brems, Gütersloh
andreas.brems@hartmann.info



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